Gabriele Oettingen Die Psychologie des Gelingens

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Inhaltsangabe zu „Die Psychologie des Gelingens“ von Gabriele Oettingen

Wie oft werden wir im Alltag aufgefordert, optimistisch zu sein und positiv zu denken. Es komme nur darauf an, unsere Ziele mit höchster Konzentration anzugehen, dann würden sich die Ergebnisse wie von selbst einstellen. Die Psychologin Gabriele Oettingen weist nach, dass diese Gleichung nicht aufgeht. Ihr Konzept präsentiert einen überraschend neuen Ansatz der Selbstmotivation, dessen Wirksamkeit in zahllosen Untersuchungen bestätigt wurde: Sobald die Menschen nicht nur positiv denken, sondern auch Hindernisse in ihren Planungen berücksichtigen, gelingt es ihnen besser, ihre individuellen Ziele zu erreichen.

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  • Verständliches Programm zur Selbstmotivation

    Die Psychologie des Gelingens

    michael_lehmann-pape

    23. September 2015 um 13:08

    Verständliches Programm zur Selbstmotivation Die eigenen Kräfte sind es weitgehend immer, die für die Bewältigung des individuellen Lebens in der je konkreten Situation die wichtigsten Impulse geben. Sich Ziele setzten zu können ist dabei eine wichtige Fähigkeit, ebenso aber natürlich, sich „auf den Weg“ zu den eigenen Zielen zu machen. Die inzwischen sattsam bekannten „Plattitüden“ der „positiven Verstärkung“ im Sinne eine „Ich bin gut, ich bin gut, ich schaffe das, ich kann das“, und das als Mantra möglichst oft von früh bis spät vor sich hin besagt, haben da wenig langfristigen, durchschlagenden Erfolg. Was auch Oettingen in ihrem Buch aufarbeitet und darlegt und damit in ruhiger Darstellung den Begriff „positives Denken“ auch Schritt für Schritt anders füllt. Ihr anderes Konzept, das die Autorin im Buch vorstellt, wird als „WOOP“ benannt und nimmt für sich in Anspruch, dem „Brachialoptimismus“ die Stirn zu bieten und eine wesentlich realistischere Grundhaltung dem Leben gegenüber zu finden (die auch Hindernisse und u.U. das ein oder andere Scheitern mit einplant), und gleichzeitig eine grundlegende, antreibende Motivation zur Verwirklichung der eigenen „Träume“ zu entfalten, die auf Dauer gesehen dann eben nicht verloren geht. Zudem bedarf es natürlich auch einer Prüfung der persönlichen Ziele an sich, denn es wäre wenig Nutzen zu finden, einen Traum, ein Ziel mit hohem Energieaufwand zu erreichen, nur um dann festzustellen, dass das Erreichte keine wirkliche Befriedigung in sich trägt. Mittels der Methode der „mentalen Kontrastierung“, die in vier Schritten vollzogen wird (Wish, outvomes, Obstacle, Plan = WOOP, übersetzt: Wunsch, Ergebnis, Hindernis, Plan) vermittelt Oettingen in sehr verständlicher Sprache ihr Programm, das vor allem im Bereich des Nicht-Bewussten dann verankert werden soll. Wobei bei der Lektüre deutlich wird, dass WOOP im Kern daraus besteht, die Hindernisse für konkrete Ziele zur Seite zu räumen. Und durch das „Eintauchen“ in den Wunsch, das Ziel bereits innere Prozesse in Gang geraten, die explorierende Wirkung entfalten. Kritisch anzumerken ist, dass dies sicherlich nachvollziehbar bei einer ganzen Reihe der einfachen Beispiele ist, die Oettingen benennt (Joggen trotz Unlust, Obstkauf bei Vorsatz, mehr Obst zu essen, sich nicht so viel Druck zu machen und anderes). Ob es hier aber wirklich gelingt, durch „mentales Kontrastieren“ (das stark an eine Technik erinnert, die in anderen Bezügen „Visualisierung“ genannt wird) inne liegende und lange „eingeübte“ Gewohnheiten zu verändern (was notwendig ist, um sich auf den Weg zu neuen Zielen zu machen), das muss jeder Leser dann in der eigenen Praxis erproben. Verständlich, klar, mit vielen Beispielen und einfachen Übungseinheiten legt Gabriele Oettingen ihr „WOOP“ vor, das nicht unbedingt neue Ansätze in den einzelnen Methodischen Schritten bietet, aber in der konkreten Zusammenstellung und Vernetzung von verschiedenen Instrumenten überzeugend dargestellt ist und leicht im eigenen Alltag erprobt werden kann.

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  • Verblüffend: Das Vorgehen erfolgreicher Menschen wird von der Psychologie entdeckt

    Die Psychologie des Gelingens

    R_Manthey

    17. September 2015 um 09:24

    Mal angenommen, man hat einen realistischen Wunsch. Man stellt sich vor, wie es wäre, wenn er in Erfüllung ginge. Dann überprüft man, welche Hindernisse auf dem Weg zu diesem Zustand zu überwinden wären und macht sich dafür einen konkreten Plan. Das klingt logisch und in sich schlüssig. Und genau so gehen zum Beispiel Unternehmer vor oder Leute, die eine Weltreise planen. Man könnte nun glauben, eine solche Vorgehensweise wäre nichts Neues, einfach schon deswegen, weil es gar keinen anderen vernünftigen Weg gibt und wir nicht die ersten Menschen auf diesem Planeten sind. Der Haken an der Sache ist nur, dass sich auch ganz einfache und scheinbar banale Vorgehensweisen entweder nicht herumsprechen oder für viele Menschen aus den verschiedensten Gründen dennoch nicht durchführbar sind. Man wundert sich beim Lesen dieses Buches in der Tat, wieso nun plötzlich diese simple und eigentlich einzig sinnvolle Vorgehensweise mit dem Namen „Psychologie des Gelingens“ geadelt wird. Natürlich muss dann auch noch eine coole Abkürzung her. Hier WOOP (Wish, Outcome, Obstacle, Plan). Gabriele Oettingen hat nach Auskunft des Klappentextes mehr als zwanzig Jahre Forschungsarbeit gebraucht, um auf diesen „verblüffend neuen Ansatz zur Selbstmotivation“ zu kommen. Man fragt sich an dieser Stelle schon, was daran verblüffend neu sein soll. Die Antwort ist ganz einfach und liegt am Wort Selbstmotivation. Der Punkt ist nämlich, dass Leute, die diese Methode schon vor Jahrhunderten angewandt haben, keine Selbstmotivation brauchten, weil sie auch ohne die Hilfe von Psychologen motiviert genug waren. Dass nun endlich auch die Psychologie an diesem Punkt angelangt ist, zeigt nur, dass eine Beschäftigung mit sich selbst nicht unbedingt immer hilfreich ist. Denn wenn man dieses Buch liest, dann kann man an den Irrungen und Wirrungen dieser Wissenschaft hautnah teilhaben. Die Autorin hat sich nämlich nicht gefragt, wie erfolgreiche Menschen vorgehen, sondern die Ausgangsproblematik war die zweifelnde Frage, ob die Ideologie des positiven Denkens tatsächlich funktioniert. Wenn man sich also hinsetzt und sich die Erfüllung seines Wunsches in allen Farben ausmalt, dann würde man – so jedenfalls machen es einem die positiven Denker gerne vor – einen großen Schritt zur Wunscherfüllung machen. Dass dem nicht so ist, sondern dass eher das Gegenteil eintritt, versucht die Autorin in einem großen Teil ihres Buches nachzuweisen. Dazu beschreibt sie zahlreiche psychologische Experimente, die stets genau diesen Hinweis geben. Ohne die Leser dieser Rezension langweilen zu wollen, möchte ich dazu Zweierlei bemerken. Erstens zweifele ich die Resultate dieser Experimente nicht an. Ich möchte aber zweitens darauf hinweisen, dass sie keinen wissenschaftlichen Wert besitzen, denn dazu ist die Anzahl der Probanden zu gering. Vor allem aber sind sie nicht zufällig ausgewählt, sondern es sind aus Einfachheits- und Bequemlichkeitsgründen immer Studenten, womit kein Bevölkerungsdurchschnitt simuliert wird. Nachdem also lang und breit die angeblich neue WOOP-Methode nicht etwa aus der Sache heraus, sondern aus den Irrwegen der Psychologie entwickelt und begründet wurde, stellt die Autorin diese Methode im letzten Teil des Buches ausführlich vor. Und darin besteht der eigentliche Wert dieses Buches. Es macht einem breiten Publikum klar, wie strukturiert man vorgehen muss, um ein realistisches Ziel zu erreichen. Ob diese Methode nun neu ist oder die Erfindung von Gabriele Oettingen, spielt dabei keine Rolle. Sie funktioniert schon seit ewigen Zeiten. Und wenn sie nun mit diesem Buch zu mehr Menschen als vorher durchdringt, dann ist es nur umso besser. Die Sterne gibt es genau dafür.

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