Gabriella Ambrosio Der Himmel über Jerusalem

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Inhaltsangabe zu „Der Himmel über Jerusalem“ von Gabriella Ambrosio

Ein Plädoyer für den Frieden Das Buch beschreibt eindrucksvoll die letzten sieben Stunden im Leben der jungen Palästinenserin Dima und der Israelin Myriam. Dima wird als Selbstmordattentäterin eine Bombe in einem israelischen Einkaufszentrum zünden und dabei Myriam sowie einen israelischen Wachmann mit in den Tod reißen. Die italienische Journalistin Gabriella Ambrosio zeichnet ein gelungenes, vielschichtiges Porträt der komplexen Realität im Nahen Osten. Von der ständigen Angst, in der Palästinenser und Israelis gleichermaßen leben, von unversöhnlichem Hass einerseits und dem unbedingten Wunsch nach Frieden andererseits schreibt die Autorin in einer lakonischen und tief bewegenden Sprache.

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  • Rezension zu "Der Himmel über Jerusalem" von Gabriella Ambrosio

    Der Himmel über Jerusalem
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    06. September 2012 um 20:05

    Literatwo schreibt regelmäßig “Gegen das Vergessen“. Wir versuchen, in Erinnerung zu rufen, was nie verdrängt werden darf. Wir kämpfen mit unseren Worten dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholen darf. Wir stehen mit unseren Artikeln aufrecht gegen Verfolgung aus religiösen, ethnischen oder ideologischen Gründen. Wir verzagen nicht in unserem Streben und doch ist uns bewusst, dass Worte oftmals nicht ausreichen, dass Worte manchmal nur eine stumpfe Waffe im politischen Alltag sind und wir wissen, dass weltweit viele historisch angelegte Konflikte schwelen und die Jugend von heute einen Krieg ausfechten muss, dessen Wurzeln sie nie erlebt hat. Worte heizen hier Konflikte an – Worte verursachen Handlungen – Worte machen zu Tätern und Opfern und Worte setzen eine Spirale der Gewalt und Gegengewalt in Gang, die schwerlich aufzuhalten ist. Hier haben Worte Macht… Überlieferungen und Legenden erzielen hier oftmals größere Erfolge, als jedes vermittelnde Wort… Rache wärt ewig… Träume entstehen auf verbrannter Erde. Wir träumen von Träumen auf immergrünen Wiesen. Wir träumen auch vom Frieden in Israel. “Der Himmel über Jerusalem“ von Gabriella Ambrosio träumt diesen Traum mit uns. Vorbehaltlos und ohne Partei zu ergreifen. Lasst uns von ihrer Geschichte erzählen – vielleicht geht ihr die Traumstraße gemeinsam mit uns. Und vielleicht – ja ganz vielleicht – verändert man den Lauf der Geschichte auch mit solchen Büchern. Wir hoffen dies sehr. Wenn wir uns heute den Himmel über Jerusalem anschauen, dann finden wir tiefe Spuren der Geschichte. Narben, die der Holocaust der Nazis im Zweiten Weltkrieg in ein Land geschlagen hat. Wunden, die nach diesem Krieg verursacht wurden, weil man im Versuch, den überlebenden Juden eine Heimat zu geben, ein historisches Pulverfass künstlich gestaltete. “Wir waren zu müde, als wir auf diesem Boden angekommen sind, Nathan. Wir sind angekommen nach mehr als zweitausend Jahren Verfolgung und einer Shoah, die jeden zweiten von uns getötet hat. Einer Shoah, die bei uns nicht nur Schmerz, Verbitterung… und Schrecken, sondern auch Scham hinterlassen hat. Die Scham darüber, dass wir uns nicht gewehrt haben, dass wir uns wie Schafe zur Schlachtbank führen ließen. Dass wir eine Million Kinder… nicht beschützt haben.” Die neuen Bürger Israels, traumatisiert und sich ihrer letzten territorialen Chance bewusst, wollten ein solches Desaster nicht erneut erleben und kämpften fortan um ihr Leben. Die neue Heimat erwies sich jedoch nach kurzer Zeit als lebensfeindliches Territorium. Palästinenser wurden umgesiedelt, enteignet und aus religiösen Gegnern wurden erbitterte politische Feinde, um den verlorenen Lebensraum zurück zu gewinnen. Israel setzte sich gegen jeden Protest zur Wehr. Selbstmordanschlägen folgten Vergeltungsschläge und diesen folgten erneute Anschläge. Eine neue Welt aus den Angeln. Ein Leben ohne Sicherheit und Balance. Menschen auf zwei Seiten und doch bleiben nur Opfer am Wegesrand der Geschichte zurück. Unversöhnlich bis zum heutigen Tag. Der Himmel über Jerusalem trägt Trauer. Hier begegnen wir zwei 18jährigen Frauen, Myriam und Dima. Beide von ihrem Umfeld geprägt und perspektivlos auf der Suche nach der Verwirklichung ihrer eigenen Träume. Beide Opfer der bisherigen Geschichte. Die Jüdin Myriam verlor ihren Freund bei einem Selbstmordanschlag und ihr Bruder erlebt als Soldat den täglichen Schrecken angesichts der pausenlosen Attentate. Sie sieht ihre Zukunft nicht mehr in Israel – die Angst ist übermächtig. Eigentlich sieht sie kaum eine Zukunft, aber das Leben hat sie zu sehr enttäuscht, um sich noch Träume erlauben zu dürfen. Die Palästinenserin Dima, traumatisiert von unaufhörlichen Israelischen Vergeltungsschlägen, den Repressalien, einem Leben in Flüchtlingslagern und niemals enden wollenden Ausgangssperren, sieht für sich nur einen einzigen Ausweg: Ihrem Volk als Märtyrerin zu dienen! Wir begegnen den beiden Frauen, als sie gleichzeitig ein Einkaufszentrum betreten. Am Rande ihrer Träume – an der Grenze der eigenen Zukunft und mit unterschiedlichen Lebenszielen. Zwei junge Frauen, die einander ähneln, als seien sie Schwestern – zwei Frauen eines Landes – und doch unterscheidet sie an diesem Tag nicht nur ihre Herkunft und ihr Glaube. Dima trägt eine Tasche bei sich, in der eine Bombe darauf wartet, inmitten einer Menschenmenge gezündet zu werden. “Der Himmel über Jerusalem” ist kein Buch der idyllischen Hoffnung – es ist kein versöhnendes Buch, lindert keine Schmerzen und löst keine Konflikte. Der Roman orientiert sich an der wahren Geschichte von Ayat al Akhras und Rachel Levy, und genau dies macht die Geschichte so greifbar. Es erlaubt uns nicht, an den Beweggründen zu zweifeln, es erlaubt uns nicht zu vermuten, dass es sich so nie zugetragen haben kann. Das Buch erlaubt uns aber erstmals einen Blick ohne jegliche Stigmatisierung, ohne Schuldspruch, ohne Verurteilung. Dank Gabriella Ambrosio werfen wir einen Blick auf zwei Opfer ihrer Zeit. Wir erleben zwei Mädchen an der Schwelle des selbständigen Lebens und können nachvollziehen, welche Zwänge und Verletzungen ihrem Handeln zugrunde liegen. Die Jugend von heute führt die Kriege, die sie niemals verursacht hat. “Der Himmel über Jerusalem” ist ein großes Werk des Verstehens, da jegliche schwarz-weiß-Zeichnung unterbleibt. Ambrosios Roman wurde in Palästina und Israel verlegt und allein dies gibt doch ein wenig Grund für einen leichten Hoffnungsschimmer. Was wir lernen können? Ich denke, man muss sich bewusst machen, dass ein Stein, den wir heute werfen, in genau 60 Jahren zu einer Explosion führen kann. Wir tragen Verantwortung für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder. Wenn wir hier versagen, bleiben nur Opfer zurück… Vergebliche Opfer! Artikel mit Illustrationen -> Literatwo: http://literatwo.wordpress.com/2012/08/26/der-himmel-uber-jerusalem/

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