Gail Jones

 4 Sterne bei 29 Bewertungen
Autorin von Sechzig Lichter, Perdita und weiteren Büchern.
Gail Jones

Lebenslauf von Gail Jones

Gail Jones wurde in Australien geboren, wo sie bis heute lebt. Ihre Romane wurden mehrfach ausgezeichnet und uebersetzt. Sie unterrichtet Englisch, Kommunikation und Kulturwissenschaft an der University of Western Australia.

Alle Bücher von Gail Jones

Sortieren:
Buchformat:
Gail JonesSechzig Lichter
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Sechzig Lichter
Sechzig Lichter
 (14)
Erschienen am 01.11.2009
Gail JonesPerdita
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Perdita
Perdita
 (8)
Erschienen am 01.06.2011
Gail JonesDer Traum vom Sprechen
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Traum vom Sprechen
Der Traum vom Sprechen
 (3)
Erschienen am 15.08.2006
Gail JonesEin Samstag in Sydney
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Ein Samstag in Sydney
Ein Samstag in Sydney
 (0)
Erschienen am 22.01.2016
Gail JonesEin Samstag in Sydney
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Ein Samstag in Sydney
Ein Samstag in Sydney
 (0)
Erschienen am 28.08.2013
Gail JonesSixty Lights
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Sixty Lights
Sixty Lights
 (1)
Erschienen am 12.09.2008
Gail JonesA Guide to Berlin
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
A Guide to Berlin
A Guide to Berlin
 (1)
Erschienen am 07.01.2016
Gail JonesFive Bells
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Five Bells
Five Bells
 (1)
Erschienen am 28.02.2012

Neue Rezensionen zu Gail Jones

Neu
miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "A Guide to Berlin" von Gail Jones

Gail Jones - A Guide to Berlin
miss_mesmerizedvor 3 Jahren

Cass has fled her Australian home and arrives in Berlin at the beginning of January not expecting it to such freezing cold. In front of a memory plate for Vladimir Nabokov she encounters Marco who invites her to a strange group. Apart from the Italian, there is an American, Victor, another Italian, Gino and a Japanese couple, Yuki and Mitsuko, who all gather in vacant apartments to tell stories of their lives. They are linked by the love for Nakobov’s work and when seeing each other outside their somehow close to self-help group meetings, they walk in the author’s footsteps and search for traces of Berlin of the 1920s.

I was really carried away by this novel which offered much more than I expected. First of all, I was interested how a non-German would perceive our capital without all the historic weight that we Germans perceive all the time. Gail Jones’ picture of Berlin is really different from what you find in German novels and I enjoyed reading about this other way of seeing the town. Especially Cass’ way of taking the U and S Bahn system as a way of orientation and the skeleton was an interesting picture. Additionally, I think Jones perfectly transmitted Berlin winters in the novel, it can be awfully cold and the way the cold creeps into Cass’ body is more than authentic.

The way the famous author Nabokov was integrated was also a very interesting and convincing construction of the plot. To me it was not that obvious taking the Russian for a tour through Berlin, but it works and also offered a new perspective. The characters were also captivatingly drawn; they all have their little secrets and only offer small insights in their lives. Most remains unsaid but nevertheless this is much more than details, because it fits absolutely to the plot of a brief and temporary encounter during which you never really get to know somebody.

Kommentieren0
1
Teilen
Marilous avatar

Rezension zu "Sechzig Lichter" von Gail Jones

Ein bild- und sprachgewaltiges Buch
Marilouvor 3 Jahren

Ein herrliches Buch. Gewaltig. Ich habe mir gewünscht, es möge nie aufhören, denn ich hätte der Geschichte noch ewig weiter folgen wollen.
Da ich selbst sehr ambitioniert und mit viel Herzblut fotografiere und mich zudem sehr für die Geschichte der Fotografie interessiere, schien dieses Buch wie für mich gemacht geschrieben:

"Lucy Strange ist eine der ersten Fotografinnen des 19. Jahrhunderts. Ihr Leben war kurz, aber prall gefüllt mit Licht, Farbe und Abenteuer. Ein grandioses viktorianisches Lebensbild zwischen Sydney, Bombay und London und zugleich eine Archäologie der Fotographie. Ein Roman von flammender Schönheit."

Und ich wurde nicht enttäuscht. Lediglich der Anfang machte mir etwas zu schaffen, ich musste mich erst in die etwas nüchterne und beinahe distanzierte Sprache gewöhnen, und brauchte etwas um in die Geschichte rein zu kommen, da Gail Jones weit ausholt und zuerst das weit zurückliegende Kennenlernen von Lucys Eltern beschreibt. Abgesehen von diesen Startschwierigkeiten habe ich die Sprache bald sehr zu schätzen gelernt. Das Buch ist voller Metaphern, und ich habe mich der forschen Lucy und ihrer hingebungsvollen Faszination für das Licht sofort verbunden gefühlt. Licht, schon im Buchtitel enthalten, nimmt einen zentralen Platz in Lucys Leben ein. Fotografie bedeutet "Schreiben mit Licht". Selbst Lucys Name leitet sich ab von "Lux", was ebenfalls Licht bedeutet. Lucy entwickelt schon lange bevor sie erstmals überhaupt mit der Fotografie in Berührung kommt, eine regelrechte Obsession für das Licht, für die Atmosphäre, die es schaffen kann und seine physikalischen Besonderheiten. An vielen Stellen des Buches wird das Licht geradezu beiläufig erwähnt, und man muss sehr aufmerksam lesen oder so wie ich selbst stark für Lichtsituationen sensibilisiert sein, um dies zu bemerken.


Lucys kurzes, aber intensives Leben führt sie als Waise aus Australien über London nach Indien und wieder zurück nach England. Von Beginn an zentral ist neben dem Licht für Lucy der Drang zum Festhalten von Situationen, von Momenten, von Stimmungen. So legt sie schon früh ihr "Journal of Special Things Seen" an, in welchem sie Dinge festhält und akribisch beschreibt, die ihr aufgefallen sind.
Sehr richtig bemerkt sie Jahre später, nachdem sie zur Fotografin wurde, dass dieses Tagebuch Besonderer gesehener Dinge für sie das war, was ihr nun die Fotografie ist. Denn "jedes fotografische Unterfangen ist der Versuch, ein Gesicht heraufzubeschwören und das wieder aufzuspüren, was sich hinter dem Geschehenen verbirgt."


Lucy legt keinerlei Wert auf technische Perfektion, obwohl sie die Fotografie handwerklich solide bei einem Fotografen erlernt. Ein gutes Bild ist für Lucy eines, das den Moment so abbildet, wie er war. Und wenn das Foto unscharf ist, dann ist das eben eine Aussage für sich und kein Makel. Ich liebe diese Einstellung und könnte Gail Jones dafür küssen, mit welch schönen Worten sie diese zu Papier gebracht hat!


Lucys "äußeres" Leben ist entbehrungsreich und doch so reich. An Bildern, Erfahrungen, Menschen. Als Waise von dem fürsorgeberechtigten alten Onkel an dessen alten Freund Isaac nach Indien "verkauft", erlebt sie auf der Überfahrt mit dem Schiff ihre erste Liebe. Sie wird bitter enttäuscht, jedoch bleibt ihr dieser Mann auf ewig liebevoll im Gedächtnis - weil er "ein neues Wort für das Licht gewusst hat." Isaac entpuppt sich als alt und grau, aber harmlos und nicht weniger verschroben als Lucy selbst. Diese ist unglückseligerweise bereits schwanger als sie in Indien ankommt, doch das ungleiche Paar entwickelt allen Widrigkeiten zum Trotz Respekt, wenn auch keine Liebe, füreinander. Jeder profitiert vom anderen, jeder auf seine Weise.


Lucy reist schließlich mit ihrer Tochter zurück nach England, und auf auf dieser Überfahrt nimmt eine folgenschwere Veränderung ihres Körpers ihren Lauf: Sie erkrankt an der Schwindsucht (=Tuberkulose). Lucy ahnt, dass sie nicht mehr lange Leben wird, und umso wichtiger wird ihr das Sammeln von Licht und von Bildern.


Die Geschichte an sich wäre sehr schnell erzählt, und ich möchte diejenigen Leser davor warnen, die eine Liebesgeschichte erwarten oder einen dieser unsäglichen unzähligen historisch angehauchten "Braut-wandert-aus" Romane. Sechzig Lichter ist nichts davon. Es ist sperrig und zugleich unglaublich poetisch geschrieben. Es ist ein Roman über die Faszination der Bilder und der Geschichten, die aus ihnen sprechen. Über die Hingabe an die Fotografie und dem, was sie im Kern ausmacht: Das ungeschönte Konservieren von Stimmung, Atmosphäre und Emotionen.
Der Roman ist auch nicht umsonst zeitlich in den Anfängen der Fotografie angesiedelt, denn heutzutage kann ja jedes Telefon schon Fotos aufnehmen. Zur damaligen Zeit war ein einziges Foto mit einem riesen technischen und zeitlichen Aufriss verbunden, da musste man such schon gut überlegen, was und warum man fotografiert. Und dennoch nimmt Lucy ihre Fotografien so intuitiv wie möglich auf - ohne dabei etwas zu retuschieren, verstecken oder schönen zu wollen, denn das mit Makeln Behaftete fasziniert Lucy, es ist für sie menschlich (ähnlich wie bei der grandiosen Fotografin Diane Arbus): "Zufall und Irrtum. Das sind die schönen Dinge."


Ich bin ebenso nur zufällig (durch einen Hugendubelgrabbeltisch) an dieses Buch geraten, und das sind ja bekanntlich oftmals die besten!

Kommentieren0
4
Teilen
Marilous avatar

Rezension zu "Sechzig Lichter" von Gail Jones

Ein bild- und sprachgewaltiges Buch
Marilouvor 3 Jahren

Ein herrliches Buch. Gewaltig. Ich habe mir gewünscht, es möge nie aufhören, denn ich hätte der Geschichte noch ewig weiter folgen wollen.
Da ich selbst sehr ambitioniert und mit viel Herzblut fotografiere und mich zudem sehr für die Geschichte der Fotografie interessiere, schien dieses Buch wie für mich gemacht geschrieben:

“Lucy Strange ist eine der ersten Fotografinnen des 19. Jahrhunderts. Ihr Leben war kurz, aber prall gefüllt mit Licht, Farbe und Abenteuer. Ein grandioses viktorianisches Lebensbild zwischen Sydney, Bombay und London und zugleich eine Archäologie der Fotographie. Ein Roman von flammender Schönheit.”

Und ich wurde nicht enttäuscht. Lediglich der Anfang machte mir etwas zu schaffen, ich musste mich erst in die etwas nüchterne und beinahe distanzierte Sprache gewöhnen, und brauchte etwas um in die Geschichte rein zu kommen, da Gail Jones weit ausholt und zuerst das weit zurückliegende Kennenlernen von Lucys Eltern beschreibt. Abgesehen von diesen Startschwierigkeiten habe ich die Sprache bald sehr zu schätzen gelernt. Das Buch ist voller Metaphern, und ich habe mich der forschen Lucy und ihrer hingebungsvollen Faszination für das Licht sofort verbunden gefühlt. Licht, schon im Buchtitel enthalten, nimmt einen zentralen Platz in Lucys Leben ein. Fotografie bedeutet “Schreiben mit Licht”. Selbst Lucys Name leitet sich ab von “Lux”, was ebenfalls Licht bedeutet. Lucy entwickelt schon lange bevor sie erstmals überhaupt mit der Fotografie in Berührung kommt, eine regelrechte Obsession für das Licht, für die Atmosphäre, die es schaffen kann und seine physikalischen Besonderheiten. An vielen Stellen des Buches wird das Licht geradezu beiläufig erwähnt, und man muss sehr aufmerksam lesen oder so wie ich selbst stark für Lichtsituationen sensibilisiert sein, um dies zu bemerken.

Lucys kurzes, aber intensives Leben führt sie als Waise aus Australien über London nach Indien und wieder zurück nach England. Von Beginn an zentral ist neben dem Licht für Lucy der Drang zum Festhalten von Situationen, von Momenten, von Stimmungen. So legt sie schon früh ihr “Journal of Special Things Seen” an, in welchem sie Dinge festhält und akribisch beschreibt, die ihr aufgefallen sind.
Sehr richtig bemerkt sie Jahre später, nachdem sie zur Fotografin wurde, dass dieses Tagebuch Besonderer gesehener Dinge für sie das war, was ihr nun die Fotografie ist. Denn “jedes fotografische Unterfangen ist der Versuch, ein Gesicht heraufzubeschwören und das wieder aufzuspüren, was sich hinter dem Geschehenen verbirgt.”

Lucy legt keinerlei Wert auf technische Perfektion, obwohl sie die Fotografie handwerklich solide bei einem Fotografen erlernt. Ein gutes Bild ist für Lucy eines, das den Moment so abbildet, wie er war. Und wenn das Foto unscharf ist, dann ist das eben eine Aussage für sich und kein Makel. Ich liebe diese Einstellung und könnte Gail Jones dafür küssen, mit welch schönen Worten sie diese zu Papier gebracht hat!

Lucys “äußeres” Leben ist entbehrungsreich und doch so reich. An Bildern, Erfahrungen, Menschen. Als Waise von dem fürsorgeberechtigten alten Onkel an dessen alten Freund Isaac nach Indien “verkauft”, erlebt sie auf der Überfahrt mit dem Schiff ihre erste Liebe. Sie wird bitter enttäuscht, jedoch bleibt ihr dieser Mann auf ewig liebevoll im Gedächtnis – weil er “ein neues Wort für das Licht gewusst hat.” Isaac entpuppt sich als alt und grau, aber harmlos und nicht weniger verschroben als Lucy selbst. Diese ist unglückseligerweise bereits schwanger als sie in Indien ankommt, doch das ungleiche Paar entwickelt allen Widrigkeiten zum Trotz Respekt, wenn auch keine Liebe, füreinander. Jeder profitiert vom anderen, jeder auf seine Weise.

Lucy reist schließlich mit ihrer Tochter zurück nach England, und auf auf dieser Überfahrt nimmt eine folgenschwere Veränderung ihres Körpers ihren Lauf: Sie erkrankt an der Schwindsucht (=Tuberkulose). Lucy ahnt, dass sie nicht mehr lange Leben wird, und umso wichtiger wird ihr das Sammeln von Licht und von Bildern.

Die Geschichte an sich wäre sehr schnell erzählt, und ich möchte diejenigen Leser davor warnen, die eine Liebesgeschichte erwarten oder einen dieser unsäglichen unzähligen historisch angehauchten “Braut-wandert-aus” Romane. Sechzig Lichter ist nichts davon. Es ist sperrig und zugleich unglaublich poetisch geschrieben. Es ist ein Roman über die Faszination der Bilder und der Geschichten, die aus ihnen sprechen. Über die Hingabe an die Fotografie und dem, was sie im Kern ausmacht: Das ungeschönte Konservieren von Stimmung, Atmosphäre und Emotionen.
Der Roman ist auch nicht umsonst zeitlich in den Anfängen der Fotografie angesiedelt, denn heutzutage kann ja jedes Telefon schon Fotos aufnehmen. Zur damaligen Zeit war ein einziges Foto mit einem riesen technischen und zeitlichen Aufriss verbunden, da musste man such schon gut überlegen, was und warum man fotografiert. Und dennoch nimmt Lucy ihre Fotografien so intuitiv wie möglich auf – ohne dabei etwas zu retuschieren, verstecken oder schönen zu wollen, denn das mit Makeln Behaftete fasziniert Lucy, es ist für sie menschlich (ähnlich wie bei der grandiosen Fotografin Diane Arbus): “Zufall und Irrtum. Das sind die schönen Dinge.”

Ich bin ebenso nur zufällig (durch einen Hugendubelgrabbeltisch) an dieses Buch geraten, und das sind ja bekanntlich oftmals die besten!

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 46 Bibliotheken

auf 9 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks