Georg Elterlein

 4.3 Sterne bei 13 Bewertungen

Alle Bücher von Georg Elterlein

Cover des Buches Der Hungerkünstler (ISBN:9783854526414)

Der Hungerkünstler

 (8)
Erschienen am 01.03.2009
Cover des Buches Sprache der Krähen (ISBN:9783711720399)

Sprache der Krähen

 (5)
Erschienen am 29.08.2016

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Rezension zu "Sprache der Krähen" von Georg Elterlein

Kaputte Seelen...
pardenvor 7 Monaten

KAPUTTE SEELEN...

Leonard ist ein einsamer Wolf. Er hat seine Erfahrungen gemacht und will von niemandem mehr abhängig sein. Da erhält er die Nachricht, dass sein Bruder und dessen Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen sind – und er der einzige verfügbare Verwandte ihres Sohnes ist. Leonard will sich auf nichts einlassen, bis er Erik kennenlernt: einen freundlichen, schüchternen Zehnjährigen, der infolge des Unfallschocks nicht sprechen kann. Bald spürt Leonard eine zarte Zuneigung zu dem Kind, das seinerseits an seinem Onkel hängt. Wenn da nicht Leonards letzter großer Job wäre, von dem er sich genügend Geld erhofft, um endlich alles hinter sich zu lassen. Und wenn da nicht Tina wäre, die er eben wiedergefunden und sofort wieder verloren hat …

Leonard Steiner hat seinen Bruder Max vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen. Daher trifft ihn die Nachricht vom Tod seines Bruders und dessen Frau vollkommen unvermittelt, und von der Existenz des gemeinsamen Sohnes wusste er bislang gar nichts. Leonard will nichts davon wissen, als Onkel des Jungen plötzlich für diesen zuständig zu sein - aber als er Erik kennenlernt, gerät er doch ins Grübeln. Der Schock über den Unfall hat Erik im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlagen - er ist verstummt. Ob vorübergehend oder für immer bleibt abzuwarten - klar ist nur, der Junge braucht Hilfe. Und jemanden, der für ihn da ist und ihn mit all seinen Ängsten, Zweifeln, seiner Verzweiflung und Einsamkeit auffängt.

Doch ist Leonard da wirklich der Richtige? Er bertreibt zwar seine eigene Schmiede und kann von den Aufträgen auch recht gut leben. Doch dies ist nur die Fassade, hinter der er sein wirkliches Leben führt. Von Jugendbeinen an ist Leonard schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, und auch heute noch beteiligt er sich an lukrativen Einbrüchen. Passt da wirklich ein 10jähriger Junge ins Bild? Der nächste Auftrag scheint zudem auch noch richtig gefährlich zu werden. Wie wird sich Leonard entscheiden?

In rauem, reduziertem, schnörkellosem Schreibstil wirft Georg Elterlein den Leser gleich mitten ins Geschehen. Hier werden keine Umwege gegangen, geradlinig wird die Geschichte erzählt, bis auf gelegentliche kleine Rückblenden in die Vergangenheit immer geradeaus. Männlichkeit und Einsamkeit dominieren das Geschehen, doch trotz der nüchternen Art der Schilderung werden Emotionen transportiert, aber niemals kitschig, sondern immer glaubwürdig und wohl dosiert.

Die Erzählung wird getragen von der Spannung, wie sich Leonard letztlich entscheiden und ob Erik seine Sprache wiederfinden wird. Es gibt einige recht grausame Szenen, die letztlich aber zu der Figur des Leonard passen. Die Vergangenheit dieses Charakters ist vielleicht ein wenig klischeehaft geraten, erklärt aber viele Verhaltensweisen und Entscheidungen Leonards. Nicht jeder Handlungsstrang endet hier in einem Happy End - aber zu Leonard hätte dies auch kaum gepasst.

Insofern alles in allem eine stimmige Erzählung mit kantigen Charakteren, die eine gelungene Mischung aus Thriller, Liebesgeschichte und Familiendrama bietet und mich für einige Stunden gut unterhalten konnte.


© Parden

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Rezension zu "Sprache der Krähen" von Georg Elterlein

Seelenreste
Gunglvor 3 Jahren

KLAPPENTEXT: Leonard ist ein einsamer Wolf. Er hat seine Erfahrungen gemacht und will von niemandem mehr abhängig sein. Da erhält er die Nachricht, dass sein Bruder und dessen Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen sind – und er der einzige verfügbare Verwandte ihres Sohnes ist. Leonard will sich auf nichts einlassen, bis er Erik kennenlernt: einen freundlichen, schüchternen Zehnjährigen, der infolge des Unfallschocks nicht sprechen kann. Bald spürt Leonard eine zarte Zuneigung zu dem Kind, das seinerseits an seinem Onkel hängt. Wenn da nicht Leonards letzter großer Job wäre, von dem er sich genügend Geld erhofft, um endlich alles hinter sich zu lassen. Und wenn da nicht Tina wäre, die er eben wiedergefunden und sofort wieder verloren hat … Eine packende Kombination aus Thriller, Liebesgeschichte und Familiendrama – spannend und berührend, ein echter Pageturner!

LESEEINDRUCK: Bereits die karge Sprache des Erzählers lässt mich als Leser fühlen, wie es um Leonard steht.  Die Gegensätze zwischen dem Verbrecher und dem traumatisierten Jungen könnten nicht größer sein. Und doch ist in Leonard ein Stück Seele heil geblieben, welches durch den  Jungen erweckt wird. 

 Der Brutalität des Lebens stellt Elterlein unfassbar zärtliche Momente gegenüber und treibt mir Tränen in die Augen. Die Geschichte, Sprache und Spannung sind perfekt ausgelotet, der reinste Lesegenuss.

 FAZIT: Ein Meisterwerk, muss man gelesen haben.

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Rezension zu "Der Hungerkünstler" von Georg Elterlein

Hungerkünstler?
Lelanavor 5 Jahren

Rezension:

Andreas will sterben. Einmal hat er sich schon fast zu Tode gehungert und kam daher zur Behandlung in eine psychiatrische Anstalt. Am Tag seiner Volljährigkeit entlässt er sich selbst, denn das vorgeschrieben Mindestgewicht von 50kg hat er erreicht. Zu Hause angekommen, will er nur noch seine Sachen packen um auf einer griechischen Insel seinen bereits eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen. Doch es kommt für Andreas anders als geplant: seine Oma ist gestorben und Andreas sieht sich gezwungen seinen Großvater, den Außenseiter der Familie, zu unterstützen.
Der Hungerkünstler hat mich wirklich positiv überrascht. Ursprünglich hatte ich das Buch nur als Lückenfüller aus der Bibo mitgenommen, um mal wieder etwas anderes als Fantasy zu lesen und der Klappentext um einen Tennisspieler mit Essstörungen hatte mich neugierig gemacht. Aber dass das Buch mir so gut gefallen würde, hätte ich nicht gedacht.
Anfänglich hatte ich noch arge Schwierigkeiten mich in das Buch hineinzufinden, was vor allem an der österreichischen Sprache lag. War diese Hürde aber erst einmal genommen, überzeugte mich Der Hungerkünstler auf ganzer Linie. Die Charaktere waren in sich stimmig, gerade so, als hätte Georg Elterlein reale Vorbilder gehabt. Besonders ihre schrulligen Eigenheiten machten sie lebendig und dass nicht jede Handlung der Personen logisch bzw. aus der Sicht des Lesers unbedingt nachvollziehbar war, ließ sie für mich nur noch mehr wie echte Menschen wirken. Vorsichtig beschreibt der Autor, wie Andreas gezwungen ist, wieder am Leben teilzunehmen und so wieder Stück für Stück zu sich selbst findet, das ganze wirkt aber nie überzogen oder unrealistisch - Andreas' Wandel findet langsam statt und ist auch am Ende des Buches noch nicht ganz abgeschlossen. Dabei helfen die Beschreibungen des Alltags der Personen, hauptsächlich aber die anfangs ungewohnte Sprache eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Egal wie gut eine Story, oder wie gut manche Charaktere dargestellt werden, meistens bleibt für mich eine gewisse Distanz zum Buch; beim Hungerkünstler hatte ich dieses Gefühl allerdings überhaupt nicht. Ich fühlte mich gerade zu an den Ort des Geschehens versetzt. Dadurch berührte mich das Schicksal der Personen umso mehr.


Fazit:

Der Hungerkünstler von Georg Elterlein ist ein wirklich gelungenes Buch, dass sich sensibel mit einem heiklen Thema auseinandersetzt und sicher für jeden lesenswert, der nicht unbedingt eine rasante Story, aber facettenreiche Charaktere braucht.

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