Garry Disher Drachenmann

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Inhaltsangabe zu „Drachenmann“ von Garry Disher

Im Peninsula District bei Melbourne herrscht kurz vor Weihnachten Hochbetrieb. Detective Inspector Hal Challis würde sich am liebsten ganz der Restaurierung eines alten Flugzeugs widmen. Dann aber wird eine junge Frau nachts auf dem Highway ermordet, kurz darauf geschieht ein zweiter Mord, ein anonymer Brief kündigt ein drittes Opfer an.

In der ersten Hälfte wirkt die Konstruktion der Erzählung durcheinander, am Ende fügt es sich elegant. Abzug in der B-Note.

— Beust
Beust

Von wegen Serienmörder-Thriller, das ist eine waschechte cop novel. Filigran aufgebaut, mit gutem Gespür für Personen und Stimmungen.

— Gulan
Gulan

Ein Krimi und Thriller, der für eine Zeitenwende des Genres steht...

— Joachim_Tiele
Joachim_Tiele

Atmosphärisch dicht, spannend, mit schnellen Schnitten und aus wechselnden Perspektiven erzählt.

— Barbara62
Barbara62

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  • Stimmungsvoll statt blutrünstig.

    Drachenmann
    Gulan

    Gulan

    Challis ließ den Blick über das Reservoir streifen. Was für ein gotterbärmlicher Ort zum Sterben. Brombeerdickichte, Farnkraut, steifes, drahtartiges Gras, kleine, düstere, knotige Bäume, heruntergekommen aussehender Eukalyptus, der Gestank urzeitlicher Gase. Die wenigen Wasservögel blieben stumm, und anstatt kühl und lebendig zu wirken, lag das Wasser schwer und still unter einer dicken Schicht Algen. Die feuchte Luft ließ ihn kaum atmen. Stechmücken schwärmten aus. Eine landete auf seinem Handgelenk. Er erwischte sie und sah einen Schmierer Blut. (S.74) Weihnachtszeit auf der Mornington Peninsula: Neben dem üblichen Betrieb im Hochsommer haben die Polizisten der Polizeistation in Waterloo einen besonders heiklen Fall zu lösen. Eine junge Frau wurde nachts auf dem Highway entführt und ermordet, eine zweite Frau wird vermisst. Da taucht in der örtlichen Zeitungsredaktion ein Brief des Mörders auf, in dem weitere Morde ankündigt werden. Nun könnte man annehmen, dass es sich hier um einen Serienkiller-Psychothriller handelt, aber weit gefehlt, denn „Drachenmann“ ist eine waschechte „cop novel“. Der Fokus von Autor Garry Disher liegt ganz klar nicht auf der Figur des Serienkillers, dessen Perspektive er zwar ganz sporadisch einnimmt, aber dessen Motive und Beweggründe er nicht weiter beleuchtet, sondern auf zahlreichen weiteren Figuren, vorwiegend den Polizisten. Dabei erweist sich Disher als unglaublich präziser Beobachter und Beschreiber der Atmosphäre, der Schauplätze, der Personen und ihrer Lebenssituationen. „Drachenmann“ ist der Auftaktroman einer Reihe von bislang sieben Romanen um Inspector Hal Challis. Die ersten fünf davon sind ins Deutsche übersetzt. Der Roman spielt in der fiktiven Stadt Waterloo (in echt: Hastings) auf der Mornington-Halbinsel südlich von Melbourne. Die Idee zu der Reihe hatte Garry Disher nach eigener Aussage, als gerade für ihn bei seiner anderen Reihe um den Gangster Wyatt etwas die Luft raus war und er mit Begeisterung die Romane um den Nottinghamer Inspektor Resnick von John Harvey las. Challis wollte erwidern, dass manche Leute ihr Glück nicht zu schätzen wussten, ließ es dann aber bleiben. Die Leute unterschätzten ihn, das wusste er, und es war ihm egal. Sie dachten, dass ein Polizist der gerne alte Flugzeuge restaurierte und mit einer Frau verheiratet war, die ihn hatte erschießen lassen wollen, dass das ein Mann war, der die Dinge schleifen ließ. Ein Mann, dem es nicht bestimmt war, es bei der Truppe noch weiter zu bringen, als er schon war, ein Inspector, nicht mehr. (S.140) Protagonist ist Inspector Hal Challis, der „Drachenmann“. Ein gelassener, empfindsamer Mann, aber gleichzeitig ein äußerst professioneller Polizist. Sein Spitzname bezieht sich auf sein Hobby: die Restauration einer „Dragon Rapide“, eines Doppeldeckers aus den 1930er Jahren. Challis lebt allein in einem Haus im Hinterland der Halbinsel, lässt sich im Laufe des Buches auf ein Liaison mit der örtlichen Zeitungsredakteurin ein. Seine Frau sitzt nach dem Mordversuch an ihm ein, doch ruft sie ihn regelmäßig an und er schafft es nicht, sich vollständig von ihr zu lösen, trifft sich sogar noch mit seinen Schwiegereltern. Die Morde setzen ihn als örtlichen Leiter der Kripo schon unter Druck, dennoch behält er einen kühlen Kopf. „Drachenmann“ ist äußerst filigran komponiert. Wo andere aufs Tempo drücken würden, überpacet Disher nicht. Er verfolgt konsequent seine Figuren und spinnt seine Stränge, bis diese am Ende ganz von allein zusammenfinden und dann doch im einem spannenden Showdown enden. Das alles macht diesen Roman zu einem starken Kriminalroman.

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    • 8
  • Ein realistischer Polizeiroman, man kann ihn einen Krimi nennen…

    Drachenmann
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    Ich besitze Garry Dishers Drachenmann, seit er 2001 im Züricher Unionsverlag in der gebundenen deutschen Erstausgabe erschienen war. Er hätte aus heutiger Perspektive gut in die Metro-Reihe gepasst, in der der Unionsverlag seine Spannungstitel untergebracht hat, die es bereits gab, und in der die Taschenbuchausgabe des Romans inzwischen auch erschienen ist. Seinerzeit war er ein Titel der Allgemeinen Reihe, denn, wie es Thomas Wörtche in einem kurzen Nachwort beschreibt, ist der Drachenmann eher ein realistischer Roman, in dem ein Polizist die Hauptfigur ist, als ein Krimi oder gar ein Psychothriller über einen Serienmörder in der seinerzeit üblichen Machart. Die sprichwörtliche Zeit ist auch an diesem Roman nicht vorbeigegangen, und so ist heute das, was den Drachenmann bei seinem Erscheinen von den damaligen Serienmörderromanen abgegrenzt hat, zu einem der Hauptcharakteristika späterer Psychothriller über Serienmörder geworden, nämlich dass der Täter von Anfang an, wenn vielleicht auch nicht immer namentlich und in seiner vollständigen Identität, dem Leser bekannt ist, sei es weil er im Roman bereits eine Rolle spielt oder in aktive Interaktion mit den ermittelnden Polizisten tritt, und nicht erst gegen Ende als deus ex machina aus dem Hut gezaubert wird. Ein realistischer Roman um einen Polizisten also, den der Verlag nicht in seiner renommierten Krimireihe unterbringen wollte. Seltsam…? Oder doch nicht? Heute ist der Drachenmann natürlich als Krimi anerkannt, sein Protagonist Hal Challis als Held einer inzwischen fünfbändigen Reihe wohletabliert, und – dies ist der Grund dafür, dass ich ihn jetzt und hier rezensiere – gerade eben bekam ich ein Werbemail von eBook.de, dass er aktuell zu einem Schnäppchenpreis (1) erhältlich ist. Dass mit dem Krimi als Genre insgesamt etwas passiert ist, pfeifen sogar auf LovelyBooks die Spatzen von den Dächern, wenn auch häufig dergestalt, dass einigen Büchern das Recht abgesprochen wird, sich Krimis nennen zu dürfen, wenn sie nicht den gerade gängigen Genrevorurteilen der jeweiligen Leser entsprechen (2). Zu den Rennern hier bei LovelyBooks zählt der Drachenmann eher nicht, was die geringe Anzahl an Rezensionen zeigt, und ich denke, dass die große Mehrheit der Krimi- und Thrillerfreunde hier bei LovelyBooks wohl besser die Finger davon lassen sollte, denn er erzählt von der Wirklichkeit, und die Wirklichkeit hat es nun einmal an sich, dass sie nicht eindimensional ist. Zunächst ist also wohl zu befürchten, dass für Einige hier bei LovelyBooks in diesem Roman wohl viel zu viele Personen und Schauplätze vorkommen, die man auseinanderhalten muss (das Glück, mit den Sagen des klassischen Altertums, darunter die Ilias des Homer, oder auch mit den Märchen der Gebrüder Grimm aufzuwachsen, in denen auch ziemlich viele verschiedene Personen auftreten, konnte natürlich nicht jeder haben). Ein Sympathieträger, mit dem man sich sofort und positiv identifizieren kann? Fehlanzeige, denn dieser Polizist ist nicht nur traurig (3), sondern ein depressiver Unsympath. Und dann geht es noch um die Lebensumstände und seelischen Zustände der beteiligten Personen; und der Autor erspart es uns nicht, die Gründe dafür zu darzustellen. In Australien hatte bereits kurz vor der Jahrtausendwende das stattgefunden, was hierzulande später als Agenda 2010 bekannt wurde, und, wie man weiß, zu einem Kaputtsparen des Öffentlichen Dienstes sowohl auf Seiten der Sozialarbeit als auch auf Seiten der Polizei geführt, reihenweisen Pleiten und entsprechende Entlassungen bei Klein- und Mittelunternehmen, und dort wie hier konnten Einzelne das regierungsseitige Schönsprechen von vorne herein entlarven, denn nur Wenige profitierten davon, und die große Mehrheit eher nicht: Aber obwohl mehr Geld in Umlauf war, verteilte es sich nicht zwangsläufig auf mehr Menschen. Eine befreundete Sozialpädagogin in der Stadtverwaltung hatte Challis von der wachsenden Anzahl obdachloser, drogenabhängiger Jugendlicher berichtet, mit denen sie zu tun hatte. Industriebetriebe und Geschäfte wurden aufgegeben, gleichzeitig zogen immer mehr Familien in die billigen Wohnsiedlungen, die sich an den Rändern der größten Orte (…) ausbreiteten. Die Regionalverwaltung, einst einer der größten Arbeitgeber, kürzte die Ausgaben auf das Allernotwendigste (…). ‚Freistellungen‘ erfolgten ohne Vorwarnung (…). Die Sozialpädagogin verkaufte jetzt hausgemachte Pickles und Marmeladen auf den Märkten der Gegend. – Das geschah jetzt überall, und mit den Folgen muss sich die Polizei herumschlagen. Dies ist sozusagen das Setting, in dem sich der Fall eines Serienmörders auf einer überwiegend touristischen Halbinsel in der Nähe von Melbourne abspielt. Neben den Touristen gibt es auf dieser Halbinsel auch eine Reihe Einheimischer, im australischen Hochsommer in der Weihnachtszeit eher in der Minderheit, aber diese führen ein ganz normales Leben, das, soweit sie Polizisten sind, auch Polizeiarbeit einschließt. Die Polizisten in diesem Roman haben alle ein Privatleben, ihre Geschichten und Marotten, und der Protagonist hat seinen Spitznamen Drachenmann daher, dass er seit Jahren daran arbeitet, ein historisches Militärflugzeug zu restaurieren, Modell Dragon (Drache)… Die Polizeiarbeit ist durch die Veränderungen im Öffentlichen Dienst ziemlich durcheinandergebracht. Es gibt keine eigenständige Mordkommission, sondern so etwas wie ein Mordbeauftragter (man kann ihn sich etwa wie einen Daten- oder Brandschutzbeauftragten in einer Firma vorstellen) arbeitet mit einzelnen Polizeirevieren zusammen, die einige ihrer Beamten zur Zusammenarbeit mit diesem abstellen müssen. So etwas wie eine Sonderkommission oder auch nur eindeutige Zuständigkeit für die Mordserie gibt es nicht, und alle Polizeibeamten arbeiten auch an allen anderen Fällen, die zur gleichen Zeit zu lösen sind, seien es Diebstähle durch eine Wahrsagerin, von Jugendlichen angezündete Briefkästen oder der Fall einer Neuseeländerin, die im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in Australien lebt und glaubt, von denjenigen, gegen die sie ausgesagt hat, enttarnt worden zu sein. Im Grunde verstößt der Drachenmann damit gegen alle Erwartungen eines Psychothrillers um einen Serienmörder. Spannung, im Sinne der aktuellen überwiegenden Lesererwartung (wenn man sich an den Rezensionen und Leserunden hier bei LovelyBooks orientiert): eher keine. Hier haben wir einen Roman, der bei seinem Erscheinen weder als Thriller, noch auch nur als Kriminalroman aufgetreten ist, der es dennoch geschafft hat, die Zukunft beider Genres zu prägen, zumindest soweit sie als literarische Krimis beziehungsweiseThriller angesehen werden. Wer sich für Gesellschaft interessiert, und dafür wie sie funktioniert, und darüber hinaus vielleicht so etwas wie die Fähigkeit zu analytischem Denken hat und diese auch auf einen Text übertragen kann, wird dennoch ein spannendes Leseerlebnis haben. Und er wird auch etwas über Literatur lernen können, nämlich wie aus schnöder Wirklichkeit Kunst entstehen kann. Und über die Genres Krimi und Thriller kann man natürlich auch etwas lernen, nämlich dass sie sich nicht auf die Kolportageliteratur (@Wikipedia) gleichen Namens beschränken, aber natürlich auch über die eine oder andere Leserunde hier bei LovelyBooks auf dem Niveau einer Tupperparty für Gedrucktes. Hier hat man aktuell für wenig Geld die Gelegenheit, einen großartigen Roman kennenzulernen und dabei herauszufinden, ob man mit Literatur etwas anfangen kann, also mit jenen Druckerzeugnissen, die zu lesen ein wenig mehr erfordert als die Fähigkeit, Buchstabieren zu können. Zu Shakespeares Zeiten – im aktuellen Jubiläumsjahr anlässlich seines 400. Todestages im Jahr 1616 kann man es vielleicht sagen – ging es bei seinen Stücken und Sonetten darum, sie einem breiten Publikum anzubieten, To the great Varity of Readers, wie es im Vorwort zum berühmten First Folio, nach seinem Tode im Jahr 1623 erschienen, hieß, Dem Fähigsten ebenso wie Demjenigen, der gerade mal buchstabieren kann (From the most able, to him that can but spell, zitiert nach dem Faksimile des Vorworts im Riverside-Shakespeare, Boston, 1974, übersetzt von J. T.). Glückliche Zeiten damals, was das Lesen ebenso angeht, wie das Verlegen von Büchern; denn sogar im Buchstabieren müssen sie vor vierhundert Jahren besser gewesen sein –, sonst hätte es nicht geklappt mit Shakepeares Weltruhm. Shitstorms welcome (von denjenigen, die eine Ironie auch dann nicht erkennen, wenn sie sie von vorne anspringt)! Joachim Tiele – 17.07.2016 ________________ (1) http://www.ebook.de/de/product/25325252/garry_disher_drachenmann.html?adCode=932Q20X41B10F&utm_source=al&utm_medium=em&utm_campaign=al_preishit_KW28&emst=J7JP76wvC2_179553_930079_4437 – wie lange dieses Angebot gilt, weiß ich natürlich nicht; am 17.07.2016, dem Tag des Verfassens dieser Rezension, galt für das Ebook ein Preis von € 4,99, regulär sind wohl € 8,99, das Taschenbuch kostet unverändert € 12,95. (2) Leserunde und der Krieg der Rezensionen um Sylvia B. Lindströms Inselfeuer sind ein gutes Beispiel dafür, wie Genre- und Leseinkompetenz bei Lesern und Rezensenten zu Fragen des Geschmacks verniedlicht werden und damit teilweise in die Richtung verbaler Bücherverbrennungen führen können: http://www.lovelybooks.de/autor/Sylvia-B.-Lindstr%C3%B6m/Inselfeuer-1205383714-w/. Das ist ja gar kein Krimi, sondern ein Roman, ist ein von mir gelegentlich zitiertes Highlight aus dieser Leserunde. Andererseits kann man natürlich feststellen, dass der Unionsverlag seinerzeit Skrupel hatte, den Drachenmann unter dem Rubrum Krimi segeln zu lassen, die der Aufbau Verlag bei Inselfeuer nicht hatte. Dritterseits, wiederum, gelten die Kriminalromane von Georges Simenon und Barbara Vine als Krimis, obwohl Milieu und Psychologie in ihnen eine mindestens so große Rolle spielen, wie die Verbrechen, die ihn ihnen aufgeklärt werden. Stendhals Rot und Schwarz, vierterseits, gilt gemeinhin nicht als Krimi, obwohl es dort um einen nach heutigen begriffen psychopathischen Mörder geht, der dafür hingerichtet wird (und auf Tatsachen beruht der Roman auch). Dass Rot und Schwarz nicht naturalistisch, aber dennoch realistisch ist, gilt Vielen als Ausweis seiner literarischen Qualität. Im gleichen Sinne konstruiert zu sein, ohne konstruiert zu wirken, war wohl noch im Jahr 2001 für den Unionsverlag Grund genug, den Drachenmann nicht als Kriminalroman anzubieten. (3) Witzig, ist mir gerade eingefallen: Als Deon Meyers Der traurige Polizist gerade auf Deutsch erschienen und noch lange kein Bestseller war, konnte sich mein damaliger Buchhändler meines Vertrauens noch daran erinnern, dass ich auch den Drachenmann bei ihm gekauft und ihn gut gefunden hatte. Heute, inzwischen ist er pensioniert, macht der gleiche Buchhändler beim Nennen des Namens Deon Meyer eine wegwerfende Handbewegung und spricht von Mainstream-Schrott… Nichts scheint aktuell auf dieser Welt mehr sehr sicher zu sein, nicht einmal, was ein guter Krimi ist (oder auch nicht).

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    • 10
  • Nichts für schwache Nerven

    Drachenmann
    Barbara62

    Barbara62

    05. December 2015 um 08:35

    Es ist kurz vor Weihnachten in der sommerlichen Hitze Australiens. Das Wasser wird knapp, es drohen Buschfeuer und Detective Inspektor Hal Challis wünscht sich nichts sehnlicher, als die Gespenster aus der Vergangenheit, die anlässlig des bevorstehenden Fests wieder lebendig werden, mit einem neuen Fall zu vertreiben. Sein Wunsch wird erhört: Auf dem Old Peninsula Highway vor Melbourne wird eine Frau auf brutale Weise vergewaltigt und ermordet. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord und in einem Brief an die örtliche Zeitung wird ein dritter angekündigt. Challis und sein Team begeben sich auf die Suche nach einem Serienmörder. Drachenmann aus dem Jahr 1999 ist der erste Krimi aus der Serie um den Ermittler Inspektor Hal. Atmosphärisch dicht, spannend, mit schnellen Schnitten und aus wechselnden Perspektiven erzählt Garry Disher eine Geschichte, die zugleich Krimi und Milieu-Studie ist, und die man kaum noch aus der Hand legen kann.

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  • Rezension zu "Drachenmann" von Garry Disher

    Drachenmann
    Urania

    Urania

    05. March 2011 um 21:48

    endlich mal ein krimi ohne durchgeknallte serienmörder, ohne schwarz-weiß-einteilung in gut und böse. disher schreibt filmisch, er beherrscht den perspektivwechsel wie nur wenige. es ist für erstaunlich, wenn eigentlich recht banale schilderungen des bösen (gemessen an den zunehmend voyeuristischen und dummen standards des genres) es vermögen, einen routinierten nonstop-krimileser mehrmals schlucken lassen. die täter dann auch noch nachvollziehbar darzustellen, in ihrer gesellschaftlichen verortung, ohne den moralischen zeigefinger zu erheben - das macht einen besonderen krimi aus. kein pageturner, sondern ein buch für genießer.

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  • Rezension zu "Drachenmann" von Garry Disher

    Drachenmann
    BertieWooster

    BertieWooster

    16. October 2009 um 22:46

    Der Krimi spielt in Australien in der Nähe von Melbourne. Kurz vor Weihnachten beginnt ein Triebtäter junge Frauen zu entführen, zu vergewaltigen und zu töten. Hal Challis ist zwar die Hauptfigur, da er die Ermittlungen leitet. Abwechselnd werden einzelne Szenen aus Sicht anderer Beteiligter geschildert. So wird das Ermittlungsteam vor Ort mit seinen persönlichen Problemen vorgestellt, aber auch kleine Kriminelle sind dabei. So wie sich die Hitze vor Weihnachten steigert, steigert der Autor geschickt auch die Spannung, in dem er auch den Triebtäter zum Teil in Form von Briefen an eine Zeitung zu Wort kommen lässt. Dieser sieht es als eine Art Wettkampf mit der Polizei, wobei er sich offensichtlich nicht überwindlich hält. Einzelne Geschichten haben auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun. Erst am Ende verknüpft der Autor die einzelnen Enden zu einem spannenden Finale. Da sich der Autor einer trockenen Sprache bedient, wirkt der Roman sehr realitätsnah.

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