Gavino Ledda

 4.5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Padre Padrone, Padre Padrone. Mein Vater, mein Herr und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gavino Ledda

Padre Padrone

Padre Padrone

 (6)
Erschienen am 01.10.2003
Padre Padrone. Mein Vater, mein Herr

Padre Padrone. Mein Vater, mein Herr

 (1)
Erschienen am 01.02.1993
Die Sprache der Sichel

Die Sprache der Sichel

 (1)
Erschienen am 01.04.1984
Padre Padrone, italienische Ausgabe

Padre Padrone, italienische Ausgabe

 (0)
Erschienen am 01.12.2010
Ich Gavino

Ich Gavino

 (0)
Erschienen am 01.06.1998

Neue Rezensionen zu Gavino Ledda

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Herbstroses avatar

Rezension zu "Padre Padrone" von Gavino Ledda

Sardinien wie man es nicht kennt …
Herbstrosevor 15 Tagen

Gerade mal einen Monat durfte der 6-jährige Gavino zur Dorfschule gehen, dann wird er von seinem Vater rigoros heraus genommen und gezwungen, als Hirtenjunge die Schafe und Ziegen der Familie zu hüten. Für den kleinen, zarten Jungen beginnt eine schier unmenschliche Zeit, in der er alleine der kargen Wildnis in Sardiniens Bergen ausgesetzt ist. Statt wohlbehüteter Kindheit durchlebt Gavino ein endloses Martyrium, bei dem er selbst beim kleinsten Fehler vom Vater gnadenlos gezüchtigt wird. Das soll sich erst ändern, als er sich mit 20 Jahren freiwillig zum Militär meldet. Dort lernt er endlich Lesen und Schreiben, macht eine Lehre als Radiomechaniker und bildet sich autodidaktisch so weit, dass er sogar die Prüfung als Lehrer besteht. Dann geht er zurück in sein Dorf Siligo auf Sardinien, wo sich nichts verändert hat … 

Was anmutet wie finsterstes Mittelalter, ist noch gar nicht so lange her. Der Autor Gavino Ledda veröffentlichte seine Autobiografie erstmals 1975 auf Italienisch, 1977 wurde das Buch verfilmt, die erste deutsche Übersetzung erschien 1980. Es ist ein erschütternder Bericht über eine unvorstellbar harte Kindheit und Jugend auf Sardinien in den Jahren zwischen 1945 und etwa 1965, geprägt von Demütigungen und Schlägen, aber auch über den unbändigen Willen eines jungen Mannes zu lernen, sich zu bilden und sich von der Abhängigkeit des übermächtigen Vaters zu lösen. Gavino Ledda bedient sich einer kraftvollen, schnörkellosen Sprache und beschönigt dabei nichts – nicht die Lebensbedingungen auf dem Niveau von Tieren, nicht die Grausamkeit der Menschen, nicht die sexuellen Nöte, nicht die bestialische Gewalt und nicht die existenziellen Ängste. Es ist auch eine herbe Kritik an der Gesellschaft, die das Analphabetentum tolerierte und bei Kinderarbeit, Unterdrückung und brutaler Züchtigung einfach wegsah. Wunderbare Natur- und Landschaftsbeschreibungen versöhnen und runden die Geschichte passend ab.


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JohannesGroschupfs avatar

Rezension zu "Padre Padrone" von Gavino Ledda

Archaisches Sardinien
JohannesGroschupfvor 5 Jahren

Wer Sardinien liebt, wird auch diesen Roman lieben.
Gavino Ledda erzählt seine eigene Kindheit und Jugend, die er in den Bergen Sardiniens als Schafhirte verbrachte.

Sein Vater nahm ihn, als er kaum sechs Jahre alt war, nach wenigen Wochen wieder von der Dorfschule und bildete ihn zum Schafhirten aus. Es wird eine strenge, gewalttätige Lehre, und sie endet in der Einsamkeit des Hirten. In dieser Einsamkeit aber lernt Ledda die Sprache der Natur zu verstehen: "Das Prasseln des Regens im Wald sowie Donner und Wind waren die einzigen Worte, die mir damals zu hören gegeben waren, und bei ihnen fühlte ich mich wohl."
Sehr spät findet er die Kraft, sich gegen seinen Vater aufzulehnen und seinen Traum eines Studiums auf dem italienischen Festland zu verwirklichen.

Das Buch ist 1975 erschienen, bekam viele Preise und wurde durch die Verfilmung weltweit bekannt. Immer noch lesenswert - einfach zeitlos.

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Gruenentes avatar

Rezension zu "Padre Padrone" von Gavino Ledda

Rezension zu "Padre Padrone" von Gavino Ledda
Gruenentevor 9 Jahren

Atobiographische, halbdokumentarisches Buch über den Autor. Er ist Sohn einer armen Hirten und wird schon mit 6 Jahren zum Arbeiten gezwungen und wie ein Sklave beahndelt. Er muss bis zum Ende seiner Kräfte arbeiten und manchmal auch darüber hinaus.
Der Schulbesuch wird ihm verwehrt. Bis zum 21.Lebensjahr erfährt er nur Arbeit und Gewalt. Für alle Launen seines Vaters muss er Prügel erdulden. Denn dieser ist der Padrone.
Einen Ausweg siehr er beim Militär wo er endlich lesen und schreiben lernen darf.
Laut KLappentext ist die Sprache "ungkünstelt" manchmal schon fast primitiv was gut zu der beschriebenen unmenschlichen Welt passt. Die Einsamkeit und das Leiden des Jungen wird dadurch stark verdeutlicht.
Aber "mitgerissen" hat es mich nicht. So richtig konnte ich auch nicht alles nachfühlen. ganz stark war aber die Schlussszene, in der er sich gegen seinen Vater auflehnt.

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