Gavin Knight The Hood

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Inhaltsangabe zu „The Hood“ von Gavin Knight

In London wird der einst gefürchtete Gangleader Pilgrim aus dem Gefängnis entlassen. Auf den Straßen herrscht jetzt ein anderer: Der 14-jährige Troll, ein ehemaliger Kindersoldat, kennt keine Hemmungen. In Manchester jagt Detective Anders Svensson den Drogenboss Merlin und dessen Vollstrecker, den eiskalten Killer Flow. Sein legendäres Informantennetzwerk soll sie zu Fall bringen. Ihm bleibt nicht viel Zeit. In Glasgows tristen Vororten schlachten sich Teenager in Gangfights gegenseitig ab. Polizeianalystin Katryn McClusky kann das sinnlose Blutvergießen in Europas gefährlichster Stadt nicht mehr mit ansehen. Ihr Kampf scheint aussichtslos. Drei wahre Geschichten – atemlos erzählt wie ein Thriller.

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    The Hood

    Stefan83

    „Die wichtigste Kriminalgeschichte der nächsten zehn Jahre“, schreibt die Zeitung „Scottish Mail“ über Gavin Knights Erstlingswerk „The Hood“, für das der Journalist (u.a. tätig für „Guardian“ und „The Times“), dessen Hauptinteresse der Bandenkriminalität in Großbritannien gilt, hunderte Stunden von Interviewmaterial ausgewertet und die polizeilichen Schilderungen realer Verbrechen in literarische Form verarbeitet hat. Auch wenn diese Beurteilung dann doch die Bedeutung des Werks etwas überhöht – Knights Mischung aus Journalismus und Gangsterroman-Genre darf durchaus als Augenöffner für die Thematik des jugendlichen Terrors sein, der mitunter ganze Stadtteile betrifft und mancherorts inzwischen gar zu kriegsähnlichen Zuständen führt. Unterteilt ist der Erzählungsband dabei in drei Prosastücke, welche sich jeweils auf die Brennpunkte London, Manchester und Glasgow konzentrieren, in denen aus der Bekämpfung von Verbrechen eine Eindämmung seitens der Justizapparate geworden ist, die sich fast nur noch darauf konzentrieren, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die „Hoods“ sind zu einem rechtsfreien Ort verkommen. Und Knight schickt den Leser direkt in das Herz der Szene. Den Anfang macht East London. Hier, auf den Straßen der Themse-Metropole, herrscht ein vierzehnjähriger ehemaliger Kindersoldat aus Somali namens Troll. Er steht stellvertretend für eine ganze Generation von Teenagern, die durch Gewalt und Drogen durch das Raster der Gesellschaft gefallen sind, abgedrängt in eine Parallelwelt, in der nur das Recht des Stärkeren zählt, die Familie die Gang ist, die Vaterfigur ein Killer oder Mafiosi. Jugendliche werden rekrutiert, für den Drogen-Verteilungskampf auf die Straße geschickt oder bei Rache-Feldzügen gegen rivalisierende Banden an vorderster Front verheizt. Selbst Pilgrim – früher ein gefürchteter Gangleader und nun nach einigen Jahren Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen – zeigt sich von dieser neuen Qualität an zügelloser Gewalt erschüttert. Ehemals heilige Regeln, sie gelten nicht mehr... In Manchester begleitet der Leser Detective Anders Svensson. Eine Figur, die auf einem Undercover-Ermittler basiert, den Knight bei seinen Recherchen längere Zeit begleitete und mit dem er inzwischen gut befreundet ist. Das ist insofern bemerkenswert, da sie die Tragik des Protagonisten unterstreicht, der über fast zwölf Jahre den Drogenbaron Merlin und dessen Vollstrecker, den eiskalten Auftragskiller Flow, verfolgt und für diese Manie sein Privatleben sowie die eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat... Im letzten Handlungsstrang steht die Polizeianalystin Katryn McClusky im Mittelpunkt, welche die Gewaltspirale in Europas gefährlichster Stadt mithilfe eines Präventionssystems namens „Face-to-Face-Call“, das bereits in Boston erfolgreich eingeführt wurde, durchbrechen will. Hier werden die Täter mit den Angehörigen bzw. Hinterbliebenen ihrer Opfer konfrontiert und müssen sich in persönlichen Gesprächen deren Leid und Kummer stellen. Und es zeigt sich: Die Methode hat tatsächlich Erfolg. Aber auch nachhaltig? Drogen-Kämpfe, Rachemorde, Polizeispitzel. Allein die Lektüre des Klappentexts legt nahe, Gavin Knights „The Hood“ in der Kategorie von David Simons epischen „Homicide“ einzuordnen, welches letztendlich als Blaupause für die erfolgreiche HBO-Fernsehserie „The Wire“ diente. Und in der Tat: Knight und Simon ähneln sich in ihrer Herangehensweise an das Sujet, verzichten beide auf künstliche Ausschmückungen und Zuspitzungen, um stattdessen den gesellschaftlichen Verfall eins zu eins, und von einer gewissen sachlichen Distanz geprägt, abzubilden. Das hat Vor- und Nachteile, da man zwar als Leser einen ungetrübten Einblick in eine Welt bekommt, welche einem sonst (glücklicherweise) verschlossen bleibt, aber auf der anderen Seite vergeblich nach eine richtiger Bezugsperson sucht, die es uns ermöglicht, auf einer persönlicheren Ebene mitzufühlen. Während da Simon mit seiner detaillierteren Ausarbeitung der einzelnen Personen seine Hausaufgaben gemacht hat, lässt Knights Werk dies vermissen. Detective Svensson aus Manchester mag so zwar in Wirklichkeit existieren, die Präsenz eines McNulty oder Wallander, mit denen „The Sunday Times“ einen Vergleich herstellen will, erreicht er aber nicht annähernd. Als Folge dessen hat mich dann auch dieser Erzählstrang am wenigsten beeindrucken können, nimmt man nur wenig Anteil an Svenssons Absturz. Dafür ist der Einblick in die „Hoods“ selbst umso faszinierender, weil erschütternder. Knights Beschreibungen sprengen selbst schlimmste Vorstellungen, führen zu beunruhigenden Gedankengängen und werden wohl besonders die Einwohner in den nicht betroffenen Teilen der hier vorgestellten Städte ihr Zuhause mit anderen Augen betrachten lassen. Die moralische Wucht, mit der der Autor uns das Elend der Betroffenen nahe bringt, uns verdeutlicht, dass das der Alltag ist, lässt sich schwer schlucken und noch schwerer verdauen. Allen voran die Geschichte der zwei Sikhs, welche, auf ein besseres Leben hoffend, ihre Heimat hinter sich gelassen haben, um dann drogenabhängig in den Straßenschluchten zu landen, ist genauso ironisch wie tragisch. Vom Regen in die Traufe. Oder „ein Kreislauf der Scheiße“, wie Richard Price es in seinem Milieuroman „Clockers“ beschreibt. Die Unausweichlichkeit der Schicksale, sie ist es, die hier eindringlich und nachträglich beim Leser haften bleibt. Kleine Geschichten, wie die einer Ärztin, welche täglich Kinder und Jugendliche mit schwersten Wunden von Hieb -und Stichwaffen versorgen muss. Oder Eltern, die zwar eine Ahnung von der Gewalttätigkeit ihrer Kinder bekommen, dennoch aber einfach nicht mehr nachfragen wollen, da sie die Wahrheit nicht ertragen können. Krieg direkt vor der Haustür. Das ist das Stichwort. Und Gavin Knight nutzt jedes Mittel aus, um diesen realistisch und unzensiert auf Papier zu bringen. Ein Unterfangen, was ihm gelingt, wenngleich „The Hood“ nie zum „Pageturner“ wird, was ich, in Unkenntnis der originalen Ausgabe, jetzt einfach mal der Übersetzung anlaste, die sich äußerst holprig liest und vielerorts das Lesevergnügen erheblich beeinträchtigt. Auch wenn ein Buch mit dieser Thematik in in erster Linie enthüllen und nicht unterhalten will – die sperrige Übertragung ins Deutsche erweist „The Hood“ leider in diesem Fall einen Bärendienst. So ist „The Hood“ am Ende eben nicht die „wichtigste Kriminalgeschichte“, aber in jedem Fall ein wichtiges Buch, welches ein noch wichtigeres Thema solide, sachlich und gebührend beleuchtet. Und das allein ist wohl zumindest dem deutschen Leser zu wenig. Anders lässt es sich jedenfalls nicht erklären, warum dieses im März des Jahres 2012 hierzulande erschienene Werk nicht mal ganze drei Jahre später schon vergriffen ist und nicht mehr gedruckt wird.

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  • Rezension zu "The Hood" von Gavin Knight

    The Hood

    Chimiko

    21. February 2013 um 08:40

    Meine Meinung Es fällt mir schwer, hier anzufangen, denn dies ist ein sehr beeindruckendes Buch. Allein das Wissen, dass das die Realität ist, verstärkt dieses Gefühl bei mir. Aufgeteilt ist es in drei Hauptgeschichten, einmal aus Manchester, einmal aus London und einmal aus Glasgow. Doch jeder dieser drei Stränge verzweigt sich noch weiter. Nehmen wir Manchester: Offiziell ist hier Detective Svensson die tragende Person, die dem Leser Einblicke gewähren soll, doch finde ich, dass das oft nicht der Fall ist. Es gibt Sprünge zu den Kriminellen, die hier mit eine Rolle spielen und ich persönlich habe ihr Handeln oft besser nachvollziehen können. Der Detective blieb mir ein bisschen fern, vielleicht auch weil er einfach 'abgefuckt' ist von diesem Job und dem, was er immer wieder leisten muss. Seine Ermittlungsarbeit und die Grenzen durch die Gesetzgebung und Politik, die er immer wieder erreicht, sind beeindrucken, sogar sehr beeindrucken. Aber auch die Charaktere von Flow und Merlin sind eindrucksvoll beschrieben, oft erhält man auch durch den Detective selbst einen Einblick in ihr Denken. Er kann sich besser in andere hineinversetzen, als sich selbst zum Ausdruck bringen. London war der Strang, der mir persönlich am Besten gefallen hat: Hier ist der stetige fließende Wechsel der Innensicht von Charakter zu Charakter einfach... ich kann mich nur wiederholen, beeindruckend. Ich als Leser hab hier einen Einblick in eine Welt gewonnen, die ich mir so eigentlich nicht mal vorstellen möchte, und die doch zugleich Realität ist. Sikh, die aus ihrer Heimat für ein besseres Leben herkommen und auf der Straße landen, drogenabhängig, bei den Abfällen schlafen und sich nicht einmal mehr zu den Gebeten trauen. Kinder, die mit Schusswaffen durch die Gegend ziehen und Leute töten oder verletzen, dabei möglicherweise auch mal selbst einen Arm verlieren durch Ladehemmungen. Vergewaltigungen von Müttern und Schwestern, um dem anderen mal zu zeigen, was Sache ist. Hier wird das meiste aus der Sicht von Pilgrim erzählt: wie er zu dem Gangleben kam, sein Gefängnisaufenthalt, was er sich danach aufbaut und - mal ganz banal - wie er seine Schusswaffe kennt und pflegt und mit ihr umgeht. Dieser Einblick auf das "Böse" dieses Buches ist wirklich unglaublich detailliert. Auch in Glasgow gibt es wechselnde Perspektiven. Doch tatsächlich hat mich dieser Teil von allen am wenigsten angesprochen, wobei es echt interessant ist: Karyn McClusky im Kampf gegen die Gangs, sie sucht Beweise, z.B. bei Ärzten, sodass man auch einen Einblick in deren Krankenhausalltag kriegt und was sie vor Augen kriegen. Oder eine Sozialarbeiterin, über die man den Einblick in den Lebenslauf eines weiteren Kriminellen kriegt. Insgesamt muss ich sagen, dass die Seite der Gerechtigkeit hier mehr Einblicke in ihre Arbeit als Gedanken dazu gewährt hat, während man bei den Kriminellen auch Gefühle und Sorgen erfährt. Die Angst, dass der Halbbruder getötet wird, also wird man halt stärker, um ihn zu beschützen. Oder die Mutter, die man anlügt, damit sie nicht erfährt, in was für einen Sumpf der Sohn abgerutscht ist. Es sind tragische Geschichten, die jedoch in dieser Unterwelt zum Alltag geworden sind und nichts besonderes mehr darstellen. Da muss schon härterer Stoff kommen: etwa der Kindersoldat aus dem Nahen Osten, der schon gemordet hat. Es ist ein düsteres Bild, das Gavin Knight hier darstellt und das durch seinen schlichten Stil ohne große Schnörkel noch verstärkt wird. Er schafft eine Distanz zu dem Geschehen, sodass man das Gefühl hat, einer Kamera zu folgen, die wiederum den Ereignissen folgt - und das kann eben auch mal ein Sprung von einem Charakter zum anderen sein. Obwohl diese Sprünge oft sehr extrem sind, fand ich sie nicht verwirrend, es ergab im Endeffekt alles eine logische Linie. Der Abschluss wird ja durch die Glasgower Geschichte gemacht, was auch gut ist, denn hier können die Polizisten erste Erfolge in der Bekämpfung der Gangs erzielen und das macht doch Hoffnung, oder? Es ist wirklich nur ein leiser Schimmer, aber dieser Teil ließ mich hoffen, dass in Zukunft vielleicht doch noch mehr gegen diese Situation getan werden kann. Fazit "Beunruhigend" steht in dem Zitat auf der Rückseite und das stimmt. Doch zugleich war es auch faszinierend Einblicke in eine Welt zu erhalten, die ich sonst nie kennengelernt hätte und das eigentlich auch nie in real erleben möchte. Besonders die "Gangsters" und der Aufbau ihrer "Hoods" war fesselnd und spannend, obwohl mich zugleich auch immer ein kleiner Schauder begleitet hat, denn dies ist nun mal keine Fiktion

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  • Rezension zu "The Hood" von Gavin Knight

    The Hood

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. December 2012 um 20:24

    Der Journalist Gavin Knight hat über zwei Jahre Polizeieinheiten in den innerstädtischen Bezirken von London, Manchester und Glasgow begleitet. Während dieser Zeit wurde er mit der harten Realität von Polizeiarbeit und Bandenkriminalität in den britischen Städten konfrontiert. Für sein erstes Buch "The Hood" führte er u.a. Gespräche mit Sozialarbeitern und Streetworkern, ehemaligen und aktiven Bandenmitgliedern sowie Opfern von Gewaltverbrechen. Das Buch erzählt ihre Geschichten, 3 Episoden von jeweils ca. 100 Seiten. Ständig hat man das Gefühl, man würde das Skript einer amerikanischen Fernsehserie lesen. Man kann sich tatsächlich kaum vorstellen, dass es solche Verhältnisse in Europa gibt. Gut, dass mir das bei diversen Städterips bisher nicht bewusst war. Aber in die Problembezirke verirrt man sich als Tourist ohnehin selten. Und wer weiß schon, was in deutschen Großstädten so abläuft? "The Hood" beschreibt schonungslos und ohne großartige Gefühlsduselei die britische Realität. Allerdings ist es kein Krimi oder Thriller. Es gibt keinen Fall zu lösen oder einen Mörder zu schnappen. Dieses Buch ist nicht für die nette Wochenendunterhaltung gedacht.

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  • Rezension zu "The Hood" von Gavin Knight

    The Hood

    Eselsohren-Werner

    17. June 2012 um 19:17

    Das ist kein Film. Das ist kein Roman. Das ist die Realität. – Ich hatte noch nicht davon gehört, wie es in Teilen von Englands Großstädten zugeht, und dachte, solche (Drogen-)Bandenkriege, wie sie Gavin Knight in „The Hood“ beschreibt, gäbe es in Europa nicht. Jetzt weiß ich: zumindest in Großbritannien gibt es eine unfassbare Form von Gewaltbereitschaft (vor allem) unter Jugendlichen. Diese wachsen auf mit Massenarbeitslosigkeit und in sozialem Elend, gehen in Schulen, in denen Gewalt vorherrscht, und werden als Dealer angeheuert und süchtig gemacht. Von hier ist der Weg nicht weit in die (Beschaffungs-)Kriminalität.

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