Garry Disher

 4,2 Sterne bei 217 Bewertungen
Autor von Bitter Wash Road, Gier und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Garry Disher

Garry Disher, geboren 1949, wuchs im ländlichen Südaustralien auf. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kriminalromane und Kinderbücher. Sein Werk wurde für den Booker Prize nominiert und mehrfach ausgezeichnet, u. a. dreimal mit dem Deutschen Krimipreis sowie mit dem wichtigsten australischen Krimipreis, dem Ned Kelly Award. Garry Disher lebt an der Südküste von Australien in der Nähe von Melbourne.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Moder (ISBN: 9783946582069)

Moder

 (1)
Neu erschienen am 01.09.2021 als Taschenbuch bei PULP MASTER.

Alle Bücher von Garry Disher

Cover des Buches Bitter Wash Road (ISBN: 9783293207776)

Bitter Wash Road

 (37)
Erschienen am 24.07.2017
Cover des Buches Gier (ISBN: 9783927734104)

Gier

 (20)
Erschienen am 01.01.2015
Cover des Buches Drachenmann (ISBN: 9783293205604)

Drachenmann

 (19)
Erschienen am 16.02.2012
Cover des Buches Hope Hill Drive (ISBN: 9783293005631)

Hope Hill Drive

 (13)
Erschienen am 24.08.2020
Cover des Buches Dreck (ISBN: 9783927734777)

Dreck

 (15)
Erschienen am 25.02.2014
Cover des Buches Kaltes Licht (ISBN: 9783293209077)

Kaltes Licht

 (13)
Erschienen am 15.02.2021
Cover des Buches Leiser Tod (ISBN: 9783293208810)

Leiser Tod

 (12)
Erschienen am 17.02.2020
Cover des Buches Flugrausch (ISBN: 9783293303553)

Flugrausch

 (12)
Erschienen am 16.11.2015

Neue Rezensionen zu Garry Disher

Cover des Buches Moder (ISBN: 9783946582069)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Moder" von Garry Disher

Verkommenes aus einer verkommenen Welt
aus-erlesenvor einem Monat

Die Auswirkungen der Machenschaften einiger Weniger spüren wir Tag für Tag. Da wird mit Summen jongliert, die den meisten ein Stirnrunzeln ins Gesicht zaubern, wenn sie ausrechnen müssen, um wie viele Stellen vor (!) dem Komma es sich handelt. Die meisten dieser Transaktionen bleiben jedoch im Verborgenen. Ausgemachte Schlitzohren – wie Jack Tremayne – sind die Drahtzieher dieser so genannten Geschäfte, die nach dem Ponzi-Schema ablaufen, einem Pyramide-System. Tremayne ist ein gerissener Gauner, der weiß wie man Kunden gewinnt und sie überzeugt zu investieren. Und er hat einen Plan wie er immer wieder davonkommen kann. Besonders jetzt. Die Staatsanwaltschaft ist ihm auf die Schliche gekommen. Bald schon wird er vor Gericht stehen. Es sei denn …

Es sei denn, dass da draußen – in diesem Falle eher da drinnen – jemand sitzt, der noch schlitzohriger ist als man selbst. Sam Kramer ist so einer. Er weiß ganz genau, was Tremayne vorhat. Er will fliehen. Mit einem Koffer. Einem Koffer voller Geld, rund eine Million. Nicht schlecht. Besonders, wenn man jemanden kennt, der das Risiko nicht scheut, sich diesen Koffer selbst unter den Nagel zu reißen. Was soll schon passieren? Einem Dieb die Beute klauen? Sicher kein Kinderspiel, wenn der zu Beklauende vom Kaliber eines Jack Tremayne ist. Doch wenn man Hilfe bekommt. Von einem wie … Wyatt Earp.

Dumm nur, dass Kramer einsitzt. Er also von Drinnen alles koordinieren muss. Wyatt Earp hört sich den Plan an. Machbar ist es. Einfach wird es bestimmt nicht. Vor allem, weil Kramer immer noch einsitzt. Earp kümmert sich um dessen Familie, schaut nach dem Rechten, passt auf, dass ihnen nichts passiert. Und nebenbei muss er einen Coup organisieren, der seine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Perfektion ist wie immer oberstes Gebot. Perfektion bedeutet sekundengenaue Planung, alle Eventualitäten berücksichtigen und neben Plan A noch diverse Notfallszenarien zu kennen und zu seinen Gunsten auszunutzen. 

Da kann man keine Ablenkung gebrauchen. Und hat bei Wyatt Earps Raubzügen schon mal was ohne Komplikationen funktioniert? Der Krimileser weiß, dass jede Wendung zur Steigerung der Spannung beiträgt. In „Moder“ kommt diese in Form von Nick Lazar daher. Der hat Wind bekommen von der großen Sache. Er bleckt sich die Zähne, weiß um die Beute. Als Kriegsveteran mit Afghanistan-Erfahrung sind ihm die fiesesten tricks nicht unbekannt. Allerdings kann er eine Sache nicht: In den Kopf von Wyatt Earp hineinsehen. Das ist Earps riesiger, wenn auch einziger Vorteil. 


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Cover des Buches Barrier Highway (ISBN: 9783293005723)Haverss avatar

Rezension zu "Barrier Highway" von Garry Disher

Hirsch rules!
Haversvor 2 Monaten

Paul „Hirsch“ Hirschhausen ist die Ein-Mann-Polizeidienststelle in Tiverton, der Kleinstadt im südaustralischen Outback. Sein Revier ist groß, aber dennoch hat er bei seinen täglichen Streifenfahrten immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen. Üblicherweise sind es eher Kleinigkeiten, mit denen er es zu tun hat, nicht die ausgeklügelten Verbrechen, wobei sich aber auch diese auf den ersten Blick harmlosen Vorfälle zu etwas Größerem auswachsen können.

Beispiele gefällig? Da gibt es den Wäschedieb, der die Unterwäsche älterer Frauen von den Leinen entwendet, das vernachlässigte, unterernährte Kind, zu dessen Rettung Hirsch gerufen wird, der wütende Vater, den er in der Grundschule beruhigen muss, die Gemeindemitglieder, die Bedenken haben, dass ihre Investitionen in ein geplantes Musikfestival in dunklen Kanälen verschwinden, die betrügerischen irischen Wanderarbeitet, die für die Instandsetzung angeblich maroder Dächer eine alte Frau um einen horrenden Geldbetrag bringen, und nicht zuletzt ein Vater/Sohn Duo mit einer tödlichen Mission. Und wenn das noch nicht genug wäre, muss sich Hirsch auch noch mit einer Stalkerin herumschlage, die jeden seiner Schritte beobachtet.

Zwar dauert es etwas, bis all diese Handlungsstränge in „Barrier Highway“ verknüpft sind, aber durch die stimmungsvollen Schilderungen von Land und Leute kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Und wie Disher schlussendlich all diese Ereignisse in Zusammenhang bringt, die Fäden jederzeit geordnet in der Hand hält, das ist große Schreibkunst und zeigt einmal mehr, dass es nicht der blutrünstigen Schilderung abscheulicher Morde bedarf, der sich weniger talentierte Autoren gerne bedienen, um Spannung zu generieren. 

Ein Kriminalroman von einem Meister seines Fachs, mit einem menschenfreundlichen Sympathieträger im Zentrum und einem Plot, der ohne die gerade in diesem Genre mittlerweile so verbreiteten voyeuristischen Schilderungen möglichst abartiger Verbrechen auskommt. Äußerst spannend und unterhaltsam, und deshalb nachdrücklich empfohlen.

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Cover des Buches Barrier Highway (ISBN: 9783293005723)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Barrier Highway" von Garry Disher

Einmal mehr abtauchen in Garry Dishers Kriminalphantasien
aus-erlesenvor 3 Monaten

Das ist sein Revier! Tiverton, tief im Süden Australiens. Eine kleine Stadt, aber von Überschaubarkeit doch ein Stück weit entfernt. Paul Hirschhausen, Constable, hat sich sein Revier im Kopf aufgeteilt. Rundgänge, die Augen offen halten – hier herrscht er. Doch er sitzt nicht auf dem Thron. Er mag es hier. Wer nun denkt, dass es hier ruhig zugeht, irrt sich gewaltig. 

Das beweist schon der Einstieg in den dritten Hirsch-Krimi „Barrier Highway“. Jedes Wort über den Verlauf der Geschichte, würde das Erlebnis Hirsch trüben. Deswegen nur so viel. Es ist August 2019. Winter in Australien – daran muss man sich als Nordkugelbewohner erstmal gewöhnen. Eis am Morgen auf den Gräsern, mitten im August! Das Jahr begann mit den weltweit für Aufsehen erregenden Waldbränden. 

Hirsch bekommt einen Anruf von einer Lehrerin. Sie macht auch Online-Unterricht – das kann man sich mittlerweile ganz gut vorstellen … Eine ihrer Schülerinnen wirkt oft abwesend, ist übermüdet und erzählt, dass sie nur sehr wenig zu essen bekommt. Ob Hirsch sich nicht mal darum kümmern könnte? Als Constable ist er natürlich – und so versteht er seine Arbeit auch – Ansprechpartner, wenn etwas nicht so läuft wie es laufen soll. Oft ist er der Kummerkasten, er hat jedoch gelernt, zwischen Belanglosigkeiten oder Eitelkeiten und echten Problemen unterscheiden zu können. 

Als er bei Lydia, der Elfjährigen ankommt, ist für Hirsch die Sache klar: Hier handelt es sich nicht um eine überbesorgte Lehrerin, die ihr Mütchen kühlen muss, sondern um ein echtes Problem. Die Kleine ist nur Haut und Knochen. Die Haare verfilzt. Sie ist schreckhaft. Dennoch schafft es Hirsch, dass sich Lydia nicht wehrt, als er sie auf den Arm nimmt und mit ihr zum Doktor fährt. Doktor Pillai duscht das Mädchen erstmal. Mehrmals. Die Läuse sind wahrscheinlich noch das kleinste Problem. 

Hirsch passt in diese Stadt wie kein anderer. Ruhig, ausgeglichen, analytisch ist er. Und das muss er sein. Denn hinter noch so kleinem Delikt, verbirgt sich oft etwas Größeres. Das beginnt beim von der Wäscheleine geklauten Schlüpfer und hört noch lange nicht auf, wenn ein Vater in der Schule Krawall macht. 

Garry Disher beweist mit seinem Constable Paul Hirschhausen einmal mehr, dass er ein Meister darin ist feinfühlige Ermittler sich dem Schrecken der Stadt (sei sie auch noch so klein) entgegenzustellen. Paul Hirschhausen bekommt im Laufe der mittlerweile drei erschienen Romane immer mehr Profil. Die langsame Erzählweise stört den Lesefluss in keiner Weise. Man merkt unentwegt wie sich die Geschichte entwickelt. Ohne Pause zieht auch „Barrier Highway“ den Leser in seinen Bann, der erst nach vierhundert Seiten enden wird. Und das ist das Traurige daran: Nun muss man wieder warten bis es endlich weiter geht mit Paul Hirschhausen im wenig beschauliche erscheinenden Tiverton. 


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