Gabriele Leupold

 3,8 Sterne bei 22 Bewertungen

Lebenslauf

Gabriele Leupold ist Übersetzerin aus dem Russischen (u. a. Michail Bachtin, Vladimir Sorokin, Michail Ryklin) und Veranstalterin von Workshops für Übersetzer und Studierende. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Preise, u.a. den Celan Preis (2002) für die Übersetzung von Andrej Belyjs Petersburg, sowie den Johann-Heinrich-Voß-Preis (2012).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Staatsbewohner (ISBN: 9783518431146)

Der Staatsbewohner

Erscheint am 17.12.2025 als Gebundenes Buch bei Suhrkamp.

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Neue Rezensionen zu Gabriele Leupold

Cover des Buches Die Baugrube (ISBN: 9783518425619)
S

Rezension zu "Die Baugrube" von Andrej Platonow

sKnaerzle
Der Untergang durch die Utopie

Sowjetunion, 1929/30. Eine kleine Baubrigade soll die Baugrube für das gemeinproletarische Haus für die lichte Zukunft bauen. Sie alle können die Formeln nachbeten, mit denen in der stalinistischen Bürokratensprache die lichte kommunistische Zukunft beschrieben wird, aber sie alle sind bedrückt und traurig, weil sie ahnen, dass sie diese Zukunft nie erreichen werden. Allerdings merkt man beim Lesen, dass sie einfach brutal ausgebeutet werden, sie erhalten weder eine gute Unterkunft noch ausreichend zu essen. 


Die Szene wechselt aufs Dorf, wo in apokalyptischen Bildern die Kollektivierung derLandwirtschaft vorgeführt wird. 

Das Buch schildert die Sowjetunion in den Anfangsjahren der Stalinära, aber der historische Hintergrund wird in symbolische Bilder umgesetzt, die man nur versteht, wenn man die Ereignisse kennt.

Die Sprache mischt Versatzstücke aus kommunistischen Utopien und Bürokratensprache, die von den Protagonisten nur schlecht und falsch verwendet wird. Daran vor allem wird ihre Unterdrückung deutlich.

Die Lektüre ist nicht einfach. Manchmal wird es zu wuchtig, manchmal zu verzweifelt und immer muss man sich beim Lesen sehr konzentrieren, weil jeder Satz voller Bedeutung steckt.

Worterklärungen, eine Kurzbiographie und ein Nachwort helfen aber, den Roman zu verstehen.

Cover des Buches Dreckskerl (ISBN: 9783518418840)
Beagles avatar

Rezension zu "Dreckskerl" von Wojciech Kuczok

Beagle
Eine humorvolle Groteske

Vor dem Krieg waren sie eine angesehene Familie, hatten Geld und der Urgroßvater baute ein Haus für mehrere Generationen und es waren sogar Zimmer für die Bediensteten vorgesehen. Doch nach dem Krieg, als Deutschland Polen zwar siegreich aber dennoch verwüstet zurückließ, konnte sich die Familie das Haus nicht mehr leisten und musste die untere Etage verkaufen. Allseits war Resignation und Melancholie zu spüren und dies ist auch die Zeit, in der der Ich-Erzähler geboren wird. Zwar hat es in der langen, traditionsreichen Familiengeschichte noch nie einen K. Gegeben, der gegenüber anderen gewalttätig geworden wäre, aber einer muss im Grunde ja der Erste sein. Und so ist es der „alte K“, der mit seinem Sohn nicht zufrieden ist, immer etwas an ihm auszusetzen hat und im Schrank eine schwere Peitsche aufbewahrt, für den Fall, dass das Kind einmal wieder ungezogen ist. Auch die Ehe ist zerrüttet und mit seinen Geschwistern kann der alte K auch nichts anfangen. Die Schwester ist in ihrer Religion gefangen und der Bruder ein Hagestolz, der keine Anstalten macht, sein eigenes Leben zu beschreiten. Doch sie sind gute Zuhörer, wenn der alte K sich wieder über seine eigene Familie beschwert. Mit viel Ironie erzählt Wojciech Kuczok die Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der in Polen während des eisernen Vorhanges aufwächst, mit all den Problemen in der Familie und die Resignation drum herum, denn in der Stadt scheint es nur Säufer und Faulpelze zu geben. Ein Buch, das nicht ganz ernst genommen werden darf, damit die Geschichte lesenswert wird.

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