Gayl Jones

 4 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Corregidora, Corregidora und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gayl Jones

Gayl Jones wurde 1949 in Kentucky geboren, wo sie auch heute noch zurückgezogen lebt. Sie hat am Wellesley College und der University of Michigan gelehrt. "Corregidora" ist ihr erster Roman, der 1975 in den USA erschien. Ihr zweiter Roman "Evas Mann" aus dem Jahr 1976 wird 2023 im Kanon Verlag erscheinen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gayl Jones

Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)

Corregidora

 (4)
Erschienen am 17.08.2022
Cover des Buches Evas Mann (ISBN: 9783985680528)

Evas Mann

 (0)
Erscheint am 01.11.2023
Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680566)

Corregidora

 (1)
Erschienen am 17.08.2022
Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680412)

Corregidora

 (0)
Erschienen am 22.08.2022
Cover des Buches Die Vogelfängerin (ISBN: 9783499156816)

Die Vogelfängerin

 (1)
Erschienen am 01.05.1991

Neue Rezensionen zu Gayl Jones

Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)
hapedahs avatar

Rezension zu "Corregidora" von Gayl Jones

Traumatische Geschichte, die in recht sperrigem Schreibstil wiedergegeben wird
hapedahvor 2 Monaten

Corregidora hieß der portugiesische Sklavenhalter, der bereits Ursas Urgroßmutter zur Prostitution zwang. Er zeugte sowohl ihre Großmutter als auch ihre Mutter, nach Abschaffung der Sklaverei werden Unterlagen vernichtet, um die brutalen Methoden zu vertuschen, doch die traumatische Vergangenheit wird innerhalb der Familie weiter vererbt, Ursa soll "Generationen machen", damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät - doch sie kann keine Kinder bekommen und äußert ihre Emotionen in dem Blues, den sie jeden Abend im Happy´s Café singt.

"Corregidora" von Gayl Jones ist ein Buch, mit dem ich trotz des wichtigen Themas ziemlich zu kämpfen hatte, der sperrige Schreibstil und die Sprünge zwischen den Szenen haben es mir nicht leicht gemacht, einen emotionalen Zugang zu Ursa und ihrer Geschichte zu finden. Es sind recht kleine Abschnitte, die die Verletzungen der einst versklavten Frauen durch Corregidora zum Ausdruck bringen, doch zwischen aktuellen Passagen aus Ursas Leben, wiederholen sich ständig die Erinnerungen an den verhassten Sklavenhalter, dessen Namen Ursa weiterhin trägt, auch als sie heiratet behält sie den portugiesischen Familiennamen bei. 

Zwischenzeitlich verschwimmen die Grenzen zwischen den vier Generationen der Frauen, es scheint, als ob Corregidoras Opfer eine Art kollektives Gedächtnis entwickeln, um für seine Taten Zeugnis abzulegen.

Zweifelsohne hat die Autorin ein wichtiges Zeitdokument geschaffen, das in teilweise brutaler Ausdrucksweise eine Vergangenheit ans Licht zerrt, die das Trauma ganzer Generationen ehemaliger Sklaven widerspiegelt. Wer den Blues im Blut hat, mag dieses Buch intuitiv verstehen und entsprechend wertschätzen, mir hat sich die eigenwillige Erzählweise, die von Wiederholungen und zeitlichen Sprüngen geprägt war, während des Lesens nicht wirklich erschlossen. Erst das Nachwort des Übersetzers, der den Schreibstil mit der musikalischen Darstellung des Blues vergleicht,  konnte mein Verständnis für die zäh empfundene Lektüre etwas verbessern. 

Fazit: Der sperrige und sprunghafte Schreibstil hat es für mich schwierig gestaltet, emotional in die Geschichte einzutauchen, dennoch betrachte ich dieses Buch als wichtiges Zeugnis einer Vergangenheit, die Generationen ehemalige Sklaven traumatisiert hat.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)
Dominikuss avatar

Rezension zu "Corregidora" von Gayl Jones

Eine Frau 1947 in Kentucky
Dominikusvor 3 Monaten



Die amerikanische Schriftstellerin Gayl Jones ist Jahrgang 1949. 

Ihren ersten Roman, Corregidora, hat sie 1975 veröffentlicht. Jetzt gibt es ihn beim Kanon Verlag auf deutsch.


Die Autorin beschreibt ein Teil des Lebens, einer Bluessängerin. 

Wir erfahren von ihren Vorfahren. Die Mutter, die Großmutter und Urgroßmutter waren noch Sklaven und wurden von ihrem Besitzer vergewaltigt und verkauft, wie es ihm gerade einfiel. 


Es ist eine dramatische Geschichte.

Die Frauen der Familie mussten einiges aushalten. 

Der Roman spielt in Kentucky 1947. Ursa tritt jeden Abend auf und singt. Dann verliebt sich ein Mann in sie und heiratet sie. Er entwickelt sich als eifersüchtig und brutal.


Dieser Roman ist ehrlich geschrieben.

Er hat mich gefesselt.

Ich kann ihn nur weiter empfehlen.

!923 verlegt der Kanon Verlag ein weiteres Buch der Autorin. Das werde ich auf jeden Fall auch lesen.



Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Corregidora (ISBN: 9783985680399)
C

Rezension zu "Corregidora" von Gayl Jones

Corregidora
Co_Wintersteinvor 3 Monaten

„Gayl Jones‘ Roman Corregidora ist ein Klassiker der afroamerikanischen Literatur. Am Beispiel der Blues-Sängerin Ursa erzählt er von den generationsübergreifenden Traumatisierungen des Gewaltsystems der Versklavung (Kanon Verlags Homepage)“. 

Ein „slave narrative“ in der Tradition der Oral History, rhythmisch wie ein Blues-Song. Das Original erschien 1975, die englische Übersetzung hat Pieke Biermann übernommen.

Ein schockierender Text, der die Themen Kolonialismus, Sklaverei, Inzucht, Rassismus, Misogynie, Homophobie, sexuelle und häusliche Gewalt in aller Härte und Deutlichkeit darstellt – in einer Sprache, die rau und obszön ist, die das Milieu (Kentucky, 1947, Bluesbar) einfängt und die jede erlebte Erniedrigung, jede Gewalterfahrung und Verletzung der Hauptfigur Ursas zum Ausdruck bringt.

Ich gebe zu, ich habe mich mit dem Text schwer getan. Abgebrochen auf Seite 68, mit anderen Bookstagramern drüber gesprochen, weiter gelesen, wieder abgebrochen, dann doch zu Ende gelesen. 

Hart war das! Die Sprache, die soviele abwertende, menschenverachtende und verletzende Begriffe enthält, hat mich ins Innerste getroffen (all der Hass!). Und ich bin immer noch ratlos, ob die Reproduktion all dieser Wörter eine gute Idee ist. 

Die Frage, die sich für mich stellt, ist folgende: 

Wie kann man über so ein sensibles, schwieriges und wichtiges Thema schreiben? Wie es in die Öffentlichkeit tragen?

Die Reproduzierung der demütigenden und abwertenden Begriffe im Text, also den Originalton übernehmen? 

Oder: Die Geschichte durch Vermeidung der Wörter entschärfen, verharmlosen, verändern?

Der Kanon Verlag hat sich für die erste Option entschieden und ist sich der Schwierigkeit bewusst, misogyner und rassistischer Sprache, eine Plattform zu bieten. Eine Stellungnahme des Verlags findet ihr auf der Verlagshomepage

Meiner Meinung nach eine konsequente Entscheidung, in der Tradition des Verlags (soweit man davon sprechen kann), da bei allen Kanon Büchern, die ich gelesen habe, die Sprache immer kongruent zur Handlung ist und den Inhalt der Bücher widerspiegelt (am deutlichsten in Bov Bjergs Deadline\\\). Und gleichzeitig ist es ein klares Statement des Verlags gegenüber der Geschichte, und dass sie in ihrer Eindringlichkeit nicht vergessen werden darf (Kanon Homepage).

Weitere Gedanken zu dem Thema kamen auf, nämlich: Kann man einen Text, der von so immenser Wichtigkeit ist, überhaupt abbrechen und verweigern? Darf man so ein Zeitdokument rezensieren? Oder gar verurteilen? 


Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks