Gavin Extence Libellen im Kopf

(48)

Lovelybooks Bewertung

  • 45 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 0 Leser
  • 26 Rezensionen
(16)
(20)
(9)
(2)
(1)

Inhaltsangabe zu „Libellen im Kopf“ von Gavin Extence

Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …

Sehr authentisch und emotional!

— MatthiasBreimann
MatthiasBreimann

Ein intensiver, psychologisch enorm wertvoller Roman mit unvergesslichen Figuren,die einen in den Bann ziehen und nicht los lassen.

— Buecherwurmanja
Buecherwurmanja

Wunderbar erzählt, als Geschichte aber etwas dünn. Drei Punkte für das Buch, einen zusätzlich für das ehrliche, nahegehende Nachwort!

— lex-books
lex-books

Ein unglaublich gutes Buch über eine psychisch erkrankte Person. Mit sehr viel Liebe zum Detail und zu den Emotionen.

— JayLaFleur
JayLaFleur

4.5 Sterne - offener und mutiger Einblick in den "Alltag" einer psychischen Krankheit, die wahrlich nicht einfach ist - großartig umgesetzt!

— Aleshanee
Aleshanee

Konnte mich nicht wirklich hinein versetzen

— Kriegsfeder
Kriegsfeder

Nicht mein Fall, hat mich nicht umgehauen

— Kiwihexe
Kiwihexe

Ein geniales Werk voller Emotionen!

— BieneMa
BieneMa

Ein absolutes Highlightbuch für mich

— HappySteffi
HappySteffi

Gavin Extence konnte mich wieder von seinem Talent, fiktionale Geschichten realistisch, detailgetreu und spannend zu erzählen, überzeugen!

— maaraavillosa
maaraavillosa

Stöbern in Romane

Heimkehren

Berührende Familiengeschichte über das Erleben und die Folgen von Sklaverei

SamiraBubble

Das Glück meines Bruders

Wortreicher Ausflug in die Vergangenheit

Charlea

Das Vermächtnis der Familie Palmisano

ich mochte es nicht, zuviele Namen, Orte, und Details. Erzählstil sehr anstrengend

sabrinchen

Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Unterhaltsam und gut geschrieben, aber teilweise auch recht vorhersehbar.

ConnyKathsBooks

Die Geschichte der getrennten Wege

Man muss es wirklich gelesen haben!

mirabello

Töte mich

Dekadente und skurrile Geschichte um eine verarmte Adelsfamilie

lizlemon

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein sehr emotionales Werk!

    Libellen im Kopf
    MatthiasBreimann

    MatthiasBreimann

    21. April 2017 um 16:05

    In den 27 Kapiteln dieses Buches, erzählt der Autor, von der an bipolaren Störung erkrankten Abby. Die Protagonistin ist dabei als Journalistin in London tätig und lebt mit ihrem Freund, Beck zusammen. Als sie eines Tages ihren Nachbarn, tot in seiner Wohnung auffindet, reagiert sie nicht, so wie man es von einem anderen Menschen erwartet. Aufgrund von einer Gefühlslosigkeit in ihr, setzt sie sich auf die danebenstehende Couch und zündet sich in aller Ruhe eine Zigarette an.Doch dann beginnt der Alptraum für Abbey und ihrem Freund erst recht. Sie wirft mit Geld um sich, riskiert ihre Beziehung mit anderen Männern in einem teuren Luxushotel, wo sie abgehauen ist, wo aber eine Begegnung mit einem Mann, fast in einer Vergewaltigung endet. Nach diesem Vorfall wird sie in eine Klinik eingewiesen und behandelt.Man muss sagen, dass das Werk sehr emotional ist und dem Leser sehr authentisch aufzeigt, wie das Leben und die Gefühlswelt eines Menschen, mit einer psychischen Erkrankung ist.Am des Buches, befindet sich eine kurze Anmerkung des Autors, der selbst an einer bipolaren Störung leidet, das Abby nur zum Teil eine fiktive Person ist und zum anderen ein kleiner Teil seines eigenen Lebens wiederspiegelt. Aber auch gibt der Autor, einen sehr guten Blick darauf, wie Menschen mit solchen Erkrankungen, von ihren Mitmenschen behandelt werden wollen, da der Verfasser einen sehr starken Wert darauf legt, dass diese Menschen eben ganz normal behandelt werden wollen. Wobei er zur gleichen Zeit, hervorhebt, dass in unserer Zeit, Menschen mit psychischen Erkrankkungen, noch immer von der Gesellschaft stigmatisiert werden.Ein wirklich sehr interessantes und spannendes Werk, wo aber auch der Humor auf keinen Fall zu kurz kommt. Auch ist es schnell zu lesen.Man kann es ohne schlechtem Gewissen, einen jeden weiterempfehlen!

    Mehr
  • „Libellen im Kopf“ von Gavin Extence

    Libellen im Kopf
    JayLaFleur

    JayLaFleur

    27. February 2017 um 19:47

    Inhalt Abigail Williams, genannt Abby, findet ihren Nachbarn Simon tot in seiner Wohnung auf, dabei wollte sie sich nur eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen. Abby betrachtet diese skurrile Situation sehr nüchtern und ist erstmal ungerührt. Sie ruft erst die Polizei, nachdem sie anderthalb Zigaretten geraucht hat.  Allerdings gerät die Welt von Abby ab diesem Tag in ein Chaos. Wird sie es schaffen, aus ihrem Chaos zu fliehen und wieder ihr gewohntes Leben leben können?  Meinung Ich war bereits vom ersten Roman von Gavin Extence total begeistert. „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ war eine grandios erzählte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft und das ernste Thema der Sterbehilfe. Daher war für mich nur klar, dass ich das zweite Werk des Autors ebenfalls lesen muss. Ich habe nicht erwartet, dass die Geschichten sich ähneln werden, aber ich habe sehr gehofft, dass Gavin Extence seinen außergewöhnlichen Stil beibehalten hat. Und das hat er… :) Den Erzählstil von Gavin Extence finde ich beeindruckend und bewundernswert. Er hat einen großartigen Schreibstil. Er erzählt die Geschichte von Abby so leicht und leise, obwohl es ein ernstes Thema ist - psychische Krankheiten. Er schreibt mit sehr viel Liebe zum Detail und zu den kleinsten Emotionen. Jedes Gefühl, dass unsere Protagonistin erlebt und spürt, ist während des Lesens auch auf mich übergesprungen. Warum Gavin Extence die Geschichte von Abby so gut erzählen kann, habe ich im Nachwort erfahren. Abby ist mir auf Anhieb sympathisch gewesen. Sie war so echt und beeindruckend „normal“. Im Laufe des Buches wird aber schnell klar, dass sie gar nicht so „normal“ ist und ihre Reaktionen oft so heftig sind, denn sie ist psychisch krank. Plötzlich ergab es alles einen Sinn: die ganzen, verrückten Mosaiksteinchen und Abbys Handlungen haben sich zu einem großen, erkennbaren Muster entwickelt: ihre bipolare Störung.    Ich muss zugeben, dass ich anfangs leicht verwirrt war von der Geschichte, weil ich einfach nicht wusste, wohin das Ganze führt. Ich habe mich vorher nicht schlau gemacht, welches Thema der Autor in seinem Werk ansprechen wird. Dennoch habe ich mich in dem Buch nicht verloren oder alleine gelassen gefühlt. Durch die unterhaltsame Erzählung bin ich sehr leicht durch die Seiten gekommen. Ich habe das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen.  Für mich ist „Libellen im Kopf“ ein Buch, dass sich so leicht nicht vergessen lässt.  Fazit Ein unglaublich gutes Buch über eine psychisch erkrankte Person. Mit sehr viel Liebe zum Detail und zu den Emotionen. „Libellen im Kopf“ hat volle fünf Sterne verdient! Weitere Informationen Originaltitel: The Mirror World of Melody Black Verlag: Limes Verlag ( https://www.randomhouse.de/Verlag/Limes/23000.rhd) Seiten: 352 Erscheinungsdatum: 14. November 2016 Preis: 19,99€  Gebundene Ausgabe ISBN: 978-3-8090-2634-1

    Mehr
  • Ein mutiger und offener Einblick - großartig geschrieben!

    Libellen im Kopf
    Aleshanee

    Aleshanee

    20. February 2017 um 08:04

    Die Geschichte steigt sofort in dem Moment ein, in dem Abby ihren Nachbarn tot in seinem Sessel findet. Auch wenn sie ihn kaum kennt wundert so manchen sicher ihre gelassene Reaktion und das völlige Fehlen von Emotionen, die sie dabei an den Tag legt. Man merkt also sofort, dass bei ihr irgendetwas anders läuft bzw. sie zumindest ein bisschen anders tickt als andere Menschen. Aus der Ich Perspektive erzählt gelingt es dem Autor sehr gut, die intensiven Gedankengänge von Abby anschaulich zu machen, auch wenn man sich oft nicht so recht reinversetzen kann. Denn obwohl sie sehr in ihrer Gefühlswelt lebt, sind ihre Aktionen manchmal oder vielleicht gerade deshalb fragwürdig. Allerdings konnte ich vieles sehr gut nachvollziehen, denn wie oft hat man selber total kuriose Gedanken, die man jedoch recht schnell verwirft und erst recht keinem anderen direkt anvertrauen würde - weil es nicht "normal" erscheint. Aber was ist schon normal? Diese Frage beschäftigt mich oft und diese Geschichte hat dieses Thema bei mir wieder aufgeworfen. Denn prinzipiell ist ja alles normal, sonst würde es ja gar nicht "existieren" oder vorkommen. Nur weil eine Mehrheit es anders macht und eine Norm daraus entsteht, muss man sich ja nicht in ein Muster pressen lassen. Anders sieht es natürlich mit Krankheiten aus, bei denen die Menschen drunter leiden und aus ihrem Schema nicht mehr alleine rauskomkmen. Gavin Extence leidet selbst unter eine bipolaren Störung, was das ganze für mich nochmal interessanter gemacht hat: denn jemand mit eigener Erfahrung kann doch reeller darüber schreiben als jemand, der sich "nur" damit beschäftigt hat. Abby steht also vorerst mal ständig unter Hochspannung und sprudelt regelrecht über vor Gedanken und Aktionen. Sie eckt damit natürlich an, kann nicht einschätzen, wie andere auf bestimmte Dinge reagieren und ist mit ihrer quirligen Art sicher kein einfacher Charakter. Das merkt sie selbst schon und ihr ist es bewusst, aber sie kann das sehr gut verdrängen und besticht auch irgendwie mit ihrer "Leichtigkeit". Ihre Besuche bei der Therapeutin zeigen aber auch deutlich, wie schwierig es für sie manchmal ist, die einfachsten Entscheidungen zu treffen und auch zu beurteilen. Das Finden der Leiche ihres Nachbarn hat bei ihr einen Schub ausgelöst - sie setzt sich damit sehr vehement wenn auch unorthodox auseinander und steigert sich dabei immer mehr in eine Manie. "Ich bin nicht länger Abby, ich bin Alice, die in das Kaninchenloch purzelt und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, oder rechts und links." S. 156 Ich hab es als sehr faszinierend empfunden, so nah an diesem Empfinden dran zu sein, dieser völlig fehlenden Impulskontrolle - teilweise ist es mir aber auch nicht leichtgefallen aufgrund einiger persönlicher einschneidender Erfahrungen in den letzten Jahren. Vor allem in dem Moment, in dem sich alles ins Gegenteil verkehrt, denn natürlich bleibt diese Hochstimmung nicht endlos vorhanden. Vor allem auch das Problem mit Ärzten, mit Diagnosen und Behandlungen ist mir bis zu einem gewissen Grad vertraut, auch wenn hier alles zwar anschaulich, aber eben für die Allgemeinheit annehmbar dargestellt wird. Zumindest was meine Sicht auf diese Dinge betrifft. "Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass geistige Gesundheit nichts weiter war als eine Frage des Benehmens. Sie konnte gemessen werden anhand der Sauberkeit von Haaren, an der Mimik und wie man auf eine Reihe von gesellschaftlichen und sozialen Stichworten reagierte." S. 210 Mit Beck hat Abby einen wunderbaren Freund, der ihr so gut er kann beisteht. Wie schwierig es gerade für ihn oder Angehörige ist, konnte ich sehr gut nachempfinden und es gehört schon eine Menge Mut und Durchhaltevermögen und Liebe dazu, um mit Menschen mit einer psychischen Krankheit irgendwie auszukommen und vor allem zusammenzuleben. Diese Geschichte gibt einen sehr intensiven und ehrlichen Einblick in das Gefühlschaos und den außergewöhnlichen Verlauf dieser Krankheit, die so gegensätzliche Phasen durchläuft. Dabei sieht man sehr deutlich, wie schwer es zu verstehen und nachzuvollziehen ist. Mutig fand ich auch, dass der Autor am Ende zwar sehr kurz, aber auch sehr offen über seine eigene Erfahrung mit Manie und Depression erzählt und ich kann ihm nur wünschen, dass er in Zukunft mit seinem Leben gut klarkommt und dass er glücklich ist. "Sie können niemanden glücklich machen, genauso wenig, wie jemand Sie glücklich machen kann. Echtes Glück funktioniert anders. Man muss lernen, alleine glücklich zu sein. Dann kann man anfangen zu überlegen, wie man mit jemand anderem glücklich ist." S. 293 © Aleshanee Weltenwanderer

    Mehr
  • War nicht ganz mein Fall

    Libellen im Kopf
    Kriegsfeder

    Kriegsfeder

    06. February 2017 um 16:48

    Infos zum Buch: Heute habe ich das Buch „Libellen im Kopf“ für euch. Geschrieben hat das Buch Gavin Extence. Erschienen ist das Buch am 14.11.2016 unter dem „Limes“ Verlag. Der Einband ist ein Taschenbuch Einband. Das Buch besitzt 352 Seiten. Der Originaltitel lautet: „The Mirror World of Melody Black“ Der Preis liegt bei 19,99€. Das eBook kostet 15,99€. Die ISBN lautet 978-3-8090-2634-1. Lesegrund: Ein Pressesprecher der Verlagsgruppe Randomhouse hat mir dieses Buch empfohlen. Inhalt des Buches: (Klappentext) Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden. Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachtbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können…. Aufbau des Buches: Das Buch ist in 27 relativ kurze Kapitel aufgeteilt. Dazu kommen noch die Anmerkung des Autors und die Danksagung und Lektüreempfehlung. Die Schrift ist sehr groß gehalten. Meinung: Das Cover des Buches finde ich sehr Interessant gestaltet. Der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Die Schrift ist schön Groß und die Kapitel sind nicht zu lang und nicht zu kurz. Jedoch muss ich sagen dass das Buch nicht mein Fall ist. Ich konnte mich nicht in die Geschichte oder in die Charaktere hinein versetzen und das Lesen viel mir dadurch relativ schwer. Ich konnte mich nicht so wirklich für die Geschichte erwärmen. Bewertung: Ich gebe diesem Buch 1 von 10 Sternen!

    Mehr
  • War ganz okay, aber es hat mich nicht unbedingt umgehauen

    Libellen im Kopf
    Kiwihexe

    Kiwihexe

    04. February 2017 um 11:53

    Ich gebe es zu, ich habe mit dem Buch so meine gewissen Schwierigkeiten. Einerseits fand ich es wirklich gut und unterhaltsam, andererseits auch wieder gar nicht. Die Hauptfigur Abby machte es mir wirklich sehr schwer, sie zu mögen. Ich konnte einfach zu viele ihrer Entscheidungen absolut nicht nachvollziehen. Erst als Abby in die Klinik eingewiesen wird und sie sich langsam zu öffnen beginnt, konnte ich zumindest ein bisschen mit ihr warm werden. Allerdings hat mich weder die Geschichte noch der Hauptcharakter wirklich mitgerissen. Wobei das aber vielleicht daran liegt, dass ich sonst andere Sachen lese. Also nicht unbedingt mein Fall, aber für Leute die psychologische Geschichten interessieren, ist es bestimmt lesenswert. 

    Mehr
  • [Rezension] Libellen im Kopf von Gavin Extence

    Libellen im Kopf
    HappySteffi

    HappySteffi

    23. January 2017 um 17:40

    Gebundene Ausgabe: 352 SeitenVerlag: Limes Verlag Erscheinungstermin: 14. November 2016ISBN-10: 3809026344https://www.randomhouse.de/Buch/Libellen-im-Kopf/Gavin-Extence/Limes/e428425.rhdKlappentextDas Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können … AutorGavin Extence, geboren 1982, lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und einer Katze in Sheffield. Mit seinem Debütroman »Das unerhörte Leben des Alex Woods« schrieb er sich in die Herzen von Lesern und Kritikern gleichermaßen. Der Roman wurde in Großbritannien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, eroberte auch in Deutschland die Bestsellerliste und gehört zu den meistempfohlenen Büchern 2014. »Libellen im Kopf« ist der zweite Roman von Gavin Extence. CoverDas leuchtende Orange des Covers macht direkt auf sich aufmerksam. Beim näheren Hinsehen entdeckt man feine blaue Linien, die sich zu einem hübschen Gesamtwerk zusammenschließen. Sie bilden Libellen, die vor einem Leuchtturm fliegen, unter ihnen das Meer und Gras, welche sich im Wind zu bewegen scheinen. Der Titel ist in weiß gehalten und sticht auf dem orangenen Grund deutlich hervor. MeinungDas dies eines der besten Bücher ist, die ich in letzter Zeit gelesen habe, kann ich schon einmal vorweg nehmen. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, da der Autor doch schon durch sein erstes Buch „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ so hoch gelobt wurde, das ich nicht enttäuscht werden wollte. Obgleich ich das Erstlingswerk von ihm nicht gelesen habe und nur durch Hörensagen so hohe Erwartungen hatte. Der Anfang des Lebensabschnittes in dem wir Abby begleiten liest sich wie das schlechte Ende eines Romans. Die junge, hübsche Frau, die sich nur etwas beim Nachbarn ausborgen möchte findet genau diesen tot im Sessel. Wieder Erwarten löst dieser Fund bei der Protagonistin keinen in Panik geratenen Anruf bei Polizei oder Notruf aus sondern das Bedürfnis bei einer Zigarette zu überlegen, was sie jetzt tun soll. Das in Abbys Gefühlsleben irgendetwas ins Wanken geraten ist, bemerkt man sehr schnell, da dies auch durch die Erzählperspektive gut beleuchtet wird. Gavin Extence nutzt die Ich-Perspektive aus Abbys Sicht um dem Leser einen sehr unverblümten und direkten Zugang zu ihrer Gedankenwelt zu geben. Besonders die Protagonistin ist dem Autor sehr gut gelungen. Durch gekonnte Details zeichnet er einen Charakter, mit dem man sich schnell verbunden fühlt und dem man seinen Werdegang abnimmt, denn diese vielen kleinen Hinweise geben ein deutliches Bild von Abby preis: Sie leidet unter einer psychischen Krankheit, die durch den Tod des Nachbarn oder besser gesagt dadurch das sie ihn aufgefunden hat verschlimmert werden. Immer schneller treten die Symptome auf und sorgen letzten Endes dafür, das die sympathische junge Frau stationär in Behandlung aufgenommen wird. Und mit Beck ist ihm ein ebenso guter, wichtiger Charakter geglückt. Er begleitet Abby auf ihrem Weg und vor allem die Gespräche zwischen den beiden bringen eine Tiefe in die Geschichte, die ich zu finden nicht erwartet hätte. Die Thematik ist tiefgreifend und hat mich beim lesen sehr berührt. Da fiel positiv auf, das der Schreibstil, den der britische Autor an den Tag legt nicht dem selben Muster unterworfen ist. Er ist lebhaft, flüssig und führt den Leser gut durch die Geschichte, so das auch dieses vielschichtige Handlungsfeld für den Laien gut aufnehmbar ist. FazitMit „Libellen im Kopf“ ist Gavin Extence ein großartiges Buch gelungen, das mich vollkommen überzeugt hat. Es ist spannend, lehrreich und mit tollen Charakteren. Zudem merkt man die persönliche Verbindung Extence´s mit diesem Thema. Und das alles, ohne trocken oder belehrend zu wirken. Für mich jetzt schon ein Highlightbuch. 

    Mehr
  • Ein paar Worte zu... Gavin Extence - Libellen im Kopf

    Libellen im Kopf
    maaraavillosa

    maaraavillosa

    22. January 2017 um 09:06

    Worum geht es?Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …(via randomhouse)Wie hat es mir gefallen?    "Das ist kein Scherz. Er war schon tot, als ich reinkam. Er sitzt in seinem Sessel." "Tot?" "Tot." "Wie jetzt - richtig tot"? "Hergott noch mal! Was gibt's denn sonst noch? Fast tot? Ein bisschen tot? Er ist tot! Einfach nur tot! Kalt und steif." Warum vertraute bloß niemand meinem Urteil in dieser Angelegenheit? "Wow, das ist..." Er verstummte, senkte den Blick und runzelte die Stirn. "Ähm." "Was ist?" "Du hast dir trotzdem die Tomaten genommen?" (S. 14f)Kurios, merkwürdig, aber doch witzig zugleich beginnt die Geschichte um Abby. Gavin Extence wirft den Leser hier in eine Situationskomik, die auf den ersten Blick, vor allem aber in Hinblick auf die Grundthematik des Buches, vielleicht gar nicht des Lachens würdig erscheint, und doch kam ich als Leserin nicht umhin, eben genau dies zutun.Abbys Geschichte ist eigentlich alles andere als lustig. Sie leidet an der psychischen Krankheit Bipolare Störung. Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Mal himmelhochjauchzend gepaart mit Hyperaktivität, Euphorie und Gereiztheit und dann wieder stark depressiv, ganz im Einklang mit tiefer Traurig- und Antriebslosigkeit. Der Leser weiß schon zu Beginn, dass Abby psychisch nicht gänzlich auf der Höhe ist, Aktion und Reaktion ihrerseits wollen nie so wirklich zusammen passen. Mit dem Fund ihres toten Nachbarn kippt jedoch der Schalter und wir begleiten Abby, in manchen Situationen ohnehin schon merkwürdig verhaltend, durchgehend durch eben diese Höhen und Tiefen auf ihrem Weg in die Abwärtsspirale - zu Beginn noch mit ihr lachend, gen Ende hin doch immer ernster und mitfühlend.     Als ich mit meiner Lobeshymne auf mich selbst geendet hatte, saß sie einen Moment lang mit steinerndem Gesicht da. Dann sagte sie:" Okay, das ist nun wirklich etwas, das wir unbedingt im Auge behalten sollten." Sex, Drogen und Schlaflosigkeit - dafür brauchten wir drei Augen. Viel mehr Probleme durften es nicht werden, schließlich hatten wir nur vier. (S. 66) Gavin Extence war zu seiner Zeit selbst manisch depressiv, wer könnte so eine Geschichte also besser erzählen? Vielleicht macht auch gerade dieses Detail die Geschichte so besonders, denn auf einen Außenstehenden wirken Abbys Handlungsabsichten in erster Linie erstmal verrückt komisch, die Betroffenden selbst aber fühlen sich meist nur eines: unverstanden - und das wird in Libellen im Kopf wunderbar deutlich. Seine eigenen Erfahrungen konnte Gavin Extence hier geschickt in die Grundstory miteinflechten, ohne dabei unsympathisch belehrend daherzukommen. Die Figur Abby war für mich beim Lesen durchweg wie eine witzige, schlagfertige Freundin, die atemlos ihre nicht weniger spannende Geschichte in allen Details erzählt. Sie findet ihren toten Nachbarn, verstrickt sich in zwei waghalsige Journalismus-Jobs, versucht mit der neuen Frau ihres Vaters klarzukommen, ihre Beziehung mit Beck aufrecht zu erhalten und kann so gar nicht nachvollziehen, wieso sich ihre Therapeutin Dr. Barbara so stringent gegen Drogen ausspricht. All diese Ereignisse könnten für ein ganzes Leben reichen, tatsächlich aber erstreckt sich die Handlung bis zum mental breakdown über nur wenige Tage. So atemlos und spannend Abby erzählt, so Atem anhaltend und gespannt folgt ihr der Leser. Durch den flotten, saloppen und dennoch bildhaften Schreibstil ist vor allem dies überhaupt gar kein Problem. Man könnte meinen, einen Thriller vorliegen zu haben, so ist es bei all den Fakten aber nicht. Es ist eher ein bisschen so, als würde man selbst Achterbahn fahren, alles geht wahnsinnig schnell, der Kopf wird ordentlich geschüttelt und dann bleibt die Zeit bis zum großen Sturz nach unten stehen.     Das ist ein urmenschliches Problem, mit dem sich kein anderes Lebewesen herumschlagen muss: die Fähigkeit, in mehreren Zeiten gleichzeitig zu leiden - die Vergangenheit zu beklagen, an der Gegenwart zu verweifeln und die Zukunft zu fürchten. Wenn es die Ärzte gut mit mir meinten, würden sie mir eine Lobotomie verpassen. Aber das war mir nicht vergönnt; ich war zur falschen Zeit geboren. (S. 202f) Das Erzähltempo wechselt, die Achterbahnfahrt ist vorbei. Abby wird eingewiesen und muss sich einen harten Weg erkämpfen, um wieder Gesundheit zu erlangen. Die Besteigung des Mount Everest beschreibt es nichtmal in Ansätzen.    Ich zuckte mit den Schultern. "Sie suchen ständig nach Schubladen für uns." Wir rauchten den Rest unserer Zigaretten ohne viele Worte. Es gab ja auch nichts weiter zu sagen. (S. 221) Gerade in der zweiten Hälfte des Buches wird deutlich, wie stark Abbys Symptome eigentlich schon ausgeprägt waren. Gleichzeitig greift Extence eine Vielzahl von Vorurteilen in Bezug auf manisch Depressive auf, macht aber auch deutlich, wie hilflos Abbys Umfeld eigentlich ist, denn dieses verknotete Wollknäuel ist weder von außen noch von innen leicht zu entknoten. Vor allem Beck, Abbys Freund, hadert sehr mit sich und stellt die Beziehung zu Abby mal weniger, mal mehr infrage - an Sympathie büßt aber auch er an keiner Stelle ein. Auch wenn die klinischen Kapitel mit weniger Antrieb daherkommen, verfolgt man weiterhin gespannt Abbys Rückkehr ins Leben und denkt nach Beenden des Buches und auch noch eine ganze Weile später über die Thematik nach.Mir hatte ja bereits Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat sehr gut gefallen, weil es mit gesellschaftliche Konventionen bricht. So waren meine Erwartungen an das zweite Buch aus Gavin Extence' Feder nicht gerade tiefgesetzt. Aber auch mit Libellen im Kopf konnte der Autor mich von seinem Talent, fiktionale Geschichten realistisch, detailgetreu und spannend zu erzählen, überzeugen - sein Nachwort hat mich zudem sehr berührt. Libellen im Kopf ist für mich ein Jahreshighlight im Jahr 2017 und jedes Lesen wert!

    Mehr
  • Libellen im Kopf

    Libellen im Kopf
    -sabine-

    -sabine-

    15. January 2017 um 13:11

    Mich hat ja schon das Debut von Gavin Extence sehr begeistert, daher war ich sehr neugierig auf sein neues Buch – und wurde auch nicht enttäuscht. Beginnt das Buch sehr skurril, entwickelt es sich zu einer interessanten Geschichte über eine an einer bipolaren Störung erkrankten Protagonistin.Sie ist es auch, die ihre Geschichte erzählt – in Ich-Form nimmt Abby den Leser mit auf eine Achterbahnfahrt ihrer Gefühle. Nachdem sie ihren Nachbarn tot in seiner Wohnung auffindet, gerät ihr eigenes Leben aus den Fugen. Hat sie sich bisher ganz gut ihrem Alltag als Journalistin stellen können, rutscht sie fortan langsam mehr und mehr in eine manische Phase – und nur mühsam kann ihr Lebensgefährte Beck sie hierin erreichen und ihr helfen.Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt. Durch die Ich-Perspektive habe ich mich sehr gut in Abby hineinversetzen können und auch wenn einige ihre Handlungen und Gedanken alles andere als normal sind, habe ich doch mit ihr gefühlt. Ich fand es sehr interessant, Abby in ihrer manischen Phase zu begleiten, dann aber auch ihren Absturz mitzuerleben und ihr langsames Wiedereintreffen in der Normalität. Dabei haben mich vor allem ihre Gefühle sehr beeindruckt – denn aus Sicht des Betroffenen stellt sich so eine manische Phase doch noch mal ganz anders dar als aus Sicht eines Außenstehenden. Abbys innere Qual, die Manie aufzugeben, sich der Normalität und vielleicht auch Langeweile zu stellen, zu unterscheiden, was ist noch normal und was ist schon Ausdruck der Krankheit, was ist Spaß am Leben und was ist Manie – alles das war für mich sehr interessant zu verfolgen und hat mir die Krankheit der bipolaren Störung sehr nahe gebracht.Dabei ist das Buch jetzt keine trockene Abhandlung über diese Erkrankung, sondern eine spannende Charakterzeichnung – ich zumindest konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich von der Geschichte. Ich wollte unbedingt wissen was mit Abby weiter geschieht, wie sie sich mit der Krankheit und ihrem Leben arrangiert. Dabei hat mir vor allem gut gefallen, dass die Geschichte so realitätsnah war, dass ich sie mir genau so auch im realen Leben vorstellen konnte und nichts irgendwie zu konstruiert oder abgehoben wirkte.Abbys Charakter ist sehr fein gezeichnet und ich habe mich gut in sie hineinversetzen können. Zwar hätte ich nicht immer gehandelt wie sie, aber sie hat mich tatsächlich an die Hand genommen und mich in ihre Gedankenwelt entführt. Aber auch andere Charaktere haben mir sehr gut gefallen – wie zum Beispiel Abbys Lebensgefährte Beck, der so authentisch rüberkommt mit seiner Hilflosigkeit im Umgang mit der Erkrankung und seiner tiefen Liebe zu seiner Lebensgefährtin. Der Schreibstil ist locker und umgangssprachlich und machte es mir nochmal leichter, mich in die Geschichte hineinzufühlen. Das Buch hat sich sehr flüssig lesen lassen, und so sind die Seiten rasch dahingeflogen.Lediglich der Zusammenhang zwischen dem Anfang des Buches und Abbys neuer Bekanntschaft war mir ein wenig zu weit hergeholt, das hätte aus meiner Sicht nicht sein müssen, denn gebraucht hätte die Geschichte das nicht. Dafür finde ich den Titel sehr gut gewählt und „Libellen im Kopf“ gefällt mir viel besser als der Originaltitel „The Mirror World of Melody Black“. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich gebe gerne gute 4 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Durcheinander im Kopf

    Libellen im Kopf
    kruemelhino

    kruemelhino

    15. January 2017 um 10:08

    Die junge Journalistin Abby findet eines Tages ihren Nachbarn Simon tot in seiner Wohnung auf. Dieses Ereignis noch kaum richtig verarbeitet, landet sie kurze Zeit später mit der Kolumne über die Dichterin Miranda Frost oder eigentlich doch 'nur' den Tod ihres Nachbarn einen Überraschungserfolg. Es folgen turbulente Tage, die Abby an ihren persönlichen Abrgund heranführen... Auch beim zweiten Buch von Gavin Extence ist es schwierig den Inhalt einigermaßen verständlich herüberzubringen, ohne nicht großartig zu spoilern ähnlich wie bei seinem ersten Überraschungserfolg, den ich regelrecht verschlungen habe. Den genauen Inhalt wiederzugeben wäre hier eingentlich nur schade, denn die Stärken des Autors liegen besonders darin, den Leser komplett im Dunkeln tappen zu lassen. Oftmals hat man zunächst das Gefühl, das Geschriebene würde überhaupt keinen Sinn ergeben - völlig zusammenhanglos, wenn auch klar erzählt. Pustekuchen, denn irgendwann ergibt hier wirklich alles seinen Sinn. Wie auch Gavins ersten Roman habe ich 'Libellen im Kopf' schnell verschlungen. Extence erzählt nicht einfach nur eine Geschichte. Diese hier weist auch autobiographische Züge auf und spricht sicherlich vielen anderen Betroffenen aus der Seele. Es ist eine Geschichte über die fragile Psyche eines Menschen und ihr Resultat. Und da wohl jeder erwachsene Mensch gewisse Erfahrungen mit seinem Seelenleben im Laufe der Jahre erfahren darf, wird auch jeder mit Abby irgendwie mitfühlen können. Ich habe das Buch sehr genossen!

    Mehr
  • Nichts Halbes und nichts Ganzes

    Libellen im Kopf
    Naike

    Naike

    12. January 2017 um 11:54

    Ein merkwürdiges Buch, das ich im letzten Drittel nur noch überflogen habe, weil es mich gelangweilt hat. Irgendwie fehlt der Plot. Es ist eine Geschichte, ein Ausschnitt aus dem Leben einer Frau mit Bipolar-II-Störung, doch leider weder spannend erzählt, noch kann man sich in die Protagonistin Abby wirklich reinversetzen, da die Beschreibung ihrer Gefühlswelt nicht tiefgehend genug dargestellt ist. Dazu klischeehafte Nebenfiguren, der überverständnisvolle Freund, die gleichaltrige, wunderschöne Stiefmutter, und der ritzende Teenager, ein Mädchen, das offenbar bloß als Staffage dient, da man viel zu wenig über sie erfährt. So kann man wirklich zu keiner der Figuren eine Beziehung aufbauen. Einzig den Schreibstil fand ich sehr angenehm zu lesen, aber was nützt das, wenn der Inhalt mau ist?

    Mehr
  • Anders als Alex Woods, gut auf seine Weise

    Libellen im Kopf
    Gackelchen

    Gackelchen

    04. January 2017 um 13:37

    Gavin Extence hat es mit seinem Debut "Alex Wood vs the Universe" geschafft Millionen Menschen zu begeistern. Ein Buch, das auch mich zu überzeugen wusste, und ich immer noch vielen Menschen empfehle. Gavin Extence war von da an ein Name, nach dem ich Ausschau hielt. Mit Libellen im Kopf legt er nun nach, allerdings anders als man erwarten würde. Viele beklagen das andersartige an dem Buch, nichts erinnert an Alex Woods, und ich finde das hervorragend. Ein wenig ließ mich dieser Umstand an Rachel Royce erinnern, die nach Harold Fry den Titel "Das Jahr das zwei Sekunden brauchte" herausbrachte, ebenfalls eine grandiose Änderung des Stils. Hätte er einen Alex Woods 2.0 geschrieben, hätte die Leser sich über seine Unfähigkeit etwas Neues auszudenken aufgeregt. Da bevorzuge ich doch lieber Kritiken, die aus ihrer Erwartungshaltung über das Thema heraus, vor den Kopf gestoßen wurden. Gavin schreibt nicht um den Erfolg von seinem Debut zu übertreffen, sondern um ein Thema an die Öffentlichkeit zu bringen, dass ihm wichtig zu sein scheint. Es fühlt sich ehrlich an, worüber er schreibt. Gavin Extence selbst hat eine bipolare Störung, was wohl half Abby so natürlich in ihrem Wahn wirken zu lassen. Man will glauben, dass ihm die Geschichte wichtiger ist als sein Name auf einer Bestsellerliste. Dass er schreiben kann und die Umsetzung des 2. Buches mir persönlich gefiel, hilft ihn gegen negative Reviews zu verteidigen. Geht offen an das Buch ran. Vergesst Alex Woods, und alles was ihr glaubt hier geboten zu kriegen. Schwups bekommt das Buch ein ganz anderen Stellwert und kann gefallen.Wer sich offen an Libellen im Kopf versucht, bekommt einen dunklen Ausschnitt aus dem Leben der manisch-depressiven Journalistin Abby, die mit ihrer Art öfters mal aneckt. Das Schauspiel beginnt damit, dass Abby die Leiche ihres Nachbarn findet, dies in einem Artikel an die Öffentlichkeit bringt und daraufhin mit den Folgen leben muss. Wie weit Ehrlichkeit einem zum Verhängnis oder Glückseligkeit bringen kann, kann jeder für sich selbst herausfinden. Abbys Gedankengänge werden dem Leser logisch dargelegt, man nickt zustimmend bei ihren Erklärungen, ergibt alles Sinn, irgendwie. Auf Konfrontation reagiert sie mit Flucht, versteht halt bloß keiner, hört ja auch nie einer zu! Ich sah mich zwiegespalten zwischen den Fronten, hatte ich Verständnis für beide Parteien.Während Abbys Familie versucht sie zu stützen und in ihrem Wahn zu bremsen, verliert sie sich zwischen Affenkreis, Abendkleidern und kognitive Distanzen. Diese spannende Mischung an Themen, gepaart mit Abbys Persönlichkeit lassen es nicht langweilig werden. Man kommt nicht umhin zu schmunzeln, bei jedem neuen Thema, das sie aufschnappt und sich drin verbeißt, sehr zum Leidwesen ihres Umweltes. Beck, ihr Partner von 3 Jahren, repräsentiert realistisch die Frustration und Hilflosigkeit. Ihre Schwester, sowie ihr Vater, kommen nur kurz in Erscheinung, verlieren schnell die Geduld und stacheln Abby im Grunde nur noch mehr an. Denn die Hilflosigkeit besteht nicht nur im Umfeld, sondern auch in Abby selbst, die sich konstant unverstanden fühlt...Keine große Handlung, aber umso mehr Gefühl und ein kleiner Einblick in die Psyche werden uns hier geboten.Ich freue mich auf das nächste Buch von Gavin und bin gespannt, womit er uns diesmal überrascht.

    Mehr
    • 2
  • Abbys Welt

    Libellen im Kopf
    ChrischiD

    ChrischiD

    01. January 2017 um 12:38

    Abby hat einen Job, der ihr Spaß macht, ist augenscheinlich in einer glücklichen Beziehung, einzig das Verhältnis zu ihrer Familie, insbesondere zu ihrem Vater, ist ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Und doch ist da noch so viel mehr. Als Abby eines Tages ihren Nachbarn Simon tot in dessen Wohnung auffindet, scheint ein Schalter umgelegt worden zu sein. Euphorische und depressive Phasen treten häufiger und intensiver auf denn je, Abbys inneres Gleichgewicht ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Trotz der Diagnose einer bipolaren Störung ist und war sie immer der Meinung irgendwie doch alles im Griff zu haben. Dann aber läuft etwas aus dem Ruder und Abby findet sich in einer psychiatrischen Einrichtung wieder... Bereits mit "Das unerhörte Leben des Alex Woods" ist Gavin Extence ein außergewöhnlicher Roman gelungen. Nun schickt er mit Abby eine weitere Randfigur ins Rennen, die jedoch viel häufiger in der Gesellschaft anzutreffen ist als man womöglich denken würde. Psychische Erkrankungen werden zwar am liebsten nach wie vor unter Verschluss gehalten, doch gerade dadurch ist es umso wichtiger aufzuzeigen was Menschen wie Abby fühlen und denken. Es ist nicht immer alles nur dunkel und trist, auch muss einem der Humor nicht abhanden kommen. Sicherlich zeigt das Bild, das der Autor von seiner Protagonistin zeichnet, teilweise auch Übertreibungen auf, und doch spürt man eindeutig die Authentizität des Ganzen. Da Abby ihre Geschichte selbst erzählt ist man als Leser schnell gefangen in dieser Welt, die teilweise anderen Regeln zu folgen scheint. Gleichzeitig ist man fasziniert und gefesselt von dieser Person, die scheinbar nicht von allen verstanden wird. Gerade emotional ist man sehr nah dran, Höhen und Tiefen schlagen sich im eigenen Gefühlswirrwarr nieder, von dem man noch nicht ahnt in welche Richtung es sich entwickeln wird. Sicher ist jedoch, dass man bereit ist an Abbys Seite zu bleiben, nicht nur auf Grund der gewählten Erzählperspektive. Gavin Extence berührt mit diesem aufwühlenden Roman nicht nur, er macht Dinge sichtbar und existent, die häufig unter der Oberfläche brodeln. Charmant, witzig und gleichzeitig nachdenklich stimmend, wird Abbys Geschichte noch einige Zeit in den Köpfen der Leser nachklingen.

    Mehr
  • Libellen im Kopf

    Libellen im Kopf
    lenisvea

    lenisvea

    21. December 2016 um 16:21

    € 19,99 [D] inkl. MwSt. € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8090-2634-1 NEU Erschienen: 14.11.2016 Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Libellen-im-Kopf/Gavin-Extence/Limes/e428425.rhd Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden. Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können … Meine Meinung: Ich bin durch den Klappentext und die guten Rezensionen auf das Buch aufmerksam geworden, dort wurde auch erwähnt, dass sich das Buch mit dem Thema "Psychische Probleme" befasst. Dieses Thema interessiert mich sehr, so dass ich mich für das Buch entschieden habe. Von dem Autoren hatte ich bis dahin noch nichts gelesen, habe im Nachwort gesehen, dass er selbst auch an einer leichten Form dieser Krankheit leidet, was das Ganze für mich noch etwas authentischer macht. Ich bin direkt sehr gut in das Buch rein gekommen, der Schreibstil war sehr flüssig. Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. Allerdings bin ich mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden, so dass mich die Geschichte nicht so ganz mitreißen konnte. Ich fand es aber sehr interessant, ein wenig in die Welt der Psychologie einzutauchen. Es geht hier ja um Abby, die mit ihrem Freund zusammen wohnt und sich von ihrem Nachbarn für das Abendessen eine Dose Tomaten leihen möchte und ihn daraufhin tot in seiner Wohnung findet. Sie ruft auch erst nach einiger Zeit die Polizei an und verhält sich insgesamt sehr seltsam und ab dem Tag ist für Abby nichts mehr so, wie es einmal war. Die Geschichte konnte mich wie gesagt nicht wirklich packen, zum Ende gab es dann eine überraschende Wendung, die mir gut gefallen hat. Alles in allem kann ich das Buch allen empfehlen, die gerne etwas über psychologische Probleme erfahren möchten. Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

    Mehr
  • Roman über psychische Erkrankung der bipolaren Störung - sehr authentisch dargestell

    Libellen im Kopf
    schnaeppchenjaegerin

    schnaeppchenjaegerin

    17. December 2016 um 14:41

    Abby ist Mitte 20 und teilt sich zusammen mit ihrem Freund Beck eine kleine Wohnung. Als sie sich eines Abends bei ihrem Nachbarn Simon, den sie kaum kennt, eine Dose Tomaten leihen möchte, findet sie ihn tot auf.Der Leichenfund lässt sie ungewöhnlich kalt. Sie raucht erst einmal gemütlich eine Zigarette, bevor sie die Polizei informiert und eine Dose mit Tomaten mitnimmt.Ihre seltsame Reaktion ist auf eine bipolare Störung zurückzuführen, an der Abby seit ihrer Jugend leidet. Es gibt Phasen, in denen sie droht, in eine Depression abzudriften und Phasen, in denen sie so euphorisch ist, dass sie einerseits glückselig und kreativ ist, aber auch zu einer Gefahr für sich selbst werden kann.Nach dem Tod Simons stürzt sich Abby in ihre Arbeit als freie Journalistin, beschäftigt sich nicht nachvollziehbar wirr mit verschiedenen Themen, fährt spontan zu einem Wissenschaftler, um ihn zu seiner Primatenforschung zu befragen, kleidet sich über ihre Verhältnisse teuer ein und lässt sich in ihrem Glücksrausch die linke Brust tätowieren.Bei ihrer Schwester und ihrem Freund schrillen die Alarmglocken, aber sie können schon nichts mehr für Abby tun. Abby ist für sie unerreichbar weit weg, lässt sich aber nach dem Abklingen der Manie von ihrer Therapeutin Dr. Barbara helfen und in eine geschlossene Psychiatrie einweisen. Dort ist sie zunächst unfähig auch nur irgendetwas zu tun. Essen, sich waschen - alles fällt ihr schwer und erscheint ihr überflüssig. Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch die Krankenschwestern lässt aber keinen Selbstmord zu, so dass Abby so tut, als würde es ihr besser gehen, um möglichst bald entlassen zu werden. Bald fühlt sie sich aber tatsächlich gesünder und sieht sich plötzlich wieder mit dem Anfang der Geschichte konfrontiert: Dem Tod ihres Nachbarn Simon.Der Klappentext lässt den Leser im Unklaren, dass sich da Buch um das Krankheitsbild der bipolaren Störung dreht."Libellen im Kopf" ist die Geschichte von Abby, die wir sowohl in einer manischen als auch depressiven Phase kennen lernen. Freunde und Familie sind überfordert Sie sehen, wie Abby droht nach einer Hochphase in ein tiefes Loch zu fallen, haben aber in dieser Situation keine Chance mehr, einen Einfluss auf Abby auszuüben. Als Außenstehender kann man nicht begreifen, wie ein Mensch in so kurzer Zeit zwischen zwei solchen Extremen schwanken kann und würde Abby als einfach nur "verrückt" abstempeln.Der Autor leidet selbst an einer leichten Form der bipolaren Störung, weshalb der Leser Höhepunkt und Fall von Abby so anschaulich und eindringlich miterlebt. Gavin Extence gibt am Ende des Romans einen Einblick in sein Leben, was die Handlung noch authentischer wirken lässt."Libellen im Kopf" bietet damit eine Möglichkeit, sich mit Hilfe eines Romans näher mit der psychischen Erkrankung der bipolaren Störung zu befassen.

    Mehr
  • Manisch-depressives Fühlen

    Libellen im Kopf
    himbeerbel

    himbeerbel

    12. December 2016 um 14:54

    Nachdem Abby eines Abends ihren Nachbarn Simon tot in seiner Wohnung auffindet, gerät das Leben der unter einer Bipolaren Störung leidenden Mittzwanzigerin wieder mal aus dem Gleichgewicht. Schließlich führt ihr Absturz von euphorischen Glücksphasen in die tiefe Depression so weit, dass sie sich in eine geschlossene psychiatrische Abteilung einweisen lässt.Das Buchcover fällt durch die farbenfrohe Gestaltung gleich ins Auge. Die abgebildeten Libellen greifen stilvoll den Titel des Buches auf und wiederholen sich auf schöne Art als Gestaltungselement bei den Kapitelüberschriften im Buch.Bei diesem Roman handelt es sich um eine fiktive Geschichte, in die der Autor, der selbst an einer Bipolaren Störung (manisch-depressive Erkrankung) leidet, zum Teil seine eigenen Erfahrungen mit einfließen lässt. So erzählt er auf teils humorige Art die Geschichte von Abby und ihrem der Krankheit ausgeliefert sein, sowie ihrem späteren Umgang mit den daraus resultierenden Folgen.So ernst dieses Thema auf den ersten Blick klingen mag, so unterhaltsam wurde es umgesetzt. Eine flüssige Schreibweise und ein Handlungsaufbau, der einen wie von selbst durch das Buch trägt, und man immer wissen möchte, wie die Geschichte weiter geht, sorgen dafür, dass man diesen Roman kaum aus der Hand legen mag.Aber die Stärke dieses Buches liegt in den eindringlichen Schilderungen aus der Gefühlswelt und des Erlebens der Protagonistin mit dieser psychischen Erkrankung. Diese kommen der Realität recht nahe, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß. Der Autor hat hier die richtigen Worte gefunden, sodass man als Leser nachempfinden kann, was Abby gerade durchlebt. Auch die Gedanken und Gefühle ihres Lebenspartners werden beleuchtet und zeigen, was diese Erkrankung für die Beziehung bedeutet.Besonders hervorheben möchte ich allerdings die Anmerkungen von Gavin Extence am Ende des Buches, in denen er auf wenigen Seiten sehr persönlich über seine Erkrankung schreibt. Diese fand ich eigentlich interessanter, als den Roman selbst. Denn obwohl der Autor Abby in der Ich-Form erzählen lässt, bleibt sie für mich eine fiktive Romanfigur, die mir nicht nahe kommt und trotz Gefühlsechtheit beim Lesen nur einen groben und doch eher oberflächlichen Einblick in die Kuriositäten und die Dramatik dieser Erkrankung bietet. Da es sich bei diesem Buch allerdings um einen Roman und nicht um ein Sachbuch handelt, empfinde ich dies auch als völlig ausreichend.Empfehlen kann ich „Libellen im Kopf“ Lesern, die in erster Linie einen unterhaltsamen Roman über eine Mittzwanzigerin lesen möchten, deren Leben und Erleben durch ihre Bipolare Störung auf den Kopf gestellt wird.

    Mehr
  • weitere