Alle Bücher von Gardner Dozois

Cover des Buches Königin im Exil (ISBN: 9783734160127)

Königin im Exil

 (32)
Erschienen am 20.04.2015
Cover des Buches Der Bruder des Königs (ISBN: 9783764531751)

Der Bruder des Königs

 (14)
Erschienen am 28.11.2016
Cover des Buches Planetenjäger (ISBN: 9783764531720)

Planetenjäger

 (8)
Erschienen am 26.06.2017
Cover des Buches Planetenjäger (ISBN: 9783837139198)

Planetenjäger

 (1)
Erschienen am 26.06.2017
Cover des Buches Rogues (ISBN: 9781783297405)

Rogues

 (7)
Erschienen am 17.09.2014
Cover des Buches Das große Dinosaurier - Lesebuch (ISBN: 9783442082339)

Das große Dinosaurier - Lesebuch

 (1)
Erschienen am 01.02.1995
Cover des Buches The New Space Opera (ISBN: 0061350419)

The New Space Opera

 (0)
Erschienen am 11.07.2011
Cover des Buches The Mammoth Book of Best New SF. Vol.25 (ISBN: 9781780338828)

The Mammoth Book of Best New SF. Vol.25

 (0)
Erschienen am 01.09.2012

Neue Rezensionen zu Gardner Dozois

Cover des Buches Königin im Exil (ISBN: 9783734160127)Der_Buchdraches avatar

Rezension zu "Königin im Exil" von George R. R. Martin

Durchwachsen mit einigen Perlen
Der_Buchdrachevor 4 Jahren

Erwartungen sind bei „Königin im Exil“ (Original Dangerous Women), herausgegeben von George R.R. Martin und Gardner Dozois, alles. Versprochen werden im Vorwort von Dozois Powerfrauen und Amazonen und keine zarten Prinzessinen und schmachtende Hausfrauen. Hier erschlägt die Prinzessin selbst den Drachen und zeigt den Prinzen, wer hier die Hosen anhat. Die üblichen Genderklischees der schwachen Frau, die sich bereitwillig von ihrer großen Liebe unterbuttern lässt, sollen hier nicht bedient werden.

„Königin im Exil“ ist eine Anthologie mit insgesamt 21 Kurzgeschichten und Novellen quer durch alle Genres. Belletristik, Historik, Mystery, Fantasy, Science-Fiction. Es finden sich hier viele bekannte Namen wie Brandon Sanderson, Diana Gabaldon und Joe Abercrombie. Die meisten von ihnen brachten Kurzgeschichten in den Universen ihrer bekannten und erfolgreichen Reihen heraus, so auch Martin, welcher eine weitere Geschichte aus Westeros abliefert, Sanderson mit einem Text aus dem Cosmere und Gabaldon mit der Vorgeschichte ihrer Highlander-Saga. 

Fangen wir mit dem Cover an. Zwei bekannte Namen wurden dick und unübersehbar darauf geschrieben, darunter prangt ein Aufkleber mit der großen Aufschrift „Das Lied von Eis und Feuer“. Das Cover selbst sieht sehr nach Fantasy aus, und tatsächlich wird man das Buch in den Läden auch zumeist in dieser Ecke finden. Kein Wunder, immerhin steht Martin groß darauf, der Hype mit GoT muss doch bedient werden. Nun gut, irgendwo muss man es ja einsortieren. Dennoch riecht das arg nach Marketingstrategie und Kundenfangen, die nicht ganz so genau hinschauen, ehe sie das Buch zur Kasse wuchten. (Und mit seinen stolzen 1115 Seiten muss man wirklich von wuchten reden.)

Gardner Dozois hat keinen Text in dem Werk, schrieb dafür aber das Vorwort. In diesem werden die Autoren in höchsten Tönen gelobt und hohe Erwartungen stellen sich alsbald ein. Alle Werke seien von Weltklasse, das Ungewöhnliche, das noch nie Dagewesene sei zu erwarten, Frauen die austeilen können und ihre männlichen Bundesgenossen dagegen alt aussehen lassen.

Schön und gut, dachte ich, wird bestimmt spannend. Die Ernüchterung erfolgte sehr schnell.

Die meisten der Texte sind für sich genommen gar nicht so übel. Es gibt teils deutliche Ausrutscher sowohl nach oben als auch nach unten, wie es bei einer Anthologie zu erwarten ist, die breite Masse ist nicht allzu schlecht aber auch nicht wirklich berauschend. Annehmbar also, nett für ein bisschen Unterhaltung zwischendurch. Betrachtet man viele dieser Texte genauer und stellt sie vor allem in den Kontext der Anthologie, gefährliche Frauen, dann sieht die Sache schon anders aus.

So einige Texte haben keine gefährlichen Frauen zum Gegenstand, sondern zumeist gewöhnliche Damen, wie man sie eben auf der Straße trifft, oder, im schlimmsten Falle, furchtbare Zicken und Nutten, die eher nervig und peinlich sind als gefährlich.

Erwartungsgemäß war Brandon Sandersons Werk „Schatten für Stille in den Waldungen der Hölle“ herausragend. Allein der Titel ist ein Kunstwerk für sich! Er trifft den Inhalt des Textes exakt und ist doch so außergewöhnlich, dass schon allein das neugierig macht, was er damit wohl ausdrücken will. Unbedingt lesen! Netterweise ist das Werk auch bereits mit einer anderen Kurzgeschichte als eBook erschienen beziehungsweise wird es bald. Man kann „Shadows for Silence in the Forests of Hell“ also auch losgelöst genießen.

Auch Diana Gabaldons Text „Unschuldsengel“ hatte Konsistenz (mit einigen kleinen stilistischen Schnitzern, die allerdings bei weitem nicht so sehr ins Gewicht fielen wie bei manch anderem Text. Eine kleine angenehme Neuentdeckung war „Nachbarn“ von Megan Lindholm, ein Text, der am ehesten noch der Mystery zuzuordnen ist. Die schon etwas reifere Dame Sarah macht sich Sorgen um ihre spurlos verschwundene Nachbarin. Diese wird nie gefunden und schon bald hat die amerikanische Kleinstadt den Fall auch vergessen. Nur Sarah lässt es keine Ruhe. Währenddessen macht sich ihr Sohn Sorgen um sie, dass sie zu alt wird, ihr Haus alleine zu bewirtschaften, und beginnt nach einem geeigneten Altersheim für seine Mutter zu suchen. Dieser gleitet ihr Leben immer mehr aus den Händen, als sie entdeckt, dass der Nebel, der manchmal vor ihrem Haus aufzieht, anscheinend ein Fenster zu einer anderen Welt ist.

Manche der Texte hatten die Eigenschaft, durchaus interessant zu sein, wenn auch nicht im Sinne der Anthologie. Der Science-Fiction-Text „Die Hände, die nicht da sind“ von Melinda Snodgrass ist so ein Fall. In diesem geht es um einen hochrangigen Beamten, der von einer Dame erst verführt und dann entführt wurde. In dieser Entführung wurde er in ein künstliches Koma versetzt und erhielt dann unfreiwillig ein völlig anderes Aussehen. Jemand anderes nahm seinen Platz in der Politik ein. All das erfolgte so täuschend echt, dass niemand den Wechsel bemerkte. Er zieht nun durch die Galaxis und erzählt allen seine Geschichte, doch anscheinend glaubt niemand ihm. Die in der Tat gefährliche Frau, die den Herrn verführte und den Doppelgänger einschleuste, wird dabei eher flach und uninteressant gezeichnet. Viel mehr hätte es mich gereizt zu erfahren, was aus dem politischen Komplott geworden wäre. Das war der einzige Text (Brandon Sanderson an dieser Stelle ausgenommen, von ihm kann ich nie genug bekommen), wo ich mir gewünscht hätte, mehr zu erfahren, während alle anderen zumeist in sich geschlossen waren.

Und dann gibt es noch die Machwerke, bei denen ich das Buch am liebsten verbrannt hätte. „Ringen mit Jesus“ von Joe R. Lansdale war solch ein Werk. Die Handlung: Zwei gut achzigjährige Ringer kämpfen seit Jahr und Tag um ein und dieselbe angeblich bildhübsche Frau. Ebenjene ist, gelinde gesagt, eine oberflächliche Nutte, die nur mit demjenigen ins Bett geht, der den Kampf gewinnt. Dabei wird mit unflätigen Schimpfwörtern und grausamen Metaphern leider nicht gegeizt. Von einer gefährlichen Frau ist hier weit und breit nichts zu sehen.

Das gleiche in „Ich weiß, wie man sie rauspickt“ von Lawerence Block. Handlung: Mann reißt Frau in der Bar auf, legt sie flach und ermordet sie am Ende. Tatsächlich: Mehr umspannt die Handlung nicht. Es handelt sich hier mehr oder weniger um einen Porno, der durch gelegentliche Rückblenden unterbrochen wird. In diesen Rückblenden klagt die Dame abwechselnd darüber, dass ihre Ehe unglücklich sei, und ihr Lover denkt über seine Vergangenheit nach. In der sich alles um Sex zu drehen scheint. Er bietet ihr im Laufe des Abends an, ihren Mann für sie zu ermorden, sodass sie beide glücklich miteinander zusammen sein können. Das Ende ist, wie gesagt, ihr Tod, der ihn augenscheinlich äußerst erregt. Gelinde gesagt: Der Text ist pervers. Mit einer gefährlichen Frau ist hier absolut nichts.

Darüber hinaus gibt es noch einige Texte, die mit diversen Stilschnitzern daher kommen. Der titelgebende Text von Sharon Kay Penman hat am Ende sogar eine Anmerkung der Autorin, in der sie erklären muss, warum ihre Protagonistin eine gefährliche Frau ist, und dabei nicht einmal sonderlich überzeugend argumentiert. Der Text selbst ist eine lose Aneinanderreihung von Ereignissen, die in keinem wirklichen Zusammenhang stehen.

Alles in allem ist das Lesegefühl eher durchwachsen. Man wird seine Lieblinge haben, aber auch seine hassenswerten Exemplare. Dennoch wird für viele mehr als nur ein lesenswerter Text dabei sein. Hinzu kommt der Fanwert. Ich selbst habe das Buch geschenkt bekommen, hätte es mir aber ansonsten später auch selbst gekauft, allein schon wegen George Martin und vor allem auch Brandon Sanderson. Für Fans der in diesem Werk erschienen Autoren ist es also eine Überlegung wert. Notfalls kann man die schlechten Texte immer noch überblättern und hat nichts verpasst.

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Cover des Buches Planetenjäger (ISBN: 9783764531720)einz1975s avatar

Rezension zu "Planetenjäger" von George R. R. Martin

Planetenjäger
einz1975vor 4 Jahren

Eine Kolonie, weit weg von der Erde. Ramon Espejos wuchs in Mexiko auf, doch auf der Suche nach dem Glück, landete er eben genau hier. Schon vorher verbrachte er viel Zeit auf der Straße und er weiß wie man überlebt. Er ist kein feiner Kerl, keiner den man wirklich als seinen Kumpel bezeichnen würde. Selbst bei den Frauen hält er es nie lange aus, außer aktuell bei Elena. Doch ein Abend sollte sein Leben komplett ändern. Eine Bar, zu viel Alkohol und schon war der Streit nicht weit. Noch ein paar Schluck mehr und ein Kampf war unausweichlich. Keine Sekunde zu spät zückte Ramon das Messer und... nun ihr könnt euch denken wie es ausgegangen ist. Jetzt muss er dringend aus der Stadt, denn die Polizei wird schon nach ihm suchen.

Als Job, wenn man das so bezeichnen möchte, nennt er sich Prospektor. Er erkundet unerforschtes Gebiet, zeichnet Karten auf, nimmt Gesteinsproben und erforscht die Vegetation. Genau das versucht er erneut und flüchtet so in die Wildnis. Nach einigen Kilometern außerhalb der bekannten Region findet er einen geeigneten Platz und er geht seiner Bestimmung nach. Hier eine Probe und da eine kleine Sprengung, um herauszufinden welche Mineralen sich in dem Berg befinden. Leider lag er bei diesem Berg ganz falsch. Wie aus dem Nichts taucht eine Drohne auf und er wird gefangen genommen. So viel in etwa kann man auch vom Klappentext erfahren.

Nur wie es weitergeht., da war ich schon überrascht. Nicht das einfach nur eine simple Entführung durch Aliens dahinter steckt, vielmehr hat man ab dem ersten viertel des Buches eine Änderung der Hauptfigur und eine neue kommt hinzu. Es erinnert zum Teil an eine Flucht, eine Jagd, eine Expedition und an ein Experiment. Das es Aliens gibt wissen die Menschen schon seit vielen Jahren, Ohne sie wären die Menschen vielleicht nicht einmal auf diesem Planeten. Dennoch gibt es immer noch Lebewesen welche unbekannt sind und genau auf diese trifft Ramon. Die Jagd/Flucht wird wunderbar durch Nebensächlichkeiten beschrieben.

Wie etwa Feuer machen, Floß bauen, Essen fangen und vieles mehr. Selbst den Zwiespalt zwischen Jäger und Gejagten kann man schier stetig hören. Die Selbsterkenntnis und die Erinnerungen an die Vergangenheit helfen dem Leser Ramon besser zu verstehen. Vielleicht ist er doch nicht so ein harter Kerl für den er sich selbst hält?! Einzig die Wortwahl unseres Helden mag mir manchmal den Lesefluss gehemmt haben. Selbst wenn man auf der Straße groß geworden ist, muss man nicht zwingend auch so reden.

Fazit:
Kantig, Dreckig und mit einem ganz eigenen Charme. Ramon Espejos bringt mit seiner Art die feine saubere Gesellschaft der Zukunft ordentlich durcheinander und schön zu sehen, dass nicht immer alle Abenteuer nur einen Faden haben, sondern auch mit Überraschungen glänzen können. Schade nur, dass Ramons Wortschatz so begrenzt ist. Ein paar mehr Ausführungen zu den Aliens und den Raumschiffen haben mir noch gefehlt, aber sonst, gibt es in puncto Spannung und Abwechslung nichts zu meckern. Bis bald Ramon - En una nueva aventura!

Matthias

Autor: George R.R. Martin, Gardner Dozois, Daniel Abraha
Broschur: 352 Seiten
Verlag: GRRM By Penhaligon
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 26.06.2017
ISBN: 978-3-7645-3172-0

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Cover des Buches Planetenjäger (ISBN: 9783764531720)phantastische_fluchtens avatar

Rezension zu "Planetenjäger" von George R. R. Martin

Ein ruhiges aber durchaus spannendes Buch
phantastische_fluchtenvor 4 Jahren

Ramon Espejos wird es nie müde zu betonen, wer er ist. Mit Stolz nennt er seinen Namen, egal, ob er jemanden zusammen schlägt, ob er betrunken in einer Kneipe sitzt oder ob er mit Aliens konfrontiert wird. Er ist ein harter Hund, ein Einzelgänger, ein Überlebenskünstler, der sich nichts sagen lässt, sich von niemandem bevormunden lässt und für den Gefühle lediglich eine Ablenkung sind. Seine Beziehung zu Elena sieht er pragmatisch, bei ihr bekommt er ein Bett zum schlafen und Sex, Freunde hat er keine, er hat sie schon lange durch seine ruppige Art vertrieben. Als er in der Stadt wieder einmal über das Ziel hinausschießt und im Streit einen Menschen ersticht, macht er sich in seinem Transporter auf in die Wildnis. Als Prospektor erschließt er unbekannte Territorien und sucht nach Bodenschätzen, somit ist er die Einsamkeit der Wildnis gewohnt. Immerzu hofft er auf einen super Fund, eine Entdeckung, die ihn reich machen wird. Und er entdeckt etwas. Allerdings nicht das, was erwartet hat. Eine Alienrasse hat sich in der Wildnis vor allen Menschen und anderen Spezies verborgen und möchte auch weiterhin unentdeckt bleiben. Sie nehmen Ramon Espejos gefangen und zusammen mit dem Alien Maneck soll er einen entlaufenen Flüchtling aufspüren, damit das Geheimnis dieser fremdartigen Wesen bewahrt bleibt. Die zwei sehr unterschiedlichen Wesen müssen zusammen arbeiten, um in der Wildnis zu überleben, mögen sie noch so verschieden sein. Die Bücher von George R.R. Martin gehören nicht unbedingt zu meinen Favoriten,  seine SF Romane, die lange vor seinem GoT erschienen sind, zeichnen sich nicht unbedingt durch einen guten Schreibstil oder innovative Ideen aus. Aber Bücher, die er mit Co.-Autoren veröffentlich, wie die Asse Reihe oder jetzt dieses Buch, sind wirklich lesenswert, flüssig geschrieben und spannend. Die Selbstfindung des Ramon Espejos überzeugt von der ersten bis zur letzten Seite. In den Slums auf der Erde aufgewachsen, nimmt er die Chance wahr, auf einem fremden Planeten ein neues Leben zu beginnen. Aber der Underdog hat auch auf der neuen Welt kaum eine Chance, seine Träume zu verwirklichen. Seine Tätigkeit als Prospektor bringt ihm kaum Gewinn, das bißchen Geld, dass er einnimmt, versäuft er oder steckt es in die notwendigen Reparaturen seines alten Transporters. Seine Beziehung zu Elena ist ein stetiges auf und ab zwischen Streit und Versöhnung. Er ist ein Typ, der auch Frauen schlägt aber Elena steht ihm in nicht nach. Zwei Menschen, die einander ebenbürtig sind, eine Beziehung, die auf der Angst vor dem Alleine sein aufgebaut ist. Ramon Espejos sieht sich als harten Hund. Stets musste er in seinem Leben um alles kämpfen. Er macht keine Zugeständnisse und keine Kompromisse, er ist sein alleiniger Herr. Die Natur des neuen Planeten entspricht seinem Naturell. Hart und unbeugsam, karg. Als die Aliens ihn gefangen nehmen, ist das für diesen Mann eine wahre Tortur. Er versucht alles, um es dem Flüchtling zu ermöglichen, eine Siedlung zu erreichen und die Verfolgung zu verzögern. Den Autoren ist es sehr bildhaft und lebhaft gelungen, die Verzögerungstaktiken zu beschreiben, ich konnte mich öfters eines Schmunzelns nicht erwehren. Maneck weiß nichts über die Menschen, daher ist es für Ramon ein leichtes, den Außerirdischen zu übertölpeln. Die Rasse Manecks und die Rasse der Menschen sind sich völlig fremd, ein Verständnis und eine Annäherung scheint unmöglich. Planetenjäger entspricht nicht den Erwartungen, die man beim Betrachten des Covers hat. Es ist eine eher leise und ruhige Geschichte über die Selbstfindung eines Menschen und die Annäherung zweier Spezies. Ich habe beim Lesen des Buches an den Film Enemy Mine denken müssen. Auch dort nähern sich zwei Wesen unterschiedlicher Spezies einander an, müssen lernen, sich zu respektieren. Ramon Espejos reflektiert sein Leben und kommt zu dem Schluss, dass er etwas ändern muss. Aber wie? Gefangen in einer ewigen Spirale von Alkohol, Frust. Machogehabe und  Überlebenskampf scheint es kein entrinnen zu geben. Die Autoren haben ihren Protagonisten sehr lebhaft und glaubwürdig skizziert. Für einen Macho wie Ramon ist es nicht leicht, sich selbst zu hinterfragen. Und hier kommt kein Knalleffekt und keine unglaubwürdige Wendung, die Entwicklung schreitet langsam voran und wir sind jede Seite gespannt, wie es nun weiter geht und wie Ramon sich aus der Schlinge zieht, welche die Aliens um ihn gelegt haben. Keine Weltraumschlachten, kein erkennbares Gut oder Böse, keinerlei Ähnlichkeit mit gängigen SF Klischees, der SF Leser wird hier gefordert, sich auf eine einfache und ruhige Geschichte einzulassen. Für mich war dieses Buch mit seinen überraschenden Wendungen ein kleines Highlight des Lesejahrs 2017. Vielen wird es nicht gefallen, da es nicht der Norm entspricht aber wer gerne Joe Halderman liest, dem wird Planetenjäger sicher auch gefallen. Wer gute und innovative Fantasy mag, dem sei von Daniel Abraham die magischen Städte empfohlen, von Gardner Dozois gibt es wunderbare Kurzgeschichten, leider meist nur im Original.
Mehr rezensionen findet ihr auf meinem Blog
https://phantastische-fluchten.blogspot.de/2017/07/planetenjager-von-gardner-dozois-daniel.html

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