Gee Vero Autismus - (M)Eine Andere Wahrnehmung

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Inhaltsangabe zu „Autismus - (M)Eine Andere Wahrnehmung“ von Gee Vero

Autismus - (m)eine andere Wahrnehmung ist ein Buch für Menschen, die mit autistischen Menschen leben und arbeiten und diejenigen, die die Begegnung suchen und sich der Herausforderung des Mitmensch-Seins mit autistischen Menschen stellen wollen. Das Buch beschreibt in erster Linie den Autismus der Autorin und den Autismus ihres 10jährigen Sohnes, aber es bietet auch Erklärungen, Lösungsansätze und Kompensationsstrategien, die auch für andere autistischen Menschen und deren Familien, Angehörigen, Lehrern und Betreuern hilfreich sein können.

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  • "Es gibt drei Elefantenarten auf der Erde und keine davon ist falsch!"

    Autismus - (M)Eine Andere Wahrnehmung

    R_Manthey

    19. January 2017 um 17:24

    Wenn Menschen für andere wahrnehmbar von der "Normalität" abweichen, also vom Zustand einer deutlichen Mehrheit, dann haben sie es schwer, gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Obwohl sich nach dem Film "Rain Man" sehr viel getan hat, treffen Autisten immer noch auf jede Menge Unverständnis. Nun hat es wenig Sinn, daraus irgendwem einen Vorwurf zu machen. Bücher wie dieses, in denen erwachsene Autisten ihr Leben und ihre Probleme schildern, können dazu beitragen, das sogenannte Asperger-Syndrom in seinen vielfältigen Ausprägungen verständlich zu machen. Manche Leser könnten sich allerdings auch wundern, denn vielen Menschen ist überhaupt nicht klar, dass sie davon auch betroffen sind, wenn man das überhaupt so nennen kann. Nicht immer tritt dieses Syndrom nämlich so deutlich oder so heftig auf wie bei der Autorin oder ihrem kleinen Sohn. Die Geschichte der Autismus-Forschung zeigt einen plötzlichen Bruch in den 1940er Jahren, als Asperges Wiener Institut auseinanderfiel und sich seine Kollegen fluchtartig in alle Himmelsrichtungen verteilten. Mit ihnen verschwanden leider auch viele Erkenntnisse Aspergers. Stattdessen dominierte nun der US-Psychologe Kanner das weitere Geschehen mit seinen Irrlehren über den kindlichen Autismus und seine Ursachen. Kleine Kinder können nur selten belastbare Auskünfte über ihre Wahrnehmungen geben. Und autistische Kinder schon gar nicht, weil ihr Sprachvermögen sich meist erst spät oder nicht ausreichend entwickelt. Fast ein halbes Jahrhundert musste vergehen, bis endlich die ersten Auskünfte erwachsener Autisten die bis dahin dominierenden Vorstellungen über Autismus korrigierten. Autismus wird zwar inzwischen mit einer einheitlichen Definition beschrieben. Allerdings ist sie nur ein grobes Raster, durch das viele gar nicht erfasst werden, weil sie im sehr breiten Spektrum dieses "Syndroms" ziemlich weit auf der linken Seite der Ausprägungsheftigkeit stehen, also wenig auffallen, während zum Beispiel Raymond Babbitt aus "Rain Man" ziemlich weit rechts steht, weil er kaum in der Lage ist, ein selbständiges Leben zu führen. Wie es in einem normalen Autisten aussieht, beschreibt die Autorin in ihrem Buch. Dabei lernt man das generelle Problem kennen und versteht, dass jeder Autist daneben ganz spezielle Ausprägungen und Eigenarten besitzt. Ob das nun eine Störung oder eine Krankheit ist, mag man bis zu einem gewissen Grad bezweifeln, was die Autorin mit der obigen Aussage über die falsche und richtige Elefanten zum Ausdruck bringen wollte. Die Grundaussage dieser Broschüre ist ganz einfach: "Innerhalb des Spektrums Mensch gibt es verschiedene Wahrnehmungen, eine davon nennt man Autismus." Während "normale" Menschen nicht interessante (beispielsweise akustische oder visuelle) Einflüsse aus ihrer Umwelt automatisch wegfiltern, also nicht wahrnehmen, fehlt Autisten diese Fähigkeit meistens zum Teil oder vollständig. Ihr Nervensystem wird deshalb regelmäßig von den einlaufenden Informationen überfordert und kollabiert mehr oder weniger heftig. Um diesen Stress zu mildern oder zu vermeiden, aktiviert das Gehirn eine der drei möglichen Reaktionen: Flucht, Starre oder Kampf. Das bedeutet: Die Reaktion von Autisten auf ihre Wahrnehmung ist aus ihrer Warte eigentlich richtig, aber für "normale" Menschen völlig unverständlich. So erklären sich übrigens auch die für Eltern schwer erträglichen autoaggressiven Reaktionen autistischer Kinder, die auf diese Weise versuchen, ihr System wieder zu normalisieren. Das und vieles andere kann man aus diesem Buch lernen. Es liefert einen recht detaillierten, wenn auch manchmal sehr weitschweifigen Einblick in das Innenleben von Autisten, denen es noch relativ gut möglich ist, ein selbständiges Leben zu führen. Es kann deshalb Menschen helfen, die mit Autisten zu tun haben. Vielleicht versteht der eine oder andere Leser aber beim Lesen sich selbst besser, denn Autismus ist viel weiter verbreitet als man unter "normalen" Menschen annimmt. Er tritt auch oft in milden Ausprägungen unter der Schwelle einer möglichen Diagnostik auf. Der Text liest sich mitunter etwas zäh, weil die Autorin nicht nur ihren Zustand beschreibt, sondern auch versucht, eine systematische Darstellung abzuliefern, wobei sie manchmal  recht weit ausholt. Gelegentlich hätte ich mir auch einen aufmerksamen Lektor gewünscht. Dem wäre vielleicht nicht entgangen, dass zum Beispiel die Rechenaufgabe auf Seite 34 so nicht lösbar ist. Die fehlende Bedingung findet man erst bei der Lösung im Nachwort. Insgesamt ist diese Broschüre eines der wenigen guten Bücher, in denen noch relativ "normale" Autisten ihren Alltag schildern und "normalen" Menschen ihre Wahrnehmungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten erklären. Das ist überaus hilf- und lehrreich. 

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