Gary Victor

 3.8 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Schweinezeiten, Suff und Sühne und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Dreizehn Voodoo-Erzählungen
 (1)
Neu erschienen am 01.09.2018 als Taschenbuch bei litradukt Literatureditionen.

Alle Bücher von Gary Victor

Gary VictorSchweinezeiten
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Schweinezeiten
Schweinezeiten
 (17)
Erschienen am 14.03.2016
Gary VictorSoro
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Soro
Soro
 (2)
Erschienen am 10.04.2015
Gary VictorSuff und Sühne
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Suff und Sühne
Suff und Sühne
 (2)
Erschienen am 01.03.2017
Gary VictorDreizehn Voodoo-Erzählungen
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Dreizehn Voodoo-Erzählungen
Dreizehn Voodoo-Erzählungen
 (1)
Erschienen am 01.09.2018
Gary VictorSoro. Kriminalroman aus Haiti
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Soro. Kriminalroman aus Haiti
Soro. Kriminalroman aus Haiti
 (1)
Erschienen am 05.07.2015
Gary VictorDer Blutchor
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Der Blutchor
Der Blutchor
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Erschienen am 23.11.2017
Gary VictorKünstler lesen für Haiti - Der Blutchor
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Künstler lesen für Haiti - Der Blutchor
Künstler lesen für Haiti - Der Blutchor
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Erschienen am 14.02.2011

Neue Rezensionen zu Gary Victor

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Dreizehn Voodoo-Erzählungen" von Gary Victor

Schaurig-fremd
aus-erlesenvor 2 Monaten

Stellen Sie sich Folgendes vor: Kabinettssitzung der Regierung. Da erdreistet sich jemand einem Senator Widerworte zu geben. Und was macht der? Er fuchtelt mit einer Säge herum, die er stets im Koffer mit sich herumträgt. Schräg? Irre? In Haïti schon. Zumindest in der Phantasie der Stimme der Insel. Und die gehört Gary Victor. 
Diese groteske Geste ist das Ende einer dieser dreizehn Geschichten, die sicherlich keine Urlaubsgefühl verströmen, doch ein Land beschreiben, das uns im Kopf so fern ist wie die geographische Distanz. Dem wilden Fuchteln geht ein ganz pragmatischer Ansatz voraus. Kerou will unbedingt Senator werden – es wird klappen, denn sonst könnte er sich nicht wie die Axt im Walde bzw. die Säge im Koffer benehmen. Der Wunsch, der Drang nach Macht ist so groß, dass er sich einem bòkò, einem Voodoopriester anvertraut. Diese stehen aber oft auf der dunklen Seite der Magie – das, was heutzutage gern als „normaler“ Voodoo-Kult angesehen wird. Ob nun im Ernst oder aus eigenem Machterhalt angestachelt, stellt er dem Senatorenplatzanwärter vor eine schier unlösbare Aufgabe: Er soll mit einer Bettlerin schlafen. Man muss wissen, dass Kerou sehr auf Ordnung und Reinlichkeit achtet. Nicht nur eine olfaktorische Herausforderung für den Günstling der Hölle! Sein Leibwächter Carl bringt ihn zu einem Friedhof. Und siehe da! Kerou wird fündig. Die Bettlerin ist sehr jung, hübsch und entspricht gar nicht dem gängigen (olfaktorisch herausfordernden) Klischee. Kerou ist ein Glückspilz! Carl bringt Kerou und die Aufgabe ins Hotel. Ein lauter Knall erschüttert die Nacht. Carl ist gerade fertig sich aktiv auszumalen, was da oben im Zimmer abgeht, als ihm der Gedanke kommt, dass da irgendwas nicht stimmen kann. So viel Glück kann einer allein doch nicht haben. Dann kam auch schon der Feuerball im Gleichschritt mit dem Knall. Im Kopf lädiert wird Kerou aber dennoch entsprechend belohnt. Nur halt mit dem Manko der Säge … Tja, auch im Voodoo hat die Medaille zwei Seiten. 
Auch in diesen Erzählungen muss der Fan des haïtianischen Autors nicht auf Dieuswalwe Azémar verzichten. Er hat einen Assistenten, dem er einen beunruhigenden Bericht mit auf den Weg gibt. Zermahlene Körper und ein Minister. Alles nur fauler Zauber? Oder das Werk eines Wahnsinnigen. Tranpe, der Zuckerrohrschnapps, dem Azémar so gern und reichlich zuspricht, hilft. Nicht gegen die Erinnerungen. Die bleiben, werden aber durch das Gesöff erstaunlich erträglich.
Dreizehn Mal schickt Gary Victor den Leser auf eine Odyssee der Gefühle. Angewidert, schockiert und immer wieder fasziniert betäubt der Autor den Leser mit wilden Ritualen, die eigentlich nur aus einem Märchen stammen können. Doch sie sind real, in einer Welt, die von Macht und Korruption geprägt ist und durch die Kraft der Phantasie immer während neue Nahrung erhält.

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pardens avatar

Rezension zu "Soro" von Gary Victor

Düster, witzig, grotesk...
pardenvor 2 Monaten

DÜSTER, WITZIG, GROTESK...

Port-au-Prince, 12. Januar 2010: Kaum dem Erdbeben entronnen, wird Inspektor Azémar mit einem Spezialauftrag betraut: Er soll herausfinden, mit wem die Frau seines Vorgesetzten in dem Stundenhotel war, unter dessen Trümmern ihre Leiche gefunden wurde. Dumm nur, dass er selbst dieser Mann war. Außerdem ist da noch der berühmte Maler, der angeblich dem Erdbeben zum Opfer gefallen ist. Dieuswalwe Azémar im Mittelpunkt eines Dramas um Liebe Freundschaft und Loyalität.


"Du bringst dich gerade in eine üble Bredouille, Dieuswalwe", flüsterte ihm eine Stimme in seinem Kopf zu. "Genauso gut könntest du dir eine Kugel durch den Kopf schießen." (S. 7)


Leider ist dies nicht der erste Band der Trilogie (Reihe?) um Inspektor Dieuswalwe Azémar, wie ich zunächst dachte, sondern der zweite. Ein wenig störend war dies schon, da hier immer wieder Rückblenden auf den ersten Fall ('Schweinezeiten') präsentiert werden. Ansonsten aber ist dieser zweite Band in sich abgeschlossen und kann auch für sich alleine gelesen werden.

Soweit ich mich erinnere, ist dies das erste in Haiti spielende Buch, das ich je gelesen habe, und gerade im Hinblick auf den Untertitel ('Ein Voodoo-Krimi') war ich sehr neugierig, wie dieses mystische Element hier einfließen würde. Und ja, es fließt ein, und wie! Gerade bei dem mysteriösen Todesfall des berühmten Malers spielt der (Aber-)Glaube der Haitianer eine große Rolle. Aber auch bei anderen Gelegenheiten kommt man immer wieder mit den Geistern und Ritualen des Landes in Berührung.

Dieuswalwe Azémar ist ein absolut fertiger Typ. Es gibt nicht mehr viel im Leben, was ihm wichtig ist: seine Freundschaft und Loyalität zu seinem Vorgesetzten Solon und v.a. seine Tochter. Gäbe es diese Anker in seinem Leben nicht, hätte sich der Inspektor sicher schon längst zu Tode gesoffen. Aber auch so ist der Zuckerrohrschnaps sein täglich Brot - und ohne diese Betäubung hielte Azémar die Zustände in Haiti nicht mehr aus.

Ein düsteres Bild des Landes malt Gary Victor da, der zu den meistgelesenen Autoren Haitis zählt. Das Erdbeben ist natürlich eine nationale Katastrophe, und viele Menschen stehe buchstäblich vor dem Nichts, sofern sie mit dem Leben davon gekommen sind. Doch Staat und Polizeiapparat sind desolat, Politiker und Polizisten überwiegend korrupt, Mitglieder der UN-Truppen agieren als militärische Besatzer und stehen Politikern und Polizisten in ihrer kriminellen Energie, die Bevölkerung zu unterdrücken und auszubeuten, in nichts nach. Den Menschen wird kein bisschen geholfen.

Und mittendrin der Antiheld Azémar, der unter diesen Bedingungen versucht, seine Wertvorstellungen noch irgendwie aufrecht zu halten, um sich morgens noch im Spiegel anschauen zu können. Doch nun geraten seine Vorsätze gehörig ins Wanken, hat er doch im Suff mit der Frau seines Vorgesetzten geschlafen und droht nun dessen Rückhalt und Freundschaft zu verlieren. Wie weit wird der Inspektor gehen, um seinen Freund Solon nicht zu verlieren?

Dass Azémar seine Skrupel durchaus über Bord werfen kann, beweist er hier hinlänglich. Gerade gegen Ende helfen oft nur noch die Beretta und gute Reflexe, doch auch sonst macht der Inspektor nicht unbedingt viel Federlesens. Ein haitianischer lonesome Cowboy, der letzte der Gerechten, der sich im Suff zu verlieren droht. Ein düsterer Crime Noir ist dies, mit einem Antihelden in einer verkommenen Gesellschaft, dazu massenweise beißende Sozialkritik mit schwarzem Humor und einem Zug ins Mystische.

Viel Stoff wird einem hier auf gerade einmal 144 Seiten geboten, ein kompaktes und vollkommen desolates Bild Haitis gezeichnet und ein Antiheld präsentiert, an dem man sich reiben kann. Und in jedem Fall bin ich nun auch neugierig auf die weiteren Fälle von Azémar!


© Parden

Kommentare: 6
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Minnies avatar

Rezension zu "Schweinezeiten" von Gary Victor

Schweinezeiten
Minnievor 4 Jahren

Azèmar ist Inspektor auf Haiti, er ist nicht der typische Beamte, sein treuster Begleiter ist der Alkohol. Seine Tochter Mireya hat er im Internat Blut der Apostel untergebracht, da er meint das sie es dort um einiges besser hat als bei ihm. Als Mireya ins Ausland adoptiert werden soll, kommen ihm plötzlich Zweifel ob er das wirklich noch will und beginnt Nachforschungen über das Internat zumachen,  plötzlich tauchen Ungereimtheiten auf und es beginnt der Wettlauf gegen die Zeit.

Mir hat Schweinezeiten nicht gefallen, der Alkohol hat die Hauptrolle gespielt und der Voodoo kam im Buch eindeutig zu kurz. Für mein Empfinden kam auch keine richtige Spannung auf. Die Charaktere waren mir auch eher unsympathisch.
Also im Großen und Ganzen war das nichts für mich.

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Gespräche aus der Community

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Axynias avatar

Bewerben Sie sich auf die Leserunde für das seit Januar im CulturBooks Verlag erhältliche E-Book "Schweinezeiten" von Gary Victor und gewinnen Sie eines von 10 Freiexemplaren zum Rezensieren. Ein spannender Kriminalroman, der es auf die Weltempfänger Bestenliste der LitProm geschafft hat!



Über das E-Book:
Ein drückend heißer Sommer in Haiti. Inspektor Dieuswalwe Azémar hält sich für eine gescheiterte Existenz: Da er sich mit der allgemeinen Korruption nicht abfinden kann, wird er immer als Versager gelten, dem nur noch der Alkohol Trost spenden kann. Als jedoch das Leben seiner Tochter durch die Machenschaften einer Sekte in Gefahr gerät, findet er seine Reflexe als Elitepolizist wieder.

Ein weiteres Mal zieht der »Dirty Harry« von Port-au-Prince mit seiner Beretta und viel Zuckerrohrschnaps in den Kampf gegen Verbrechen, Korruption und okkulte Mächte. Was verbirgt sich hinter der »Kirche vom Blut der Apostel«? Was hat der Traum seiner Tochter zu bedeuten? Und was hat all das mit der seltsamen Verwandlung zu tun, die mit seinem ehemaligen Assistenten vor sich geht?

Ein Voodoo-Krimi mit all den Zutaten, die Inspektor Azémar in Haiti zur Kultfigur machen.

Über den Autor:
Gary Victor, geboren 1958 in Port-au-Prince, von Beruf ursprünglich Agronom, gehört zu den populärsten Gegenwartsautoren Haitis. Für seine Romane, Erzählungen und Theaterstücke wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Prix du livre RFO und dem Prix littéraire des Caraïbes. Sein schonungsloser Blick auf die Gesellschaft macht ihn zum subversivsten Autor seines Landes, dessen Radio- und Fernsehbeiträge regelmäßig für Aufregung sorgen.

Warum es den Verlegern von CulturBooks gefällt:

"Gary Victor entwirft ein wüstes Bild der Gier in Haiti. Doch trotz dieser »grellen Farben der Verzweiflung« kommt Gary Victors Kriminalroman, der auf der Bestenliste des Weltempfängers stand, hoch spannend und rasant schwarzhumorig daher. Begeisternd!"

Bewerben Sie sich bis Mittwoch, den 21.01. und machen Sie mit!

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