Gaito Gasdanow Ein Abend bei Claire

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Inhaltsangabe zu „Ein Abend bei Claire“ von Gaito Gasdanow

Im schicksalhaften Jahr 1917 verliebt sich der halbwüchsige Kolja in die bezaubernde Claire. Noch ahnt er nicht, dass das Russland seiner Kindheit vor dem Untergang steht. Für den verträumten Jungen wird die drei Jahre ältere, verheiratete Claire mit den schwarzen Strümpfen zum Inbegriff seines Begehrens. Als sie ihn eines Abends zu sich einlädt, nimmt er dennoch nicht an: Sein Fantasiebild von Claire ist viel wirklicher als die Realität. Noch lange wird er dieses Versäumnis bereuen, denn bald darauf überschlagen sich die Ereignisse: Die Oktoberrevolution erschüttert das Land, Claire geht nach Paris und Kolja schließt sich bei Ausbruch des Bürgerkriegs voller Euphorie der Freiwilligenarmee an. Erst nach der letzten verlorenen Schlacht erkennt er die Ausweglosigkeit der Lage und denkt an Claire, die er im Pariser Exil wiederzufinden hofft.

Ein Buch über die Liebe, den Tod und den Krieg.

— lesestunden
lesestunden

Ein Buch, was mich leider von der ersten bis zur letzten Seite nicht gefesselt hat. Schade

— Loooora
Loooora

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  • Ein echter Geheimtipp und ein ganz besonderer Autor, mit einem ganz eigenen Stil

    Ein Abend bei Claire
    lesestunden

    lesestunden

    20. December 2015 um 09:59

    Gasdanow ist ein echter Geheimtipp und ein ganz besonderer Autor, mit einem ganz eigenen Stil. Seine Sätze sind verschlungen, gleichen oft Gedanken, die einem auch selbst durch den Verstand streifen und er schafft es dabei Themen wie Liebe und Sinnlichkeit mit Tod und Traurigkeit in Verbindung zu bringen. Kunstvoll, manchmal etwas wenig strukturiert, aber eindrucksvoll und immer mit einer tiefen Melancholie, die sowohl die Protagonisten, aber auch die ganze Stimmung erfasst und immer die Erinnerung an den Krieg aufrecht erhält und auf den Leser überträgt. Ich hätte mir hier aber weniger Kriegserinnerungen gewünscht, weniger Tod und emotionales Elend und dafür ein stärkeres Gewicht auf die Liebe und die Verbindung zur Sinnlichkeit und seiner Liebe zu Claire. Wie großartig ein solches Gleichgewicht sein kann, zeigt Gasdanow eindrucksvoll in seinem Buch Das Phantom des Alexander Wolf. Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2015/12/ein-abend-bei-claire-gaito-gasdanow/

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  • Ein etwas anstrengender Abend bei Claire

    Ein Abend bei Claire
    Schreibschnegel

    Schreibschnegel

    10. March 2014 um 10:14

    Kolja lebt in der Welt seiner Innerlichkeit, seine Phantasie ist für ihn greifbarer als die Wirklichkeit. So wird auch Claire, in die er sich als Gymnasiast verliebt, für ihn eine unnahbare Traumfigur, auch wenn sich die beiden anfreunden und viele Abende miteinander verbringen. Doch Claire heiratet und Kolja schließt sich mit sechzehn Jahren der Freiwilligenarmee im Kampf gegen die bolschewistischen Truppen in Russland an. Auch im Bürgerkrieg vergisst er seine erste große Liebe jedoch nicht. „Ein Abend bei Claire“ ist Gaito Gasdanows Erstlingswerk, 1930 erstmals veröffentlicht und nun zum ersten Mal in deutscher Übersetzung erschienen. Es ist ein kurzer Roman mit viel Inhalt, doch der Fokus des Erzählens liegt nicht auf den äußeren Umständen, obwohl diese genug Anreiz dafür böten. Stattdessen steht Koljas Innenleben im Mittelpunkt. Seine Assoziationsketten bilden den roten Faden des Erzählens, das in der erwachsenen Gegenwart des Erzählers in Paris beginnt und davon ausgehend Schicht für Schicht in die Vergangenheit eindringt. Eine zumindest vage Vorstellung von den Ereignissen des Russischen Bürgerkriegs ist für den Leser von Vorteil, denn erklärt wird ihm in diesem Buch wenig – außer bei den Anmerkungen der Übersetzerin Rosemarie Tietze, die ganz am Ende Verweise und Anspielungen im Text ausführlich aufdröselt. Wer sich nicht mit diesem Erklärungsapparat herumschlagen möchte, kann den Roman aber auch so lesen – sein Reiz liegt nämlich nicht in der historischen Darstellung, sondern in der Sprache und der reichen Gefühlswelt des Protagonisten. Gasdanow schreibt ausufernd, bildreich, manchmal überschwänglich und verwirrend, doch immer sinnlich. Nicht immer kann man seinen Assoziationen folgen, aber allein die fließende Erzählweise zergeht angenehm auf der Zunge. Koljas selbstreflexiver Blick ist gewöhnungsbedürftig, es erfordert einige Geduld vom Leser, durch seine abstrakten Gedankengebilde zu manövrieren. Wenn es jedoch an konkrete Schilderungen von Nebenfiguren, Schauplätzen und Ereignissen geht, entfaltet die Erzählung einen subtilen Sog, von dem man sich nur schwer wieder losreißen kann. 

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