In "MS- Meine Sache Motherf*****" beschreibt Georg Redlhammer seine eigene Geschichte, seinen eigenen "Leidensweg", den er mit der MS "gegangen" ist. Das Buch hat mich teilweise stark beeindruckt und teilweise sehr verwirrt. An keiner Stelle möchte ich anklagend sein, oder irgendwas in Frage stellen. Denn jeder muss seinen eigenen Weg finden, um mit der Krankheit umzugehen.
Seit meiner Diagnose habe ich mir bereits recht viele "Erfahrungsberichte" in Form von Büchern zugelegt. Nach diesem habe ich gegriffen, da er mir anders als viele andere erschien. Bücher, auf denen Menschen in Rollstuhl sitzen, schrecken mich bislang eher ab. Ich möchte glauben, dass ich es schaffen kann mit Medikamenten, Sport und gesunder Ernährung ohne Rollstuhl alt zu werden. Zumindest einigermaßen alt. Wenn ich nicht über 80 werde ist das nicht schlimm, solange ich bis dahin GELEBT habe. Dieses Buch vermittelte mir auf den ersten Eindruck ein Stück weit Leben.
Die Beschreibung dieses Buches wirkte außerdem lockerer, etwas zynisch, manchmal auch sarkastisch und irgendwie eher greifbar.
Ich hab es nicht bereut es gelesen zu haben, wenngleich ich viele Dinge, die der Autor ausprobiert hat, um die MS loszuwerden, sehr sehr fragwürdig halte. Ich kann mir niemals vorstellen, jemals Dinge auszuprobieren, die Unsummen an Geld kosten (nicht wegen dem Geld, sondern weil es meistens klar ist, dass da nur jemand am anderen Ende der Kette sitzt, um zu verdienen) und man zugleich glauben soll, das das Lutschen mehrer Bonbons oder die Berührung irgendeines Menschen heilende Kräfe hat. Nichts liegt mir ferner, als an Übernatürliches zu glauben. Ich will eher auf die Wissenschaft vertrauen.
Daher finde ich die Methode, mit der der Autor sagt, er habe MS besiegt (AHSCT), am nachvollziehbarsten (für mich).
Wenn meine Krankheit schlimmer wird, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich mir meine Stammzellen schockgefrieren lasse, mich einer Chemotherapie unterziehe, um alle kranken Zellen zu töten und mir dann meine Stammzellen wieder einflößen lasse. Vielleicht kommt diese Methode (die ja wohl zu 90 Prozent bisher funktioniert hat) in den nächsten Jahren näher, sodass man nicht nach Russland dafür muss.Ich werde diese Methode jedenfalls im Hinterkopf behalten.
Vielen Dank an den Autor, für das Mitteilen der Erfahrungen in Form eines Buches. Ich kann es MS-Betroffenen auf jeden Fall empfehlen. Es macht Mut!


