Geling Yan

 3,9 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Geling Yan

Geling Yan, 1958 in Schanghai geboren, diente während der Kulturrevolution in der Volksarmee und arbeitete danach als Journalistin. 1985 erschien ihr erster Roman. Zahlreiche weitere folgten, viele davon wurden verfilmt. Die Autorin ist mit einem amerikanischen Diplomaten verheiratet und lebt zur Zeit in Europa.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Geling Yan

Cover des Buches Die Mädchen von Nanking (ISBN: 9783813504699)

Die Mädchen von Nanking

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Erschienen am 27.08.2012
Cover des Buches Die Mädchen von Nanking (ISBN: 9783641081676)

Die Mädchen von Nanking

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Erschienen am 27.08.2012
Cover des Buches The Lost Daughter of Happiness (ISBN: 9780571253562)

The Lost Daughter of Happiness

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Erschienen am 04.02.2010
Cover des Buches The Uninvited (ISBN: 9780571220533)

The Uninvited

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Erschienen am 06.09.2007
Cover des Buches The Banquet Bug (ISBN: 1401374034)

The Banquet Bug

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Erschienen am 07.08.2007
Cover des Buches The Flowers of War (ISBN: 9780099569626)

The Flowers of War

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Erschienen am 03.01.2013

Neue Rezensionen zu Geling Yan

Cover des Buches Die Mädchen von Nanking (ISBN: 9783813504699)Buchperlenblogs avatar

Rezension zu "Die Mädchen von Nanking" von Geling Yan

Fast vergessener Völkermord
Buchperlenblogvor 6 Monaten

Inhalt


Wir schreiben den 13. Dezember 1937. Im zweiten japanisch-chinesischen Krieg ist Nanking, die Hauptstadt Chinas, gefallen und besetzt worden. Doch noch gibt es einen kleinen Zufluchtsort für ein paar wenige. Eine amerikanische Kirche bietet neutralen Schutz für sechzehn Schülerinnen, versteckt auf dem Dachboden. Die Vorräte werden bereits knapp, als vierzehn Prostituierte vor den Pforten stehen und Einlass begehren. Pfarrer Engelmann kann sie nicht abweisen, und so beginnt ein Versteckspiel innerhalb zweier so unterschiedlicher Lage. 


Fast vergessener Völkermord


Man kann die menschliche Geschichte drehen und wenden, wie man will, doch eines bleibt bestehen: Jedes Volk hat seine finstersten Momente. Auf japanischer Seite ist einer dieser Momente jener im Dezember 1937, als die chinesische Hauptstadt Nanking fiel.


Geling Yan zeigt uns anhand eines kleinen neutralen Fleckens Erde in besetztem Gebiet, wie Menschen auf kleinstem Raum miteinander auskommen müssen, wie Vorurteile ausgesprochen und verändert werden. Wie aus Freunden Feinde werden und umgekehrt. Die Schülerinnen von St Maria Magdalena verstecken sich zu sechzehnt auf dem Dachboden der Kirche. Außer ihnen befinden sich nur noch der Pfarrer Engelmann, der Diakon Fabio, George der Koch und Ah Gu der Mann für alles auf dem Gelände. Bis sich vierzehn, vor den japanischen Soldaten geflohene, Prostituierte ebenfalls einquartieren. Sie erwecken Abscheu in den Mädchen, die meist aus gutem Hause stammen und Frauen wie die elegante Yuma oder die quirlige Hongling nur als Abschaum betrachten. 


Während sich die Lage in Nanking immer weiter zuspitzt, geraten auch die Fronten innerhalb der Kirche immer mehr aneinander. Die Mädchen verurteilen die Frauen für ihren Lebenswandel und beäugen ärgerlich die abgezwackten Essensrationen. Als das Wasser zur Neige geht und jemand das Gelände verlassen muss, kommt er nicht wieder. Als dann auch noch drei chinesische Soldaten – einer davon ein schwerverletzter Junge – in die Kirche gebracht werden, ist das Maß beinahe voll. Und dann steht das japanische Militär plötzlich vor der Tür und verlangt nach den Chormädchen, um sie zur Freude der japanischen Soldaten mitzunehmen.  


Schaut man sich an, wie viel Unheil das Massaker von Nanking über die chinesische Bevölkerung gebracht hat, raubt es einem beinahe den Atem. Schätzungen zufolge wurden bis zu 200.000 Menschen Opfer der Kriegsverbrechen Japans. „Die marodierenden japanischen Soldaten schnitten Frauen die Brüste ab, nagelten Kinder an die Wände oder rösteten sie über offenem Feuer. Sie zwangen Väter, ihre eigenen Töchter zu vergewaltigen und kastrierten chinesische Männer. Sie häuteten Gefangene bei lebendigem Leib und hingen Chinesen an ihren Zungen auf.“ (Quelle: Welt.de) Außerdem wurden tausende Frauen egal welchen Alters verschleppt und in sogenannte „Trosthäuser“ gebracht, vergewaltigt und hinterher auf bestialische Art und Weise ermordet. 


Vor diesem Hintergrund erscheint das Schicksal der Mädchen von Nanking auf so viele Arten erschütternd, auch wenn hier die beschriebenen Gegebenheiten fiktional sind. Der Deutsche John Rabe, der zu dem Zeitpunkt ebenfalls in Nanking lebte und oftmals mit Oskar Schindler verglichen wurde, beschreibt in einem Bericht die Zustände auf den Straßen Nankings nach der Besetzung, bei denen sich Gänsehaut breitmacht.


Fazit


Wieder ein Stück menschengemachter Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Und auch wenn das Lesen dieser Bücher schmerzhaft ist, so entsprechen sie unserer Historie und sind wichtig, damit niemand die Gräuel vergisst, die wir Menschen einander bereits angetan haben.

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Cover des Buches Die Mädchen von Nanking (ISBN: 9783813504699)miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Die Mädchen von Nanking" von Geling Yan

Geling Yan - Die Mädchen von Nanking
miss_mesmerizedvor 5 Jahren

Die hässlichen Seiten des Krieges machen auch vor einer christlichen Missionsstation nicht Halt. Im Dezember 1937, während der japanisch-chinesische Krieg tobt, erlebt eine Gruppe junger Mädchen in der Obhut von Father Engelmann in Nanking wie grausam und unmenschlich, aber auch wie aufopfernd sich ihre Mitmenschen verhalten. Mit seinem kleinen Team versucht der Father die Normalität noch lange aufrecht zu erhalten. Doch als eine Gruppe Prostituierter einfällt, ändert sich schon vieles in der kleinen Kirche und die Spannungen zwischen den Frauengruppen sind offenkundig. Als drei verwundete Deserteure ebenfalls Schutz suchen, gehen sie ein großes Risiko ein, doch die Nächstenliebe zwingt den Pfarrer, seine Türen zu öffnen. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis die chinesischen wie auch japanischen Soldaten sich die Mission näher ansehen.

Geling Yan beschreibt unverblümt und ungeschönt, was die Menschen in Kriegszeiten erleben und wie fern das Verhalten insbesondere der Soldaten von Menschlichkeit entfernt ist. In der kleinen Welt der Mission treten neben den großen ängsten, die mit dem Krieg einhergehen, auch die kleinen zwischenmenschlichen Zwistigkeiten zu Tage, die immer das Zusammenleben mitbestimmen und hier manchmal die Grausamkeit draußen überlagern können. Aber sie zeigt auch, wie bereit manche sind, ihr eigenes Leben für das eines anderen zu opfern und so mit erhobenem Haupte dem Tod ins Auge sehen.

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