Abschied, ein kleines Wort nur, doch voller Bedeutung. Abschiede sind allgegenwärtig, kleine und große, was jedoch keineswegs immer negativ sein muss, sondern auch positive Aspekte beinhaltet, Befreiung von etwas, Neuanfang. Das erläutert Gabriele von Arnim im Prolog. Es sind Sätze, die man immer wieder lesen kann. - Sie schreibt ein Jahr lang Tagebuch, will nach Abschieden suchen, auch in Romanen und Gedichten - eine nachahmenswerte Idee.
Es geht dabei um die Vielfältigkeit des Abschieds, nicht nur um den Verlust von geliebten Personen, sondern um das ganz Banale, Alltägliche: Abschied vom Tag, von Wünschen - aber auch um Abschiede im übertragenen Sinne: von politischen Sicherheiten, von gesellschaftlichen Vorstellungen, vielleicht auch vom Frieden.
Das klingt nicht gut und ist es auch nicht und belastet Gabriele von Arnim ganz besonders, weshalb sie viel Politik ins Buch einwebt, ganz viel Trump ;-), an dem sie sich ziemlich abarbeitet. Da war es mir an einigen Stellen zu viel an nächtlichen Herzklopfen, Herzrasen, an Ringen mit Ängsten und Befürchtungen.
Aber: sie erwähnt auch Positives, nicht nur die Natur, die Jahreszeiten, den Mond, sondern die Möglichkeit, dass Abschiede Chancen auf einen Neuanfang bieten, auf positive Veränderung. Sie beschwört - besonders im Nachwort - die kleinen Freundlichkeiten und die Solidarität der Menschen untereinander.
Ich stimme nicht in allem mit ihr überein, aber ich achte und bewundere ihr Engagement und ihren Lebensmut, auch wenn sie sich ihrer eigenen Endlichkeit bewusst ist.
Fazit
Es ist ein philosophisches, persönliches, politisches, ein sehr engagiertes Tagebuch von literarischer Qualität, das man mehr als einmal lesen kann und das ich gerne weiter empfehle.




















