Gary Christenson

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Gold: 10.000 Dollar?

Gold: 10.000 Dollar?

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Erschienen am 27.05.2016

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Rezension zu "Gold: 10.000 Dollar?" von Gary Christenson

Eine Formel ohne Wert
R_Mantheyvor 2 Jahren

Als zentralen Punkt in diesem Buch muss man, wenn man den Titel zugrundelegt, die Formel für den "fairen" Goldpreis nennen, die von Gary Christenson stammt und von der Jürgen Müller offenbar begeistert ist. Mich wundert diese Begeisterung sehr, denn Müller hat einen Titel in den Naturwissenschaften und müsste den Unsinn dieser Formel eigentlich durchschauen.

Um deutlich zu machen, was Christenson tatsächlich entwickelt hat, möchte ich seine Vorgehensweise einmal auf die Spitze treiben: Ich suche also eine Kurve, die der des tatsächlichen (etwas geglätteten) Goldpreises der letzten Jahrzehnte sehr stark ähnelt. Das ist beispielsweise der (ebenso geglättete) Ölpreis. Legt man beide Kurven übereinander, so kann man die enorme Korrelation mehr als deutlich sehen. Nun behaupte ich, dass man die Entwicklung des Ölpreises gut voraussehen kann und schließe daraus auf einen Goldpreis von 10.000 Dollar in einigen Jahren. Natürlich sage ich das nicht direkt, sondern entwerfe verschiedene Szenarien oder "Varianten". Bei einer dieser Varianten entsteht dann die genannte Preisprognose. Natürlich würde eine große Mehrheit von Lesern mich dafür belächeln.

Nun, Gary Christenson macht aber nichts anderes. Es sieht nur nicht ganz so offensichtlich aus, wie von mir beschrieben. Aber das Prinzip ist dasselbe. Christensons Formel lautet bis auf einige Faktoren: Der "faire" Goldpreis ergibt sich als aus dem Produkt von Staatsverschuldung, Ölpreis und Schuldensteigerungsrate geteilt durch den Wert des S&P 500. Die Staatsverschuldung der USA und der Ölpreis waren in der Vergangenheit direkt (und sehr gut) mit dem Goldpreis korreliert, der S&P 500 invers, weshalb man hier teilen muss. Staatsverschuldung und S&P 500 heben sich in der Formel auf, sodass am Ende in Wirklichkeit der Ölpreis übrigbleibt.

Abgesehen von der logisch etwas seltsamen Konstruktion muss man sich natürlich fragen, was das Wort "fair" hier soll. Es dient wohl lediglich dazu, diese Formel aufzuwerten. Sie sagt über die Zukunft aber nicht mehr aus als die bisherige Goldpreiskurve selbst. Darüber hinaus ist sie völlig aus der Luft gegriffen und erweckt lediglich den Anschein, als würde sich der Goldpreis tatsächlich nach den drei benutzten Faktoren richten.

Der Trick hinter Christensons Vorgehensweise ist hingegen leicht zu sehen. Die Staatsverschuldung lässt sich gut voraussehen. Das impliziert, dass wenigstens einer der auftretenden "Einflussfaktoren" gut zu berechnen ist, womit die Formel an Wert gewinnt. Doch die anderen beiden Faktoren bleiben unvorhersehbar. Nun kommt noch das Argument, der Goldpreis wäre manipuliert. Allerdings ist das der Ölpreis in gewisser Weise ebenso. Hier versuchen einige Staaten Russland zu schaden, in dem sie den Preis drücken. Andere möchten über einen niedrigen Ölpreis die Fracking-Konkurrenz loswerden. Dass man auch den S&P 500 manipulieren kann, erwähnen die Autoren selbst.

Was bleibt also? Es besteht eine recht große Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis in Zukunft signifikant steigen wird. Auf welche Höhen er sich schwingen wird, ist dagegen unklar. Die Formel in diesem Buch bietet dafür nicht wirklich einen Anhaltspunkt, weil auch die Autoren verschiedene Varianten anbieten und nicht etwa Gewissheit.

Das Buch enthält jedoch mehr als nur diese seltsame Formel. Insbesondere erklären die Autoren, warum man Gold besitzen sollte. Das ist im Gegensatz zu ihrer Formel von höherer Substanz. Dies erklärt dann auch meine gemäßigte Bewertung dieses Buches.

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