Gabriele Wünsch

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen

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Das Haus, das alle Träume kennt

Das Haus, das alle Träume kennt

 (3)
Erschienen am 01.07.2015
Die Frühlingsfrau

Die Frühlingsfrau

 (2)
Erschienen am 02.05.2014

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Rezension zu "Das Haus, das alle Träume kennt" von Gabriele Wünsch

Das Haus, das alle Träume kennt
-sabine-vor 3 Jahren

Cover und Klappentext haben mich sofort angesprochen und auch der Einstieg in die Geschichte ist gut gelungen – lediglich im letzten Drittel gibt es eine Wendung, die mir gar nicht gefallen hat, und die die Geschichte in ein ganz anderes Licht rückt.
Es ist eine ruhige Geschichte, in deren Mittelpunkt Birgit steht, die gerade ihren Mann verlassen hat und sich in die Wohnung ihrer besten Freundin Kathrin zurückzieht. Hier kommt sie zur Ruhe, kann nachdenken und auch das Leben mal von anderer Seite betrachten. Dabei hilft ihr vor allem Johanna, eine junge Frau, die sie gerade erst kennengelernt hat und die irgendwie ein Geheimnis zu hüten scheint.
Es werden viele Themen in dem Buch angesprochen und deren Aktualität hat mir auch gut gefallen. Es geht nicht nur um die zerrüttete Ehe von Birgit und der klägliche Versuch, sie dann doch noch irgendwie zu retten, sondern es gibt noch andere Nebenschauplätze in der Geschichte - ein Nachbarskind, das nicht zu früh nach Hause kommen darf, warum, ist unklar, ein bisschen Stadtgeschichte und Probleme mit der Sanierung des Hauses, in dem die Wohnung ihrer Freundin liegt, die Demenzerkrankung von Kathrins Vater, die mit all seinen Schwierigkeiten gerade einschlägt und schließlich die geheimnisvolle Johanna, die so vieles über das Haus zu wissen scheint. All das sind durchaus interessante Erzählstränge, aber lange war mir nicht klar, wohin diese Geschichten führen sollen und wie sie miteinander verbunden sind. Und irgendwie hatte ich bei einigen Themen auch das Problem, dass sie nur oberflächlich angerissen wurden und dann scheinbar im Sande verlaufen sind.
Trotzdem habe ich mich in diesem ruhigen Buch wohl gefühlt, es passiert zwar nicht viel, dafür sind die Charakterzeichnungen umso gelungener. Gerade die Protagonistin Birgit und ihre Freundin Kathrin fand ich beide sehr sympathisch – es sind Menschen mit Problemen und Sorgen, und dadurch wirken sehr authentisch und wie aus dem Leben geschnitten. Ihrer beider Geschichte hat auf mich einen ganz eigenen Sog ausgeübt, so dass ich immerfort weiterlesen wollte. Dazu hat natürlich auch der angenehme Schreibstil beigetragen, der nicht nur gut zu lesen war, sondern eine ganz eigene Atmosphäre geschaffen hat - meist ruhig und melancholisch, dabei aber in keinster Weise unangenehm.
Probleme hatte ich lediglich mit einer zugegebenermaßen sehr überraschenden Wendung im letzten Viertel des Buches. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, denn dann wäre der Überraschungseffekt ja verloren – nur so viel: Mir hat diese Wendung in der Geschichte leider gar nicht gefallen, und sie hat damit auch einen unangenehmen Beigeschmack bei mir hinterlassen. Im Nachhinein hätte mich das Cover vielleicht drauf bringen können, aber während des Lesens hätte ich an eine solche Auflösung niemals gedacht.

Mein Fazit
Eine ruhige Geschichte mit aus dem Leben gegriffenen Charakteren, die sympathisch sind und die ich gerne begleitet habe, mehrere Nebenschauplätze mit durchaus aktuellen Themen, die teils nur angerissen, teils aber auch sehr ausführlich behandelt werden und eine wirklich überraschende Wendung, die mir aber leider gar nicht gefallen hat und die der Geschichte ganz neue Aspekte liefert – ich mochte es leider nicht. Ich denke aber, dass viele Leser damit kein Problem haben und gebe dem Buch 3,5/5 Sternen.

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Rezension zu "Das Haus, das alle Träume kennt" von Gabriele Wünsch

Illusion
baronessavor 3 Jahren

Birgit ist am Boden zerstört, als sie erfährt, dass ihr Mann eine jüngere Frau liebt. Sie zieht vorübergehend in das neue Haus ihrer Freundin, die sich währenddessen um ihre pflegebedürftigen Eltern kümmert. Das Chaos dort ist furchtbar, denn die Renovierung ist noch nicht abgeschlossen. Aber nicht nur Handwerker gehen ein und aus, sondern auch eine junge Frau, die früher in dieser Wohnung wohnte. Birgit ist erst verärgert, aber dann bewirkt dieses Zusammentreffen eine ungewöhnliche Beziehung zwischen den Frauen. Birgit schöpft neue Zuversicht und stellt sich dem Leben.

 

Eine höchst ungewöhnliche Geschichte, die allerdings zeitgemäße Themen aufgreift. Dazu zählen die Besorgnis von Pflege der Eltern, der Seitensprung und seine Folgen, die Judenverfolgung, das Schließen von neuen Freundschaften und das Leben selbst. Mit diesem Buch hat die Autorin versucht, eine gewisse Domäne zu überschreiten, denn es ist nicht alles real. Die Verbindung von Realität und Fiktion ist ihr gut gelungen, auch der Überraschungsmoment.

 

Das Cover passt zur Geschichte, ebenso der Titel. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, auch der Spannungsbogen ist da. Originell finde ich die Zeilen der Stadt.

 

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Monika58097s avatar

Rezension zu "Die Frühlingsfrau" von Gabriele Wünsch

Träume leben
Monika58097vor 4 Jahren

Susanne, Single, Anfang 50 verliert ihren Job in einer Hamburger Werbeagentur. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, erfüllt sie sich einen lang gehegten Traum. Einmal mit einem Wohnmobil quer durch Europa fahren, immer der Sonne und dem Meer entgegen. Susanne will endlich wild und gefährlich leben. Weit kommt sie allerdings nicht. Im beschaulichen Örtchen Haggerach im Schwarzwald ist erst einmal Schluss mit der Europa-Tour. Das Wohnmobil streikt. Ein neuer Motor muss her, doch das kann dauern. Und Zeit, die haben die Bewohner in Haggerach. Während der Mechaniker Benni nach einem neuen Motor Ausschau hält, bezieht Susanne eine einsame Hütte im Wald, idyllisch gelegen an einem rauschenden Bach, von dem man sagt, dass er magische Kräfte entwickelt würde. Die Zeit vergeht, ein neuer Motor ist immer noch nicht da und Susanne gefällt die wunderbare Ruhe am Bach. Sie lernt Ellen kennen, der eine Buchhandlung im Ort gehört und sie verliebt sich in Sebastian, doch der ist irgendwie mit Ellen liiert und dann gibt es da auch noch eine Malerin. Und eigentlich wollte sie ja auch ans Meer, immer der Sonne entgegen. "Die Frühlingsfrau" - ein wunderbarer Roman über eine Frau in den sogenannten besten Jahren, die ihre Zelte hinter sich abbricht und ein neues Leben beginnen will. Der Roman über eine Frau, die frei sein will, die nicht nur still vor sich hinträumt, sondern ihre Träume lebt. Eine Geschichte vom Loslassen, vom Neuanfang. Gabriele Wünschs Schreibstil ist sehr angenehm und bildhaft. "Die Frühlingsfrau" - absolut guter Lesestoff mit überraschenden Wendungen.

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