"Arisierung" und Rückstellung von Wohnungen in Wien

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Inhaltsangabe zu ""Arisierung" und Rückstellung von Wohnungen in Wien"

Die vorliegende Publikation widmet sich aus historischer und juristischer Perspektive der "Arisierung" und Rückstellung von Wohnungen in Wien. Unmittelbar nach dem "Anschluss" Österreichs im März 1938 setzte - vor allem in Wien - ein nie da gewesener Raubzug gegen die jüdische Bevölkerung ein. Sie wurde erniedrigt, beschimpft und vertrieben. Im ersten Teil wird die "Arisierung" von Wohnungen in Wien als exemplarisches Beispiel des Entzugs von Bestandrechten im Nationalsozialismus dargestellt. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Frage der Zahl der "arisierten" Wohnungen von Privatpersonen sowie auf der Darstellung der verschiedenen Formen der "Arisierungen" von Mietwohnungen. Auf der Basis des bisherigen Forschungsstandes wurde versucht mit zusätzlichen Quellen, die bis dato genannten Zahlen zu verifizieren. Wesentliches Element ist dabei auch die Verdeutlichung der raschen Durchführung der "Arisierung" von Wohnungen durch die nichtjüdische Bevölkerung und die nationalsozialistischen Behörden. Eine Berechnung des wirtschaftlichen Schadens für den Einzelnen oder die Personen, die in der Mietwohnung lebten, der durch den Verlust der Mietwohnung entstanden ist, lässt sich nicht durchführen. Ergänzt wird der erste Teil durch zahlreiche Fallbeispiele, welche die Lebensumstände der Juden und Jüdinnen veranschaulichen, die aus ihren Wohnungen fliehen konnten, gekündigt wurden, hinausgeworfen wurden, von einer Wohnung in die nächste ziehen mussten, zunehmend verarmten, schließlich in Sammelwohnungen und Sammellagern zusammengedrängt leben mussten und von dort in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Am Ende dieses Teils wird der Versuch unternommen, den Blick auf die Profiteure zu richten - wie lückenhaft die Quellensituation auch ist. Der zweite Teil des Berichts erörtert die gescheiterten Bemühungen um ein Rückstellungsgesetz für Miet- und Pachtrechte nach 1945. Dieses Thema wurde in der Forschung bis dato nicht bearbeitet. Gezeigt werden einerseits die zögerliche und ablehnende Position der österreichischen Bundesregierung und des Parlaments in Bezug auf die Rückstellung von Mietwohnungen und andererseits die Bemühungen jüdischer Organisationen und der Alliierten, die angekündigte Rückstellung zu erwirken. Der Wohnsituation der Rückkehrer und Überlebenden wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Im dritten Teil wird der Bericht zum Entzug der Mietrechte um eine juristische Analyse ergänzt, die für ein adäquates Verständnis des Problembereichs notwendig ist. Konkret beschäftigt sich die Untersuchung mit vier Bereichen: gesetzliche Entwicklungen des Mietrechts bis 1938 und hier insbesondere der Mieterschutz; die juristische Kategorisierung der im historischen Bereich dargelegten verschiedenen Formen des Entzugs von Mietrechten; die näheren Bestimmung des durch die Entziehung von Mietrechten herbeigeführten Schadens; Aspekte der Entwicklung nach der Wiedererrichtung der Republik Österreich. Der Zwischenbericht dieser Forschungsarbeit war die Grundlage für die Entschädigungen von Mietrechten seit 2001 durch den österreichischen Nationalfonds.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783486567762
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Oldenbourg, R
Erscheinungsdatum:24.11.2004

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