Genki Kawamura

 4.1 Sterne bei 121 Bewertungen
Genki Kawamura

Lebenslauf von Genki Kawamura

Made in Japan: Der 1979 in Yokohama geborene japanische Filmproduzent hat mit seinem ersten Roman „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“, der in Deutschland 2018 erschien, einen internationalen Bestseller geschaffen, der 2016 in Japan verfilmt wurde. Vor seiner Karriere als Schriftsteller und erfolgreicher Filmproduzent mit Produktionen wie „Your Name. - Gestern, heute und für immer“ (2016), „Geständnisse" (2010) und „Ame & Yuki - Die Wolfskinder“ (2012), hat der Schriftsteller Journalismus in Tokio studiert.

Alle Bücher von Genki Kawamura

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

 (119)
Erschienen am 23.04.2018
Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

 (2)
Erschienen am 26.07.2018

Neue Rezensionen zu Genki Kawamura

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Rezension zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Janine1212vor 16 Tagen

Inhalt: 

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes ...

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus? 



Meine Meinung: 

Ich bin rein zufällig auf "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" aufmerksam geworden. Aber als großer Japan-, Katzen-, Kirschblüten- und vor allem "Your Name" (Der Autor ist der Produzent des Filmes)-Fan, konnte nicht umhin mich genau von diesem Buch in den Bann ziehen zu lassen. 

Erst einmal finde ich den Titel, der schon preisgibt wohin uns die Reise mit dem Buch verschlagen wird, sehr interessant und neugierig machend. Dazu kommt das wunderschöne Kirschblütencover in Pastellfarben, in das ich mich direkt verliebt habe.

Wie der Klappentext schon andeutet, haben wir es hier mit einer ziemlich traurigen Thematik zu tun, die vor allem darstellt, was in einem Menschen vorgehen kann, wenn man dem Tod (hier wortwörtlich) gegenübersteht und ausnahmsweise einmal einen Ausweg geboten bekommt. 

Ich selbst habe mir während des Lesens unzählige Male die Frage gestellt, ob ich das Angebot des Teufels hätte annehmen können - denn wenn man sich mit der Situation selbst konfrontiert sieht, greift man bestimmt nach jedem Strohhalm der sich bietet.

Auch wenn es selbstverständlich einige sehr tragische und herzergreifende Szenen gibt, hat das Buch durch seinen Humor immer mal zwischendurch durch seinen ganz besonderen Witz das Ganze aufgelockert und die Geschichte damit nie eintönig werden lassen.

»Und? Was machst du jetzt?«
Der unverschämte Ton des Teufels reizte mich.
»Wie meinst du das?«
»Du hast nicht mehr lange. Zu leben, meine ich.«
»Ach so, das.«
»Also, was hast du vor?«
»Zuerst überlege ich mir zehn Dinge, die ich vor
meinem Tod noch unbedingt tun will.«
»Den Mist hast du doch aus diesem Film?
Das
Beste kommt zum Schluss
– oder wie der heißt.«
»Ja, stimmt.«
»Maximal peinlich! Ist das dein Ernst?«


Ich fand es überraschenderweise sehr leicht mich in den jungen Briefträger hineinzuversetzen und musste auch immer mal wieder innehalten, um mir selbst Gedanken dazu zu machen, was man im Leben eigentlich braucht und ob es Situationen, oder Beziehungen gibt, die man auf keinen Fall vernachlässigen sollte, bevor es zu spät ist. Dabei hat mich die Gedankenwelt des Protagonisten besonders getroffen, da er - jetzt wo seine Tage gezählt sind - erst merkt, wie betäubt und blind er durch seinen sonstigen Alltag gewandert ist. Das Gefühl immer das richtige, oder vernünftige zu tun, anstatt seine Träume zu leben und auch mal über seinen Schatten zu springen - ich denke das Gefühl kennt bestimmt jeder.

Dafür dass der Autor eigentlich Filmproduzent ist, hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Er wirkt sehr sachlich und nicht zu emotional, schafft es aber gleichzeitig Emotionen wie Mitgefühl und Trauer im Leser zu wecken. Ich denke dies ist vor allem der japanischen Erzählweise zu verdanken.

Das Buch konzentriert sich mit seinen wenigen 180 Seiten auf das Wesentliche und bringt trotzdem intensiv und realistisch die Gefühle des Protagonisten rüber. Ich finde gerade die Knappheit des Buches und auch der Ton bei dem alles kurz und bündig auf den Punkt gebracht wird, vermittelt uns eine ganz besondere Botschaft: wenn jede Sekunde deine letzte sein könnte, musst du sie so intensiv wie möglich nutzen!


Fazit: 

"Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" hat mich wahnsinnig in seinen Bann gezogen und mich auch Tage danach nicht vom Nachdenken abgebracht. Ich kann wirklich nicht sagen, ob es Dinge in unserer Welt, unserem Leben gibt, auf die man voll und ganz verzichten kann, oder was genau im Leben zählt und wen, oder was, man besonders wertschätzen sollte, bevor der-/dasjenige eines Tages verschwindet. Ich denke die Thematik wird mich auch nicht so schnell loslassen...und genau so ist es auch mit dieser kleinen, aber tiefgründigen Geschichte des jungen Postboten und seiner Katze Weißkohl.

Ich bewerte "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" mit 10/10 Punkten!

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Rezension zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens
EmmaZeckavor 19 Tagen

Genki Kawamura erzählt den Inhalt von Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden anhand von zwei Erzählsträngen:

Wir begegnen unserem Ich-Erzähler zuerst in der Gegenwart. Er erfährt, dass er bald sterben muss. Doch als er nach Hause kommt, wartet der Teufel auf ihn und schlägt ihm einen Deal vor: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Der Nachteil: Der Teufel bestimmt, welche Sachen das sein sollen. Der Titel der Geschichte lässt schon erahnen, dass unser Protagonist die Abmachung mit dem Teufel eingeht.

Doch danach ist nichts mehr, wie es einmal war: Unser Protagonist beginnt sich zu fragen, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind und auf was er ohne Probleme verzichten kann. Und dabei kommt er zu spannenden Erkenntnissen.

Im zweiten Erzählstrang reisen wir gemeinsam mit unserem Ich-Erzähler in dessen Vergangenheit. Wir erfahren, wie er aufgewachsen ist und was ihm in seinem Leben bisher wichtig war. Und schnell wird deutlich, dass Katzen ihm nicht gleichgültig sind. Zudem beschreibt Genki Kawamura auch, wie unser Protagonist mit seinen Eltern zurechtkommt und welche Konflikte hier unausgesprochen im Raum stehen.

Was mir besonders gut an Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden gefallen hat war, wie gut unser Ich-Erzähler über die Dinge reflektiert, die von der Welt verschwinden sollen. Er stellt sich nicht nur oberflächliche Fragen, sondern überlegt wirklich, wie sich die Welt verändern würde, wenn diese Gegenstände plötzlich weg wären. Und hier bringt er Aspekte ins Spiel, die sich auch gut auf unser Leben übertragen lassen.

Genki Kawamura verknüpft diese zwei Handlungsstränge - das Reflektieren über den Sinn des Lebens auf der einen Seite und den Blick in die Vergangenheit unseres Ich-Erzählers auf der anderen Seite - ziemlich gut und bringt Handlungsstränge zu einem schönen, für mich auch stimmigen, Abschluss.

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Die Geschichte wird von Jan Katzenberger interpretiert und im Nachhinein finde ich es schon einen lustigen Zufall, dass der Interpret des Hörbuches die Katzen im Nachnamen trägt.

Jan Katzenberger hat eine sehr angenehme, helle Stimmfarbe, die gut zu unserem Ich-Erzähler passt, weil so klar wird, dass er noch relativ jung ist und noch ziemlich viel von seinem Leben vor sich haben sollte.

Jan Katzenberger hat eine ziemlich schnelle Lesegeschwindigkeit. Einerseits ist das natürlich gut, weil die Geschichte so nicht an Dynamik verliert. Andererseits hätte ich mir gerade zwischen den Kapiteln eine kurze Pause gewünscht. Hier hätte beispielsweise eine kurze Melodie eingeblendet werden können. Allerdings sind das auch Beschwerden auf hohem Niveau, weil die Lesung wirklich sehr gelungen ist und ich das Hörbuch praktisch innerhalb weniger Stunden verschlungen habe.

Bei Geschichten von internationalen Autoren finde ich den Schreibstil immer eine spannende Geschichte, weil die Autoren ja auch die Art des Erzählens, wie sie eben im eigenen Land stattfindet, mit in die Geschichte einfließen lassen. Es hat mich fasziniert, dass Genki Kawamura in Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden praktisch ohne Namen auskommt. Unser Protagonist wird als der Briefträger betitelt bzw. wird die Geschichte ja aus seiner Perspektive erzählt. Dann trifft er auf eine alte Freundin, die ebenfalls nur meine Freundin genannt wird. Spannend fand ich vor allem, dass die Geschichte auch ohne das häufige Verwenden von Namen sehr gut funktioniert hat und ich nicht das Gefühl hatte, dass sich die Attribute wiederholen, mit denen unsere Charaktere beschrieben werden.

Schön finde ich, dass Genki Kawamura in seinem Roman den kleinen Dingen auf der Welt Raum gibt und das so gut verpackt, dass ich als Hörer interessiert dabei bleibe und mich nicht frage, warum der Autor jetzt ausgerechnet Thema X in den Vordergrund stellt.

Schnell wird deutlich, dass Genki Kawamura viel Wert auf Beziehung zwischen den Menschen oder eben zwischen Mensch und Tier legt und diese Beziehung auch gut herausarbeitet.

Gesamteindruck
Genki Kawamura hat mich hier sehr positiv überrascht. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden so in die Tiefe geht.
Es hat mich zudem auch sehr gefreut, dass das Hörbuch in einer ungekürzten Fassung produziert wurde.

Interessant war auch: Obwohl die Geschichte eine relativ kurze Spieldauer hat, hatte ich trotzdem das Gefühl, das Genki Kawamura alles Wesentliche in dieser Zeit unterbringen konnte. Für mich hat die Geschichte einen gelungenen Abschluss gefunden.
Ich empfehle dieses Hörbuch also allen Menschen, die sich fragen, was im Leben wirklich wichtig ist, oder die zu den Katzen Fans dieser Welt gehören.

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Rezension zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Was wäre wenn...?
VoiPerkelevor einem Monat

Der Titel "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" hat mich neugierig auf das Buch gemacht und der Klapptext hat mich schließlich überzeugt, es zu kaufen.

Es geht um einen Briefträger bei dem ein Hirntumor diagnostiziert wird. Zu Hause wartet niemand geringerer als der Teufel persönlich auf ihn und unterbreitet ihm einen Deal. Der Postbote darf für jede Sache, die von der Welt verschwindet einen Tag länger leben.

Das doch recht kurze Buch (rund 180 Seiten) hat mir sehr gut gefallen. Der Autor hält den Leser auf Abstand und beschreibt die Handlung eher nüchtern.
Trotz des trockenen Schreibstils werden aber beim Leser Emotionen ausgelöst, so ist das Buch stellenweise wirklich lustig, nur um dann wenige Seiten später traurig zu werden. 
Vor allem kann man sagen, dass das Buch sehr philosophisch ist und man häufig über das gelesen nachdenken muss.

Mir hat das Buch gut gefallen!


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