Garth Risk Hallberg

 4 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor von City on Fire, City on Fire und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Garth Risk Hallberg

Garth Risk Hallberg wurde im November 1978 in der Nähe von Baton Rouge, der Hauptstadt des Bundesstaats Louisiana geboren, wuchs aber in Greenville in North Carolina auf. Als er im Alter von 16 Jahren an einem Schreibwettbewerb an der Duke University teilnahm, entdeckte er seine Leidenschaft für Literatur. Im Laufe der Zeit lebte er in Washington und in New York, wo er auch sein Studium mit einem Master of Fine Arts an der New York University abschloss. 2007 veröffentliche er sein erstes Buch, welches für den Believer Book Award nominiert wurde. "City on Fire" ist sein Debütroman. Hallberg lebt momentan zusammen mit Frau und ihren gemeinsamen zwei Kindern in Brooklyn in New York.

Alle Bücher von Garth Risk Hallberg

City on Fire

City on Fire

 (40)
Erschienen am 26.10.2017
Ein Naturführer der amerikanischen Familie

Ein Naturführer der amerikanischen Familie

 (1)
Erschienen am 13.09.2010
City on Fire

City on Fire

 (3)
Erschienen am 26.07.2016
A Field Guide to the North American Family

A Field Guide to the North American Family

 (0)
Erschienen am 29.03.2011
City on Fire

City on Fire

 (1)
Erschienen am 22.10.2015

Neue Rezensionen zu Garth Risk Hallberg

Neu

Rezension zu "City on Fire" von Garth Risk Hallberg

Viel Zeit und einen langen Atem...
MiNaSvor 3 Monaten

...verlangt Hallbergs City on Fire.

Der verkappte Künstler William Hamilton-Sweeney III., Erbe eines Firmenimperiums und Ex-Frontman der Band „Ex Post Facto“ (alias Billy Three-Sticks), führt zusammen mit seinem Lebensgefährten Mercer Goodman, Lehrer auf dem Weg zum eigenen Roman, in die Geschichte ein, die sich auf zwei weitere Protagonisten festlegt:

Williams Schwester Regan ist dem väterlichen Unternehmen nach Williams Verschwinden als Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit treu geblieben, befindet sich allerdings gerade in Trennung von ihrem Ehemann.
 
Charlie Weisbarger, Punk im Teenager-Alter zwischen Rebellion und Selbstfindung, bildet den Übergang zum roten Faden der Story: Charlie ist mit seiner Freundin Samantha Cicciaro auf dem Weg zu einem Gig der Band Ex Nihilo (Nachfolge-Band von Ex Post Facto, mit Frontmann Nicky Chaos). Dort angekommen, verschwindet Samantha, um noch etwas zu erledigen und bittet Charlie, sie später bei einem Park abzuholen. Als Charlie jedoch dort eintrifft, wird Samantha angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Mercer Goodman, der bei einer Familienfeier im Gebäude gegenüber des Parks war, findet sie und alarmiert die Polizei. Inspector Larry Pulaski wird hier Teil des Geschehens, bleibt jedoch eine (wenn auch interessante) Nebenfigur. Charlie, der sich nicht verzeihen kann, Samantha im Stich gelassen zu haben, versucht, Sinn und Orientierung in Bibel, Drogen und der Gesellschaft von Nicky Chaos und Co. zu finden.
 
Das Buch befasst sich im Wesentlichen mit der Entwicklung der verschiedenen Persönlichkeiten, ihren Beziehungen zu einander und ihrer Reaktion auf ihr Umfeld. Der exzentrische William, seine zuverlässige, aber äußerlich unnahbare Schwester und der emotional vernachlässigte und von Schuldgefühlen geplagte Charlie bilden hier einen gegensätzlichen Dreiklang, der mit immer neuer Schwingung auf sein Gegenüber trifft. Ein wiederholt auftauchendes Thema ist die Eltern-Kind-Beziehung und die hier bestehenden Konflikte aus der Vergangenheit.

So weit, so nachvollziehbar. Was der Geschichte aber einiges an Tempo nimmt, sind die Rückblenden: Auf insgesamt 265 Seiten erfahren wir nicht nur die Hintergründe zu den Hauptpersonen, sondern zu beinahe jeder Person, die an irgendeiner Stelle im Buch auftritt. Zusätzlich zum detailreichen, fast schon ausschweifenden Schreibstil Hallbergs verlangsamt dies die Geschichte nicht nur, sondern gibt ihr zunehmend die Zähigkeit von kaltem Honig, sodass ich zugeben muss, ab der Hälfte nicht nur die Rückblenden, sondern auch die Einschübe (zusätzlich 90 Seiten) überblättert zu haben. Und leider muss ich sagen: Es fehlt nichts, was die Geschichte komplettieren müsste.

City on Fire lebt vor allem von Hallbergs Fähigkeit, vielschichtige und gegensätzliche Charaktere zu erschaffen. Die Verbindung zwischen den einzelnen Personen, die immer sichtbarer wird, je weiter sich die Geschichte fortspinnt, hält den Leser "bei der Stange". Durch fließendere Übergänge und kürzere Kapitel erhält die Story im zweiten Teil des Buchs nun endlich die nötige Dynamik, sodass wir uns wie ein Läufer nach dem Warm-up nun im Dauerlauf und anschließendem Sprint unweigerlich auf die beinahe vorhergesagte Katastrophe zubewegen.

Fazit: Interessante Charaktere in einer guten Story, der zu viele Details die Spannung nehmen.

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Rezension zu "City on Fire" von Garth Risk Hallberg

Stadt im Feuer
MrsFoxxvor einem Jahr

Klappentext:
Neujahr 1977. Ein Schneesturm zieht über New York, Feuerwerk erleuchtet den Himmel und im Central Park fallen Schüsse. Die Ereignisse der Nacht bringen eine Gruppe unvergesslicher Menschen zusammen: die schwerreichen Erben William und Regan, zwei Punk-Kids, einen besessenen Magazin-Reporter und einen Cop. Sie alle leben und lieben hier, in der großen Stadt, die bankrott und gefährlich ist und zugleich vor Energie platzt. Als dann am 13. Juli 1977 die Lichter ausgehen, gerät die Stadt in den Ausnahmezustand – und nach dem Stromausfall ist kein Leben wie zuvor.

Mit „City on Fire“ hat Garth Risk Hallberg einen großartigen, tiefgehenden und erschütternden Roman über die wohl bekannteste Stadt der Welt und ihre Einwohner geschrieben. Einen Roman über Liebe, Betrug, Vergebung, Familie und Kunst. Zwar hat es ein paar Seiten gebraucht, bis ich in dieses Schwergewicht (1072 Seiten!) reingekommen bin und die Namen und Personen zuordnen konnte, aber dann hatte mich die Geschichte auch schon gefesselt und mitgerissen. Geschickt werden die unterschiedlichsten Protagonisten hier miteinander verbunden und zum Leben erweckt, sodass sich ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit angenehm lesen, und dennoch muss man aufpassen, dass man durch die nicht unbedingt geradlinige Erzählweise nichts verpasst. Dies ist kein Buch, das man mal schnell zwischendurch liest, auf diese Geschichte muss man sich einlassen. Mit Haut und Haar.
Besonders gefallen haben mir auch die Zwischenspiele, die großen Abschnitte im Buch teilen. Hier begegnet man einem persönlichen Brief, einem Artikel über Feuerwerker und vielem mehr, das wunderschön illustriert, perfekt in diesen komplexen Roman passt.

Fazit: Eine außergewöhnliche Geschichte über eine Stadt und ihre Menschen. Über Betrug, Liebe, Kunst und Familie. Ein Buch, das bei mir sicher noch lange nachhallt. 

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Rezension zu "City on Fire" von Garth Risk Hallberg

Risk ist sein zweiter Vorname
GillGartenstadtvor 2 Jahren

Im Sommer bin ich über ein Interview mit Garth Risk Hallberg im ZEITmagazin gestolpert und die Tatsache, dass er zwei Millionen Dollar Vorschuss für sein Debut bekam, machte mich neugierig, es zu lesen. Außerdem wollte ich immer mal nach New York, warum die Lesereise also nicht gleich mit einer Zeitreise in die 70er Jahre verbinden? Ich habe es auf Englisch gelesen.

Wie Hallberg mit der Zeit als erzählerisches Stilmittel umgeht, hat mir ganz besonders gut gefallen.
Es sind neun Protagonisten, deren Schicksale auf wunderliche Weise rund um ein Kriminalgeschehen im Kessel New Yorks verwoben sind, dass es ein Spaß ist, darüber zu lesen, weil diese Verknüpfungen erst nach und nach zum Vorschein kommen und man als Leser gefordert wird, sich zu erinnern oder aufmerksam zu lesen, um sich an manche Stelle genau erinnern zu können.
Die Art, wie Hallberg die Perspektivwechsel zwischen den Figuren entwickelt hat, nämlich, dass er ein Ereignis mal aus der Sicht des einen, dann zum Teil aus der Sicht des anderen erzählt, während eine weitere Figur in der Ferne an einer Straßenkreuzung vorbeihuscht, was vielleicht erst viel später an Bedeutung gewinnt und die Zeit in dem Roman also immer wieder ein Stückchen vor und zurückgedreht wird, dann in einem Gedanken mal weit in die Zukunft des jeweiligen Lebens blickt, fand ich gelungen. Mittendrin geht es sogar nochmal zurück in die 60er Jahre und die Figuren bekommen ein plastischeres Profil, weil man erfährt, warum sie so sind, wie sie sind.

Abwechslungsreich und visuell ansprechend fand ich die Unterbrechungen, wenn hier und da mal ein handgeschriebener Brief, ein journalistischer Beitrag mit Kaffeeflecken oder ein paar Fotos zwischen den Seiten stecken und man ziemlich genau erfährt, wie früher in Italien die Feuerwerkskörper von Hand hergestellt wurden.
Die Episode rund um Drogensucht und Punks hat mich persönlich nicht so wirklich angesprochen, aber vermutlich sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein... City on Fire hätte für mich auch spannend sein können, ohne dass gleich ein Gewaltverbrechen geschieht und aufgeklärt werden muss.

Wenn man sich als Leser an so einen Klotz wagt – und ich mag gar nicht daran denken, wie sich erst der Schriftsteller gefühlt haben muss, als er mit vollen Taschen vor seinen leeren Seiten saß, aber Risk ist ja nun mal sein zweiter Vorname – muss man eben Zeit und Geduld mitbringen, aber das wird in epischer Breite, gewürzt mit unzähligen literarischen, künstlerischen und musikalischen Bezügen, auf unterhaltsame Weise belohnt!

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