Nach einer mehrjährigen Pause habe ich den zweiten Fall der Krimi-Reihe rund um den Wiener Major Johannes Schäfer zur Hand genommen und bin nicht enttäuscht worden.
Nachdem ihm die Aufklärung seines letzten Falls noch in den Knochen steckt ist Johannes Schäfer noch krank geschrieben, als ihn die raue Wirklichkeit in Form von fünf Toten, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben, wieder einholt. Doch Major Schäfer verloren gegangen geglaubter Instinkt meldet sich zurück.
Zunächst findet ein Mann die Leiche einer junge Frau beim Alberner Hafen, just in der Nähe des Friedhof der Namenlosen. Die Frau ist recht bald identifiziert und ein Unfalltod ist wahrscheinlich.
Wenig später ertrinkt eine Frau in ihrer eigenen Badewanne und deren Ehemann stirbt bei einem Autounfall. Zudem findet man die skelettierte Leiche eines Drogensüchtigen und ein Cold Case, der seit Jahren vor sich hin schlummert, muss wieder aufgerollt werden.
Das alles zum Leidwesen von Schäfers Vorgesetzten, der die vom Innenminister verordneten Sparmaßnahmen umsetzen und eine makellose Kriminalstatistik präsentieren muss.
Meine Meinung:
Niemand außer Schäfer selbst sieht einen Zusammenhang zwischen den Toten, weshalb er auf eigene Faust recherchiert und ins Fadenkreuz jener gerät, die über die Toten lieber den Mantel des Schweigens gebreitet haben wollen.
Unterstützt wird Schäfer, der zwischen Depression, Genie und Wahnsinn balanciert, von seinem Kollegen Bergmann und der jungen Streifenbeamtin Kovacs.
Einfache Ermittlungen und Lösungen sind Georg Haderers Sache nicht, weshalb zahlreiche Spuren ausgelegt, verfolgt und in Sackgassen enden.
Der Erfolg gibt Major Johannes Schäfer zu guter Letzt recht, aber nicht so, wie er geglaubt hat.
Georg Hader hat mit Johannes Schäfer einen genialen, aber desillusionierten Ermittler geschaffen, der nach Jahren im Polizeidienst nicht mehr an das Gute des Menschen glaubt, höhere Chargen eingeschlossen. Immer wieder balanciert er an der Grenze einer Suspendierung entlang, vor der ihn nur seine hohe Aufklärungsquote rettet.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der den mitunter frustierenden Polizeialltag zwischen Personal- und Ressourcenmangel zeigt, 5 Sterne.





















