Gabriele Krone-Schmalz

 4.5 Sterne bei 32 Bewertungen
Autorin von Russland verstehen, Eiszeit und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Russland verstehen" von Gabriele Krone-Schmalz

Versuchen den anderen zu verstehen
Bonbosaivor 3 Monaten

Klappentext:

Wie ist es um die politische Kultur eines Landes bestellt, in dem ein Begriff wie "Russlandversteher" zur Stigmatisierung und Ausgrenzung taugt? Muss man nicht erst einmal etwas verstehen, bevor man es beurteilen kann? Gabriele Krone-Schmalz bietet in diesem Buch eine Orientierungshilfe für all jene, denen das gegenwärtig in den Medien vorherrschende Russlandbild zu einseitig ist. Antirussische Vorbehalte haben in Deutschland eine lange Tradition und sind in zwei Weltkriegen verfestigt worden. Auch in der Ukraine-Krise lässt sich ihre Wirksamkeit beobachten. Tatsächlich ist aber nicht nur das Verhältnis zwischen Russland, dem Westen und der Ukraine vielschichtiger, als es der Medien-Mainstream suggeriert, sondern auch die russische Geschichte seit dem Ende des Kalten Krieges. Demokratie und Menschenrechte verbreiten - wer möchte das nicht. Es lässt sich aber sehr wohl über das Tempo und über die Methoden streiten. Und es lässt sich fragen, welche Interessen der Westen unter dem Deckmantel einer Menschenrechtsrhetorik verfolgt. 


Meine Beschreibung:

Ein interessantes und überzeugendes Buch. 

Frau Krone-Schmalz nennt die Zusammenhänge, deckt die Ursachen der Konflikte auf, liefert Hintergründe und Infos, die ich so nicht aus den offiziellen Medien bekommen habe. Sie zeigt sehr deutlich die differenzierte Darstellung der Medien und wie man durch Weglassung einiger Worte einen ganz andere Sachverhalt darstellen kann. 

Der Leser erfährt vieles über die Politik zwischen Ost und West seit dem Ende der Sowjetunion, Über die Rolle von IWF bei der Bildung der Oligarchen in Russland sowie über die Rolle Gorbatschows und der USA bei der Wiedervereinigung Deutschlands. Auch über die NATO Osterweiterung und die dadurch entstanden Gefahren für Russland hat Frau Krone-Schmalz objektiv recherchiert. So wird auch der Wortbruch westlicher Politiker gegenüber Gorbatschow hinsichtlich der Osterweiterung der Nato von ihr themasiert. 

Zum Ukraine Konflikt beleuchtet sie die Aspekte aus verschiedenen Gesichtspunkten. Was sie dazu schreibt macht mehr als nachdenklich. Die Schuld des Westens (der Nato) an der Entwicklung dieses Konflikts wird durch diese Erkenntnisse deutlich. 

Die Autorin macht den Lesern klar, weshalb die politische Lage zwischen dem Westen und Russland heute leider so ist, wie sie ist. 

Frau Krone-Schmalz zwingt keine Meinung auf, übermittelt nur verlässlichen Fakten, so dass sich jeder selbst ein Bild machen kann. 

Eine Orientierungshilfe für alle, die das gegenwärtig in den Medien vorherrschende feindliche Russlandbild ablehnen. 


Fazit:

Wer sich eine neutrale und unvoreingenommene Meinung bilden möchte und gerne rundum informiert ist, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Das Buch ist für jeden der über Russlands Politik mitdiskutieren möchte ein MUSS.  

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W

Rezension zu "Eiszeit" von Gabriele Krone-Schmalz

Spiegel-Bestseller - KEIN WUNDER!
wschvor 10 Monaten

Spiegel Bestseller – KEIN WUNDER!

Als Russland-Korrespondentin der ARD, die vier Jahre in diesem Riesenland gelebt hat, weiss Gabriele Krone-Schmalz sicher, was sie (be)schreibt, was sie in einem gut verständlichen Stil erklärt, erläutert, nachvollziehbar darstellt. Wobei sie auch stichhaltige Argumente gegen die sehr einseitige 'Mainstream'-Berichterstattung und 'Mainstream'-Nachrichten der ARD ins Feld führt. 'Mainstream' ist in dem Sinne zu verstehen "Die Russen sind alle die Böse. Und Wladimir Putin ist der Oberschurke..." Denn das ist ja die Vorstellung von Russland und seiner Politik, die durch die Nachrichten wachgerufen und fast täglich bestärkt wird.

Dass Putin durchaus sachliche, fundierte Gründe für seine Politik einschliesslich der Vorgänge im Zusammenhang mit der Ukraine, der Krim, dem Donbas im Osten der Ukraine hat, dass das auf seine Anweisung hin durchgeführte militärische Eingreifen in den Krieg in Syrien objektive betrachtet nachvollziehbar ist, all das macht die Autorin klar. Wer diese Sicht bezweifelt, lese das Buch mit den vorgetragenen Argumenten. Die nicht bei den Haaren herbeigezogen sind, sondern durch ein ausführliches Quellenverzeichnis nachprüfbar belegt werden.

Selbst wenn man nicht allen Äusserungen und Feststellungen von Gabriele Krone-Schmalz folgen mag, mehr als lesenswert ist das Buch allemal. Ein echter 'Augenöffner'!

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W

Rezension zu "Russland verstehen" von Gabriele Krone-Schmalz

Gegenseitiges Verständnis ist von Nöten!
wschvor 10 Monaten

Der Mauerfall - hat seine Vor- und seine Nachteile. Ermöglicht wurde er vor allem auch durch das Entgegenkommen Russlands in Person von Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Trotz des Widerstandes von Großbritannien und Frankreich.

Eine der leider nur mündlich getroffenen Absprachen im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung Deutschlands war die Zusage, dass die NATO sich nicht nach Osten in Richtung der russischen Grenze erweitert. Eben leider nur mündlich vereinbart. Denn (von Nord nach Süd) Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, alles ehemalige Mitgliedstaaten des nicht mehr existenten Warschauer Paktes, sind heute der NATO 'einverleibt'. Damit steht die NATO teilweise direkt vor Russlands Haustüre, sprich Grenze.

Einziger Puffer zwischen den neuen NATO-Mitgliedern Polen, Slowakei und Ungarn ist die erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Ukraine. Wobei der Grossteil des Ostens der Ukraine verständlicherweise und seit langer Zeit ohnehin Richtung Russland und nicht Richtung der westeuropäischen Länder orientiert ist. Kulturell, sprachlich, wirtschaftlich.

Die nach westlicher Lesart völkerrechtswidrig von Russland okkupierte Krim gehörte ohnehin zu Russland. Bis Nikita Chruschtschow aus noch nicht endgültig geklärten Gründen im Jahr 1954 die Krim der damaligen Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik zum Geschenk machte. Der eigenständige Staat Ukraine existiert erst seit dem Zerfall der UdSSR anno 1991. Ungeachtet dessen ist der heute umkämpfte östliche Teil und die Krim weiterhin russisch geprägt und tendiert auch vom Zugehörigkeitsgefühl des überwiegenden Teils der dortigen Bevölkerung Richtung Osten, also nach Russland.

Bei dem Krieg in den ukrainischen Verwaltungseinheiten Luhansk und Donezk, unter dem Begriff Donbas zusammengefasst, ganz im Osten der Ukraine an der Grenze zu Russland geht es wohl auch darum, ob sich der 1991 geschaffene unabhängige Staat Ukraine insgesamt nach Westen, also wirtschaftlich Richtung EU und militärisch Richtung NATO bewegt. Und damit mittelfristig noch ein weiteres NATO-Mitglied direkt vor Russlands Türe steht. Obgleich der Donbas russisch geprägt ist. 

All diese Umstände nimmt Gabriele Krone-Schmalz objektiv und sehr genau unter die Lupe. Wobei viele ihrer Feststellungen den in den westlichen Ländern allgemein verbreiteten Nachrichten von der und über die Krim, den Krieg im Donbas entgegenläuft.  Die Autorin beleuchtet dabei auch die Aktivitäten, um den Begriff Machenschaften zu vermeiden, wie die NATO,  angeführt durch die USA, wie die EU (die Ukraine als neuen, riesigen Absatzmarkt?) im Hintergrund die Fäden ziehen. Durch enorme finanzielle Zuwendungen, Militärberater, eventuelle Waffenlieferungen an die westlich orientierten Kräfte der Ukraine etc.

Um sich ein besseres, neutrales Bild zu machen, um "Russland verstehen" zu können, ist das Buch von Gabriele Krone-Schmalz extrem hilfreich.

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Gabriele Krone-Schmalz wurde am 08. November 1949 in Lam (Deutschland) geboren.

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