Georg Hermann Spielkinder

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Inhaltsangabe zu „Spielkinder“ von Georg Hermann

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  • Rezension zu "Spielkinder" von Georg Hermann

    Spielkinder

    Huebner

    01. January 2011 um 10:58

    Georg Hermann "Spielkinder" Band 1 der großen Georg-Hermann Romane- und Romanfragmente verspricht mehr als ein Spätrealistisch- bzw. frühnaturalistisches Abbild der Ständegesellschaft im Berlin vor 1900. Georg Hermann besticht in seinen Charakterdarstellung durch gnadenlose Ehrlichkeit und eine überraschend nüchterne Sprache, die man von seinen Zeitgenossen eben nicht erwarten würde. Seine leichte Sprache würde genausogut ins 21.Jh. passen, zeitlos, könnte man meinen. Und doch geht es um seine Kindheitserinnerungen in einem von Börsenkrisen und Arbeitslosigkeit geprügelten Preußen der 1870er (Roman verfasst 1897). Herr Geiger verliert alles. Der Schwager, ein Aristorkrat, knöpft ihm das letzte Hemd ab. Somit gerät der junge Georg mitsamt der Familie in Armut und Demütigung. Um mich, um uns zu ernähren, lief er [der Vater] Tag für Tag von mrgens bis abends umher, duckte sich und kroch vor Lumpen und Schwinderln [...] um uns den Fluch des Daseins möglichst wenig fühlen zu lassen." (S. 87) Die Sicht auf die Kellerkinder, die Waschweiber und die Straßenhausierer verändert sich schlagartig, wenn man auf dem Billardtisch schlafen muss, weil das restliche Mobiliar verpfändet wurde und wenn es statt Schokoladenmus trockene Semmel gibt. "ich hatte einstmals an Gott und Unsterblichkeit geglaubt, ja ich hatte sogar gebetet. das tat ich schon längst nicht mehr." (S. 90) Da gibt es aber noch Lies (Lisa) Weise aus dem Kellerloch, die Georg so gern küsst, schon im zarten Jünglingsalter und die schon mit 13 an Selbstmord denkt, weil der Vater säuft und prügelt und die Mutter prügelt und säuft. Lies fällt, Georg muss ohne sie weitermachen. Das "Verflechten von gebundener und ungebundener Rede" zeigt das Experimentelle von Georg Hermann, dessen "Inspiration am stärksten durch visuelle Wahrnehmung" und "geheimnisvolle Beleuchtungen" angeregt wird. (Gert Mattenklott.) "Männern gehört das Leben, nicht Spielkindern!" I.Hübner

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