Galsan Tschinag Das Menschenwild

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Inhaltsangabe zu „Das Menschenwild“ von Galsan Tschinag

Hünej, eine junge Frau aus dem Altaigebirge, wird von einem großen, starken und überall behaarten "Menschenwild" geraubt, verbringt mit ihm einen Winter in der Wildnis des Hochgebirges und faßt schließlich Zutrauen zu ihm. Gemeinsam meistern sie die Gefahren des alltäglichen Überlebenskampfes. Sie kommen sich auch körperlich näher, und Hünej wird Mutter. Doch sie möchte zurück zu ihrer Nomadensippe in der Ebene und flieht. Er folgt ihr … Galsan Tschinag, der deutschschreibende mongolische Schamane, erzählt die alte Legende vom Tiermenschen neu. Eine Erzählung von großer Anmut, voll Glück und Trauer.

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  • Bedrückend und eindringlich

    Das Menschenwild
    Pooly

    Pooly

    20. May 2013 um 11:48

    Der Schreibstil ist recht distanziert, eben nicht sonderlich auf Eindringlichkeit bedacht und alles wird rasch erzählt. Zumindest im Vergleich zu den Jugendbüchern könnte man den Stil als zu schnell oder zu abgehoben betrachten, auch wenn ich gestehen muss, dass genau er mir hier gefallen hat. Keine langen Beschreibungen, einfach schlichte Worte, aber doch mit einer so auffälligen Sorgfalt gewählt, dass es einem nicht falsch erscheint, zumindest mir nicht. Sehr echt geschrieben, keine Hand vor den Mund genommen und doch mit einem Vokabular ausgestattet, das nicht aufdringlich außergewöhnlich ist, aber doch angenehm fließt und in Sekundenschnelle Bilder und Gefühle erzeugt. Inhaltlich wird alles beschrieben, ohne eben auf Dinge zu verzichten, die unangenehm wirken mögen und ohne Dinge hinzuzunehmen, deren Schönheit das Schlechte vielleicht verdeckt hätten. Es wirkte einfach echt, von der anfänglichen Angst vor dem "Monster", dem "Menschenwild" bis hin zum langsam wachsenden Vertrauen - ja, bis hin zu der sexuellen Anziehung, die die Protagonistin langsam zu dem wilden Mann aufbaut - ist alles seltsam nachvollziehbar gestaltet. Ich sage "seltsam", weil ich selbst darüber verwundert war, dass ich es verstanden habe, aber ich dachte selbst während des Lesens "Ja, so könnte es sein" und hab und an haben mir die Worte ein fröhliches Lächeln entlockt, zum Schluss sogar einige Tränen, auch wenn ich das bei der doch recht eigenartigen Story nicht erwartet hätte. Natürlich kann man es nicht lesen wie einen Roman, es ist eben eine Erzählung, wie eine lange Kurzgeschichte, aber sie hat mich doch recht stark berührt, vielleicht auch etwas verstört, aber ich habe - und das ist es, was sie in meinen Augen so gut macht - dieses seltsame Gefühl etwas dazugelernt zu haben. Nicht an Wissen, sondern an Gedanken, an Leben und genau das ist das Gefühl, das ich mir wünsche, wenn ich einen Text lese.  Deswegen gebe ich dem Werk am Ende 5 von 5 Sternen. Hat mir wirklich einfach gefallen, außergewöhnlich, anspruchsvoll, aber eine eigenartige und berührende Geschichte tragend, die mich am Ende sogar weinen ließ und von der ich denke, dass sie mir ein paar neue Sichtweisen auf die Welt vermittelt hat.

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  • Rezension zu "Das Menschenwild" von Galsan Tschinag

    Das Menschenwild
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. January 2009 um 20:14

    Galsan Tschinag ist einfach ein wunderbarer Erzähler - und man darf ihm dankbar sein, dass er Sagen und Märchen, Legenden und alte Überlieferungen seines Volkes (den Tuwa = westmongolische Nomaden) verschriftlicht. Und so auch diese Erzählung - uraltes Material, immer wieder neu kombiniert und ausgemalt. Die Rede ist vom Menschen und dem ihm gegenüberstehenden Fremden, Wilden, Bösen - dem Biest oder Menschentier. Und von der überwindbaren Angst vor diesem, wenn es nur um das nackte Überleben geht - reduziert auf alle lebensnotwendigen Bedürfnisse. Wunderschön - einfach und zugleich eigen in Bild und Sprache. Dabei ist zu beachten: Tschinag schreibt seine Bücher auf Deutsch. Eine reizvolle und anmutige Erzählsprache.

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