Gabriella Wollenhaupt Grappa sieht rosa

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Inhaltsangabe zu „Grappa sieht rosa“ von Gabriella Wollenhaupt

Bierstadt arbeitet an dem Image einer weltoffenen und toleranten Metropole. So kommt es nicht von ungefähr, dass der russische Agrarminister nach seinem Coming-out ausgerechnet das Herz Westfalens als Ziel seiner Flucht wählt. Hier will er nun seinem 20-jährigen Lebensgefährten das Ja-Wort geben. §Mitten in die Vorbereitungen des international beachteten Ereignisses platzt die Meldung über einen grausamen Mord: Felix Mohr, Reporter einer Boulevardzeitung, liegt tot in einer Absteige im Norden der Stadt auf seinem PC ein hämischer Artikel über die bevorstehende Hochzeit.§Polizeireporterin Maria Grappa stößt auf weitere Hinweise, dass lange nicht alle Bierstädter Bürger so tolerant sind, wie es die Stadtoberen der Welt versuchen weiszumachen: Eine Gruppe organisierter Schwulenhasser will die Eheschließung des Exministers um jeden Preis verhindern. Mithilfe von Mitgliedern des Sorgentelefons Klemmschwestern taucht Grappa in die Szene ein und erfährt Dinge, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Dabei kommt sie dem Mörder gefährlich nahe

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  • Grappa sieht rosa

    Grappa sieht rosa
    Klusi

    Klusi

    23. July 2014 um 20:02

    In Bierstadt steht ein großer Event bevor. Hier soll die Hochzeit des russischen Agrarministers mit seinem jungen Lebensgefährten stattfinden. Die internationale Presse nimmt regen Anteil am Geschehen. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse. Felix Mohr, ein Skandalreporter, wird auf brutale Weise umgebracht. Erstaunlicherweise stellt sich heraus, dass das Mordopfer, für seine homophoben Artikel berüchtigt, nicht nur Kontakte zur homosexuellen Szene hatte, sondern selbst schwul war, und ihm war anscheinend ein geplanter Anschlag auf die bevorstehende Hochzeit bekannt… Obwohl dies bereits der 24. Grappa-Krimi ist, war es für mich die erste Bekanntschaft mit der sympathischen Journalistin. Vermutlich hat sich im Lauf der vorhergehenden Bände einiges an Insider-Wissen angesammelt, das mir nicht bekannt ist, aber ich habe trotzdem sehr schnell und leicht einen Zugang zum Roman gefunden, denn Maria Grappas Vorgeschichte ist sicher interessant, ihre Kenntnis für die aktuelle Handlung jedoch nicht unbedingt erforderlich. Trotzdem wurde meine Neugierde geweckt, beispielsweise was Grappas Verbindung zu Kommissar Friedemann Kleist betrifft. Ich werde mir sicher nach und nach weitere Grappa-Folgen zu Gemüte führen, um meinen Wissensdurst diesbezüglich zu stillen. Bei der Handlung war für mich erstaunlich, es hier einmal mit einer Journalistin zu tun zu haben, die mit der Kripo quasi „Hand in Hand“ arbeitet. Meist ist das Verhältnis zwischen Presse und Polizei ja eher distanziert, und beide Seiten halten sich gerne bedeckt, was ihre Ermittlungen angeht. Dass der Roman in der Ich-Form geschrieben ist und Maria Grappa alles aus ihrer persönlichen Sicht schildert, sorgt für eine gewisse Nähe zum Geschehen. Zudem ist Grappa nicht nur eine findige, gewissenhafte Reporterin, sondern sie kombiniert dabei auch sehr clever und geschickt und kann mit den Ergebnissen ihrer Recherchen viel zur Klärung der Angelegenheit beitragen. Maria Grappa gewährt auch immer wieder Einblicke in ihr Privatleben, so dass ich ein sehr positives, sympathisches Bild der Protagonistin erhalten habe. Der Schreibstil ist flott, und viele der locker eingestreuten Bemerkungen zeugen von einem vielschichtigen und manchmal ein wenig bissigen Humor. Überdies hat die Autorin hier ein sehr brisantes Thema aufgegriffen und für die Handlung ihres Krimis genutzt, denn in vielen Ländern wird nach wie vor die Homo-Ehe heiß diskutiert oder gar abgelehnt. Manchmal fand ich die dargestellte Situation ein wenig übertrieben, denn mit der Zeit gewinnt man den Eindruck, dass ganz Bierstadt schwul ist bzw. Homosexuelle in der direkten Nachbarschaft oder Verwandtschaft hat. Dass man nicht alles zu ernst sehen sollte, davon zeugt der Aufbau des Romans, mit humorigen Personenbeschreibungen und spitzfindigen Überschriften der einzelnen Kapitel. Dieses Konzept habe ich bereits bei Gabriella Wollenhaupts historischem Krimi „Blutiger Sommer“ kennen und schätzen gelernt. Ich kann sagen, der Einstieg in Grappas Welt war überzeugend und unterhaltsam, und bestimmt wird es mit lese-technisch künftig öfter mal nach Bierstadt verschlagen, da bin ich mir ganz sicher!

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  • Kurzweilig und rasant

    Grappa sieht rosa
    marion_gallus

    marion_gallus

    02. June 2014 um 21:46

    Bierstadt steht im Zentrum der Aufmerksamkeit, als der russische Ex-Agrarminister seinen deutschen Lebensgefährten ehelichen will. Dieses Ereignis wirbelt nicht nur die örtliche Schwulenszene auf und natürlich soll Grappas “Blatt” darüber berichten. Doch damit nicht genug Aufregung in Bierstadt. Der umstrittene Journalist Felix Mohr wird brutal ermordet aufgefunden. Mohr war bekannt für seine bissigen schwulenfeindlichen Artikel und es finden sich in seiner Wohnung Hinweise, dass er von einem Anschlag auf die geplante Hochzeit wusste. Als Maria Grappa erfährt, dass Mohr selbst schwul war, ist sie natürlich überrascht. Grappa lässt sich in die Schwulenszene Bierstadts einschleusen und erfährt erstaunliches. Natürlich beginnt Grappa der Sache auf den Grund zu gehen und die Ermittlungen gehen Hand in Hand mit ihrem Lebensgefährten Kleist, der bekanntlich als Kommissar tätig ist … *** Dies ist der 24. Grappa-Roman, für mich selbst der zweite. Ich habe bislang nur “Grappa und die Toten vom See” gelesen, der mir sehr gut gefallen hat. Nun habe ich bereits bekannte Personen wiedergetroffen und auch dieser Roman hat mir wieder Spaß gemacht. Zunächst dachte ich, dass in dem Krimi alle Homosexuelle als brave, weichliche und weiblich angehauchte Tucken dargestellt werden, was mir überhaupt nicht gefiel. Denn ich kenne selbst schwule Männer, die männlicher sind als so mancher Hetero. Doch diese Darstellung hat sich nicht fortgeführt. Vielmehr war das Gegenteil der Fall. Und darum hat mich dann auch die Darstellung der schwulen Szene und der homosexuellen Personen eher überzeugt. Es wurden im Laufe der Handlung gute und kritische Hintergründe aufgezeigt und behandelt. Grappa selbst lebt weiter mit ihrem humorvollen, schlagfertigen und sehr angenehm, unkomplizierten Charakter. Sie zu begleiten macht wirklich Spaß. Die Dialoge sind oft witzig, jedoch auch mal gefühlvoll. Die Geschichte liest sich wieder sehr flott und rasant. .Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für diesen kurzweiligen und rasanten neuen Grappa-Fall. Leser, die einen Krimifall gerne mit flotten Dialogen und schlagfertigen Charakteren kombiniert sehen, kommen hier auf ihre Kosten. © Buchwelten 2014

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  • Wie immer topaktuell...

    Grappa sieht rosa
    silberfischchen68

    silberfischchen68

    27. May 2014 um 20:28

    Wie immer ist die Autorin mit ihrer Figur Grappa direkt am Puls der Zeit. Es geht in erster Linie um Putin und seine Ächtung der Homosexualität, außerdem zB noch um den neuen Papst und die Gerichtsverfahren um die NSU-Morde. Auch dieser Teil hat wieder großen Spaß gemacht, über das Kapitel mit Vollhorst habe ich Tränen gelacht - wann hat man in einem Krimi schon mal ein aggressives Schabrackentapir-Männchen? Einziger Wehmutstropfen und darauf basiert auch der Sternabzug: Die Motive des Mörders, seine verschiedenen "Auftritte", seine Handlungen, sein Wesen machten für mich in ihrer Zusammensetzung keinen Sinn, waren für mich schlicht nicht nachvollziehbar, weil alles irgendwie nicht zusammen passte.

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  • "Wir suchen einfach nur das Glück"

    Grappa sieht rosa
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    19. May 2014 um 23:41

    „Die Toleranz braucht das Recht, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ (Karl Popper) Bierstadt (alias Dortmund) will sich als weltoffen und tolerant präsentieren. Da kommt es gerade recht, dass ein ehemaliger russischer Minister, der nach seinem Coming-Out das Land verlassen musste, mit großem Tam Tam seinen Freund in Bierstadt heiraten will. Kurz vor dem geplanten Hochzeitstermin wird der homophobe Reporter Felix Mohr auf recht unappetitliche Art ermordet. Er hatte Hinweise, dass ein Anschlag auf die Hochzeitsfeier geplant ist. Vielleicht von dem neuen kirchlichen Verein, der sich ausgerechnet gegenüber einer Schwulenberatungsstelle eingerichtet hat und Schwule „heilen“ will? Grappas Recherchen bringen zutage, dass der alte Spruch, nach dem die schlimmsten Homophoben heimlich schwul sind, stimmt: Felix Mohr war schwul und stand nicht gerade auf Kuschelsex. Grappa taucht in die Schwulenszene ein, trifft auf Botticelli-Engel und Transvestiten, Sänger und Sportler – und lernt, dass alle Menschen, egal, welche sexuelle Orientierung sie haben, nach dem Gleichen streben: Eine erfüllende Beziehung mit einem Partner, dem sie vorbehaltlos vertrauen können, den sie lieben. „Wir suchen einfach nur das Glück.“ Kurz vor der Hochzeit eskaliert die Lage, und selbst Grappas Chef Berthold Schnack ist betroffen. So sehr, dass er zur Abwechslung mal einen richtig guten Kommentar schreibt. Überhaupt geschehen seltsame zwischenmenschliche Dinge in diesem Band, sogar zwischen Grappa und Margarete Wurbel-Simonis. Selbst der Schwulenhasser Simon Harras – ach nein, das verrate ich nicht. Gabriella Wollenhaupt greift in jedem ihrer Krimis ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf, und jedesmal merkt man, dass sie das jeweilige Thema gründlich recherchiert hat. Trotzdem werden hochaktuelle Entwicklungen einbezogen; angesichts der Produktionszeiten eines Buches finde ich das beachtlich. Die Grappa-Krimis entwickeln sich zu einer meiner Lieblingsserien, und auch diesen Band habe ich wieder in einem Rutsch gelesen. Spannend, humorvoll und von einer toleranten Grundeinstellung geprägt wird eine Geschichte erzählt, die so nah an der Realität ist, dass Grappas Artikel auch in der morgigen Tageszeitung erscheinen könnten. Beim Schreiben dieser Rezension höre ich übrigens die Alpensinfonie von Richard Strauss. Warum ich das erwähne? Ach, lest doch einfach das Buch.

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