Georg Groddeck Das Buch vom Es

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Inhaltsangabe zu „Das Buch vom Es“ von Georg Groddeck

"LIEBE FREUNDIN, SIE WÜNSCHEN, DASS ICH IHNEN SCHREIBE,§nichts Persönliches, keinen Klatsch, keine Redensarten, sondern ernst, belehrend, womöglich wissenschaftlich. Das ist schlimm.§Was habe ich Armer mit Wissenschaft zu tun? Das bißchen, was man als praktischer Arzt nötig hat, kann ich Ihnen doch nicht vorführen, sonst sehen Sie, wie löchrig das Hemd ist, das unsereiner unter dem Staatsgewande der Approbation als Arzt trägt. Aber vielleicht ist Ihnen mit der Erzählung gedient, warum ich Arzt wurde und wie ich zu der Abneigung gegen das Wissen gekommen bin.§Ich besinne mich nicht, daß ich als Knabe besondere Neigung für das Arztsein gehabt habe, vor allem weiß ich bestimmt, daß ich nie, auch später nicht, mit diesem Beruf menschenfreundliche Gefühle verbunden hätte ; und wenn ich midi, was wohl geschehen st, mit solchen edlen Worten zierte, so verzeihe mir ein mildes Gericht mein Lügen. Arzt wurde ich, weil mein Vater es war. Er hatte all meinen Brüdern verboten, diese Laufbahn einzuschlagen, vermutlich weil er sich und andern gern einreden wollte, seine finanziellen Schwierigkeiten seien durch die schlechte Bezahlung des Arztes bedingt, was durchaus nicht der Fall war, da er bei alt und jung als ein guter Arzt gerühmt und dementsprechend entlohnt wurde. Aber er liebte es, wie sein Sohn auch und wie wohl ein jeder, nach außen zu blicken, wenn er wußte, daß in ihm selber etwas nicht stimmte." [...]§§Wunderbares Werk des deutschen Arzt, Schriftsteller und Wegbereiter der Psychosomatik Georg Groddeck.§Dieses Buch ist ein unveränderter Nachdruck der längt vergriffenen Originalausgabe der dritten Auflage von 1934. (Quelle:'Flexibler Einband/04.09.2014')

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    Das Buch vom Es
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. August 2015 um 11:34

    Von Frauen, die sich den Stoß des erigierten Gliedes in ihre Kastrationswunde herbeisehnen, von Kindern, die damit hadern, nicht hinreichend oft geprügelt zu werden, vom Onaniekomplex, der den kulturellen Aufschwung einläutete ... Groddeck tobt sich aus, Groddeck ist gnadenlos in seiner Rolle als sein fiktiver Freund "Troll", der sich in Briefwechseln mit einer Unbekannten über seine Praxiserfahrung auslässt. Unbedarfte Leserschaft mit den Wurzeln in der Gegenwart wird Groddeck verstören, zuweilen abstoßen, aber auch den psychoanalytisch interessierten Laien fordert er heraus. Den Schlüssel zu seiner Arbeit bringt er dann, wie nebensächlich und mit ungehöriger Verzögerung erst in der Buchmitte: "Für mich gibt es zwei Arten von Ansichten: solche, die man zum Vergnügen hat, Luxusansichten also, und solche, die man als Instrumente verwendet, Arbeitshypothesen. Ob sie richtig oder falsch sind, ist für mich nebensächlich. Ich halte es da mit der Antwort Christi auf die Frage des Pilatus: "Was ist Wahrheit?" wie sie in einem der Apokryphen-Evangelien mitgeteilt wird. "Wahrheit ist weder im Himmel noch auf Erden noch zwischen Himmel und Erde." [...] Ich bin weder Pfarrer noch Richter, sondern Arzt. Gut und Böse gehen mich nichts an, ich habe nicht zu urteilen, sondern konstatiere nur, daß das Es dieses oder jenes Menschen dies oder das für Sünde hält, so oder so richtet." Zuweilen wünscht man sich mehr Straffheit, mehr Kürze, mehr Struktur bei Groddeck's Exkursion durch das Es, wenngleich er recht überzeugend betont, wie wenig aussichtsreich es sei, das Es in Kategorien zwingen zu wollen, die wider seine Natur sind. Aus meiner Sicht verschenkt er jedoch einiges an offenkundiger Brillanz durch diesen ausufernden Wust an Schilderungen. Der Ergiebigkeit seiner Arbeit tut das allerdings keinen Abbruch. Der Weg ist erschwert, aber er ist fruchtbar, er ist ungewöhnlich, und auf seine provokative Art hält er den Leser stets dazu an, mitzudenken, Kritik zu üben, dazuzulernen. Das Buch taugt nicht zum Einstieg in das Thema Tiefenpsychologie, ist hingegen eine wertvolle Ergänzung und wurde gewiss nicht ohne Grund von Freud mit einigem Lob bedacht.

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