Garth Greenwell

 4.1 Sterne bei 17 Bewertungen

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Was zu dir gehört

Was zu dir gehört

 (17)
Erschienen am 29.01.2018
What Belongs to You

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Erschienen am 05.05.2015

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Rezension zu "Was zu dir gehört" von Garth Greenwell

In seiner Hoffnungslosigkeit ein sehr trauriges Buch
WinfriedStanzickvor 2 Monaten



Ein von seinem amerikanischen Arbeitgeber für einige Zeit zur bulgarischen Filiale entsandter Mann in mittleren Jahren erzählt in diesem Buch von Garth Greenwell von seinen Erfahrungen, die er als Homosexueller in Sofia gemacht hat.
Der namenlose Erzähler ist Lehrer. Eines Tages - es ist Hebst und ungewöhnlich warm-  betritt er auf der Suche nach Sex die öffentlichen Toiletten des Kulturpalastes in Sofia. Dort trifft er auf Mitko, einen jungen Mann, der auf den Lehrer sofort einen großen Eindruck macht. Das Charisma aus Begehren und Gefahr zieht ihn unwiderstehlich an.

Der Amerikaner gibt Mitko Geld für seine Dienste, auch in den nächsten Wochen, als er ihn immer wieder trifft. Wahnsinnig angezogen von diesem widersprüchlichen jungen Mann, fühlt er sich zunehmend gefangen in seinem Begehren und in einer so noch nie erlebten Beziehung, in der das Bedürfnis nach Zärtlichkeit immer wieder gewalttätige Züge annimmt.

In vielen historischen Rückblenden lässt Garth Greenwell seinen Protagonisten sich seiner durchaus komplizierten Vergangenheit stellen. Immer wieder versucht er, sich von dem jungen Mann zu lösen, doch nicht nur das sexuelle Begehren, sondern auch Gefühle für ihn, die er bald schon hat, verhindern das. Auch seine viele Privilegien als Ausländer stehen wie eine Mauer zwischen den beiden Männern.
Garth Greenwell baut auf eine ehrliche, schonungslose und trotzdem poetische Weise eine  spannungsvolle Atmosphäre auf, in der Scham, Begehren, Lust und unterschwellige Aggression ein widersprüchliches Gemisch bilden.

Der namenlose Ich-Erzähler übt sich vergeblich in einer permanenten Selbstreflexion, die ihn aber nicht aus seinem Dilemma heraushelfen kann.

Obwohl mir selbst als heterosexueller Leser die Thematik völlig fremd blieb, kann ich den Roman würdigen, der sich mit einer alle Menschen berührenden Thematik beschäftigt: wie bin ich eigentlich zu dem geworden, der ich bin?

Dennoch bleibt „Was zu dir gehört“ in seiner Hoffnungslosigkeit ein sehr trauriges Buch.




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Stefanie_Lickerts avatar

Rezension zu "Was zu dir gehört" von Garth Greenwell

Eine Geschichte über Nähe und Distanz, Liebe und Freundschaft
Stefanie_Lickertvor 5 Monaten

Zum Inhalt des Buches und meiner Meinung:

Der Ich Autor der sein Leben in Amerika abbricht um in Bulgarien ein neues Leben aufzubauen und als Lehrer an einer Schule mit gutem Ruf zu arbeiten.
In seinem neuen Wohnort lernt er einen jungen Mann Namens Mirko auf der Straße kennen, den er gegen Bezahlung für Sex trifft um ein paar zärtliche schöne Stunden zu haben. Sie treffen sich immer wieder um Ihre gemeinsamem Sexuelle Leidenschaft zu teilen, beide fühlen sich stark zueinander hingezogen und der Ich Erzähler kann Mitko und seinem Verlangen nach Ihm nicht entkommen aber auch der Graben der sie voneinander trennt nicht entkommen.

Ein Roman von sexueller Abhängigkeit und deren Macht von Scham und Sehnsucht. Und über die Liebe entgegen jeder Eardcheinlichkeit.

Mich hat das lesen dieses Romanes gefesselt. Zum einen wird eine tragische Liebesgeschichte  erzählt die mich auch zur ein oder anderen Träne bewegt hat. Auch werden die Gesundheitlichen Folgen der sexuell Übertragbaren Krankheit Syphilles und deren Behandlung sehr Detailiert beschrieben, so klärt die Geschichte den Leser auch auf sich vor Krankheiten zu schützen.
Dieses Buch erzählt auch sehr tiefgründig über die Familienverhältnisse des Ich Erzählers der in Amerika aufwuchs und über das Leben des er in seiner Jugend geführt hat.

Mir hat dieses Buch mit seiner Geschichte sehr gut gefallen. Allerdings ziehe Ich in der Bewertung einen Stern von fünf Sternen ab, da ich an manchen Stellen Schwierigkeiten hatte den Bezug zwischen den Handlungen zu verstehen. 
Trotzdem ist Was zu dir gehört für mich ein Roman der zu meinen Lieblingsbüchern 2018 gehört und noch einmal gelesen wird.

Bewertung 4 von 5 Sternen 🌻🌻🌻🌻

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czytelniczka73s avatar

Rezension zu "Was zu dir gehört" von Garth Greenwell

Ich fand es großartig
czytelniczka73vor 6 Monaten

"...und ich fragte mich,wie es passieren konnte,dass ich einer jener Männer im Dunkeln geworden war,die darbringen,was man ihnen abverlangt,um zu erhalten,was man ihnen nicht aus freien Stücken gibt"


Inhalt:

"Ein amerikanischer Expat betritt die öffentlichen Toiletten des Kulturpalasts von Sofia, Bulgarien. Dort unten, wo niemand einfach so hingeht, trifft er Mitko, der Charisma ausstrahlt und Gefahr. Der Amerikaner bezahlt Mitko für Sex und trifft ihn danach immer wieder, gefangen in seinem Begehren und in einer Beziehung, in der Zärtlichkeit umzuschlagen droht in Gewalt. Und während er sich seiner komplizierten Vergangenheit stellen muss, kann er weder seinem Verlangen entkommen noch den Privilegien als Ausländer, die ihn von Mitko trennen"


Meinung:

Als der namenloser Ich-Erzähler die Toiletten des Nationalen Kulturpalastes in Sofia betritt,ist es kein Zufall.Er weißt ganz genau,dass dieser Ort ein beliebter Treffpunkt für Homosexuelle für anonymen,bezahlten Sex ist.Dort trifft er auf Mitko,der nicht nur sein Interesse weckt,sondern gleich eine bis dahin nicht gekannte Begierde.Er will zwar für den Sex nicht bezahlen,weniger aus den moralischen Gründen,mehr aus Stolz,doch kann er sich Mitkos Anziehungskraft nicht entziehen.Nach paar "öffentlichen" Treffen lädt der Protagonist Mitko zu sich nach Hause ein,obwohl ihm auch bewusst ist,dass es ein Fehler ist.Mitko ist ein sehr geschickter "Verkäufer",er dosiert seine Zuneigung sparsam,stellt Bedinungen,nennt die Kunden Freunde,um an noch mehr Gefälligkeiten zu gelangen.Das ist dem Erzähler natürlich bewusst,aber er versucht trotzdem etwas zu erkaufen,was man eigentlich nur geschenkt bekommen kann-echte Zuneigung,Zärtlichkeit ,Liebe.

Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Sehr realistisch,persönlich und gleichzeitig irgendwie distanziert,in schönen ,poetischen Sprache erzählte Geschichte über Sehnsucht nach Zugehörigkeit.Die unheilvolle,traurige Atmospähre die durchgehend in dem Roman herrscht,trifft direkt ins Herz und geht unter die Haut.An manchen Stellen aufwüllend und beklemmend,aber  auf jeden Fall lässt das Buch  den Leser emotional  nicht unberührt.Ich bin einfach begeistert,obwohl die Gefühle ,die die Geschichte hervorruft,schwer auf der Seele liegen,es ist einfach keine nette ,angenhme Erzählung,aber trotzdem sehr lesenswert.Und auch wenn das Thema in sich nicht neu ist,sollte man dem Buch doch eine Chance geben,weil es,meiner Meinung nach,virtuos geschrieben ist.Ich fand es auf jeden Fall goßartig!

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