Gayl Jones

 4,4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor*in von Corregidora, Corregidora und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Gayl Jones wurde 1949 in Kentucky geboren, wo sie auch heute noch zurückgezogen lebt. Sie hat am Wellesley College und der University of Michigan gelehrt. "Corregidora" ist ihr erster Roman, der 1975 in den USA erschien. Ihr zweiter Roman "Evas Mann" aus dem Jahr 1976 wird 2023 im Kanon Verlag erscheinen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gayl Jones

Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)

Corregidora

 (19)
Erschienen am 17.08.2022
Cover des Buches Evas Mann (ISBN: 9783985680528)

Evas Mann

 (0)
Erschienen am 01.01.2024
Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680412)

Corregidora

 (2)
Erschienen am 22.08.2022
Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680566)

Corregidora

 (1)
Erschienen am 16.08.2022
Cover des Buches Die Vogelfängerin (ISBN: 9783499156816)

Die Vogelfängerin

 (1)
Erschienen am 01.05.1991
Cover des Buches Butter: Novellas, Stories and Fragments (ISBN: 9780349016887)

Butter: Novellas, Stories and Fragments

 (0)
Erschienen am 06.04.2023

Neue Rezensionen zu Gayl Jones

Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)
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Rezension zu "Corregidora" von Gayl Jones

Eine Geschichte über viel Leid und Schmerz
NalasBuchBlogvor einem Jahr

Ursa ist eine starke afroamerikanische Frau, die geprägt ist von ihrer Vergangenheit und der Vergangenheit ihrer Vorfahren. Auf der Suche nach dem richtigen Platz im Leben und dem Versuch, das Erbe ihrer Familie fortzuführen, hat sie leider nicht immer Glück.

 

Sie singt abends in einem Lokal den Blues und aufgrund ihrer Erfahrungen kann nicht nur sie, sondern auch die Zuhörer diesen Blues fühlen.

Leider hat sie auch kein Glück mit Männern: So gibt es da ihren ersten Mann, der sie die Treppe herunterstößt, weshalb sie ihr Kind verliert und nie wieder schwanger werden kann. Es gibt den zweiten Mann, der ihr untreu ist und ebenfalls aggressives Verhalten an den Tag legt.

Und es gibt Corregidora – einen Sklavenhändler, der schon seit Urzeiten in ihrer Familie fest verankert ist und alle Generationen sehr stark geprägt hat.

 

Diese Geschichte erzählt von viel Leid und Schmerz, was Ursa wiederfahren ist und spiegelt gleichzeitig das Leid weiterer Frauen aus der Zeit wieder. Frauen, die auf der Suche nach einem Selbstwertgefühl sind und deren Vergangenheit noch stark auf den Schultern lastet.

 

Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Sehr vulgär, mit vielen Wiederholungen und Gesprächen und Wortwechseln, die nicht besonders anspruchsvoll sind.

Doch es kommt darauf an, was zwischen den Zeilen geschrieben steht und genau das ist es, was das Buch ausmacht.

Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)
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Rezension zu "Corregidora" von Gayl Jones

Gewalt und Schmerz
Casaplancavor einem Jahr

"Corregidora" von Gayl Jones ist ein Buch über Gewalt, über Missbrauch und Sklaverei, über Selbstbestimmung, Rassismus und auch über die Rolle der Frau.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Ursa, aber auch die Generationen von Frauen vor ihr, die in Sklaverei lebten und teilweise von dem selben Mann, Corrergidora, missbraucht und sogar gezeugt wurden. Die Sklaverei ist vorüber und soll in den Köpfen der Frauen weiterleben, um das Unrecht und die Schmach nicht vergessen zu machen, und so von Generation zu Generation weitergegeben.
Ursa ist jetzt die letzte, sie wird keine Generationen mehr machen, da sie einen Unfall erleidet und ihr Kind verliert, weitere sind ihr nicht möglich. Ursache hier ist Gewalt, denn auch Ursa erlebt in ihrem Leben, in ihrem nächsten Umfeld, Gewalt.
Sie ist eine Sängerin, eine selbstständige und vernünftig denkende Frau und dennoch gelingt es auch ihr nicht, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Es ist eine kraftvolle Geschichte, mit einer tiefen Aussage.
Ich hadere bei diesem Buch mit der Schreibweise, auch der Struktur. Hier wird über Gewalt berichtet, das ist richtig, auch über Sex und auch Vergewaltigung. Die Worte, die hier benutzt werden, zeigen diese Gewalt, es ist fast Gewalt dem Leser gegenüber und es zeigt auch Wirkung. Leider konnte ich dadurch immer nur kurze Passagen am Stück lesen, ehe es mir zu schwer zu ertragen wurde. Das sollte man wissen, ehe man das Buch liest, es ist kein Unterhaltungsroman, es geht unter die Haut.

Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)
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Rezension zu "Corregidora" von Gayl Jones

Lady sings the blues
ElliPvor einem Jahr

Im Zentrum steht die schöne und faszinierende Ursa, eine geschundene Seele, eine junge, schwarze Bluessängerin, aufgewachsen in Armut und Elend, gewohnt an Gewalt und Ausbeutung, Missbrauch von Männern, auf der Suche nach Liebe und Selbstbestimmung.

Im Gesang verwirklicht sie sich, ihre Stimme wird über die Zeit immer spröder und rauer, sie gewinnt an Persönlichkeit durch die vielen belastenden Erfahrungen im Laufe der Zeit. Ursas Leben erinnert mich an die Biographie von Billie Holiday, die auch so vieles durchlebt hat und deren Schmerz sich in ihrem Gesang widerspiegelt.

Auch wenn die Sprache sehr harsch, roh, brutal und immer wieder äußerst vulgär ist, passt es zu der Geschichte und wirkt trotzdem nicht wirklich obszön. Es stimmt traurig und die unglaubliche Verzweiflung und Ausweglosigkeit aus diesem Leben wird deutlich.

Ein furchtbares und tabubrechendes Vergehen in der Vergangenheit bietet die Grundlage für das Lebensgefühl Ursas: Inzest und Sklaverei, junge schwarze Frauen, die nur als Sexualobjekte gesehen und immer wieder vergewaltigt wurden. Ein Vater, der vor seinen eigenen Töchtern nicht Halt macht, Männer ohne Gefühl, ohne Respekt, Frauen, die als Ware gesehen werden, nur dazu da, dem Sklavenbesitzer und den Freiern zu dienen. Dieses Wissen lässt kaum Hoffnung auf Veränderung zu, ein Kreislauf aus Gewalt, Sexualität, Verlangen und Sehnsucht ist der Tenor des Romans, den der traurige, sehnsüchtige Gesang des Blues widerspiegelt.

Das Nachwort der Autorin Gayl Jones, Professorin für Literatur, stimmt mich sehr nachdenklich und die Zitate und Erklärungen von anderen Schriftstellern, von Motivation und Anspruch, vom Willen nach Ausdruck und Gestaltung des gesprochenen Wortes sind einleuchtend und sinnstiftend. Die sprachlichen und inhaltlichen Wiederholungen, Schleifen - Call and Response - diese Parallelen zu den Stilmitteln des Blues finde ich großartig. 

Die Autorin betont, dass sie nicht zum Mitleid anregen will, sondern in schonungsloser Sprache zeigen möchte, was die Realität alles beinhaltet. Besonders getroffen hat mich auch der Begriff "vergewaltigungsfarben", weil so vieles an Gewalt und grausamer Geschichte der Sklaverei dahintersteckt und eine Flut von qualvollen Bildern ausgelöst wird.

Ein wirklich besonderes Buch, das zum Nach- und Weiterdenken anregt, das die bittere Realität schonungslos darstellt, das Augen öffnet, die Schrecken der Vergangenheit und die immer noch aktuellen Auswirkungen auf die Betroffenen thematisiert.

Gespräche aus der Community

Kentucky 1947: Jeden Abend erfüllt Ursa den Raum von Happy’s Café mit ihrem Blues. Ihr Gesang handelt vom Schmerz und vom Bösen. Er gilt dem Sklavenhalter Corregidora.

Lies jetzt Gayl Jones’ zutiefst ergreifenden Roman über die Schmach des amerikanischen Erbes und die Sehnsucht nach Selbstbehauptung. Herzlich willkommen zu unserer Leserunde zu »Corregidora«! 

96 BeiträgeVerlosung beendet
NalasBuchBlogs avatar
Letzter Beitrag von  NalasBuchBlogvor einem Jahr

Ich habe das Buch beendet, auch wenn es mir zwischenzeitlich ziemlich schwer fiel.

Der Schreibstil ist nicht meins. Oftmals kam er mir stockend vor, zeitweise verwirrend und auch von vulgären Beschreibungen bin ich nicht wirklich Fan.
Dennoch ist es ein Buch, was zum Nachdenken anregt, wenn man zwischen den Zeilen liest. Da es ie Geschichte einer starken Frau wiederspiegelt, die von diesem Schicksal bestimmt nicht allein getroffen ist.

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