Georg Haderer Ohnmachtspiele

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Inhaltsangabe zu „Ohnmachtspiele“ von Georg Haderer

In der Wiener Gerichtsmedizin liegen zwei ertrunkene Frauen und die mumifizierte Leiche eines Drogensüchtigen. Der Polizeipräsident, auf Sparkurs, ordnet an, die Fälle als Unfälle zu den Akten zu legen. Doch da hat er nicht mit Schäfer gerechnet. Der beginnt eigenmächtig zu recherchieren und stellt Zusammenhänge zwischen den Fällen fest. Sie lassen auf einen Serientäter schließen, der sich seine Opfer nach dem Muster eines Kartenspiels aussucht. Mit dieser kühnen Theorie bringt er nicht nur seinen Vorgesetzten gegen sich auf, er stößt auch bei seinen Kollegen auf völliges Unverständnis. Doch Schäfer bleibt stur.

Plus: Sehr spannend, gute Recherche über die Strukturen innerhalb der Polizei. Minus: Ein kaputter Inspektor, zu viel Kommissar Zufall

— Rupert_Schoettle
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    Ohnmachtspiele
    walli007

    walli007

    23. October 2016 um 17:31

    Mit der Schwermut ist nicht zu spaßen, erfährt Major Johannes Schäfer. Nach einer Auszeit kämpft er sich in den Job zurück. Mal wieder hat es Tote gegeben und Schäfer und sein Kollege Bergmann begeben sich daran, die Geheimnisse, die die Todesfälle umgeben, zu lüften. Wo ist ein Ansatzpunkt, wo ein Zusammenhang. Noch ringt Schäfer mit den Auswirkungen seiner Krankheit und nichts geht so schnell voran, wie er es gerne hätte. Zwei Frauen, die in kurzem Zeitabstand ertrunken sind, kann das noch ein Zufall sein? Mit seiner unnachahmlichen Art, einer Mischung aus hintersinnigem Humor und zeitweiliger Schwermütigkeit, macht sich Major Schäfer an die Arbeit. Immer hadernd mit den Vorgaben der Obrigkeit, die einem unsinnigen Sparzwang gehorchend jedwede intensive Ermittlung unmöglich machen. Da kann wegen der Statistik aus einem Mord schonmal ein Unfall werden. Macht sich halt besser. Schließlich ist jede Statistik nur so gut wie man sie selbst hingebogen hat. Aber nicht mit Major Schäfer. Seinem Gespür folgend macht er sich auf die Suche nach dem Zusammenhang und kommt einer ganz unglaublichen Sache auf die Spur. Sein eigener Weg ist der richtige, meistens jedenfalls. Und in diesem Wissen entführt er den Leser auf den Pfad, auf dem nur mit Schäfer gemeinsam des Rätsels Lösung gefunden werden kann. Da geht es nicht ohne humorige Szenen, die man nicht beschreiben kann, man muss es schon selber lesen, um an dem speziellen Witz teilhaben zu können. Und natürlich muss Schäfer auch so manche gefährliche Situation überstehen. Da ist man genauso froh wie er über seinen treuen Weggefährten Bergmann, der Schäfer nicht von der Seite weicht und dem der Major doch entwischt, wenn es ihm in den Kopf kommt. In diesem zweiten Band um Major Schäfer scheint seine Gemütslage etwas lichter zu werden und so lange ihm sein verschrobener Humor und seine Dickköpfigkeit nicht abhaben kommen, kann man sich seinen weiteren Fällen getrost zuwenden, man wird bestens unterhalten werden.

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  • Bube, Dame, König, Mord

    Ohnmachtspiele
    AusZeit-Mag

    AusZeit-Mag

    05. September 2013 um 20:45

    ~Inhalt~ Ein nebliger Novembertag in Wien. Eigentlich sollte Major Johannes Schäfer daheim sitzen, um sich vollständig von seiner depressiven Stimmung, Panikattacken und dem Burnout zu erholen. Der letzte Fall hat ihm doch etwas mehr zu schaffen gemacht, als anfangs gedacht. Dennoch kehrt Schäfer in den aktiven Dienst zurück, um seinen Kollegen Bergmann bei der Aufklärung einiger Todesfälle zu unterstützen. Und hiervon gibt es momentan in Wien ja so einige. Wenn es nach dem Innenminister geht, dann sind alle Todesfälle tragische Unfälle. Schäfers Vorgesetzter Oberst Kamp gerät durch die Obrigkeit ebenfalls gehörig unter Druck, denn das Einzige, was derzeit bei der Polizei zählt, ist die Statistik. Und dort möchte man natürlich nichts von Serienmördern und ungeklärten Mordfällen wissen. Doch wie kamen die drei Toten ums Leben? Da wäre die 30jährige Lehrerin, Ehefrau und Mutter Sonja Ziermann. Keine Affären, kein Ehestreit und keinerlei berufliche Unstimmigkeiten. Man entdeckt Sonja Ziermann ertrunken am Ufer eines Hafens. Unfall oder Mord? Nur kurze Zeit später findet Matthias Rudenz seine Ehefrau Laura ertrunken in der Badewanne. Hier ist man sich nicht sicher, ob es Unfall oder Selbstmord war, denn Matthias Rudenz hatte schon seit längerem eine Affäre und spielte mit dem Gedanken, sich von seiner Frau zu trennen. Wollte er sich durch ihren Tod an dem Vermögen ihrer Familie bereichern? Laura Rudenz entstammte nämlich dem bekannten und vermögenden Laska Clan. Gegen die Theorie des Mordes an Laura Rudenz spricht jedoch ihre Gemütsverfassung in den letzten Monaten. So war sie durch eine Fehlgeburt und die Affäre ihres Mannes möglicherweise in einem so schlechten Zustand, dass man ihr einen Selbstmord durchaus zutrauen könnte. Und dann wird Major Schäfer durch den übereifrigen jungen Gerichtsmediziner Föhring auf einen weiteren ungeklärten Todesfall aufmerksam gemacht: eine verweste Männerleiche im Wald. Der Fall liegt schon einige Monate zurück, die Identität des angeblichen Junkies konnte aber bisher nicht ermittelt werden. Doch plötzlich erkennt Johannes Schäfer einen Zusammenhang zwischen den ganzen Todesfällen. Wird es ihm gelingen, seine Vorgesetzten und Kollegen von der abstrusen Idee, es könnte sich um einen Serienmörder handeln, der seine Opfer aufgrund eines Kartenspieles auswählt, zu überzeugen? ~Einschätzung~ Es war für mich das erste Buch, das ich vom gebürtigen Österreicher Georg Haderer gelesen habe und ich muss sagen, dass sich Haderer durch seine Art, sozialkritische Themen in seinen Krimi miteinfließen zu lassen, auf besondere Weise hervorhebt. So haben wir mit Major Schäfer einen Polizisten, der nicht nur stur Tag für Tag seinen Dienst versieht, sondern einen Ermittler, der sich selbst durch die Verbote seiner Vorgesetzten und diverser Rückschläge nicht bremsen lässt. Die staatlichen Einsparungen und die dadurch verbundenen Machtspiele machen ihm und seinem Vorgesetzten Oberst Kamp ganz schön zu schaffen. Schäfer wollte nie zu einem oberflächlichen, abgebrühten Polizisten werden. Die Opfer standen für ihn immer an erster Stelle. Doch aufgrund der Mehrarbeit und der Einsparungen war das Arbeitspensum zuletzt kaum noch zu bewältigen. Wäre es nicht viel leichter, auf das Innenministerium zu hören und die Todesfälle einfach als Unfälle zu deklarieren? Allen wäre damit geholfen. Eine schöne Statistik für den Innenminister. Eine gute Stimmung im Polizeipräsidium. Doch nicht mit Johannes Schäfer! Hier hat Haderer einen tollen Charakter gezeichnet. Authentisch, stur, leichtsinnig, depressiv und doch liebenswürdig. In „Ohnmachtspiele“ haben wir somit zwei Erzählstränge. Auf der einen Seite Schäfer mit all seinen privaten und beruflichen Problemen und auf der anderen Seite die Ermittlungen mit seinen Kollegen Bergmann, Kovacs und Kollar. Das sprachliche Geschick des österreichischen Autors möchte ich noch hervorheben, obwohl das natürlich immer Geschmackssache ist. Aber ich bin ein großer Freund von verschiedenen stilistischen Mitteln, wie Georg Haderer sie in seinem Buch verwendet. So weiß man nie mehr als die Ermittler selbst und fühlt sich somit als Teil des Teams. Einige Passagen sind meiner Meinung nach zwar etwas langatmig, die Stimmung manchmal etwas zu depressiv und die Serientäter-Theorie von Schäfer vielleicht doch ein bisschen eigenwillig. Trotzdem – und wahrscheinlich genau deswegen – hat mich dieser eigensinnige Major Johannes Schäfer in seinen Bann gezogen. ~Fazit~ Ein etwas eigenwilliger, dennoch sehr intelligenter und überzeugender Krimi. Aufgrund einiger kleiner Kritikpunkte – 3 von 5 Punkten – aber trotzdem mit absoluter Leseempfehlung für richtige Krimi-Fans! (SM)

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    traumwald

    traumwald

    27. August 2011 um 21:49

    "Schäfers Qualen" kenne ich nicht, aber mit "Ohnmachtspiele" setzen sich diese fort. Gerade noch sitzt Major Schäfer beim Therapeut, um den hinterlistigen Parasit - den Dämon der hoffnungslosen Leere - loszuwerden, da erhält er über den Abruf seiner Mailbox neue Schreckensmeldungen. Erst ist es die Leiche einer jungen Frau, die man in der Donau aufgefunden hat, dann die mysteriöse Meldung über eine Frau die, so mutmaßt man, womöglich in der Badewanne ertrunken sei, eine Leiche im Wald und nicht zu vergessen der Junkie, der vor circa einem Monat ebenfalls im Wald aufgefunden wurde. Unfall, Unfall, Überdosis - so soll es in den Ermittlungsakten stehen. Wenn es nach dem Polizeipräsidenten geht, handelt es sich hierbei um bereits aufgeklärte Fälle. Eine fragwürdige und höchst unverantwortliche Schönmalerei! Gespart wird an allen Ecken und Kanten, doch Schäfer bleibt stur. Mit seiner wahnwitzigen Theorie, dass es sich aufgrund seiner Untersuchungen, nicht etwa um diverse Zufälle handelt, sondern um einen Serientäter, der seine Opfer nach dem Schema eines makaberen Kartenspiels aussucht, eckt er selbst bei seinem geschätzten Kollegen Bergmann an. Die nötige und auch so dringende Rückendeckung seitens des Innenministeriums, des Polizeipräsidenten und des Kollegiums erhält er nicht. Wird Schäfer mit seiner Theorie Recht behalten? -- Die Zusammenhänge der Untersuchungen und Schäfers unglaubliche Theorie, sorgte bei mir (wenn auch nur zu Beginn) für Verwirrung. Auch wenn ich den ersten Fall von Schäfer nicht las, so bekommt man während des Lesens sehr schnell einen Bezug zum sturen (aber sympathischen) Major und seinen Kollegen. Nicht zuletzt deswegen, weil der Autor seine Figuren "leben" lässt. Mir fehlte es zwar persönlich ein wenig an Spannung, jedoch fühlte ich mich nebst dem erfrischenden, manchmal auch trockenem Sarkasmus (unter den Kollegen) gut unterhalten. -- Fazit: Insgesamt ein rundum gut durchdachter Krimi, der einen während des Lesens mehr und mehr Spaß bereitet. Krimi-Liebhaber sollten an Georg Haderer nicht vorbeigehen.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Tialda

    Tialda

    27. July 2011 um 23:11

    x Autor: Georg Haderer x Titel: Ohnmachtspiele x Reihe: Polizeimajor Schäfer, Band 2 x Genre: Krimi x Erscheinungsdatum: 16. August 2010 x 320 Seiten x Haymon Verlag x ISBN: 3852186307 x Erste Sätze: Prolog. September 1980. „Was sollen wir jetzt machen … ich meine, wenn …“ Der Junge hielt inne, weil seine Stimme brach und in einen mädchenhaften Ton zu kippen drohte. Er kannte das. Es passierte immer, wenn er aufgeregt war oder Angst hatte. Wie jetzt. Und er wollte nicht, dass sich Florian darüber lustig machte. Nicht jetzt. Klappentext: Er setzte sich in seinen Sessel, rollte zum gegenüberliegenden Ende des Raums und betrachtete seine Aufzeichnungen. Wo begann es? Vier Personen, vier Karten. War es ein Spiel nach allgemein bekannten Regeln? Ein makaberer Zeitvertreib? Eine smybolische Abrechnung, deren Hintergründe ihm noch verschlossen waren? Und wer spielt warum mit Menschenleben? Polizeimajor Schäfer meldet sich zum Dienst zurück – ein fulminanter neuer Fall und ein buchstäblich böses Spiel. Rezension: Bei „Ohnmachtspiele“, einem Kriminalroman über einen depressiven Polizeimajor, bekommt man beim lesen selbst Depressionen. Ich musste sehr an mich halten, um das Buch nicht einfach abzubrechen. Alles wirkt so trist, leb- und lustlos, dass der Lesespaß sang- und klanglos untergeht. Georg Haderers Schreibstil unterscheidet sich auf jeden Fall von dem anderer Autoren. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Meinen Geschmack hat er damit nicht getroffen. Es gibt zu viele Schachtelsätze, die ellenlang und mit unendlich vielen Kommas gespickt sind, so dass man sie noch einmal lesen muss um hinter den Sinn zu kommen. Desweiteren bekommt man viel von Schäfers Gedankenwelt mit, was ja an sich nicht schlecht ist. Doch die Machart der Sätze hat mich beinahe in den Wahnsinn getrieben. Es kommen ein paar Worte, dann Pünktchen, wieder ein Wort, Pünktchen, noch ein paar Worte, wieder Pünktchen. Somit wird gut verdeutlicht, wie depressiv und träge Schäfers Verstand arbeitet aber der eigene Verstand verlangsamt sich automatisch mit. Was mir außerdem nicht besonders zugesagt hat, ist der irgendwie schräge Humor. Die Witze sind nicht besonders ausgefallen und erinnern an die Schenkelklopfer, die Opa schon seit Jahrzehnten jeden Sonntag beim Mittagessen bringt. Der Humor wirkt ziemlich altbacken, oft auch erzwungen. Die Geschichte an sich hat mich leider auch nicht überzeugt. Ein paar Todesfälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Man verliert übrigens leicht den Überblick wer nun wer ist, da keiner der Charaktere einen einprägsamen Namen hat. Jedenfalls reimt sich Schäfer dann eine schwachsinnige Theorie zusammen, die ihm nach einem Kartenspiel einfällt… Sehr kurios… Fazit: Es schlafen einem die Füße ein. Die Story zieht sich wie Kaugummi, sagt nichts aus und ist alles andere als dynamisch – an das Wort „fesselnd“ ist nicht im geringsten zu denken.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    04. April 2011 um 18:11

    Nach dem ersten Roman “Schäfers Qualen” , folgt mit „Ohnmachtsspiele“ nun der zweite Roman von Georg Haderer um den Major Schäfer. Dieser hat nicht nur mit Morden und mehreren Leichen zu tun, sondern muss sich auch noch mit dem Ministerium ärgern. Auch persönlich geht es ihm nicht gut, er leidet unter Angstzuständen und Depressionen. Schäfer setzt aber gern seinen eigenen Kopf durch und handelt lieber ohne andere. Als eine Leiche am Ufer gefunden wird, ist er zur Stelle und steigt wieder in seinen Beruf ein, obwohl er noch wegen psychischer Erschöpfung krankgeschrieben ist. Als eine weitere Frau ertrinkt, wird er sich seinem Gefühl immer sicherer. Es kann sich nicht um zwei Unfälle handeln, auch wenn dies dem Polizeipräsidenten am liebsten wäre. Schließlich wären dann die Fälle erledigt, man bräuchte keine weitere Ermittlungszeit verschwenden und auch kein weiteres Personal ordern, um die Morde aufzudecken. Sparen heißt das Motto, doch nicht mit Schäfer. Auch bei der nächsten Leiche, einem Junkie, wäre es am leichtesten, auf eine Überdosis zu schließen und die Akte für immer auf die Seite zu legen. Für Schäfer kann es sich nur um einen Serientäter handeln, der nach einem ganz bestimmten Muster mordet. Spielkarten lautet sein Schlüssel zum Lösen der Fälle. Auch wenn er noch so oft belächelt wird oder man ihm die Ermittlungen untersagen will, lässt sich Schäfer nicht davon abhalten. Er nimmt die Spur auf und koste es was es wolle. „Rabimmel, rabammel, rabumm.“ Mit Major Schäfer hat Georg Haderer einen überaus liebenswerten und sympathischen Protagonisten geschaffen. Obwohl die Morde, die verstümmelten Leichen wie auch das graue Berufsleben im Büro des Polizeireviers nicht gerade aufmuntern und zum Lustig Sein animieren, lockert Schäfer die Stimmung. Mit Witz und Komik erreicht er mehr und macht die überangespannten täglichen Ereignisse ertragbarer. Ohne dabei das Ziel vor den Augen zu verlieren, gelingt es ihm auch mit seiner Vorgehensweise, die nicht dienstüblich ist, zu punkten. Er möchte etwas erreichen, er setzt sich durch, koste es, was es wolle. Georg Haderer erzählt einen breitgefächerten Krimi, in dem er richtige und falsche Fährten so auslegt, dass der Leser jedem Hinweis nachgeht und sich genau wie Schäfer nicht aus der Ruhe bringen lässt. Schluss ist, wenn alle Fälle aufdeckt sind. Durch den oft humorvollen, witzigen Charakter Schäfers und durch stilistische Mittel drei Punkte statt Kommas in den Atempausen in Dialogen zu setzen, wirkt der Roman noch authentischer. Festhalten, lesen, nicht ohnmächtig werden, kann ich nur raten. Außerdem wird Schäfer weiter ermitteln, ein weiterer Roman wird folgen.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Klusi

    Klusi

    02. March 2011 um 23:08

    Vom Innenministerium festgesetzte Reformen, Kürzungen beim Personal und bei den Finanzen, all das macht dem Wiener Polizeimajor Schäfer das Leben schwer. Wie soll er mit seiner Crew anständig ermitteln, wenn er immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommt? Geht es nach dem Polizeipräsidenten, sollten alle Fälle, bei denen nicht auf den ersten Blick Fremdeinwirkung festzustellen ist, möglichst gleich zu den erledigten Akten verbannt werden. Bei den beiden ertrunkenen Frauen, mit denen Schäfer sich beschäftigen muss, hat man zuerst den Eindruck, als wären sie in Folge eines Unfalls gestorben. Aber Schäfer hat da so ein Gefühl, als würde mehr dahinter stecken. Und da gibt es dann noch die Leiche eines Junkies, der im Wald gefunden wurde. Gibt es zwischen den Toten etwa einen Zusammenhang, sind sie etwa sogar alle einem Serientäter zum Opfer gefallen? Das beschäftigt Schäfer, der ganz nebenbei noch mit Depressionen zu kämpfen hat. Immerhin ist er erst aus dem Krankenstand zurückgekommen und noch bei einem Therapeuten in Behandlung. Der triste November macht die Situation auch nicht gerade besser. Je mehr Schäfer nachforscht, umso sicherer ist er, es hier mit einer ganzen Mordserie zu tun zu haben, die ihren Ursprung in einem Kartenspiel findet. Er stürzt sich in die Arbeit, aber von oberster Stelle bekommt er nicht die benötigte Unterstützung, seine Erkenntnisse werden als Spinnereien abgetan. Mit Schäfer hat Georg Haderer für seine Krimis einen eigenwilligen und zugleich sympathischen Protagonisten geschaffen. Der Polizeimajor ist in seinem Inneren nicht so abgebrüht, wie es der Beruf vielleicht erfordern würde, und gerade seine seelischen Probleme, die anscheinend von der Arbeit an vergangenen Fällen herrühren, machen Schäfer so menschlich und glaubwürdig. Die beschriebene Atmosphäre in der Wiener Mordkommission ist einerseits geprägt von Kollegialität und gegenseitigem Verständnis unter den Mitarbeitern, wo es auch schon mal gutmütige Frotzeleien gibt, aber es fehlt die nötige Unterstützung von vorgesetzter Stelle. Die vielen Kürzungen und Einschränkungen sind nicht gerade motivierend. So muss Schäfer seinen eigenen Weg gehen und sich ganz nebenbei mit unsinnigen Anordnungen herumplagen. Er ermittelt nicht immer streng nach Dienstvorschrift, ist manchmal ziemlich exzentrisch in seiner Vorgehensweise. Aber letztendlich zählt das Ergebnis, und seine bisherige Erfolgsquote spricht für sich. Bemerkenswert finde ich ein Stilmittel, das der Autor im Kapitel 17 angewendet hat. Dieser Abschnitt besteht ausschließlich aus aneinander gereihten Dialogen, die auf den ersten Blick wahllos erscheinen, aber insgesamt Sinn machen und die Handlung weiter tragen. Die Geschichte wird dadurch auf witzige und zugleich interessante Weise aufgelockert. Sogar ein Foxterrier kommt zu Wort ;-) Einigen Kritiken, der Roman würde von der kriminalistischen Handlung abweichen und hätte dadurch Längen, konnte ich nicht zustimmen. Gerade diese Passagen fand ich sehr unterhaltsam und gut, denn auch ein Kriminalmajor hat ein Leben außerhalb seines Dienstes, eine Familie sowie private Interessen, und ich persönlich habe gerne ein wenig mehr über den Menschen Schäfer, seine Einstellung und seine Gefühle erfahren. Spannend war's trotzdem zur Genüge. Besonders die letzten hundert Seiten habe ich nonstop gelesen, konnte einfach nicht mehr bremsen. Es gibt ja bereits einen Vorgänger-Roman, und soviel ich weiß, ist schon der dritte Roman mit Major Schäfer in Arbeit. Ich freue mich auf jeden Fall auf ein Wiedersehen mit Schäfer und Team.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. February 2011 um 20:43

    Vorurteil Nr. 1: Krimis sind nicht lustig. Vorurteil Nr. 2: Wenn der Ermittler und Protagonist eines Krimis Depressionen hat, ist auch die Stimmung des ganzen Buches eher gedrückt und grau in grau (à la Kurt Wallander), die Handlung spielt vorzugsweise im November. Für „Ohnmachtspiele“ muss man also gleich zwei Vorurteile über Bord werfen. Major Schäfer ist nach einer Auszeit wegen Burnout und Depressionen zwar noch in Therapie, aber dennoch zurück im Dienst bei der Wiener Kriminalpolizei und hat es gleich mit mehreren Toten zu tun: Erst wird eine ertrunkene Frau in der Donau gefunden, dann ein fast schon skelettierter Junkie im Wald. Schließlich stirbt ein junges, reiches Ehepaar – sie ertrinkt in der Badewanne, er kommt kurz darauf bei einem Autounfall ums Leben. Schäfer folgt einem Geistesblitz: Könnte es sein, dass die Toten zueinander in Beziehung stehen – nach dem Muster eines Kartenspiels? Was steckt dahinter? Das herauszufinden, ist nicht nur aufgrund der Undurchsichtigkeit des Falles schwer – in der Innenpolitik herrscht der Filz mehr als alles andere, und den Herren wäre es natürlich mehr als recht, die Tode als Unfälle oder Suizide verbuchen zu können, damit sie nicht in der Mordstatistik auftauchen. Hier gibt es immer wieder kleine, skurrile Begebenheiten oder Scherze, die für eine besondere Stimmung sorgen und das Ganze auflockern. Schäfer ist irgendwie ein lustiger und schräger Typ, der mit seinen Kollegen gerne fast schon kindische Witzchen reißt und sich eher weniger von seinen Vorgesetzten sagen lässt. Und zusätzlich gibt es noch eine ziemlich fiese falschen Fährte – der bin ich ziemlich auf den Leim gegangen, so dass ich schon kurz davor war, enttäuscht zu sein. Aber ist ja alles dann doch noch gut ausgegangen! Major Schäfer mochte ich auf Anhieb, und auch sonst habe ich mich beim Lesen köstlich amüsiert – die Spannung ist hier nicht nervenzerfetzend, aber wer eine Kombi aus lustigen Dialogen, einem interessanten Kriminalfall und ein wenig Wiener Lokalkolorit wünscht, der ist hiermit mehr als gut bedient. Es handelt sich übrigens hierbei um den Folgeband von „Schäfers Qualen“, den ich noch nicht gelesen habe (ich hatte die Serie auch überhaupt nicht auf dem Schirm). Dennoch findet man sich gut in der Handlung zurecht, es gibt zwar ein paar Anspielungen, diese reichen aber aus, um der Handlung problemlos folgen zu können. Vielleicht ist im ersten Band etwas mehr über Schäfer selbst erzählt worden – hier fehlen Angaben zu Alter, Aussehen, sonstigen persönlichen Eigenschaften. Das hätte ich als einziges gerne als Hintergrundwissen gehabt. Ansonsten: Top!

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    sternthaler75

    sternthaler75

    20. January 2011 um 10:29

    Polizeimajor Schäfer aus Wien hat einen neuen Fall zu bearbeiten: Eine Frauenleiche wird aus einem Fluß geborgen. Unfall oder Verbrechen? Er hat da so ein Gefühl. Eigentlich ist Schäfer wegen Krankheit noch nicht wieder im Dienst, doch ohne Arbeit kann er nicht. Kurze Zeit später- ein nächster Fall: eine Frauenleiche, ertrunken in der Badewanne. Unfall oder Verbrechen? Und dann ist da noch eine bereits stark verweste unbekannte Männerleiche im Wald, deren Fund allerdings schon etwas zurück liegt. Auch hier keinerlei Hinweise auf irgendetwas. Sein Chef sitzt ihm im Nacken. Zu wenig Personal, zuwenig Budget und damit genug Begründung, um unklare Fälle eher der Schublade "Unfall" zuzuführen, damit am Ende des Jahres die Statistik stimmt. Doch Schäfer widersetzt sich, riskiert ständig Kopf und Kragen und geht Wege, die ihn schnell in's Aus befördern könnten. So fällt ihm irgendwann auf, dass all diese Opfer eines gemeinsam haben: Sie finden sich in einem Kartenspiel wieder. Zufall oder böses Spiel? "Ohnmachtspiele" ist bereits der 2. Krimi in der Reihe mit Polizeimajor Schäfer, der gerne sehr unkonventionelle Wege geht, um an sein Ziel zu gelangen. Der Beginn gestaltet sich eher gemütlich, ohne jeglichen Anhaltspunkt, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Doch im Verlauf bauen sich langsam aber sicher Zusammenhänge auf, die den Kreis schliessen. Man hat als Leser das Gefühl, Major Schäfer durchaus zu verstehen in seinen Gedanken und Handlungen, schwimmt mit im Strom des Geschehens. Und auch die Menschlichkeit kommt dabei keinesfalls zu kurz. Schäfers private Probleme, Depressionen, Ängste begleiten ihn dauerhaft, erscheinen dabei aber nicht sonderlich aufdringlich, sie gehören halt einfach zu ihm. Und das macht den Protagonisten mit seinen Ecken und Kanten sehr sympathisch. Georg Haderer schreibt meiner Meinung nach sehr realistisch, so kann ich mir den Alltag bei der Polizei durchaus vorstellen. Zeitmangel, Personalnot, Gelder gestrichen, politische Aspekte... die ganze Bandbreite. Insgesamt ein gelungener Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    hebersch

    hebersch

    20. January 2011 um 08:24

    Das Buch ist ein Volltreffer! Nach seinem letzten erfolgreich gelösten Fall, leidet Polizeimajor Schäfer am Burnout-Syndrom. Einige rätselhafte Todesfälle lassen ihn zur Arbeit zurückkehren. Gemeinsam mit seinen Kollegen der chronisch unterbeestzten Mordkommision muss er nicht nur die Verbrecher finden und festnehmen, er hat auch im ignoranten Polizeipräsidenten und den nur in (positven) Statistiken denkenden Innenminister mächtige Feinde. Das ist das "Drumherum" der Morde, hinter denen scheinbar ein Serienmörder mit Bezugnahme auf ein Kartenspiel steckt. Vor der Kulisse Wiens kann der menschlich sympathische Polizist wieder in den Beruf zurückfinden und einige der "Spitzen" gegen die Mächtigen lassen den Leser laut auflachen. Ein lesenswerter Krimi, der sich von der Masse der Neuerscheinungen deutlich abhebt!

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    10. January 2011 um 18:02

    Gerade erholt sich Kommissar Schäfer von seinem letzten nervenaufreibenden Fall und ist eigentlich noch mehrere Wochen krankgeschrieben, da wird er auch schon zu einem neuen Todesfall hinzugerufen. Im Hafen findet man die Leiche einer jungen Frau, bei der ein Mord nicht ausgeschlossen werden kann. Kurz darauf wird eine weitere Frau tot aufgefunden, die scheinbar in ihrer eigenen Badewanne ertrunken ist. Kommissar Schäfer ist anfangs verwirrt, findet aber bald schon eine Verbindung zwischen den beiden, die für einen Serienmörder sprechen würde - ausgerechnet im beschaulichen Österreich. Doch seine Kollegen halten seine Theorie für zu abstrus. Bis eine weitere Leiche gefunden wird, die in Schäfers Schema passt... Ein guter Krimi hängt auch immer stark vom Charisma seines Ermittlers ab. Und mit Johannes Schäfer hat Haderer einen sehr sympathischen Hauptcharakter geschaffen. Er ist kein hartgesottener Bulle, der schon alles gesehen hat und den nichts mehr erschrecken kann, sondern ein ganz normaler Mann mit Problemen, der von seinem letzten Fall aus der Bahn geworfen wurde und seitdem dem Alkohol zu sehr anhängt und überlegt, ob ein Jobwechsel zum Kindergärtner nicht doch das Beste wäre. Interessant finde ich, wie Haderer in diesem Buch mehrere Schreibstile ausprobiert. Anfangs seitenlange Sätze, die kein Ende nehmen wollen und mich schon zweifeln lassen, ob ich das lange durchhalte. Dann kommt plötzlich ein Kapitel, bei dem nur die wörtliche Rede der verschiedenen Leute aneinandergereiht wird. Um mal mit den Worten der Band 2raumwohnung zu sprechen: "Ich weiß nicht was das soll, aber ich finds gut". Gerade das wörtliche Rede-Kapitel brachte mich sehr zum Schmunzeln. Georg Haderers zweiter Schäfer-Krimi braucht sich meiner Meinung nach nicht hinter seinen berühmten skandinavischen Kollegen zu verstecken, denn auch sein Buch hat alles, was ein guter Krimi benötigt: einen interessanten Fall vor der Kulisse Wiens und einen sympathischen, etwas deprimiert daherkommenden Ermittler. Ich war sehr froh darüber, dass man den zweiten Schäfer-Krimi auch ohne Kenntnisse des ersten Bandes lesen konnte und werde mir nun den Vorgänger auf jeden Fall auch noch zulegen. Einzige Minuspunkte: ich rate bei Krimis gerne mit und spekuliere, wer der Täter sein könnte. Das war hier leider nicht möglich, da man viele Informationen erst ganz kurz vor dem Ende erfährt. Und der Schluss kam mir etwas abrupt und unspektakulär abgehandelt vor. Abgesehen davon ist "Ohnmachtspiele" aber ein gut durchdachter Krimi, bei dem am Ende nicht nur der Ermittler sondern auch der Leser in die Irre geführt wird.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. January 2011 um 13:52

    Kurzbeschreibung: Nebel, Kälte, Innenpolitik... als ob Major Schäfer nicht schon genug mit seinen Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen hätte, treten ihm auch noch der Wiener November und ein reformwütiger Innenminister in die Rippen. Wie soll Schäfer unter diesen Bedingungen arbeiten - zumal in der Gerichtsmedizin neben zwei ertrunkenen Frauen auch noch die mumifizierte Leiche eines Drogensüchtigen liegt. Unfall, Unfall, Überdosis, so soll es in den Ermittlungsakten stehen, wenn es nach dem Polizeipräsidenten geht - nur keine überflüssigen Ermittlungen. Doch dass nicht nur mit dem toten Junkie etwas faul ist, steht für den sturen Schäfer fest. Bei seinen Untersuchungen entdeckt er Zusammenhänge, die auf einen Serientäter schließen lassen, der sich seine Opfer nach dem Schema eines Kartenspiels aussucht. Mit seiner Theorie steht Schäfer innerhalb der Polizei weitgehend alleine da - was ihn aber nicht daran hindert, mit seinen Ermittlungen in die Offensive zu gehen... Zum Autor: Georg Haderer, geboren 1973 in Kitzbühel/Tirol, lebt in Wien. Nach einem abgebrochenen Studium und einer vollendeten Schuhmacherlehre arbeitete er als Journalist, Barmann, Landschaftsgärtner, Skilehrer und Werbetexter. "Schäfers Qualen", sein Debüt und zugleich erster Teil der Reihe rund um Polizeimajor Schäfer, erschien 2009 bei Haymon. Der Park begann im Dunkel zu versinken. Unwahrscheinlich, dass um diese Uhrzeit noch jemand vorbeikam. Der noch dazu misstrauisch werden und die Polizei informieren würde, anstatt einen weiten Bogen um die zwei Männer zu machen. Warum hatte er niemanden über sein Vorhaben informiert? Wie dumm konnte man sein? (Seite 282) Rezension: Major Johannes Schäfer hat es nicht leicht. Ihn quälen Depressionen und er besucht zur Aufarbeitung einen Therapeuten. Doch plötzlich geraten diese ins Hintertreffen, denn die Wasserleiche einer jungen Frau gibt Schäfer und seinen Kollegen Rätsel auf. Doch nicht nur dieser Fall muss gelöst werden, auch machen ihm weitere Morde, zum Beispiel wurde eine Frau ertrunken in ihrer Badewanne gefunden und ein toter Junkie, der bereits mumifiziert im Wald gefunden wird, Kopfzerbrechen. Doch sind dies wirklich Morde oder doch Unfälle? Schäfer ermittelt mit seinen Kollegen in alle Richtungen und entdeckt gewisse Parallelen zu einem Kartenspiel. Ist wirklich ein Serienmörder in der Stadt Wien unterwegs? "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer zeigt deutlich, dass auch sogenannte Regionalkrimis ihren Reiz haben. Major Johannes Schäfer, der Protagonist des Romans, ist nicht der "gelackte" und unfehlbare Ermittler, wie man sie leider nur zu oft aus Büchern des Genres Krimi/Thriller kennt, sondern ein wahrer Sturkopf, der gerne auf eigene Faust ermittelt und sich von seinen Vorgesetzten nicht reinreden lässt. Auch hat er einen ganz eigenen trockenen Humor, der immer wieder in verschiedenen Szenen mit seinen Kollegen aufblitzt. Auch wenn man als Leser nicht sehr viel über die Person Schäfer selbst erfährt, wie z.B. sein Aussehen, genaueres Alter usw., kann man doch einen sehr guten Einblick in seine Psyche und sein Gedankenleben bekommen. Die Ermittlungen der Mordkommission sind detailreich und anschaulich geschildert. Wer allerdings einen Roman erwartet, in dem viel Blut fließt, der wird hier enttäuscht werden. Vielmehr glänzt "Ohnmachtspiele" durch seine Vielschichtigkeit, jede Menge Nebenpersonen und auch falsche Fährten, die gelegt werden, um den Leser bei der Lösung des Falles in die ein oder andere Irre zu führen. Die Spannung bleibt da aber leider dann doch etwas auf der Strecke. Trotzdem hat mir der Krimi gut gefallen, was Hauptverdienst des für mich sehr sympathischen Majors Schäfer ist. Es gibt bereits einen ersten Band rund um Major Johannes Schäfer mit dem Titel "Schäfers Qualen", ebenfalls im Haymon-Verlag erschienen, der aber nicht unbedingt zum Verständnis des vorliegenden zweiten Bandes gelesen werden muss, was ich als sehr positiv empfinde. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt einen See im Hintergrund, im Vordergrund ein steiniges Ufer, an dem eine rote Gummiente angeschwemmt ist (die auch im Roman vorkommt). Fazit: "Ohnmachtspiele" ist ein solider Regionalkrimi mit einem Ermittler mit Ecken und Kanten, der sich nichts vorschreiben lässt. Für Leser dieses Genres empfehlenswert! Wertung: 4 von 5 Punkten

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Bellexr

    Bellexr

    28. December 2010 um 15:20

    Mit der falschen Fährte ans Ziel? . Eine junge Frau wird tot aus dem Fluss geborgen. Alles deutet auf einen Unfall oder Selbstverschulden hin. Doch Major Johannes Schäfer aus Wien hat so seine Zweifel. Und dann ist da noch der skelettierte Tote aus dem Wienerwald. Als dann kurze Zeit später noch eine junge Frau tot in der Badewanne ihres Hauses gefunden wird, ist Major Schäfer überzeugt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein. Doch nur er sieht hier Verbindungen, für den Polizeipräsidenten sind dies nur Unfälle und ein Drogentoter. Allerdings lässt Schäfer sich davon nicht abschrecken und beginnt teilweise auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Und sein Polizeiinstinkt soll Recht behalten. . Eigentlich ist Johannes Schäfer noch krankgeschrieben, Diagnose: Burnout. Die für ihn mysteriösen Todesfälle lassen ihn jedoch keine Ruhe und so erklärt er sich kurzentschlossen wieder für gesund und beginnt, zusammen mit seinem Assistenten Bergmann und der jungen Kriminalinspektorin Kovacs, mit den Ermittlungen in den ungeklärten Fällen. Allerdings werden ihnen von Seiten der Obrigkeit massive Knüppel in den Weg gelegt. Denn die neue Polizeireform sieht Sparmaßnahmen vor, die Statistik muss stimmen, alles andere zählt nicht. Und so muss Schäfer zusehen, wie er seine Ermittlungen mit den Sparmaßnahmen in Einklang bringen kann, was ihn zu einigen ziemlich unkonventionellen Vorgehensweisen zwingt. . Der Fall entwickelt sich von Anfang an sehr interessant und fesselnd. Immer wieder gelingt es Georg Haderer neue Fakten in die Ermittlungen einzubringen, die ungeahnte Wendungen herbeiführen. Der Leser ist ständig auf dem gleichen Wissenstand wie Schäfer und öfters mal überrascht über seine Gedankengänge, die ihn zwar auch das eine oder andere Mal auf eine falsche Spur führen, was aber gerade die Spannung in dem Krimi fördert. Und die Auflösung ist wirklich sehr überraschend, lange nicht ersichtlich und absolut logisch umgesetzt. Ergo: eine komplexe, gut durchdachte Story. . Der Schreibstil des Autors ist flüssig, bildhaft und stellenweise sehr ruhig und oft nachdenklich, mit einem guten Schuss Humor durchsetzt und durchweg äußerst fesselnd. Dadurch kommt während des gesamten Krimis nie ein Hauch von Langatmigkeit auf und auch die Wechsel zwischen den Ermittlungen und dem Privatleben von Johannes Schäfer sind hervorragend dosiert. Zumal Schäfer selbst während seiner privaten Zeit seine Gedanken nie ganz von dem Fall lösen kann und man dadurch seinen stellenweise leicht verworrenen Gedankengängen folgt. So ist das Buch perfekte Unterhaltung mit einem überwiegenden Krimianteil, welches sogar noch mit einem Hauch von Thrillerfeeling aufwarten kann. . Georg Haderer konzentriert sich bei seinem zweiten Schäfer-Krimi überwiegend auf seinen Protagonisten und so bekommt man schnell eine Vorstellung von ihm. Der Autor zeichnet den Major als einen zu Depressionen neigenden Menschen, der diesen aber auch mit einem guten Schuss Selbstironie gegenübertritt, sich durch den neuen Fall selbst aus dem Sumpf herauszieht und ziemlich dickköpfig, eigenbrötlerisch und vor allem stur seinen Weg geht. Hierbei interessiert es ihn auch herzlich wenig, ob ihm durch sein Verhalten ein Disziplinarverfahren drohen könnte oder er sich gar ziemlichen Ärger mit dem Polizeipräsidenten einhandelt. Durch diese Eigenarten wirkt die Figur von Major Schäfer äußerst sympathisch und gerade diese Fehler und Macken lassen ihn sehr authentisch wirken, zumal diese niemals überzogen beschrieben sind. . Fazit: Beste Krimiunterhaltung auf hohem Niveau mit einem Protagonisten, der Ecken und Kanten haben darf und einer Story, die von Anfang an überzeugt.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    pudelmuetze

    pudelmuetze

    17. December 2010 um 20:19

    Als ich vor fast einem Jahr mit diesem Blog anfing, habe ich mir geschworen immer nur die Wahrheit zu sagen. Heute ist so ein Tag wo ich genau das Verfluche, warum!? Mir hat dieses Buch nicht wirklich gefallen. Ich will euch auch sagen warum. Ich hatte vom haymonverlag die Leseprobe bekommen, anhand dieser hörte es sich nach einem sehr spannenden Krimi an. Als das Buch da war hatte ich ja noch ein anderes aus dem Verlag zum Lesen bekommen, das hat mir sehr gut gefallen, als ich nun Ohnmachtspiele anfing, ging der Anfang auch noch. Was mich aber "stört" ist einfach das die Geschichte so dermaßen in die länge gezogen wird, ich komme mir vor als ob ich die ganze Zeit an einem Dauerlutscher lutsche und meine Mutter mir sagt ich darf erst raus zum Spielen wenn der aufgelutscht ist. Ich könnte das auch noch mit Kaugummi oder sonst was vergleichen. Was ich nicht damit sagen will ist das die Story selbst schlecht ist. Der Grundgedanke ist gut, sehr gut sogar, aber irgendwie kann das Buch mich nicht fesseln und ich habe das Gefühl es wurde in die länge gezogen nur um Seiten zu füllen. Mir sind da z.t. zu viele "belanglose" Gespräche drin. Details die ich nicht als relevant ansehe. Ich habe das Buch nun abgebrochen, auf Seite 184, bis dahin sind 4 Morde passiert, wobei nur eine Tat wirklich "erklärt" worden ist, die anderen Leichen wurden so aufgefunden. Auch bei den Ermittlungen gibt es nur einen vagen Anhaltspunkt oder gar Verdächtige, zumindest keine die uns der Autor verrät. Das Buch irgendwann nochmal zuende lesen möchte ich schon gerne, denn ich will ja wissen ob Major Schäfer recht hat mit seiner Vermutung, die er bis Seite 184 noch, oder schon hat. Aber momentan kann ich das leider wirklich nicht, dafür "langweilt" mich der Schreibstil einfach zu sehr.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    MargitM

    MargitM

    04. December 2010 um 10:26

    "Ohnmachtspiele" ist nach "Schäfers Qualen" der zweite Wiener Kriminalroman um den eigensinnigen Major Schäfer. Eine Reihe von unklaren Morden, interessante Charaktere und viel bissiger Humor.Das Team rund um Schäfer wird anschaulich dargestellt. Auch seine Kollegen bekommen zunehmend mehr Griffigkeit für die Leser und das bringt für den Fall Dynamik.Der Fall selbst ist recht verworren. Eigentlich ist der Polizeimajor Schäfer noch krank geschrieben, aber Budgetkürzungen und ein damit verbundenes minder-besetztes Polizeiteam zwingen ihn zu einer vorzeitigen Rückkehr in das Team der Kriminalpolizei Wien. Seinen Depressionen zum Trotz nimmt Schäfer die Spur auf, um den oder die Mörder der jungen Frauen zu finden, die so gleich und doch so unterschiedlich gestorben sind. Auch ein älterer Fall mit einer männlichen Leiche im Wald lässt im keine Ruhe. Innerlich zerrissen, geplagt von alten Angstzuständen aber auch zielstrebig arbeitet Schäfer an den Fällen. Auf seine eigene Art und Weise nähert er sich der Lösung der Fälle und begibt sich dabei selbst in Gefahr. Auf Grund einiger langatmiger Passagen bekommt das Buch lediglich drei Sterne. Ansonsten ist die Kombination aus Krimi und aktueller Thematik authentisch, spannend und in keiner Weise gekünstelt.

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  • Rezension zu "Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

    Ohnmachtspiele
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. November 2010 um 13:43

    Schäfer erwacht aus einem wunderbaren Traum. Die verbliebenen Fragmente erzählen ihm von einem See, umsäumt von Blumenwiesen und kleinen am am Himmel tanzenden Fallschirmen aus Löwenzahnsamen. Eben noch saß er unter einer Birke und knüpfte eine meterlange Halskette aus Gänseblümchen, ganz in sich versunken und geschützt von einer gigantischen Baumkrone. Es ist zu früh und die Sehnsucht nach einer Fortsetzung des Traumes treibt ihn zurück ins Bett unter die wärmende Decke. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte ... Er würde zu spät zur Morgenbesprechung kommen, deshalb beschließt Major Schäfer, gar nicht erst hinzugehen. Vier Wochen war er jetzt im Krankenstand und in psychologischer Behandlung. Anfangs dachte er noch an ein Burn-out-Syndrom, das sich bald wieder verziehen würde, doch das Gegenteil war der Fall. Nach dem Vierfachmord in Kitzbühel ("Schäfers Qualen") war nichts mehr, wie es vorher war. Bei jedem Einsatz überkamen ihn Schwächegefühle, Unsicherheit, Angst und eine abgrundtiefe Verzweiflung. In seiner Ohnmacht wäre er gerne aus dieser traumatischen Isolationshaft mit unbekanntem Ziel geflohen. Seit Wochen isst er ohne Appetit und will nur noch seinem Körper etwas Gutes tun. Eine einsame Leere beschleicht ihn. Wie er ihn hasst, diesen schrecklichen Novemberwind und den nasskalten Nebel. Und wieso konnte er nichts gegen diese hoffnungslose Leere tun, diesen Schmerz, der einfach dazusein schien, ohne Grund und ohne sein Zutun? Ob er sich einen anderen Beruf als Polizist hätte vorstellen können, fragte ihn sein Therapeut. Erstmals empfand er so etwas wie Vertrauen jenem Arzt gegenüber, als er seine Antwort "Kindergärtner" mit den Worten "Auf der einen Seite die reine Unschuld, auf der anderen Seite die deutlichste Form der Schuld, das Verbrechen" kommentierte. Vielleicht war es gar nicht nötig gewesen, sich so lange gegen diesen Besuch zu wehren, zumal Kollege Bergmann mit seinen Interventionen irgendwie ins Schwarze getroffen hatte ... Schäfer findet eine merkwürdige Apparatur auf seinem Schreibtisch vor. Das Ding aus milchglasfarbenem Kunststoff hat mit einem halben Meter Höhe und Breite recht imposante Ausmaße. Bergmann definiert das Ding als Tageslichtlampe, die den jahreszeitlich bedingten Lichtmangel ausgleichen soll. Es soll die Produktion von irgendetwas anheben und als "Antidepressionslampe" die Stimmung nach oben fahren. Die tote Frau beim Alberner Hafen ist blond, zierlich, dürfte knapp 50 Kilogramm wiegen und ist nicht größer als einen Meter fünfundsechzig. Dreißig bis vierzig Jahre alt, keine Papiere, Abschürfungen an Mund und Händen und nach einem Sexualverbrechen sieht es nicht aus. Ist sie einfach nur ertrunken? Gefunden wurde sie unweit jener Stelle, wo früher ein Strudel immer wieder Wasserleichen angeschwemmt hatte. Seit 1840 wurden fast 500 Opfer angespült und an Ort und Stelle verscharrt. 1900 wurde unter der Leitung des Bezirksvorstehers hinter dem Hochwasserdamm ein neuer Friedhof angelegt, der "Friedhof der Namenlosen". Weitere 104 angeschwemmte Leichen fanden hier ihre letzte Ruhe. Der Spuk war vorbei, als der Bau des Alberner Hafens die Strömungsverhältnisse änderte. Bis zu jenem Tag jedenfalls, als Sonja Ziermann, Lehrerin an einer Privatschule in Döbling, angeschwemmt wurde ... Doch sie ist erst der Anfang in einer bitterbösen Geschichte um menschliche Abgründe. Auch Hauptdarsteller Schäfer stürzt von einem Abgrund in den anderen. Auf der einen Seite erlebt er die Opfer als Figuren in perversen Machtfantasien, entmenschlicht und ihrer individuellen Persönlichkeit beraubt, und auf der anderen Seite werden dringend notwendige Ermittlungsarbeiten durch Reformen im Polizeiapparat erschwert und geradezu blockiert. Langwierige Ermittlungen sind nicht mehr erwünscht, sondern nur noch schnelle Ergebnisse. Schäfer wehrt sich aber mit aller Kraft gegen das pure Abhaken von Fällen, und er findet auch Mittel und Wege, dies auf unkonventionellen Wegen durchzusetzen. Zusätzlich blockiert ihn seine eigene Problematik. Einmal mehr lernen wir ihn als zerbrechlichen Menschen kennen, dem Gefühle von "Ohnmacht", Resignation und Aggression nicht fremd sind. Er leidet unter der Einsamkeit in seiner bescheidenen Wohnung, hat Angst davor, die Augen zu schließen und in der Nacht wieder aufzuwachen. Doch die Suche nach Trost und die Fragen nach dem Warum und Wofür können letztlich nur durch neue Ziele gemindert und abgeschwächt werden. Lange genug jedenfalls hat es so funktioniert .... Georg Haderer vermag mit seinem zweiten Kriminalroman die Qualität seines Debuts um ein Vielfaches zu übertreffen. Sein Szenario gestaltet sich ebenso spannend wie anspruchsvoll. Story und Figuren sind nicht von der Stange, und schon deshalb verlangen sie ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Der Roman wächst mit jeder einzelnen Seite, wobei der Spannungsbogen mühelos folgen kann und zu keiner Zeit abreißt. Nach dem in mehrerlei Hinsicht gänzlich unerwarteten Ende hat man die Gewissheit, einen der besten Kriminalromane unserer Zeit gelesen zu haben. Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen und so unverschämt sein, meinem Bedauern dahingehend Ausdruck zu verleihen, dass nicht schon ein dritter Band greifbar ist. Vielleicht sollte der Schäfer den Haderer rasch einfach festnehmen und wegsperren, damit das etwas rascher voran geht ... © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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