Gary Dexter

 4.2 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Der Marodeur von Oxford, Why Not Catch-21? und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gary Dexter

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Gary DexterDer Marodeur von Oxford
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Der Marodeur von Oxford
Der Marodeur von Oxford
 (4)
Erschienen am 26.09.2013
Gary DexterWhy Not Catch-21?
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Why Not Catch-21?
Why Not Catch-21?
 (1)
Erschienen am 01.10.2008
Gary DexterTourist's Guide to Europe
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Tourist's Guide to Europe
Tourist's Guide to Europe
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Erschienen am 14.01.2000
Gary DexterTRASH TEST DUMMIES
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TRASH TEST DUMMIES
TRASH TEST DUMMIES
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Erschienen am 10.11.2000
Gary DexterThe Oxford Despoiler
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The Oxford Despoiler
The Oxford Despoiler
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Erschienen am 01.11.2009
Gary DexterTitle Deeds
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Title Deeds
Title Deeds
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Erschienen am 29.09.2010
Gary DexterAll the Materials for a Midnight Feast
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All the Materials for a Midnight Feast
All the Materials for a Midnight Feast
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Erschienen am 19.07.2011
Gary DexterPoisoned Pens
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Poisoned Pens
Poisoned Pens
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Erschienen am 24.08.2010

Neue Rezensionen zu Gary Dexter

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Anne-Kuhlmeyers avatar

Rezension zu "Der Marodeur von Oxford" von Gary Dexter

ein kluger Spaß
Anne-Kuhlmeyervor 5 Jahren

Zuallererst muss man von dem Spaß erzählen, den dieses Buch gemacht hat. Man kann auf dem Sofa liegen, sich in die viktorianische Zeit (1893) hineinlesen - fröhlich, ein wenig langweilig im besten Sinne, weil der Ductus so vertraut ist wie das eigne Sofakissen, entspannt - und bei jeder Passage vor sich hin kichern.
Da ist Olive Salter, die psychosomatisch belastete Schriftstellerin, die über ihren ersten, zunächst erfolglosen Roman Bekanntschaft mit dem schmuddeligen Dr. Henry St. Liver macht. Der Sexualwissenschaftler klärt „Fälle“ auf. Nix wirklich Schlimmes, eher etwas, das Menschen in verhältnismäßig übersichtliche Schwierigkeiten gebracht hat. (Der Umstand, dass sich ein Lord anlässlich seiner Hochzeit in der Kirche entblößt, ist zwar für niemanden ein wünschenswertes Geschehen, aber eben auch nicht unmittelbar lebensgefährlich.) Olive Salter wird Dr. Watson, während St. Liver in Sherlock Holmes Manier Rätsel löst. Nur die Schlüsse unterscheiden von denen seiner Vorlage erheblich. Er arbeitet, sagen wir, eher therapeutisch. Will heißen: Es gibt einen Konflikt, die persönliche sexuelle Präferenz vs. die gesellschaftliche Norm (die auch verinnerlicht ist, sonst wäre es ja nur ein äußerer Konflikt). Eine Situation erfordert die Hilfe von St Livers und führt dazu, sich zu offenbaren, was Entlastung beschert und die Scham mindert. St. Livers macht einen behavioristischen Lösungsvorschlag, der begeistert angenommen wird. Fertig. Ein Setting, was allein schon lustig genug ist, aber wunderbar an die Sherlock-Holmes-Geschichten anschließt, nur mit umgekehrtem Ergebnis. Niemand geht ins Gefängnis. Vielmehr lernt der ‚Außenseiter‘, mit seinem Sosein lustvoll zu leben Spannend, dass es in den Geschichten häufig um Scham geht, einem heute kaum beachteten Gefühl, dass man in der Persönlichkeitsentwicklung zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat ansiedeln muss und das in weniger individualisierten Gesellschaften als der unseren eine bedeutendere Rolle spielt. Man kann davon ausgehen, dass das im Ausgang des 19. Jahrhunderts in Europa auch so war, wenn man mal die Erzählzeit ernst nimmt. Zumindest war es sozial akzeptabel, schamhaft zu sein. Naja, St. Liver erlöst die Beschämten so oder so.
Heikler wird es beim Ekel. Sexuelle Befriedigung aus der Beobachtung der Defäkation zu ziehen, ist gewiss speziell und würde manchem Leser Tapferkeit abverlangen, wäre die Szene nicht so burlesk und brüllend komisch.
Hübsch auch lateinische und latiniforme Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht vorkommen. Iatronudie zum Beispiel: extrem selten gelesen, während das Phänomen vergleichsweise häufig anzutreffen ist.
Bei allem Spaß hantiert der Autor mit einem fundierten Wissen um psychodynamische Prozesse, was sehr erfreulich ist im Gegensatz zu jener Ahnungslosigkeit, die sich vielen sogenannten Psychothrillern findet.
Die unglaublichen vielen Anspielungen auf Bücher, Persönlichkeiten und deren Verbindungen lassen sich in dem klugen, aufschlussreichen und ebenso amüsanten Nachwort von Thomas Wörtche nachlesen.
Sollte man Oskar Wilde, Conan Doyle, Eleonore Marx, Iwan Bloch, Magnus Hirschfeld und, und, und ... nicht kennen, macht das überhaupt nichts. Wer Sinn fürs Komische hat, wird eine großartige Zeit mit diesem Buch verbringen.

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BrittToths avatar

Rezension zu "Der Marodeur von Oxford" von Gary Dexter

Geht so
BrittTothvor 5 Jahren

Henry St. Liver übermittelt Autorin Olive Salter in einem Brief seine Hochachtung über ihr neues Buch. Das unter einem männlichen Pseudonym herausgebrachte Buch der Autorin hat bei Henry St. Liver großen Eindruck hinterlassen und er lädt sie nach London ein, sich die Gemeinschaft des neuen Lebens anzuschauen. Olive Salter kommt der Einladung nach und siedelt nach London um. Sie leidet unter recht vielen Krankheiten, welche ihr ein Leben in der Großstadt schwer machen. Zusammen mit Henry St. Liver löst sie sehr pikante Fälle.

Henry St. Liver hat es sich zur Berufung gemacht, sich mit den sexuellen Neigungen der Menschen zu beschäftigen. Mit seinem guten Gespür für Menschen und einer verblüffenden Logik löst er Fall für Fall und überrascht Olive Salter immer wieder. Mit einer unvergleichlichen Brillanz gelingt es ihm, Menschen und ihre Handlungen einzuschätzen.

Eines Tages gibt es eine Rezension von Oscar Wilde zu dem Buch von Olive Salter. Ab da ist sie berühmt und outet sich, Inhaberin des männlichen Pseudonyms zu sein. Doch es gibt nicht nur positive Resonanz auf ihr Buch. Olive ist fasziniert von der Welt, in die ihr Henry St. Liver einen Einblick gewährt und widmet sich weiteren Aufzeichnungen, um noch ein Buch zu veröffentlichen.

Der Marodeur von Oxford von Gary Dexter

Seit Tagen überlege ich, wie ich dieses Buch beschreibe. Der Marodeur von Oxford von Gary Dexter konnte mich nicht wirklich  begeistern. Mir persönlich ist das alles zu weit hergeholt. Sicher gibt es diese Neigungen, doch die Überlegungen von Henry St. Liver entbehren für mich an manchen Stellen der Logik, sind weit hergeholt. So viel Menschenkenntnis zu besitzen wäre beängstigend. Vielleicht bin ich auch nur zu humorlos, lachen musste ich an keiner Stelle wirklich. Olive Salter empfand  ich manchmal sehr anstrengend mit ihrer Wehleidigkeit. Auch das ständige überrascht sein von ihr. Sie müsste sich irgendwann an die Arbeitsweise von St. Liver gewöhnt haben, so erwartete ich beim Lesen.

 

Erschienen im Verlag Diaphanes.



von-gary-dexter-2643.html

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literaturschocks avatar

Rezension zu "Der Marodeur von Oxford" von Gary Dexter

Ein Buch über Bücher - und ein Füllhorn an scharfsinnigen Ideen
literaturschockvor 5 Jahren

Olive Salter, Autorin des Buches "Geschichte einer australischen Scheune", welches unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht wurde, leidet unter vielfältigen Krankheiten. Angefangen mit Asthma und Bleichsucht, Juckflechte, Heufieber, Schlaflosigkeit, Migräne, Neurasthenie, bis hin zu Tachykardie und lokalen physischen Störungen. Als Dr. Henry St. Liver ihr einen Brief schreibt, in dem er seine Verehrung für ihren Erstling ausdrückt und sie einlädt einem Treffen der "Gemeinschaft des Neuen Lebens" beizuwohnen, ahnt sie noch nicht, dass diese Zusammenkunft ihr Leben verändern wird.

Dr. Henry St. Liver ist für Olive anfangs eine große Unbekannte, aber je mehr sie über ihn erfährt, umso mehr erliegt sie der Faszination seiner Berufung. Henry untersucht ganz im Stile Sherlock Holmes Verbrechen. Doch im Gegensatz zu denen des wohl berühmtesten Detektives aller Zeiten, zeichnen sich seine Fälle durch ihre eher pikanten Details aus. Um einen "viktorianischen Porno", so die Bezeichnung auf Rückseite, handelt es sich nicht unbedingt, aber trotzdem spielt Erotik eine zentrale Rolle. Olive fühlt sich weniger zu dem Mann Henry hingezogen, als mehr zu den lüsternen Rätseln, die er mit überraschendem Scharfsinn zu lösen weiß.

Wer dieses Buch - erwähnenswert sei hier beispielsweise Monsieur Guillaumes Monolog über das Defäkieren - nicht mit einem Dauergrinsen im Gesicht liest, dem ist wahrhaftig nicht mehr zu helfen. In diesem Füllhorn schriftstellerischer Qualität ist jede Seite ein Genuss und ein Erlebnis der besonderen Art. Normale Unterhaltungen zwischen Henry und Olive gestalten sich folgendermaßen:

"Das Konsumieren von Exkrementen ist wohl ein recht vernachlässigtes Leitmotiv in der Weltkultur", begann Henry an einem schönen Junimorgen, als wir beim Frühstück saßen.

Henrys Empfehlungen bringen es auf den Punkt und beweisen immer wieder seinen Scharfsinn und die Fähigkeit, Menschen und deren Beziehungen untereinander zu beobachten und einzuschätzen: "Die regelmäßige und harmonische Ausübung des Sexualaktes über einen langen Zeitraum mit einem Mann, für den Sie tiefe, erwiderte Gefühle hegen, hat eine starke anti-aphrodisierende Wirkung."

Gary Dexter liebt Bücher und die Welt der Literatur. Und deshalb schreibt er auch so gerne Bücher über Bücher. Er widmet eine der Kriminalgeschichten Oscar Wilde, den er als wortkargen Genossen vorstellt und dessen Ruf wohl sein größtes Werk sei. Auch Edgar Rampoe, der Erfinder der japanischen Kriminalliteratur, tritt in Erscheinung und immer wieder gibt es Bezüge Sherlock Holmes mit einer hinreißenden Olive Salter als Pendent zu Dr. Watson. Die sexualwissenschaftlichen Beobachtungen basieren unter anderem auf Freud und Iwan Bloch und manchmal wirft Dexter mit Begriffen, die einer Sexualenzyklopädie entsprungen zu sein scheinen, nur so um sich.

"Der Marodeur von Oxford" erschien im Diaphanes-Verlag in der Reihe "Penser Pulp", die der Verlag mit den folgenden Worten beschreibt: "Stellen Sie sich vor, Avantgarde und Pulp, Georges Perec und Jim Thompson, hätten zusammengearbeitet, und Alain Corneau hätte daraus einen Film gemacht, der dann programmatisch »Série noir« heißen mu?sste. So eine Mischung könnte man gar nicht anders nennen als »Penser Pulp«." Das Titelbild mit dem viktorianisch beschuhten Frauenbein passt zum Inhalt (genau genommen sogar zum ersten Fall), aber leider spricht es mich gar nicht an. Den Stil empfinde ich als reizlos und gewöhnlich und ich hätte dem Buch im Handel kaum einen zweiten Blick gegönnt.

Einen weiteren, sehr detaillierten Einblick in das Buch gibt das Nachwort von Herausgeber Thomas Wörtche, der sich in Deutschland schon lange einen Namen als Literaturkritiker und Publizist gemacht hat und auch die Übersetzung von Zoë Beck ist hervorragend.

Zugegeben: Ich hatte Angst vor dieser Rezension, denn wie könnte ich so einem Buch gerecht werden? Noch immer bin ich vollständig erfüllt von der raffinierten Wortgewalt Gary Dexters und trotzdem fühlt es sich so an, als ob mich "Der Marodeur von Oxford" der Fähigkeit, mich angemessen auszudrücken, beraubt hätte. Doch kann das sein? Und welche erotischen Hintergründe könnte dies haben? Ein Rätsel, das wohl nur Henry lösen könnte. Eigentlich müsste ich auf den Autor böse sein. Das Buch lässt sich mit einem Mann vergleichen. Hat man so einen Schatz entdeckt und verliert ihn, ist man für viele Nachfolger erst einmal verdorben. Natürlich, ich kann jederzeit wieder zurückkehren in Olives und Henry St. Livres London des Jahres 1892, aber zukünftige Bücher müssen nun ganz penibel ausgesucht werden, denn solche Perlen gibt es nicht oft und sie sind mir in der Vergangenheit auch schon selten genug begegnet.

Spielte ich Rezensionen-Bullshit-Bingo, so müsste ich Kreuzchen setzen bei den Adjektiven: ebenso scharfsinnig wie scharfzüngig, detailreich, humorvoll, pointiert und satirisch.

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Gespräche aus der Community

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DieBuchkolumnistins avatar

Fragefreitag mit Zoë Beck und Buchverlosung zu "Der Marodeur von Oxford"

London, 1892. Dr. Henry St. Liver und Olive Salter haben mit jeder Menge mysteriöser Ereignisse und beunruhigender Vorfälle zu tun: Exhibitionistische Adlige, diebische Nonnen, verschwundene Ritualgegenstände, marodierende Wesen unklarer Spezies und seltsame Gourmets bevölkern die Fallgeschichten, gegen die sich die simplen Verbrecherjagden der Kollegen Sherlock Holmes und Dr. Watson durchsichtig und eindimensional ausnehmen. Wider den viktorianischen Zeitgeist klären St. Liver und Salter Fälle aus dem Gebiet der »Psychopathia sexualis«. »Ein einziges Vergnügen« befand die britische Presse über dieses sprachlich brillante Stück Literatur, in dem die menschliche Sexualität die Welt abgründig, aber auch heiterer erscheinen lässt.

Normalerweise stehen beim LovelyBooks FrageFreitag Autoren Rede und Antwort zu ihren eigenen Büchern - für Zoë Beck machen wir heute eine Ausnahme. Sie hat "Der Marodeur von Oxford" nämlich nicht selbst geschrieben, sondern für Gary Dexter übersetzt. Aber sie ist so begeistert davon, dass sie uns nun selbst erzählen soll, was es mit diesem Roman auf sich hat. Gemeinsam mit dem diaphanes Verlag verlosen wir wieder fünf Exemplare des Romans unter allen Fragestellern und wir wünschen Euch und Zoë viel Spaß beim gemeinsamen Austausch! Selbstverständlich könnt Ihr sie alles rund um ihre Übersetzertätigkeit, den Roman sowie ihre eigene Arbeit als Autorin fragen!

Der eigentliche Autor Gary Dexter schreibt normalerweise Kolumnen für "The Guardian", "The Times", "The Spectator", "The Sunday Telegraph" sowie die FTD. Er lebt in Norwich. Zoë Beck ist ebenfalls Redakteurin, Übersetzerin, Katzenliebhaberin und Autorin und schreibt Romane, Thriller und alles, wofür sie sich begeistern kann. Sie hat bereits den Friedrich-Glauser-Preis erhalten und wurde mehrmals nominiert. Aktuell lebt sie in Berlin. Alle weiteren Informationen über sie sind entweder in den sozialen Netzwerken oder auf ihrer Website zu finden: http://www.zoebeck.net/
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