Gail Honeyman Ich, Eleanor Oliphant

(149)

Lovelybooks Bewertung

  • 141 Bibliotheken
  • 7 Follower
  • 13 Leser
  • 93 Rezensionen
(74)
(41)
(23)
(6)
(5)

Inhaltsangabe zu „Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen. Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft. "Absolut mitreißend." Jojo Moyes

Ich hab es nach fünf Kapiteln angebrochen. Die Hauptfigur war mir einfach zu freakig.

— Linker_Mops

Eine wundervolle Geschichte über ein Kindheitstrauma und eine starke Frau! Ich liebe dieses Buch!

— VoiPerkele

Ein Highlight für mich. Wunderbar ehrliche Protagonisten in einer erschreckenden, aber auch berührenden Geschichte mit witzigen Momenten.

— Lisbeth76

Unerwartet erschreckend. Lässt mich nachdenklich zurück

— herzzwischenseiten

Wow, eine Geschichte für alle Emotionen: lachen, weinen, traurig sein und wütend sein. Mich hat das Buch sehr berührt, absolut lesenswert.

— monikaburmeister

Bittersüß und wunderschöne Geschichte über das Alleinsein in einer viel zu vollen Welt.

— I_like_stories

Ein sehr lustiger Roman über die Überlebende eines Kindheitstraumas.

— Lissaaa

War mir bei dem Kauf des Hörbuchs nicht sicher, ob das Buch was für mich ist. Fazit nach dem Hören: klare Lese/Hör- Empfehlung :)

— MissS

Ein tolles und sehr ergreifendes Debüt von Gail Honeyman, das einen packt und lange nicht mehr loslässt!

— FrauTinaMueller

So eine berührende, schöne Geschichte!

— hi-speedsoul

Stöbern in Romane

Die Schlange von Essex

Nicht die erwartete Geschichte, aber ein gutes Zeitbild

Buecherwurm1973

Die Insel der Freundschaft

Ein Roman der ruhigen japanischen Art mit viel Liebe zu Ziegen und dass man seinen Weg verfolgen soll auch mit Hindernissen.

simone_richter

Wo drei Flüsse sich kreuzen

ein spannendes und eindrückliches Buch, die historischen Hintergründe sind gut recherchiert!

Mira20

Die Lichter von Paris

Hat mich leider nicht überzeugt! Ich konnte mit Madeleine überhaupt nichts anfangen. Und die erste hälfte des Buches hat sich sehr gezogen.

Naden

Das Haus ohne Männer

Die Spannung hat gefehlt

MelissaMalfoy

Und jetzt auch noch Liebe

Wenn auch chaotisch - witzige Szenen und Happy End :-)

I-heart-books

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Über eine starke Frau und ihre Heilung

    Ich, Eleanor Oliphant

    VoiPerkele

    04. October 2017 um 20:48

    "Ich Eleanor Oliphant" war ein Spontankauf.Alleine das Cover finde ich sehr ansprechend. Es macht neugierig auf die Geschichte. Wer ist diese Eleanor Oliphant?Inhalt:Bekommen habe ich eine wunderschöne Geschichte über die starke Eleanor, die so viel Leid ertragen musste. Ganz zurückgezogen wohnt sie in ihrem Appartement in Glasgow. Ihr Leben ist von strikter Routine geprägt. Aufstehen, arbeiten, essen, schlafen. Am Wochenende: Radio hören, lesen, sich alleine betrinken.Doch dann ist da noch dieser Musiker und Miss Eleanor Oliphant erkennt, dass das Leben so viel mehr zu bieten hat.Kurz: Es geht um Freundschaft, Liebe, Mut aber auch darum für sich selbst zu kämpfen.Charaktere:Die Charaktere sind so liebevoll und detailreich gestaltet. Man verliebt sich auf der Stelle in sie und besonders in die Protagonistin. Es ist faszinierend, wie sich Eleanor die Welt erklärt. Wie sie nach und nach erkennt, worauf es im Leben wirklich ankommt.Fazit:Ich habe jede Seite genossen und das Buch schnell ausgelesen. Gail Honeyman schreibt so spannend und erfrischend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Ein richtiger Pageturner, der zunehmend an Drama und Spannung gewinnt, bis man das Gefühl hat, komplett in der Geschichte zu leben.Definitiv eins der schönsten, belebensten und tiefgründigsten Bücher, die ich je gelesen habe.

    Mehr
  • Ich hatte etwas anderes erwartet

    Ich, Eleanor Oliphant

    herzzwischenseiten

    24. September 2017 um 10:14

    "Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand."..Ein Buch über eine einsame Frau und ihren Ausbruch aus einer sehr dunklen Welt.Ein sehr bewegendes Buch.Eleanor Oliphant ist ziemlich skurril aber ich mochte sie sehr...Für mich hat dieses Buch eine ganz besondere Botschaft.Wenn wir uns Menschen zuwenden, die wir sonst vielleicht übersehen, vielleicht sogar, weil sie übersehen werden wollen, möglicherweise können wir der Mensch sein, der genau zur rechten Zeit kommt, bevor die Einsamkeit zu viel wird.Dennoch hatte ich etwas anderes erwartet und der Anfang war relativ zäh.

    Mehr
  • Bittersüße Geschichte über die Einsamkeit

    Ich, Eleanor Oliphant

    I_like_stories

    21. September 2017 um 17:25

    Ich, Eleanor Oliphant ist eine wunderschöne und zum Teil tief traurige Geschichte, über eine junge Frau und ihren Weg aus der Einsamkeit.Ich habe das Buch verschlungen. Alles daran, angefangen von Eleanor (allein ihr Name! 😍) über ihre Art zu erzählen, die Nebenfiguren und der Schreibstil hat mich sofort in den Bann dieses einmaligen Werkes geschlagen. Es ist eine ruhig erzählte Charakterstudie. Ein ganz besonderes Stück Literatur, dass ich nur jedem ans Herz legen kann, der sich auch nur Ansatzweise mit den Thema Einsamkeit beschäftigen möchte und kein Problem mit einer verschrobenen und eigenbrödlerischen Protagonistin hat.Das Buch hat mich tief berührt, zum Teil bitter und traurig zurückgelassen. Dafür aber auch oft fröhlich. Nie ausartend. Mehr mit einer Ahnung von Hoffnung und dem Wissen, dass nicht alles verloren ist.Lest es!

    Mehr
  • Die eine ohne Liebe...

    Ich, Eleanor Oliphant

    Lissaaa

    21. September 2017 um 17:16

    Darum gehts: Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand. Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen. Meine Meinung: Eleanor Oliphant ist einer der interessantesten Charaktere, die ich in einer Weile gelesen habe. Sie ist stumpf, sehr stumpf und dazu fehlt ihr auch noch die soziale Kompetenz. Sie mag ihre Routine: Jeden Freitag, kauft sie Pizza und Wodka und jeden Mittwoch spricht sie mit ihrer Mutter, was  jedoch nicht wirklich gut für Eleanor ist, denn ihre Mutter ist gemein und wütend und gibt ihr Gefühl weniger wert zu sein. Bald aber beginnen sich die Dinge in ihrem Leben zu ändern und sie beginnt eine wundervolle Welt zu entdecken. Denn: Sie trifft auf den IT-Typen Raymond und beginnt sich zu öffnen. Am Anfang dachte ich, dass mir egal ist, was mit ihr passiert, aber im Laufe der Zeit habe mich in sie verliebt – und das trotz der Tatsache, dass sie nicht mehr alle Tasse im Schrank hat. Ihre unglaublich traurige Geschichte hat mich sehr berührt und ich habe mich so sehr gefreut, dass ich mit ihr die Welt neu entdecken durfte. Alles in einem ist der Roman erstaunlich, aufschlussreich und herzzerreißend. Gail Honeymans schöne Geschichte über die Einsamkeit, die die moderne Gesellschaft umhüllt hat, und über die absolute unausgesprochene Verpflichtung, auf das zu hören, was nicht gesagt wird, und nach dem zu suchen, was von einem Mantel namens Stigma bedeckt ist wird euch fesseln. Eine schöne Geschichte des sozialen Erwachens, die uns vor allem die Kraft der Liebe und die Verbindung zu anderen in einer manchmal einsamen und verwirrenden Welt vor Augen führt.

    Mehr
  • Überraschend anders

    Ich, Eleanor Oliphant

    traumbuchfaenger

    28. August 2017 um 20:40

    Eleanor Oliphant ist anders. Doch es stört sie nicht. Sie hat nichts dagegen, ihre Wochenenden einsam mit einer Flasche Wodka Zuhause zu verbringen oder jeden Abend ihre Pasta zu essen. Bis auf die wöchentlichen Telefonate mit ihrer "Mummy" macht ihr auch der fehlende soziale Kontakt zu ihren Mitmenschen nichts aus. Bis sie sich in den Musiker verliebt. Denn die frische Liebe erweckt in ihr den Wunsch auszubrechen aus dieser Einsamkeit, sich mitten in die Welt zu stürzen. Und dabei findet sie nicht nur Freundschaft, sondern auch den Weg zu sich selbst.Ich, Eleanor Oliphant handelt von der Einsamkeit und den Weg zurück ins Leben. Ein wichtiges Thema wie ich finde, denn jeder von uns hat sich bestimmt schon einmal einsam und allein gefühlt.Für Eleanor Oliphant gibt es lange Zeit nichts anderes als Einsamkeit. Trotzdem scheint sie zufrieden zu sein mit ihrem minimalistischen Leben. Nach und nach zeigt sich allerdings immer mehr, wie einsam sie sich eigentlich fühlt und wie sehr ihr der fehlende soziale Kontakt zu schaffen macht. Eleanor ist speziell - anders kann man es nicht beschreiben. Ich fand ihre verschrobene und oftmals sehr direkte Art allerdings sehr unterhaltsam und erfrischend. Durch ihren fehlenden Kontakt zu ihren Mitmenschen und der immer gleichen Routine in ihrem Alltag, kennt sie sich nicht aus mit sozialen Gepflogenheiten oder Regeln. Nachdem sie sich entschließt, etwas zu verändern und ihre Routine zu durchbrechen, erlebt sie ständig etwas Neues und lernt dazu. Dabei kommt es immer wieder zu lustigen Situationen, in denen Eleanor es irgendwie schafft, dass ihre Mitmenschen verrückt und seltsam erscheinen, während sie ihr Verhalten für völlig normal hält. Eleanor hat mir nochmal eine komplett neue Sichtweise auf die Dinge geben. Was heißt eigentlichen normal? Will ich überhaupt normal sein und mit dem Strom schwimmen oder hat es auch mal etwas Gutes aus der Menge zu stechen?Neben den guten Tagen, in denen Eleanor sich immer weiter aus ihrem Schneckenhaus vorwagt, hat sie jedoch auch Rückfälle - Tage in denen sie wieder in ihrer Einsamkeit versinkt.Denn trotz dieser lustigen Seite ist tief in ihr drin eine Traurigkeit, die sie mit niemanden teilen kann. Im Verlauf der Geschichte merkt man, dass wohl in der Vergangenheit irgendetwas passiert sein muss, dass Eleanors Leben geprägt hat. Was genau, erfährt man nach und nach. Immer wieder wirft die Autorin dem Leser kleine Puzzlesteile zu, die am Ende ein ganzes Bild ergeben.Trotz kleinerer Längen bietet die Handlung viel mehr, als der Klappentext zuerst vermuten lässt.  Die Geschichte ist zwar nicht besonders spannend, dafür allerdings sowohl unterhaltsam und lustig als auch berührend und emotional. Trotzdem musste ich mich anfangs ein bisschen durch die Seiten kämpfen, da sich der erste Teil doch etwas gezogen hat und ich meine Zeit brauchte, um mit Eleanor und ihrer speziellen Art warm zu werden. Nicht alles, was sie gemacht hat, konnte ich auch befürworten, trotzdem habe ich schlussendlich verstanden, warum sie ist, wie sie ist und konnte sie doch noch recht schnell ins Herz schließen. Ich denke, dass es einfach wichtig ist, komplett ohne Erwartungen an diese Geschichte heranzugehen und sich vollständig auf die einzulassen, andernfalls macht man sich vorher vielleicht schon ganz andere Vorstellung und wird die Geschichte nicht so zu schätzen wissen, wie sie es verdient hat.

    Mehr
  • Ich, Eleanor Oliphant

    Ich, Eleanor Oliphant

    FrauTinaMueller

    14. August 2017 um 17:02

    “Ich, Eleanor Oliphant” heißt das sehr empfehlenswerte Debüt von Gail Honeyman, dass ich sehr gerne gelesen habe, auch wenn es eine Achterbahn an Gefühlen in mir ausgelöst hat. Eleanor Oliphant ist eine sehr eindrucksvolle Protagonistin, die sehr speziell ist. Sei es im Umgang mit Menschen oder mit sich selbst oder auch mit bestimmten Situationen. Mir ist sie schnell ans Herz gewachsen. Sie ist eine alleinstehende, 30jährige Frau mit einer sehr toughen Geschichte im Hintergrund. Sie arbeitet als Buchhalterin in einem Büro und ihre Gewohnheiten, die ihr Sicherheit geben, haben sie fest im Griff. Doch dann kommt durch einen Kollegen namens Raymond Bewegung in ihr Leben und ihre Verwandlung nimmt seinen Lauf. Erzählt werden Eleanores Erlebnisse in der Ich-Perspektive, wie es auch vom Buchtitel versprochen wird ;-). Elementare Themen der Geschichte sind Familie und Freundschaft, die sehr originell und nie mainstream-mäßig erzählt wird. Das Buch liest sich sehr kurzweilig und spannend und es gibt auch einige überraschende Wendungen. Es ist witzig und orginell und lebt vom Verhalten von Eleanore, die sich in jeder Situation einfach gnadenlos gut ausdrücken kann 😉 …  Es ist jedoch auch heftig zu lesen, was Einsamkeit aus Menschen machen kann. “Wenn ich gefragt werde – von Taxifahrern, beim Friseur -, was ich so mache, antworte ich immer, dass ich im Büro arbeite. In bald acht Jahren ist noch niemand auf die Idee gekommen, sich danach zu erkundigen, welche Art von Büro oder was genau ich dort mache.” (Seite 9) Gail Honeyman hat auch wundervolle Nebencharaktere erschaffen, die mir auch sehr schnell ans Herz gewachsen sind – allen voran natürlich Raymond. Das Buch transportiert auch eine wichtige Botschaft: Jeder auch noch so merkwürdige Mensch verdient es, nicht nach seinem Verhalten bewertet zu werden, es sind seine Taten die zählen … Und jeder ist geprägt vom Leben in seiner Familie und jeder hat seinen Rucksack mit Aufgaben stets bei sich. Dies gilt es zu respektieren. Ich wünsche mir mehr liebevolle, wertschätzende Zuwendung der Menschen im täglichen Miteinander, mehr Fokus auf die Stärken und Taten der Menschen, als ihren Schwächen. Jeder ist gut, so wie er ist und jeder hat es in der Hand unsere wundervolle Erde zu einem liebenswerten Ort zu machen, in dem wir uns gegenseitig unterstützen und nicht gegenseitig niedermachen! Fazit: Ein tolles und sehr ergreifendes Debüt von Gail Honeyman, das einen packt und lange nicht mehr loslässt. Es ist ein intensives Buch und ich freue mich schon auf weitere Werke von dieser sehr begabten Autorin. Unbedingt lesen und sich der emotionalen Achterbahnfahrt hingeben. Absolute Top-Empfehlung!

    Mehr
  • Wortgewaltig & tragisch-komisch

    Ich, Eleanor Oliphant

    Birgit_Jaeckel

    27. July 2017 um 17:22

    Eleanor Oliphant erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form und in ihrer eigenen bemerkenswerten Stimme. Gail Honeyman braucht nur wenige Seiten, um ihre Hauptfigur und Erzählerin zu etablieren und uns, den Leser, in die einsame Tragik dieser von ihren Gefühlen und Sehnsüchten abgeschnittenen Protagonistin hineinzuziehen.   Ich, Eleanor Oliphant führt seine Figur liebevoll nach Jahren in Dunkelheit und den Mauern eines Gefängnisses, dessen Wände aus Schuld, Trauer, Trauma und Selbstschutz bestehen, zu einer lebensbejahenden Haltung. Der Konflikt entsteht aus den Gewohnheiten und Einstellungen der Hauptfigur, die – allem Selbstschutz als Zweck zum Trotz – selbstzerstörerisch sind. Eleanor hat keine Feinde im Außen, sondern das Monster, gegen das sie kämpfen muss, verbirgt sich in ihr selbst.   Jahrzehntelang hat Eleanor sich weggeduckt, sich von der Welt und ihren Gefühlen abgeschnitten. Sie hat die Einsamkeit umarmt. Bis zwei Ereignisse sie aufrütteln, und damit setzt der Roman ein: 1. Eleanor verknallt sich in den Sänger einer Band. Spätestens hier wissen wir: Eleanor Oliphant ist auf einer Suche. Schön klassisch gibt ihr Gail Honeyman dabei eine falsche Suche, einen falschen Wunsch, während wir als Leser die ganze Zeit wissen, dass es mit Johnnie dem Sänger nur schlimm enden kann.   2. Eleanor trifft Raymond. Diese Begegnung – der eigentliche anfängliche Wendepunkt – setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, die Eleanor zeigen, was Leben sein könnte und welche Möglichkeiten in ihr schlummern. Eleanor Oliphant ist eine Überlebende. Aber keine Lebende. Und so bekommt sie für ihre Heldenreise einen Mentor und Freund an die Seite gestellt: Raymond.   Eleanor muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Welches Trauma hat sie durchlebt? Hier bewegen wir uns in einer emotionalen Detektiv-Story, die dem Leser keine Knalleffekte bietet, sondern einen ruhigen Strom aus Hinweisen, der ganz dem Charakter dieser unaufgeregten, logischen Hauptfigur entspricht.   Einsamkeit ist das zentrale Motiv dieses Romans. Mit dieser Kernidee hat sich Gail Honeyman ein Thema vorgenommen, das wenige Menschen kalt lässt. Es schreit nach Empathie, es berührt unsere Urängste. Aber Ich, Eleanor Oliphant ist ein lebensbejahender, Hoffnung gebender Roman. Platt gesagt (Eleanor Oliphant würde anders als ich hier ein viel besseres Wort finden): Es ist ein schöne Geschichte.   Sprachlich ist der Stil dieser Ich-Erzählerin einzigartig. Eleanor liebt Kreuzworträtsel und sie redet wie eines. Sie benutzt Worte und eine Grammatik, wie wir sie von einer siebzigjährigen Professorin erwarten würden, und zeigt allein durch ihre Ausdrucksweise, wie absurd anders sie ist, wie distanziert und weltfremd.  Doch die Sprache enthüllt ebenfalls, welch Humor, Intelligenz und Ironie in Eleanor schlummern. Die Art, wie sie die Welt kommentiert, lässt uns lachen, selbst wenn die dahinter steckende Einsamkeit unsäglich traurig ist.   Ich habe den Roman auf Englisch gelesen und hoffe, dass die deutsche Übersetzung die Sprache Eleanors, mit der sie uns ihre Geschichte erzählt, einfängt in all ihrem Witz, ihrer Wortgewandtheit, Distanz, Sehnsucht und Tragik. Denn ist die Sprache, die diesen Roman zu einem Meisterwerk macht.   Eleanor Oliphant ist kein Roman der bombastischen Wendepunkte und knalligen Konflikte. Am deutlichsten wird das gegen Ende, ab dem Wechsel vom zweiten zum dritten Akt. Der große Knall bleibt aus – entgegen dem, was man als Leser vielleicht an Schlimmem bzw. an sensationellen Peinlichkeiten erwartet. Eleanor hat „bloß“ eine Erkenntnis, woraufhin sie handelt, wie wir es die ganze Zeit befürchtet haben. Der Tiefpunkt ist erreicht – und wird auf wenig überraschende Art überwunden.   Der letzte Akt setzt sich erstmals ohne großen End-Konflikt oder Überraschung fort. Wenn sich Eleanor endlich ihrer Vergangenheit stellt, strömen die Erkenntnisse sanft und schrittweise. Erst auf den letzten Seiten überrascht Honeyman uns dann doch noch einmal, wenn wir es nicht schon geahnt haben. Unaufgeregt, konsequent enthüllt das Monster sein wahres Versteck. Aber da ist es schon besiegt.   Absolute Leseempfehlung für Happy-End freudige Leser, die berührt werden wollen und dafür gerne auf knallige Konflikte und Wendepunkte verzichten.   Ein wenig ausführlicher gehe ich auf manche Story-Prinzipien in dem Roman noch in meinem Blog ein, auf: https://birgitjaeckel.com/eleanor-oliphant/

    Mehr
  • Interessante Sichtweise sehr anstrengend aufbereitet

    Ich, Eleanor Oliphant

    Freakajules

    19. July 2017 um 14:08

    "Ich, Eleanor Oliphant" von Gail Honeyman ist ein Buch, mit dem ich ein bisschen zu kämpfen hatte. Die Geschichte an sich empfand ich als interessant aufgebaut, allerdings habe ich lange Zeit gebraucht, um mich darin wirklich wohlzufühlen und auch anzukommen. Denn Eleanor ist nicht nur ein sehr schwieriger Charakter, sondern ihre Erzählweise ist auch sehr anstrengend.Insgesamt ist das Buch vielmehr konzentriert auf die Hauptprotagonistin, statt eine richtige Geschichte zu erzählen. Einen ausgearbeiteten Haupt-Handlungsstrang gibt es meiner Meinung nach nicht wirklich, eher einen kleinen roten Faden – nämlich, dass sich Eleanor in einen Mann verliebt. Das Buch erzählt aber eigentlich viel mehr Eleanors Alltag, ihr Leben, ihren Umgang mit Menschen, mit sich selbst und mit ihrer Arbeit. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich vermutlich nicht mal unbedingt zu diesem Buch gegriffen, denn nennenswerte Spannungsbögen gibt es nicht oder nur sehr selten. Erst bei den letzten 50 bis 100 Seiten hat sich bei mir der Page-Turner-Effekt aufgetan, was unter anderem an Eleanors Gesundheitszustand, ihrer Vergangenheit und ihrer guten Freundschaft zu Ray lag – was für mich aber bei einem 528 Seiten starken Buch leider ein bisschen zu spät kam.Trotzdem kann ich nicht sagen, dass ich mich durch das Buch gequält habe. Es gibt schon interessante Passagen, vor allem, als Eleanor trotz ihrer strikten Regeln und ihrer doch eher schwierigen Art, beginnt eine Freundschaft zu einem Mann (Ray) aufzubauen und sich gleichzeitig in einen anderen Mann verliebt. Oder als sie in ihrem Selbstmitleid versinkt und krank wird. Jedoch hat für mich das Interesse an dem Buch stark geschwankt und war sehr abhängig von Eleanors Verfassung. Sie ist ein sehr wankelmütiger Charakter, unberechenbar in ihrem Verhalten und das ist mitunter für den Leser doch recht anstrengend – das bezieht sich nicht nur darauf, dem Buch und der Geschichte zu folgen, sondern auch Eleanor als Mensch zu verstehen.Das beginnt schon damit, dass ich durchgehend das Gefühl hatte, die Geschichte einer sehr alten Frau zu lesen und ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen musste, dass Eleanor erst 30 Jahre alt. Ihr Verhalten steht aber in absolutem Kontrast dazu: Sie geht nie aus dem Haus, will mit niemandem etwas zu tun haben, weil sie nichts von Konversation hält (schon gar nicht von Tratsch oder alltäglichem Small-Talk), sie liebt abendliche Hörfunk-Beiträge, arbeitet schon seit Jahren als Buchhalterin im gleichen Unternehmen und hat wohl noch nie in ihrem Leben bei einem Lieferservice bestellt. Ihre Gedanken und ihre Weltanschauung sind teilweise sehr altbacken oder "verrückt", was mir mehr als ein Mal ein Stirnrunzeln eingebracht hat und was es mir schwer gemacht hat, mich auch nur ansatzweise mit ihr zu identifizieren – ganz abgesehen davon, dass sie sich als Person sowieso sehr seltsam benimmt. Ich habe immer wieder versucht zu verstehen, was in ihr vorgeht und ob sie krank ist. Ob sie einfach nur enorme soziale Defizite hat, eine psychische Krankheit, Phobien, Neurosen etc. Es ist wirklich sehr schwer, nachzuvollziehen, warum sie sich so verhält und was eigentlich in ihrem Kopf vorgeht. Und wieso sie so denkt. Andererseits fand ich es aber auch sehr interessant (als ich mich damit abgefunden hatte, sie verstehen zu wollen), ihren Gedankengängen zu folgen, ihre eigene Argumentation zu verstehen und zuzusehen, wie sie sich Schritt für Schritt irgendwie selbst boykottiert und vor anderen ins Abseits stellt. Wie sie von einer Beziehung spricht, obwohl sie noch nie ein Wort mit ihrem Schwarm gewechselt hat, dass sie jede Woche ihre Mutter anruft, obwohl diese ihre Kindheit und Jugend zur Hölle gemacht hat, wie sie an ihrer genauen Terminplanung festhält und jede noch so kleine Abweichung sie direkt nervös macht. Eleanor kann sehr liebenswürdig, aber im nächsten Moment auch sehr garstig sein, sie denkt über Dinge nach, die normalerweise keine Rolle spielen, sie ist meist überintelligent und hat oft schon leicht autistische Züge.Toll an diesem Buch fand ich Ray, der sich im Laufe der Geschehnisse zu so etwas wie ein Freund von Eleanor "hocharbeitet". Ich war immer wieder fasziniert davon, wie es ihm langsam gelingt, ihr Vertrauen zu erobern, mit ihrem komischen Verhalten umzugehen und dieses manchmal einfach nur zu belächelt, anstatt es zu analysieren oder sie damit zu konfrontieren. Er hat mir als Gegenpol sehr gut gefallen und ergänzt Eleanor nicht nur, sondern hat auch einen sehr guten Einfluss auf sie. Er nimmt sie zu Partys mit, lockt sie in der Mittagspause zum Essen nach draußen, verwickelt sie in Gespräche und steht ihr bei ihrem Zusammenbruch auch loyal zur Seite.Im Gesamtpaket haben mir die Geschichte und die Charaktere – trotz aller Anstrengung – zwar recht gut gefallen, hat aber für mich persönlich auch nicht dazu beigetragen, nur so durch die Seiten zu fliegen und/oder einen Sogeffekt wahrzunehmen. Teilweise lag das aber auch am Schreibstil. Denn dieser ist genau an Eleanors Verhalten und ihrem Charakter angepasst, schließlich wird der Plot aus ihrer Sicht erzählt, dazu noch in der Ich-Perspektive. Nach meiner oben ausgeführten Charakterbeschreibung ist sicher klar, dass die Schreibweise manchmal sehr verwirrend und mühsam ist, jedoch hat es mich doch meist ansprechen können. Die Autorin kann auf jeden Fall schreiben und auf ihr nächstes Buch bin ich daher sehr gespannt.Fazit"Ich, Eleanor Oliphant" bietet eigentlich eine sehr interessante Geschichte über das Leben und die Sicht eines Menschen, der "nicht der typischen Norm entspricht" (ja, ich weiß, wie sich das anhört). Das Buch hatte definitiv etwas, was mich in seinen Bann gezogen hat, konnte mich als Leser aber nur stellenweise bei der Stange halten. Ein nächstes Buch der Autorin würde ich mir auf jeden Fall anschauen, wahrscheinlich sogar kaufen, denn im Grunde hat mir ihre Plotidee, die Figurenzeichnung und die Umsetzung doch ganz gut, wenn auch nicht vollkommen, gefallen.

    Mehr
  • Außergewöhnlich und wunderbar anders

    Ich, Eleanor Oliphant

    michitheblubb

    19. July 2017 um 09:58

    Die Geschichte wird aus Sicht von Eleanor erzählt. Da sie aber nicht viel Kontakt mit anderen Menschen hat, gleicht die Erzählung oftmals einer Art Monolog, der durch die teils hochgegriffenen Begriffe etwas anstrengend ist zu lesen. Gleichzeitig hat mich der Stil aber absolut begeistert – Eleanor bringt es in ihrer eigenen unbedarften Art erschreckend und teils sarkastisch auf den Punkt und spiegelt dadurch ihren Charakter perfekt wider. Durch diese Art der Erzählung ist der Eindruck beim Lesen sehr intensiv, wodurch ich für meine Verhältnisse außergewöhnlich oft eine Pause beim Lesen einlegen musst – ansonsten wirkt die Geschichte glaube ich aber auch nicht.Die Dynamik im Buch ist eher ruhig, birgt aber dennoch eine gewisse Spannung mit sich, da man schnell merkt, dass es ein großes Geheimnis in Eleanors Vergangenheit gab, was man Stück für Stück ergründet. Eleanors Entwicklung fand ich sehr interessant zu verfolgen. Ich fand sie generell als Charakter einfach toll, weil sie anders ist als die typischen 0815 Frauen in Romanen – zwischendurch hätte ich sie wirklich gerne einfach umarmt. Sie hat mich auch über das Lesen hinaus im meinem Alltag beeinflusst – das hatte ich schon wirklich lange nicht mehr. Ich hab sogar beim Tee machen an die gute gedacht und hab meinen Wortschatz definitiv um einige Worte erweitert.Im Buch geht es um die Liebe – aber entgegen meiner Erwartung ist damit nicht die romantische Liebe gemeint. Es geht viel mehr um familiäre und freundschaftliche Liebe und um die Liebe zum Leben, was wirklich sehr erfrischend in der Handlung war. Der Moment in dem man erfährt, was Eleanor passiert ist, haut einen dann noch einmal von den Socken, obwohl man sich einen Teil schon denken konnte. Einfach ein ganz besonderes, eigenes Buch!Ich, Eleanor Oliphant erzählt eine ganz besondere Geschichte über eine starke Frau, die lernt, was es heißt zu leben und zu lieben. Dieses Buch hat mich nachhaltig absolut beeindruckt und in meinem Kopf festgesetzt. Auch wenn es sehr intensiv ist und man zwischendurch immer mal wieder eine kleine Lesepause einlegen muss, fand ich es einfach ein tolle und ganz andere Geschichte, die man unbedingt lesen sollte!

    Mehr
  • Anders und ein wenig verrückt.

    Ich, Eleanor Oliphant

    Vannii

    17. July 2017 um 16:43

    Klappentext: Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen. Meinung:Oh man! Wenn ihr wüsstet, wie sehr ich mit dem Buch zu kämpfen hatte! Eigentlich kommen mir Bücher wie dieses gar nicht erst in's Haus, geschweige denn in mein Bücherregal, weil diese Art von Buch einfach nicht meinem Geschmack bzw. bevorzugtem Genre entspricht. Kurz gesagt, ist das Buch eher etwas, was ich meine Mutter schenken, aber nicht selber lesen würde. Wie es der Zufall aber nun einmal so wollte, hat es dieses Büchlein dann doch noch in mein Regal geschafft, weil es überraschenderweise vom Verlag bei mir ankam. Einerseits habe ich mich gefreut, weil das Buch ein echter Hingucker ist, aber andererseits standen mir die Haare zu Berge, weil ich das Buch absolut nicht lesen wollte. Vor allem nicht, wenn es auch noch über 500 Seiten hat. Nachdem ich es eine große Zeitspanne gekonnt vor mir hergeschoben habe, war der Tag gekommen und ich begann zu lesen. Tja. Und wie es der Zufall so wollte, fühlte ich mich schon nach den ersten paar Seiten in meiner eher bescheidenen Meinung bestätigt - das Buch gefiel mir nicht. Das Hauptproblem war hierbei tatsächlich die Protagonistin, um die sich ja im Endeffekt auch die ganze Geschichte dreht. Ich hatte das Gefühl, als ob ich aus der Sicht von einer 70 - jährigen Oma lese. Ihre Verhaltensweise und Aussagen wirkten auf mich so altbacken, dass ich auf einmal nur noch so eine stumpfe und eigensinnige Oma vor meinen inneren Auge hatte. Und das, obwohl sich noch auf der ersten Seite herausstellte, dass Eleanor erst kurz vor dem 30. Lebensjahr stand. Je mehr Seiten ich lass, desto mehr beschlich mich das Gefühl, dass die 70-jährige Oma durch ein Kleinkind ausgetauscht wurde. Eleanor kam in ihren Entscheidungen und ihrer Weltanschauung plötzlich seeehr kindlich daher und ich fragte mich, wie man dieser Frau ein alter von fast 30 Jahren zuschreiben konnte. Das wurde vor allem deutlich, als Eleanor beschloss, dass es nun Zeit wäre, sich das erste mal in ihrem Leben eine Pizza nach Hause zu bestellen. Zumindest wirkte es so, als ob sie das noch nie zuvor getan hatte. Sie grübelte darüber nach, ob sie den Pizzaboten einen Tee kochen sollte und wie man ihm wohl das Geld am besten überreichte. Im Endeffekt steckte sie das sorgfältig abgezählte Geld in einem Briefumschlag... Naja gut. Ich könnte noch einige andere Beispiele aufzählen, aber zur Veranschaulichung sollte dies genügen.Mit der Zeit konnte ich mich langsam in die Geschichte hineinfinden und versuchte Eleanors spezielles Wesen und ihre eher fragwürdigen Macken zu akzeptieren. Schließlich lag auf Eleanor das Augenmerk der Geschichte und sie sollte eben auch einen eher speziellen Charakter repräsentieren. Neben Eleanor gab es nicht sehr viele Nebencharaktere, was wohl daran lag, dass Eleanor ziemlich isoliert lebt und keine Freundschaften pflegt. Sie ließt lieber Bücher oder schaut Dokumentationen, um sich fortzubilden und immer wieder neue Dinge dazuzulernen. Vom Wesen her ist sie also sehr wissbegierig, kam aber aus diesen Grund auch manchmal ein wenig überheblich rüber. Trotzdem gab es neben Eleanor noch Raymond, über den ich aber nicht zu viel verraten möchte, und Eleanors Mutter. Hört sich auf dem ersten Blick nicht viel an... und trotzdem konnte die Autorin über 500 Seiten zu diesen Menschen schreiben. Wer jetzt vielleicht hofft, dass es wenigstens einen krassen Spannungsbogen gibt... den muss ich leider auch enttäuschen. Vom Prinzip her verläuft die Geschichte sehr ruhig und gelassen und lebt von Eleanors inneren Monologen, die manchmal sogar ganz lustig sein konnten. Auch wenn es Hier und Da mal ein paar Hoch- und Tiefpunkte gab, hatte man trotzdem nicht das Gefühl, dass sie wie eine Bombe einschlugen. In der Geschichte geht es viel mehr um Eleanors Entwicklung und wie sie sich im Verlauf der Story zu einer anderen Person verändert. Hierbei lässt sich wohl ein Ausschnitt aus dem Klappentext ganz passend zitieren: "Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand." Ich denke, dass dies die Story in ihrem Grundbaustein ganz gut zusammenfasst. Von dem im Klappentext erwähnten Liebesaspekt sollte man vielleicht nicht ganz zu viel erwarten, weil dieser dann doch eher im kleinen Rahmen abläuft und sich irgendwie auch während des Lesens verläuft. Eigentlich geht es in dem Buch viel mehr um Freundschaft und wie diese eigentlich funktioniert. Vielleicht haben es sich einige von euch schon denken können... Tatsächlich bin ich irgendwann mit der Geschichte richtig warm geworden und habe gern auf die nächste Seite geblättert. Ich wollte wissen, wie es mit Eleanor weitergeht und welche Veränderung sie noch durchleben wird/muss. In meinen Augen, sollte man ganz neutral an die Geschichte herangehen und sich einfach darauf einlassen. Auch wenn es mir am Anfang echt schwer gefallen ist, habe ich in das Buch gefunden und bin im Endeffekt doch noch auf meine Kosten gekommen. Fazit:Was die Story angeht, ist meine Meinung recht zwiegespalten, weshalb mir eine abschließende Bewertung entsprechend schwer fällt. Man sollte sich tatsächlich komplett auf die Story einlassen und am besten mit überhaupt keinen Erwartungen an das Buch herangehen und sich einfach überraschen lassen. Die einen werden die Geschichte mögen und den anderen wird sie vielleicht überhaupt nicht zusagen... Meine größten Schwierigkeiten hatte ich zu Beginn des Buches, wobei es nach und nach besser wurde und ich die Geschichte, so wie sie ist, akzeptiert habe. Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Ein Buch sowohl mit Leichtigkeit als auch Tiefgang! Ein Volltreffer!

    Ich, Eleanor Oliphant

    Callso

    15. July 2017 um 10:26

    Manche Bücher sind einfach putzig. Und toll! Und bereichernd! So ungemein wertvoll, so unterhaltsam und lesenswert - und eben auch berührend."Ich,  Eleanor Oliphant", ist eben ein solch starkes Werk. Ein Roman, der Spaß macht, der Tiefgang hat, der ein Message hat und eben auch wunderbar unterhaltsam ist. Und so schön putzig...Die Schreib- und Betrachtungsweise der "neuen" Autorin Gail Honeymann gebührt dabei das größte Lob. Diese so einfache, lakonische Schreibweise, diese andere Blickwinkel, den die Autorin unterstreicht, der macht dieses Buch so einzigartig.Eleanor ist ein ganz große Persönlichkeit, auch wenn sie sich selbst klein, uncharmant und eintönig bezeichnen würde. Und sie ist fürwahr speziell. Schrulliig und höflich, etwas menschenscheu und eingefahren. Sie spricht am liebsten mit ihrer Zimmerpflanze, hat keinerlei Freunde und bekommt maximal Besuch vom jährlichen Stromabzähler.Doch das Leben von Eleanor soll sich ändern. Mit 30 Jahren lernt sie Freunde, Lob im Job, Schminke und Rockmusik kennen, sogar ein Smartphone findet den Weg zu ihr. Fortan entwickeln sich für neue Lebensabschnitte für Eleanor, die indes immer noch schlimmste Kindheitserinnerungen verarbeiten muß.Es geschieht der Wandel, der zwar süß und emotional ist, aber eben nie schmalzig. Kein typisches Frauenbuch, sondern ein Werk, das Gefühle fabriziert und zulässt. Sicherlich: Rein inhaltlich lässt die Geschichte jetzt nicht aufhorchen und es fehlt die Genialität. Dafür darf man über die schrullige Eleanor immer wieder herrlich schmunzeln. Kurzum: Der Roman hat diese Leichtigkeit, die so herrlich Spaß macht und den Tiefgang, der mächtig aufhorchen lässt.Ein brilliantes Buch - ein starker Roman!

    Mehr
  • Man muss mit Eleanor erst warm werden

    Ich, Eleanor Oliphant

    Buchpfote

    14. July 2017 um 22:26

    „Ich, Eleanor Oliphant“ ist der Debütroman der britischen Autorin Gail Honeyman und erschien 2017 im Verlagshaus Lübbe. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Einzelgängerin Eleanor, die viel zu kritisch und wenig gelassen mit ihrer Umwelt umgeht. Doch alles ändert sich, als sie IHN trifft und damit beginnt etwas ganz Neues. Aber dann steht sie sich selbst im Weg und nur noch die Freundschaft kann ihr noch helfen.Das Buch fiel mir bereits in einer Vorschau von Bastei Lübbe auf. Schon allein aufgrund des farbenfrohen Covers und des Titels hätte ich mir das Buch gekauft. Leider führt das Äußere dann doch in die Irre. Das soll es wahrscheinlich auch. Denn ich rede hier nicht von einer Liebesgeschichte aller Jojo Moyes oder Cecilia Ahern. Nein! Ganz zu schweigen von einer Komödie. Es ist ein Drama mit vielen kritischen Gesichtspunkten. Nur Eleanors interessante Wahrnehmung lockert es ab und an auf.Und damit wären wir auch schon bei der 30-jährigen Buchhalterin Eleanor Oliphant. Aus der Ich-Perspektive schildert sie uns ihre Sicht der Dinge - eine ungewöhnliche, spezielle Sicht. Ich hatte meine Schwierigkeiten mit ihr warm zu werden. Eleanor ist kein mitfühlender Mensch, sondern sozial inkompetent. Dennoch intelligent, direkt und vor allem eins: Einsam. Es weckte teils Mitleid, teils Unverständnis in mir, dass sie sich selbst für kaum existent hielt. Die Frage, ob sie je jemand vermissen würde, konnte sie nicht beantworten. Liebe? Fehlanzeige. Warum? Zum Beispiel, weil „Mummy“ ein Biest ist und Eleanors Leben bestimmt ohne überhaupt in der Nähe zu sein. Wieso lässt sie sich nur die Lebensfreude nehmen? Die Brotkrumen zu dieser Antwort werden Stück für Stück bis zum überraschenden Ende gesät! Dazu zählt auch die Ansprache eines gesellschaftlichen Fiaskos: Depressionen und deren Folgen. Sehr detailliert und in Eleanors trockener Art beschreibt die Autorin über geplante Ausflüge in die Stille und Leere. Grausam, aber wahr: Die dazugehörigen Kapitel fallen unter die Überschrift „gute Tage“.Im Buch folgen, Gott sei Dank, noch glückliche Momente. Zum einen gesellt sich ihr Schwarm dazu, der bei Eleanor die schockierende Naivität eines Groupies auslöst. Was übrigens nicht zum Rest von Eleanors Charakterzügen passt.Zum anderen erscheint das komplette Gegenteil auf der Bildfläche: Ihr Kollege Raymond. Eine wirklich geniale Idee der Autorin! Traum und Realität in Form der Männer gegenüber zu stellen. Schritt für Schritt, wenn auch teils widerstrebend, lernt Eleanor durch die Beiden die „Außenwelt“ kennen. Dabei lässt der Umgang mit Menschen und das Taktgefühl noch zu wünschen übrig. Für den Leser allerdings gibt es den ein oder anderen Schmunzler, weil Eleanors neuen Erfahrungen und Abenteuer für den „normalen“ Menschen nichts Besonderes sind, für sie aber um so mehr.Ich bin mit Eleanor nicht nur durch „gute Tage“, sondern weiter durch „schlechte““ und „bessere Tage“ getaucht. Zum Schluss kann ich sagen, dass ich mich mit ihr angefreundet habe. Aber der Weg dahin war schwer, da ich sie manchmal schütteln und zu ihr sagen wollte: „Mädchen, das kann auch anders funktionieren“. Ihr psychischer Zustand ist schon recht starker Stoff, was es wiederum interessant und nervenaufreibend zugleich macht.Fazit: Definitiv nichts für Lovestory-Leser. Die Einsamkeit, ihre Folgen und wie man es besser machen kann, wurden wortwörtlich in Form der Eleanor Oliphant personifiziert. Das Buch ist etwas für anspruchsvolle Leser, die Verständnis für schwierige Charakterzüge haben.

    Mehr
  • Ein absolutes Herzensbuch!

    Ich, Eleanor Oliphant

    Caterina

    12. July 2017 um 21:13

    Meine Meinung zum Buch Gestaltung: Überraschender Weise wurde mir dieses Buch vom Verlag zugeschickt und ich muss sagen, dss ich schnell Feuer und Flamme war. Das lag natürlich ganz klar an der optischen Gestaltung, die für mich zwar zum einen ein wenig verspielt wirkt, aber auf der anderen Seite eine Ruhe und Harmonie ausstrahlt, dass ich dieses Werk schnell zur Hand nehmen wollte. Auch die Farben harmonieren ganz wunderbar miteinander. Insgesamt finde ich das Cover sehr gut auf den Inhalt angepasst. Aber auch der tolle Klappentext trug seinen Teil dazu bei, dass ich diesen Roman schnell lesen wollte. Einstieg: Gail Honeyman beginnt augenblicklich mit der eigentlichen Handlung. Sogleich wurde mir die Protagonistin Eleanor Oliphant vorgestellt, mit der ich anfangs nicht ganz so gut klar kam. Vor allem zu Beginn fand ich sie sehr skuril und wurde nicht so wirklich warm mit ihr. Auch die Geschichte brauchte etwas länger, ehe sie mich packen konnte. Schon in den ersten Kapiteln wusste ich nicht so recht, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Trotz des eher holprigen Einstiegs, war ich ganz gespannt auf den weiteren Handlungsverlauf. Charaktere: In diesem Buch begleitet der Leser eine Protagonistin, die zu Beginn vielleicht etwas schrullig und merkwürdig ist, aber definitiv ihr Herz an der richtigen Stelle hat. Eleanor Oliphant hat kein leichtes Leben, aber sie macht das beste draus. Sie distanziert sich von allem, geht ihrem Beruf nach, ohne viel mit ihren Kollegen zu quatschen, verbringt die Abende lieber alleine, anstatt sich mit Freunden zu treffen. Als ich mir das so angeschaut habe, empfand ich Eleanor unglaublich einsam und ich entwickelte starkes Mitgefühl für sie. Je weiter ich voranschritt, umso mehr gab die Autorin zu dieser besonderen Protagonistin preis, so dass ich ihre Art immer mehr verstand. Schnell waren die anfänglichen Problemchen wie weggeblasen und ich schloss sie schnell ins Herz. Handlung: Auch wenn ich gerade zu Beginn nicht so recht wusste, wohin mich diese Geschichte bringt, war ich trotzdem schnell von ihr angetan. Der Leser begleitet die Protagonistin auf den fast 500 Seiten durch ein Leben, welches viele Höhen und Tiefen hat. Und das fand ich sehr eindrucksvoll. Immer wieder wollte ich beim Lesen mehr über Eleanor erfahren. Ich wollte in Erfahrung bringen, warum sie so ist, wie sie ist, warum sie jeglichen Kontakt zur Außenwelt meidet. Gail Honeyman lässt sich mit dem Beantworten dieser Fragen sehr viel Zeit, so dass sie mich dadurch manchmal sehr auf die Folter spannte.Wie auch ihr Leben hat diesen Buch ebenfalls seine Höhen und Tiefen. Mal ist die Handlung eher ruhiger, mal geht sie ins gefühlsvolle, mal ist sie lustig. Hier kam wirklich ein breites Spektrum an Gefühlen zum Vorschein. Sehr schön. Schreibstil: Gail Honeyman hat einen sehr eindrucksvollen Schreibstil, mit dem ich mich sehr schnell wohlfühlte. Er ist flüssig und vor allem angenehm zu lesen, so dass ich zügig voran kam. Die Autorin baute immer wieder die Themen Freundschaft und Familie, aber auch Liebe und Selbstfindung in ihre Geschichte ein, so dass es nicht wenig gefühlsvoll wurde. Neben ihrer sehr schönen Art des Erzählens, waren auch Überraschungen und unerwartete Passagen Bestandteil ihrer Geschichte und das gefiel mir sehr gut. Mein Urteil  "Ich, Eleanor Oliphant" lässt sich im Wesentlich mit dem Wort eindrucksvoll beschreiben. Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat und in der Liebeleien nicht im Vordergrund stehen. Eine Protagonistin, die auf dem ersten Blick vielleicht etwas merkwürdig erscheint, aber eine unglaublich treue Seele hat. Und zu dem eine Autorin, die diese Geschichte so lebendig machte. Alles in allem bin ich wirklich sehr fasziniert von diesem Werk. Ein absolutes Herzensbuch, bei dem viele verschiedene Themen auf seine Kosten kommen. Sehr schön! Ich vergebe gute 5 von 5 Welten!

    Mehr
  • Außergewöhnlich anders

    Ich, Eleanor Oliphant

    amacky

    12. July 2017 um 18:45

    Ich bin wirklich froh, dass ich vorm lesen dieses Buchs keinerlei Rezensionen dazu gelesen habe. Ich war also völlig unvoreingenommen und dadurch war auch gut so.Der Schreibstil der Autorin ist unfassbar gut. Anspruchsvoll und trotzdem witzig. Sehr klug, aber trotzdem wunderbar leicht zu lesen. Sie hat mich einfach fast von der ersten Seite an gefesselt.Eleanor ist ein sehr außergewöhnlicher Charakter. Das mag sowohl an ihrer Vergangenheit liegen, aber auch an dem einsamen leben, dass sie sich selbst ausgesucht hat. Sie ist oft sehr einsam und hat irgendwie gar keine Ahnung von dem "normalen" Leben. Sie hat weder ein smartphone noch kennt sie sich mit Umgangssprache aus. Sie nutzt weder Facebook noch Twitter. Sie hat generell Probleme, mit anderen Menschen ganz normal zu kommunizieren. Teilweise versteht sie deren verhalten gar nicht. Und genau aus dieser Unwissenheit und ihrem denken, dass eigentlich die anderen komisch sind und nicht Sie, ergaben sich so einige witzige Szenen. Ich habe bestimmt oft lauthals gelacht, weil es manchmal einfach so grotesk war.Natürlich wollte man auch unbedingt wissen, was es mit ihrer Mutter auf sich hat. Und wie sich die Geschichte mit dem Sänger entwickeln wird.Ich wusste ab und an nicht, ob ich lachen oder weinen soll, weil Eleanor einfach absolut keine Ahnung vom Leben und der Gesellschaft hat. Es war schön echt kurios.Es war aber toll zu sehen, wie sie sich mit Raymonds Hilfe entwickelt. Wie sie dazulernt und langsam einen Weg ins normale leben findet.Meiner Meinung nach ist dies ein sehr außergewöhnliches und eigentlich trauriges Buch über einen sehr einsamen und gebrochenen Menschen. Die Autorin zeigt absolut grandios auf, was solche Dinge mit Menschen machen können und wie sie darunter leiden. Einziges Manko dieser Geschichte war, dass mich relativ wenige intensive Gefühle erreicht haben. Auch wenn ich mich gut in Eleanor einfühlen und sie verstehen konnte, so blieb der große knall aus.Trotzdem war es absolut lesenswert und ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Schmetterlingen.

    Mehr
  • Tiefgründig, berührend und einfühlsam

    Ich, Eleanor Oliphant

    Lucciola

    11. July 2017 um 16:21

    Eleanor ist allein. Doch einsam fühlt sie sich deswegen eigentlich nicht. Denn sie ist es nicht anders gewohnt und hat sich mittlerweile damit arrangiert. Doch als sie sich auf den ersten Blick in einen Mann verliebt, ändert sich das. Denn wie sollte dieser sie jemals bemerken, wenn sie nicht gründlich etwas ändert? Doch es bleibt nicht bei ein paar neuen Schuhen, Kleidern und einer neuen Frisur - nein, es geht sehr viel weiter. Und dabei bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite: Raymond, Computerfreak und Kollege von Eleanor. Doch diese scheut eigentlich jeden sozialen Kontakt, und Menschen meidet sie am liebsten völlig. Doch Stück für Stück wagt es Eleanor, neues auszuprobieren - und versagt dabei oftmals auch glorreich. Doch hinter all dem Oberflächlichen brodelt es gewaltig - was ist in Eleanors Kindheit geschehen? Woher stammt ihre Brandnarbe und was hat es mit den wöchentlichen Telefonaten mit ihrer Mutter auf sich, die sie "Mummy" nennt, obwohl diese sie doch nur einschüchtert? Hinter dieser Geschichte steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Es handelt sich nicht um ein angenehmes, doch recht oberflächliches Buch, sondern eines, mit einer unglaublichen emotionalen und psychologischen Tiefe. Das hatte ich so nicht erwartet, aber genau deswegen hat mir das Buch dann doch so gut gefallen. Denn es war auf jeden Fall völlig anders. Der Schreibstil der Autorin ist sehr detailliert, aber dennoch angenehm zu lesen. Eleanor war mir am Anfang des Buches unglaublich unsympathisch. Sie war hochgradig naiv, aber vor allem ihre Arroganz gegenüber anderen Menschen fand ich unerträglich. Ehrlich gesagt wunderte es mich nicht wirklich, dass Kollegen nichts mit ihr zu tun haben wollten.. Ihre weltfremde Art ging mir mehrmals auf den Keks - sie hat schlicht keinerlei Ahnung von allem, was für andere absolut normal ist. Mit Technik kommt sie nicht zurecht, Trinkgeld ist für sie ein Fremdwort und höfliche Konversation sowieso. Doch je länger man liest, und je mehr sich Eleanor verändert - auch wenn der Grund dafür doch recht lächerlich ist - desto mehr fängt man an sie zu verstehen. Es werden immer weitere Fragen aufgeworfen während andere beantwortet werden. Und so lernt man eine andere Seite von Eleanor kennen, eine die ihr Wesen erklärt. Alles in allem ist Eleanor nicht gerade eine typische Protagonistin, wie man sie schon zuhauf kennt. Sie ist völlig anders, man muss sich auf sie einlassen und die schlechten Angewohnheiten erst einmal ertragen. Denn dann lernt man die verschiedenen Facetten ihrer Person kennen - und freut sich an jeder noch so kleinen Veränderung mit ihr. Die zweite Hälfte des Buches - Die schlechten Tage - waren sehr interessant zu lesen und erklärten sehr viel. Leider kam das Ende dann doch recht schnell, hier hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht. Ich konnte mich ganz gut in Eleanor einfühlen, weil ich weiß, wie es ist, in Therapie zu sein und mit seinem Leben zu hadern, doch ich kann mir vorstellen, dass Leser ohne dieses Vorwissen das alles etwas zu schnell geht und zu wenig erklärt wird. Ich hätte sehr gerne mehr von der verlorenen, traurigen und gebrochenen Eleanor gelesen und darüber, wie sie langsam wieder zu sich findet. „Eigentlich habe ich mein ganzes Leben lang auf den Tod gewartet. Was nicht heißt, dass ich einen aktiven Todeswunsch hätte; ich war nur nie sonderlich am Leben interessiert."Neben Eleanor gibt es einen weiteren wichtigen Charakter im Buch: Raymond. Er nimmt sich Eleanor an - wenn auch eher aus Versehen. Anfangs gehen sie sich gehörig auf die Nerven - ihre Arroganz und Naivität und sein Zigarettenkonsum und sein ungepflegtes Auftreten - doch irgendwann, nach vielen weiteren ungeplanten Zusammentreffen, lernen sie sich besser kennen und fangen sogar an, freiwillig Zeit miteinander zu verbringen. Raymond ist alles andere als der typische männliche Gegenpart - denn er ist alles andere als "klassisch sexy". Kein Sixpack, keine coolen Klamotten, keine verstrubbelten Haare und dafür etwas zu viel auf den Rippen und ständigem Zigarettenkonsum. Und dennoch fängt man beim Lesen an, ihn immer mehr und mehr und mehr zu mögen. Er ist einfach ein Mann mit unglaublich großem Herzen, viel Optimismus und Freude und er wird für Eleanor ein Freund, der maßgeblich an ihrer Veränderung beteiligt ist. Vieles in dem Buch handelt auch von Psychologie, Traumata, Depressionen und dem menschlichen Verhalten allgemein. Kann man damit umgehen? Schafft man es, alte Verhaltensmuster aufzubrechen, die einen krank machen? Kann man sich ändern? Oder ist man ein Opfer seiner Vergangenheit? Dieses Thema ist sehr einfühlsam beschrieben und gut umgesetzt. Als jemand, der auch mit Depressionen zu kämpfen hat, konnte ich mich gut in die Story einfühlen, auch wenn es durchaus ein paar "Trigger" gab, die mich an meine eigene Erkrankung erinnert haben. Wer also damit Probleme hat, sollte sich genau überlegen, ob er das Buch lesen möchte! FazitEin tiefgründiges und berührendes Buch, welches auf alle Fälle anders war als erwartet, aber genau deswegen bei mir punkten konnte. Eleanor ist eine schwierige Protagonistin, auf die man sich einlassen muss. Die psychologischen Aspekte haben mir sehr gut gefallen. Das Ende kam mir persönlich dann etwas zu schnell, die Erkenntnisse der Vergangenheit, Eleanors Zusammenbruch, ihr Versuch, zurück ins Leben zu finden, das allem hätte ein bisschen mehr Ausführlichkeit nicht geschadet. Ansonsten ein hervorragendes und zutiefst berührendes Buch!

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks