Gail Jones Der Traum vom Sprechen

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Inhaltsangabe zu „Der Traum vom Sprechen“ von Gail Jones

Alice Black, aufgewachsen im ländlichen Australien mit Kohlengruben und Kängurus in einer 'recht netten Familie', galt schon als Kind als 'die Schlaue'. Auf einer Studienreise in Paris lernt sie Mr. Sakamoto kennen, der als Kind den Atombombenabwurf überlebt hat. Zwischen beiden entsteht eine unwahrscheinliche Freundschaft, sie teilen die Begeisterung für die Erfindungen der Moderne und setzen sich mit ihren ungewöhnlichen Familiengeschichten auseinander.

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  • Rezension zu "Der Traum vom Sprechen" von Gail Jones

    Der Traum vom Sprechen

    SV

    12. December 2007 um 16:29

    Breathless - Rock'n'Roll ist nützlich fürs ganze Leben! Als ich mich ertappt hab, daß ich den Atem anhalte, beim Lesen von Gail Jones – „Der Traum vom Sprechen“ ist mir sofort Jerry Lee Lewis eingefallen - "breathless"! Ich kenne ihn schon mein ganzes Leben, nein, nicht ihn, seine Musik, und er hat immer hart arbeiten müssen, in Zeiten in denen es schlecht ging - Trost spenden, in den guten Zeiten - die Freude verstärken und jetzt schenkt er mir auch noch das passende Wort! Danke JLL! Damit ich endlich zum Buch komme: ich sitze im Zug, lese in diesem Roman und merke, daß ich immer wieder den Atem anhalte! Da hatte ich erst ein paar Seiten gelesen, man möchte vielleicht nicht weiterlesen, was, wenns nicht hält was es verspricht? Aber in diesem Fall: kein Zweifel, muß man weiterlesen, vermutlich mehrfach lesen, Stoff genug! Alice Black, Australierin, fliegt nach Paris um ein Buch zu schreiben über die Poetik der Moderne, sie trifft einen Japaner, Überlebender aus Nagasaki, der an einem Buch über Alexander Graham Bell arbeitet. Die beiden kommen ins Gespräch, über "Die summende und brummende Welt", werden Freunde, bis Mr. Sakamoto abreist nach Japan und sie ihn besuchen will, er aber im Krankenhaus ist. Alice kehrt zurück nach Australien zu ihrer Familie. So kurz könnte mans beschreiben, auf den 222 Seiten steht natürlich sehr viel mehr. Da wird das Thema des Buches deutlich beschrieben: Mr. Sakamoto hatte sein Glas Rotwein erhoben. ""Das Schwierige an der Verherrlichung der Moderne ist", behauptete er, "dass wir mit so vielen hartnäckig unmodernen Dingen leben. Träume, Liebe, Babys, Krankheit, Erinnerung, Tod. Und der Natur. Blätter, Vögel, Ozeane, Tiere. Denken Sie an ihr australisches Känguru", fügte er hinzu. "Das Känguru ist wahrhaftig unmodern." Genau wird vom Innenleben mancher Personen erzählt, und trotzdem ist klar, daß es immer Bereiche gibt, die nicht beschreibbar sind, die möglicherweise auch für die Beschriebenen ein Rätsel sind und bleiben, fremdes Land im Inneren, da, wo die Überraschungen herkommen. Sehr klug muß Gail Jones sein, sehr viel wissen und die große Kunst beherrscht sie, davon zu erzählen, ohne prahlerisch zu wirken. Lebendig ist die Szenerie die beschrieben wird und in jedem Moment ist mit einer Überraschung zu rechnen! Elias Canetti hat einmal gefordert, daß in jedem Gedicht wenigstens zwei Gedanken auftauchen sollten - hier folgen die Gedanken so dicht aufeinander, daß man gezwungen ist sehr langsam zu lesen, man will ja nichts versäumen, überlesen. Seltsam nahe kommt sie mir in manchen Szenen, nicht nur das eher harmlose "liest viel zu viele Bücher", was ich auch immer wieder beklage um sofort um die Bücherstapel zu schleichen und Ausschau zu halten, nein, es gibt noch deutlichere Szenen. Ganz sanft wird der Horror beschrieben, Jahre anhaltend, aus einer Szene in der die noch ganz junge Alice ein Känguru erschlägt, das ihr Vater, der weinend daneben steht, angefahren hat. Niemand ist imstand etwas zu tun, Mutter und Schwester sitzen gebannt im Auto, der Vater hilflos ... ich spüre noch gut wie ich einmal eine Katze erschlagen hab die angefahren wurde, der Hund im Garten hinter dem Haus hat getobt, er hats gespürt und ich habs nie mehr vergessen, das Gefühl, man muß mehrfach zuschlagen, noch öfter vermutlich bei einem Känguru. Klar, daß sie sich nicht leicht tut, immer ist Krieg mit ihrer Schwester, erst spät werden die Mädchen plötzlich entdecken, daß sie keine Feinde sein müssen, Freundinnen sein können. Ich vermute Gail Jones ist manchmal überrascht davon wohin sich ihre Figuren entwickeln, sie kriegen ihre Eigenheiten und ein Eigenleben - da kann der Autor manchmal nur noch tun was verlangt wird. Mr. Sakamoto erzählt, aus seinem Leben, von seiner Familie und als sie ihn besucht ist er krank, sie sitzt mit seiner Tochter und sie hören Abbey Road von den Beatles, am Tag vorher hab ich die grad gehört, nach Jahren mal wieder, man würde sich wünschen, daß ein Zeichen, ein Hinweis darin steckt, in diesem Zusammentreffen, tuts aber nicht, es ist nur ein Zufall, der aber wunderbar zu diesem Buch paßt, das so voll mit lesenswerten, bedenkenswerten, liebenswerten Dingen ist, daß ich wohl sagen kann, es ist eins der besten die ich seit Jahren gelesen habe. Schönen Dank an Gail Jones, daß sie sich so viel Mühe gemacht hat, so ernsthaft und klug zu werden um dieses Buch schreiben zu können. Und noch ein ein kleiner praktischer Hinweis, der das Leben ein wenig leichter machen könnte: ""Scheiße!" Dieses Wort, sagte Mr. Sakamoto, sollte ausschließlich unerwartet eintretenden Ärgernissen vorbehalten bleiben."

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