Gaito Gasdanow

 3,8 Sterne bei 87 Bewertungen
Autor von Das Phantom des Alexander Wolf, Ein Abend bei Claire und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gaito Gasdanow

Gaito Gasdanow wurde 1903 in St. Petersburg geboren und wuchs in Sibirien und der Ukraine auf. Nach der russischen Revolution nahm er in General Wrangels Weißer Armee am Bürgerkrieg teil und gelangte schließlich 1923 nach Paris, wo er zunächst unter anderem in den Renault-Werken und als Taxifahrer arbeitete. Dort begann er auch regelmäßig literarische und journalistische Texte zu veröffentlichen. Wegen der existentialistischen Prägung seines Werks wurde Gasdanow wiederholt als der »russische Camus« bezeichnet. Sein Werk umfasst neun Romane und fünfzig Erzählungen, er gilt als einer der wichtigsten russischen Exilautoren. Von 1953 bis zu seinem Tod 1971 lebte und arbeitete er in München.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gaito Gasdanow

Cover des Buches Das Phantom des Alexander Wolf (ISBN: 9783423143356)

Das Phantom des Alexander Wolf

 (60)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Ein Abend bei Claire (ISBN: 9783423144094)

Ein Abend bei Claire

 (12)
Erschienen am 01.06.2015
Cover des Buches Die Rückkehr des Buddha (ISBN: 9783423145831)

Die Rückkehr des Buddha

 (9)
Erschienen am 04.08.2017
Cover des Buches Nächtliche Wege (ISBN: 9783446258112)

Nächtliche Wege

 (5)
Erschienen am 19.02.2018
Cover des Buches Nächtliche Wege (ISBN: 9783423147392)

Nächtliche Wege

 (1)
Erschienen am 24.07.2020
Cover des Buches Sinn und Form 4/2020 (ISBN: 9783943297546)

Sinn und Form 4/2020

 (0)
Erschienen am 03.07.2020
Cover des Buches Glück (ISBN: 9783446253872)

Glück

 (0)
Erschienen am 08.06.2016
Cover des Buches Die Pilger (ISBN: 9783750422612)

Die Pilger

 (0)
Erschienen am 22.11.2019

Neue Rezensionen zu Gaito Gasdanow

Cover des Buches Nächtliche Wege (ISBN: 9783446258112)Spaceriders avatar

Rezension zu "Nächtliche Wege" von Gaito Gasdanow

Ansichten eines Taxifahrers in Paris
Spaceridervor einem Jahr

Motivation – Oder warum habe ich das Buch gelesen?
Im Zuge (m)eines Literaturtreffs wurde beschlossen, das Buch zu lesen.
Na gut, die Inhaltsangabe liest sich auch ganz gut „Paris bei Nacht …Gasdanow, der im Exil sein Geld als Taxifahrer verdiente, erzählt vom Leben der Emigranten im Paris der dreißiger Jahre, zwischen brennender Nostalgie und einer heillosen Gegenwart. …“.
Unweigerlich muss ich an die Kriminal-Fernsehserie Berlin Babylon denken, die in etwa zur gleichen Zeit spielt und ein düsteres aber auch bunt-schillerndes Bild dieser Zeit wieder gibt.


Auch die Kritiken zum Buch lesen sich nicht schlecht …


Und so nehme ich das Buch mit Begeisterung zur Hand.


 


Es treten verschiedene Personen auf und werden beschrieben



  • Die verrückte Frau „Kein Stück“, die gar nicht so irre zu sein scheint, wie sie sich gibt.

  • Herr M. Martini, gebildet und Lehrer für mehrere Sprachen, verheiratet, Kinder, finanziell abgesichert und dennoch traurig.

  • Platon, verheiratet, ein Sohn, studiert, schmeißt alles hin, trinkt, lebt von der Hand im Mund und bei seiner Mutter.

  • Der Kellner, dessen Traum es ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und da er einen Job hat, ist er glücklich und zufrieden.

  • Die Café-Besitzerin, die jede Nacht im Café arbeitet, auch wenn sie es nicht mehr müsste – sie will es so.

  • Und natürlich viele mehr ...


Gerade bei dem Kellner und der Café-Besitzerin, kann Gasdanow absolut nicht verstehen, dass sie mit ihrer Situation zufrieden sind. Warum nicht, frage ich mich? Jeder hat andere Lebensinhalte, die ihn glücklich machen und es gibt durchaus Leute, die in ihrer Arbeit Genugtuung und eine Bestätigung finden.




Schreibstil und inhaltliche Aspekte 


Auch wenn ich die ersten Seiten noch ganz interessant fand, schwindet meine Begeisterung schnell.


Ellenlange Sätze, unendlich tief verschachtelt machen das Lesen schwer. Es gibt keinen richtigen roten Faden. Es reiht sich Anekdote an Anekdote, wobei in der Zeit hin und her gesprungen wird. Es gibt keine Kapitel, nur endlose Gedankengänge.


Was mir aber absolut missfällt, ist die totale Verachtung gegenüber Menschen, die nicht „die“ entsprechende Bildung und sein Niveau haben und nicht die Literatur lesen, die er als angemessen ansieht. Gerne umschreibt er Frauen wie folgt „Und erst da, als ich diese bildhübsche junge Frau aufmerksam betrachtete, bemerkte ich auf ihren Augen jenes halbdurchsichtige Häutchen, jenen Film animalischer Stumpfheit, den ich so gut kannte und der für fast alle Frauen dieses Gewerbes charakteristisch war.“ – um nur ein Beispiel zu nennen.


 


Auf dem Klappentext heißt es u.a. „Tagsüber studiert er, nachts arbeitet der Erzähler als Taxichauffeur.“
Der Großteil des Buches handelt von Taxifahrten durch das nächtliche Paris. Daneben gibt es ein paar wenige Seiten vom Arbeiten in der Fabrik und warum er diese Arbeit hingeschmissen hat. Weiterhin berichtet Gasdanow auf ein paar weiteren Seiten, von seinem Ausflug als Angestellter in die Bürowelt – die heitersten Seiten des Buches, wie ich finde, zumindest musste ich da des Öfteren schmunzeln.
Wie er sein Studium meistert, erfährt man nicht wirklich. An der ein oder anderen Stelle wird mal etwas eingestreut, er schreibt mal einen Satz über seine Professoren, das war es dann aber auch.
Tagsüber schläft er meistens und hängt ab, das Leben findet nachts statt.


 


In einer Rezension von Jens Jessen (Die Zeit) heißt es u.a. „Dieses fabelhaft deprimierende und gründlich niederziehende Buch entzieht noch einer anderen Illusion den Halt: dass sich dem Leben immer, über alle Schicksalsschläge hinweg, ein sinnvolles Muster aufprägen ließe.“  - Wie treffend: Ein deprimierendes und gründlich niederziehendes Buch.


Ich frage mich allerdings, warum, wenn ich nicht voller frohen Mutes und übersprühender Energie bin, warum ich ein Buch brauche, welches fabelhaft deprimierend und niederziehend ist? 


 


Fazit


Ich habe mich bis zur letzten Seite durchgekämpft. Meine Sache ist es nicht!


Der Schreibstil ist nicht meiner, zu lange und verschachtelte Sätze, die man mehrmals lesen muss, um den Gedankengängen folgen zu können und dennoch habe ich kurz darauf vieles wieder vergessen.


Des Weiteren interessiert mich das Thema nicht so sehr – Paris in der dreißiger Jahren – oder besser gesagt, insbesondere dann nicht, wenn es aus so einseitiger Sicht eines russischen Emigranten erzählt wird, bei dem ich ständig den Eindruck habe, dass er sich für etwas Besseres hält und Leuten mit niedriger Bildung sehr abschätzend gegenüber steht – das macht mich richtig wütend. Das Buch ist einfach deprimierend und herabziehend. Die Zeit damals war ohne Frage nicht einfach und es war eine düstere Zeit, aber es war sicher nicht alles schlecht und dunkel, grad in Paris pulsierte das Leben. Literatur muss nicht immer „schön“ sein, in dem Sinne das sie Gemüt & Geist erheitert, aber sie sollte berühren – dieses Buch berührt mich definitiv nicht.

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Cover des Buches Das Phantom des Alexander Wolf (ISBN: 9783423143356)Kapitel7s avatar

Rezension zu "Das Phantom des Alexander Wolf" von Gaito Gasdanow

Das Besondere ist die Atmosphäre
Kapitel7vor einem Jahr

Info vorab: Eine ausführlichere Version meiner Rezension ist auf meinem Blog erschienen: https://kapitel7.de/gaito-gasdanow-das-phantom-des-alexander-wolf/


Das Phantom des Alexander Wolf zählt für mich zu den Büchern, bei denen man am Ende Schwierigkeiten hat, den einen Handlungsfaden nacherzählen zu können. Der Roman ist eine Momentaufnahme aus dem Leben der Protagonisten. Er baut keine Geschichte, er baut eine Atmosphäre.

Diese Atmosphäre wirkt wie ein Sog. Ich bin beim Lesen geradezu durch die Seiten geflogen. Es gibt kaum welche von jenen Stellen, die sich dazu anbieten, das Buch zuzuklappen und am nächsten Tag weiterzulesen. Gasdanows Stil hat eine Melodie, die bis zum Ende trägt. Dadurch ist der Roman ein kurzweiliger Zeitvertreib, aber dennoch ist es schade, dass die Erinnerung daran am Ende so schnell verfliegt.

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Cover des Buches Nächtliche Wege (ISBN: 9783446258112)A

Rezension zu "Nächtliche Wege" von Gaito Gasdanow

Nächtliche Wege
Angel10vor einem Jahr

- Paris, 1930, russischer Emigrant, Reflexionen

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