Geoff Dyer

 3.4 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Aus schierer Wut, White Sands und weiteren Büchern.

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Aus schierer Wut

Aus schierer Wut

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Erschienen am 17.11.2016
White Sands

White Sands

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Erschienen am 19.09.2017
But Beautiful

But Beautiful

 (2)
Erschienen am 01.09.2006
Sex in Venedig, Tod in Varanasi

Sex in Venedig, Tod in Varanasi

 (1)
Erschienen am 17.11.2016
Sex in Venedig, Tod in Varanasi: Roman

Sex in Venedig, Tod in Varanasi: Roman

 (1)
Erschienen am 17.08.2012
Die Zone

Die Zone

 (0)
Erschienen am 01.03.2012
But Beautifu

But Beautifu

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Erschienen am 01.10.2004
From Here to There:

From Here to There:

 (1)
Erschienen am 28.09.2010

Neue Rezensionen zu Geoff Dyer

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Rezension zu "White Sands" von Geoff Dyer

Der Klappentext ist einsame Spitze
R_Mantheyvor einem Jahr

Warum? Weil er nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, mich völlig in die Irre geführt und deshalb geärgert hat. Sein Verfasser ist vermutlich ein echter Verkaufsprofi. Ob so ein Gehabe allerdings Vertrauen schafft, muss wohl bezweifelt werden.

Dyers Texte sind eine Mischung aus Erfundenem und Erlebten. Manches ist interessant. Es überwiegt jedoch die Langeweile, mit der das Lesen irgendwann zur Qual wird. Aufmachung und Klappentext lassen den großen Wurf vermuten, doch der kommt nicht. Stattdessen muss man oft genug kleinliche Befindlichkeitsbeschreibungen über sich ergehen lassen. Vielleicht kann Dyer den Bildungsbürger begeistern, wenn er über Adorno und Thomas Mann im kalifornischen Exil erzählt. Aber auch dort fehlt der zündende Gedanke, die Idee, warum er seine Leser auf diesen Ausflug mitnimmt.

Am besten hat mir noch die Titelgeschichte gefallen, in der Dyer mit seiner Frau einen Anhalter mitnehmen und kurz danach ein Schild im Vorbeifahren lesen, auf dem genau davor gewarnt wird, weil es dort "Anstalten" geben würde. Was nun? Diese Geschichte fällt aus dem Rahmen der Langeweile und des intellektuellen Pfauentanzes. Sie kommt auch an einer Stelle, an der man das Buch gerne weglegen möchte. Wenigstens hat sie mir geholfen, zum Ende zu gelangen, immer in der Hoffnung, es käme noch so ein Muntermacher.

Warum reisen wir? Fragt sich der Klappentextautor: "Geoff Dyer geht dieser Frage(n) in seinem neuen Buch auf den Grund." Nein, das tut er leider nicht. Auch sein "sprühender Witz" muss irgendwie an mir vorbeigegangen sein. Ich habe Dyers Texte als eher fade, intellektuell überfrachtet, ermüdend und leicht depressiv empfunden. Die drei Sterne sind dem Bildungsbürger gewidmet, den Lesern von Literaturseiten in Sonntagszeitungen. Vielleicht können sie mehr mit diesem Buch anfangen als ich.

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Rezension zu "Aus schierer Wut" von Geoff Dyer

Gewöhnungsbedürftig aber sehr gut!
Duffyvor einem Jahr


Der größte Feind des Schriftstellers ist die Schreibblockade. Das weiß auch Geoff Dyer, als er eine Studie über D.H. Lawrence schreiben will, doch schon an den Vorbereitungen scheitert. Er beschließt also, stattdessen einen Roman zu schreiben, doch auch hier stößt er auf die Grundprobleme seines Lebens. Zum Beispiel die Wahl seines Wohnorts. Mit Laura, seiner Freundin, versucht er also nicht nur den Ort zum Schreiben zu finden, sondern auch endlich einen Platz für die Sesshaftigkeit. Dabei führen alle seine Reisen, die er zu diesen Zwecken unternimmt, immer wieder zu Orten, an denen Lawrence auch war, doch die Fortschritte mit einer Studie scheitern immer wieder an der gespaltenen Person des Autors, dem es einfach nicht gelingen will, auch für sein alltägliches Leben einen Kompromiss zu finden, denn alles was er hat, interessiert ihn nicht mehr, das, was er beginnen sollte, scheitert an Kleinigkeiten, endlose Diskussionen mit sich selbst führen immer wieder zu einem Ende: Dem Scheitern.
Eine sehr ungewöhnliche Herangehensweise hat sich der Autor für die Beschreibung einer kreativen Krise ausgesucht. Er reist dabei viel und stellt fest, dass er nirgends in der Lage ist, ein Projekt zu beenden. Dabei muss er feststellen, dass seine Gegensätzlichkeit auch die kleinsten Bereiche seines Leben betrifft. Ob es sich um das Vorhandensein bestimmter Backwaren handelt oder um die Abneigung gegen ein ganzes Land, wenn er erst mal da ist, spielt keine Rolle. Trotzdem gelingt es ihm, durch diese Gegensätzlichkeit dennoch dieses Buch zu schreiben, was seine Nähe zu Lawrence fast wie Zufall entstehen lässt. Das schafft Dyer mit einer gut abgewogenen Mischung aus Philosophie und Humor. Er löst sein Dilemma selbst auf: Vom Erkennen der Depression bis zu ihrer Überwindung gibt es nur eine Erkenntnis aus wenigen Schritten. Der Depression entgehen, dem letzten Schritt zur Verzweiflung, "der letzten Zufluchtsstätte des Egos", auszuweichen, indem man das Interesse an einem Subjekt (in diesem Fall der Depression) verliert. Das ist das Ziel und nicht zufällig zitiert Dyer hier auch Pessoa, der in seinen Schriften ein ähnliches Denkmodell pflegt.
Ein ungewöhnliches Buch, amüsant und zum Nachdenken, keine leichte Lektüre, wenn man die vielen Nuancen auch so verstehen will, wie sie gemeint sind. Ganz sicher lohnt es sich, wenn man sich darauf einlassen will. Der Rezensent hatte ein paar gute Stunden damit, weil es nachhaltig ist und passagenweise wirkt. Der Humor ist eindeutig britisch, sehr unterkühlt, aber voll auf den Punkt. Empfehlung für die, die heute noch langsam lesen können.

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Rezension zu "Aus schierer Wut" von Geoff Dyer

Verhinderte Studie
YukBookvor 2 Jahren


Gibt es ein Projekt, das Ihr ewig vor Euch herschiebt? Dann geht es Euch wie dem Ich-Erzähler in diesem Buch. Vor Jahren beschloss er, eine Studie über den amerikanischen Schriftsteller D.H. Lawrence, sein großes Vorbild und Schöpfer der „Lady Chatterley“ zu schreiben, doch bisher ist es bei der Absicht geblieben. 


Dabei mangelt es nicht an den nötigen Vorbereitungen: Er hat Lawrence’ Geburtsstadt Eastwood besucht, jede Menge Biografien gelesen, Fotografien gesammelt und sich Notizen gemacht. Doch selbstkritisch stellt er fest, dass ‚sich Notizen machen’ gleichzusetzen ist mit Aufschieben. Auch an Ausreden mangelt es dem Erzähler nicht. Ein Grund, warum er noch nicht mit der Studie anfangen konnte, war eine Romanidee. Er war drauf und dran, die Studie hinzuschmeißen und sich auf den Roman zu stürzen – bis er merkte, dass die beiden Projekte derart in Konflikt gerieten, dass er besser beide Vorhaben aufgab. 


Seine Unentschlossenheit betrifft nicht nur sein Schreiben, sondern so ziemlich alle Lebensbereiche. Das fängt schon mit seinem Wohnort an. Von Paris – einem denkbar ungeeigneten Ort für sein Projekt, da Lawrence die Stadt überhaupt nicht mochte – zieht er nach Rom in das Apartment seiner Freundin Laura. Dort ist es im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt, um zu arbeiten. Eine Einladung von Freunden auf die griechische Insel Alonissos müsste doch die ideale Lösung sein. Dort hat er alle Zeit der Welt, verfällt jedoch in eine völlige Lethargie.


Er reist an die verschiedenen Lebensorte von D.H. Lawrence, darunter Sizilien, New Mexico und Amerika, amüsiert sich über Land und Leute, findet allerdings nirgendwo den idealen Ort, um mit der Studie zu beginnen. Nicht einmal ein Zimmer in Montepulciano mit Aussicht auf die toskanische Landschaft würde sich seiner Meinung nach eignen, da man dort nur den Ausblick genießen würde, aber keinesfalls zum Schreiben käme. Seine ständig sich wiederholenden Gedanken rund um die Unmöglichkeit, zur Tat zu schreiten, betonen nur noch die Tatsache, dass er sich im Kreis dreht und keinen Schritt vorwärts kommt. Das, was der Erzähler am besten beherrscht ist, etwas nicht zu tun, sei es lesen, schreiben oder Tennis spielen. Dafür, dass Geoff Dyer sich immer wieder erfolgreich vor der Arbeit drückt, ist doch – wenn auch keine akademische Studie über D.H. Lawrence – ein origineller und schwarzhumoriger Reisebericht herausgekommen, mit dem sich so manch Kreativer, der schon mal in einer Schaffenskrise steckte, garantiert identifizieren kann.

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