Genki Kawamura

 4.1 Sterne bei 187 Bewertungen
Autorenbild von Genki Kawamura (©Privat)

Lebenslauf von Genki Kawamura

Made in Japan: Der 1979 in Yokohama geborene japanische Filmproduzent hat mit seinem ersten Roman „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“, der in Deutschland 2018 erschien, einen internationalen Bestseller geschaffen, der 2016 in Japan verfilmt wurde. Vor seiner Karriere als Schriftsteller und erfolgreicher Filmproduzent mit Produktionen wie „Your Name. - Gestern, heute und für immer“ (2016), „Geständnisse" (2010) und „Ame & Yuki - Die Wolfskinder“ (2012), hat der Schriftsteller Journalismus in Tokio studiert.

Alle Bücher von Genki Kawamura

Cover des Buches Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden (ISBN: 9783570103357)

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

 (176)
Erschienen am 23.04.2018
Cover des Buches Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden (ISBN: 9783869743431)

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

 (11)
Erschienen am 26.07.2018

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Rezension zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Katzen, der Teufel und die Erinnerung
Libertinevor einem Monat

Ein Mann, der sich eigentlich noch viel zu jung glaubt, um sich mit solchen Themen zu beschäftigen, erfährt, dass er sterben muss. In wenigen Tagen. Doch noch ehe er dazu kommt, daran zu verzweifeln, erscheint ihm der Teufel. Und macht ihm ein Angebot, das er kaum abschlagen kann.

Für jede Sache, die er bereit ist, von der Welt verschwinden zu lassen, darf er einen Tag länger leben. Doch unter diesen Sachen stellt sich der Teufel keineswegs Dinge vor wie einzelne Socken, Papiermüll oder ausgeleierte Haargummis. Sondern um Sachen wie beispielsweise Schokolade, Telefone, Filme oder Uhren.

Doch mit jeder Sache, die der Icherzähler bereit ist, von dieser Welt verschwinden zu lassen, muss dieser sich nicht nur damit auseinandersetzen, wie die Welt ohne diese Sache aussähe. Sondern, welche Bedeutung sie in seinem Leben bisher gehabt hat. An die Personen, die er damit verbindet.

»[…] dennoch hatte ich das Gefühl, dass mir noch einiges zu tun blieb. Aufgaben, die nur ich auf dieser Welt erfüllen konnte. Die musste es doch geben.«

Ob der Teufel im Hawaiihemd dem Icherzähler nun wirklich begegnet oder eine Ausgeburt seiner fortschreitenden Erkrankung ist, bleibt unbedacht. Denn die Dinge, die der bald Sterbende an seinen erkauften Tagen tun will, sind nicht die, die er schon immer mal tun wollte. Keine Extreme wie Sprünge aus einem Flugzeug oder den Mount Everest besteigen. Es sind jede, die er schon längst hätte tun wollen oder sollen.

Mit einer bedrückenden Leichtigkeit, die an vielen Stellen wehtun kann, führt Kawamura durch die letzten Tage des Icherzählers. In ein Gedankenchaos, in dem sich täglich die Frage stellt, was man bereit wäre, aufzugeben, um noch etwas länger an sich selbst festhalten zu können.

»Warum erwarten wir immer von anderen, was wir selbst nicht können? Warum verlangte ich das von ihr? Warum wollte ich, dass sie erschrak und weinte?«

Genki Kawamura gelingt es, in seinem Roman ›Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden‹ die Schwere des eigenen Todes und jener, die man liebt, mit Themen zu verweben, die im Alltag als selbstverständlich erscheinen. Wie wäre es, wenn alltägliche Dinge, wie Telefone, Uhren oder Katzen nicht mehr da wären? Wie wäre das eigene Leben dann verlaufen? Was für Momente wurden dadurch ermöglicht, die das Leben ausmachen?

Begleitet von der Frage, wo die Grenze liegt. Wann wäre man bereit, Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nebensächlich erscheinen, nicht mehr gegen das eigene Weiterleben einzutauschen? Eine Reise in die letzten Lebenstage eines Sterbenden, die trotz oder vielleicht auch wegen ihrer Alltagsmotivik berührt. Ein Buch zum Nachdenken.

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Rezension zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Japanisch poetisch
Henri3tt3vor 6 Monaten

Obwohl diese Geschichte sehr philosophisch und traurig ist, liest sie sich leicht und lässt uns anschließend dankbarer durchs Leben gehen.





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Rezension zu "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Was wäre wenn?
Buecherseele79vor 7 Monaten

Ein junger, japanischer Postbote erhält Besuch vom Teufel, denn der junge Mann hat einen Gehirntumor und nicht mehr lange zu leben.
Und hier sieht der Teufel seine Chance – er kann dem Mann immer einen weiteren Tag schenken, allerdings müssen Dinge von der Welt verschwinden.
Während der junge Mann eher an Kerne in Melonen denkt, Schimmel im Bad, Staub auf den Schränken und sich als Genie sieht, hat der Teufel ganz eigene Methoden und bestimmt was von der Welt verschwinden soll.... was wäre wenn alle Katzen von der Welt verschwänden?

Ein kleines Buch das einen tiefen Eindruck bei mir hinterlässt.
Man mag es als oberflächlich beschreiben, als zu wenig an Seiten mit aussagekräftigen Sätzen, mit wenig Tiefe und Gedankengänge, aber hier ist man als Leser gefordert, hier spielen die eigenen Gedanken und Gefühle eine große Rolle und die werden beim lesen auf jeden Fall angeregt.

Der junge Mann, der hier namentlich nicht genannt wird, ist ein Japaner und als Postbote tätig.
Nach seiner Diagnose bricht, verständlicherweise, eine Welt für ihn zusammen.
Da kommt das Angebot des Teufels gerade richtig.

Selbst der Teufel war mir hier doch irgend sympathisch, der Autor hat ihn sehr interessant und etwas diabolisch dargestellt, der junge Postbote beschreibt ihn aber herrlich ironisch und von sich überzeugt.

Und dann ist eben dieser junge Mann der weiß dass er nicht mehr lange zu leben hat.
Der das Angebot des Teufels als zu verlockend findet um Nein zu sagen und sich somit auf den Deal einlässt.
Jeden Tag verschwindet etwas, was, das entscheidet der Teufel, der Mann muss einstimmen oder lassen, dann aber stirbt er und zwar schnell.

Wie wichtig sind Telefone?
Wie wichtig Bücher, Filme, Musik?
Wie wichtig ist es die genaue Zeit zu wissen, sich nach den Regeln zu richten?
Ist die Gemeinschaft wichtiger oder das einfache Leben des jungen Mannes der kurz vor seinen viel zu frühen Tod steht?

Und als Leser habe ich mich immer gefragt – wie würde ich reagieren?
Würde auch ich auf das Angebot des Teufels eingehen?
Was wäre mir immer ein Tag mehr Leben wert, was könnte verschwinden?
Würde ich jetzt Nein sagen und wenn mein Leben enden wird würde ich doch Ja sagen?

Ein Pakt mit dem Teufel, der junge Mann ist die Nummer 108 auf der Liste die sich entscheidet jeden Tag auf etwas zu verzichten.
Doch was ist im Leben denn so richtig wirklich wichtig?
Ist es das Handy, die Filme, die Musik, die Katzen?
Das eigene Leben so lange wie möglich zu haben?
Oder das genießen was man hat und zwar jeden Tag?

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ich habe mich entschieden dass dieses kleine Buch auf jeden Fall sehr lesenswert ist und man danach doch einen anderen Blick auf das Leben und seine Eigenschaften hat.
Auf jeden Fall ist dieses Buch zu empfehlen.


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