Georg Schmidt

 4.2 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Der Dreißigjährige Krieg, Die Reiter der Apokalypse und weiteren Büchern.

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Der Dreißigjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg

 (9)
Erschienen am 15.03.2018
Die Reiter der Apokalypse

Die Reiter der Apokalypse

 (2)
Erschienen am 14.06.2018
Kleine Geschichte der Modernen Malerei

Kleine Geschichte der Modernen Malerei

 (1)
Erschienen am 01.08.2010
Überdruckbelüftung

Überdruckbelüftung

 (0)
Erschienen am 21.12.2006
Der Dreissigjährige Krieg

Der Dreissigjährige Krieg

 (2)
Erschienen am 01.06.1999

Neue Rezensionen zu Georg Schmidt

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Matzbachs avatar

Rezension zu "Die Reiter der Apokalypse" von Georg Schmidt

Gute Darstellung
Matzbachvor 4 Monaten

Anlässlich des vierhundertsten Jahrestags des Beginns des Dreißigjährigen Krieges erschienen zahlreiche Werke zu diesem Thema. Nach etwas Überlegung habe ich mich entschieden, aus dieser Auswahl Georg Schmidts "Die Reiter der Apokalypse" aus dem Beck-Verlag für 32 € zu kaufen und zu lesen. Vorweg, ich habe keinen Euro und keine der insgesamt 810  Seite bedauert.

Schmidt gelingt es, die oftmals verwirrenden Bündnisse und Winkelzüge der Beteiligten anschaulich zu schildern. Dabei wird deutlich, dass dieser Krieg entgegen der landläufigen Auffassung eben kein Religionskrieg, sondern ein in erster Linie politischer Krieg war. Jeder Landesherr suchte seinen persönlichen Vorteil, was zu bisweilen irritierenden Konstellationen führte. Aus Furcht vor dem sich abzeichnenden Sieg des (katholischen) Habsburgerkaisers, der ein stärker monolithisches Deutschland hätte bewirken können, betraten die ausländische Mächte Schweden und Frankreich den Kriegsschauplatz auf Seiten der protestantischen Fürsten, was gerade im Fall des katholischen Frankreichs, das gerade selbst heftigst seine Hugenotten verfolgte, etwas überraschend erscheint. Aber getreu dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" gab es da offensichtlich keine Berührungsängste. Im katholischen Lager suchte der Bayernherzog so lange den Schulterschluss mit dem Kaiser, wie er davon machtpolitische Vorteile hatte (Kurwürde und Gebiet der Kurpfalz), was ihn aber nicht daran hinderte, immer wieder mal mit den Franzosen anzubändeln. Aber auch das evangelische Lager war keineswegs homogen. Gemeinsam waren alle lutherischen Fürsten gegen die calvinistischen eingestellt, weshalb sich die Unterstützung für den "Winterkönig" Friedrich V. in Grenzen hielt, der selbsternannte Führer der Protestanten, der Kurfürst von Sachsen, hielt es gar mit dem Kaiser. Erst das Auftreten des Schwedenkönigs Karl Gustavs als (neuer) selbsternannter Retter der deutschen Protestanten nötigte ihn zum Eingreifen in den Krieg.

Abgerundet wird das Buch durch eine Bilanzierung der Folgen des Krieges sowie eine Beschreibung der Geschichtsschreibung über den Krieg, die zunehmend zur Rechtfertigung des Aufstiegs Preußen gemacht wurde.

Alles in Allem: Wer sich über diese Epoche der deutschen Geschichte informieren möchte, wird bestens bedient.

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Reiter der Apokalypse" von Georg Schmidt

Wie aus einem örtlich begrenzten Konflikt der Dreißgjährige Krieg wurde ...
Bellis-Perennisvor 7 Monaten

Historiker Georg Schmidt hat mit diesem ausführlichen Buch über den Dreißigjährigen Krieg ein umfassendes Werk zu Papier gebracht.

Auf 800 Seiten (davon 695 Seiten reiner Text, danach Anhang, Literaturverzeichnis und Personenregister) wird dem interessierten Leser erklärt, wie es zu diesem mehr als 30-jährigen Konflikt kommen konnte. Prolog Spuren Dreißig Jahre Der Frieden Epilog Anhang 

Das Buch ist gut gegliedert und umfasst neben Prolog und Epilog drei große Kapitel, die jeweils noch unterteilt sind, sodass man diese komplexen Vorgänge in kleinen Happen lesen kann. Hin und wieder wird der aufmerksame Leser das eine oder andere nachschlagen müssen, da der Autor doch einiges an Wissen voraussetzt.

Die ersten 107 Seiten befassen sich mit der politischen Vorgeschichte. Nicht verschwiegen werden die gesellschaftlichen Auf- und Umbrüche, die ebenfalls den Ausbruch des Krieges förderten. So nimmt Georg Schmidt den Aberglauben der Menschen, die in einem Kometen Unheil sahen, und die damit verbundenen Hexenverfolgungen in seinen Bericht auf. Auch die „Kleine Eiszeit“, die zu Ernteausfällen und Hungersnöten führte, werden beschrieben. Das 17. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bedrohung Europas durch die Osmanen.

Was als örtlich begrenzter Konflikt zwischen dem Wahlkönigreich Böhmen und der Erbmonarchie des Hauses Habsburg beginnt, endet im Flächenbrand über ganz Europa. Mit dem berühmten Prager Fenstersturz im Mai 1618 beginnt ein gewaltiger Krieg, der bis 1648 Millionen Menschenleben fordern.

Mehrmals haben es die beteiligten Herrscher in der Hand den Krieg zu beenden und Frieden zu schließen. Aus Ignoranz und auch mit falschen (oft geistlichen) Ratgebern unterlassen sie dies und so dauert der Konflikt eben die bekannten 30 Jahre.

Detailliert legt der Autor dar, warum der Krieg nicht zu beenden war.

Meine Meinung:

Auffallend ist, dass im letzten Jahr noch zwei Bücher zum Dreißigjährigen Krieg erschienen sind: „Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648“ (Herfried Münkler, 20.10.2017) und „Der Dreißigjährige Krieg: Eine europäische Tragödie“ (Peter Wilson, 09.10.2017).

Bis heute ist diese bis dahin beispiellose historische Katastrophe von Mythen und Schauermärchen überwuchert. Georg Schmidt gelingt es, als großem Kenner dieser Epoche, aus Anlass des 400. Jahrestages des Beginns dieser Auseinandersetzung eine, auf dem neuesten Stand der Forschung basierende Gesamtdarstellung des Dreißigjährigen Krieges, darzustellen.

Georg Schmidt legt eine übersichtliche, auch für den interessierten Laien gut lesbare Gesamtdarstellung vor. Immer wieder gelingt es ihm auch, Brücken in die Gegenwart zu schlagen.

Neben der Darstellung der Ursachen, werden auch die oft wechselnden Bündnisse, Bewaffnung und Taktikausführlich erörtert und dargelegt.

So findet das Nichteingreifen des englischen Königs zugunsten seines kurpfälzischen Schwiegersohns Friedrich V., der als „Winterkönig“ die böhmische Krone annimmt und sich damit gegen Kaiser und Reich stellt, Niederschlag. Wir erfahren von Schlachten und Kämpfen, in deren bekannteste Gestalt wohl Albrecht von Wallenstein (auf Seiten des Kaisers und der Katholischen Liga) war. Auf der Gegenseite sind der Schwedenkönig Gustav II. Adolf und die Könige Christian III. und IV. von Dänemark zu finden.

Der Schreibstil ist einem Sachbuch angemessen. Manchmal scheint der Autor ein wenig detailverliebt, was aber verzeihlich ist. Dennoch ist das Werk nicht populärwissenschaftlich und bedarf einer gewissen Aufmerksamkeit beim Lesen. Er Beschreibt eben sehr genau Ursachen und Verlauf des Krieges. Manches hat Auswirkungen bis heute.

Besonders anspruchsvoll ist das Cover: Es zeigt einen Ausschnitt aus dem Bild „Triumph des Todes“ Pieter Bruegel d. Ä. (um 1560/62). Überhaupt ist die Aufmachung und Ausstattung des Buchs gediegen: gebunden und mit Lesebändchen. Die Schriftgröße des Anhangs ist ein wenig zu klein geraten, doch das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau.

Das Buch endet mit folgenden Worten:

"Wer sich hingegen mit den scheinbar bewährten historischen Einschätzungen zufriedengibt, für den bleiben die alten Mythen wie die Urkatastrophe und das Trauma des deutschen Volkes unvergängliche Wahrheiten." (S. 695)

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Fazit:

Mit diesem Werk entzaubert Georg Schmidt den Dreißigjährigen Krieg von Mythen und Verklärung. Er liefert hier eine solide Gesamtdarstellung des Dreißigjährigen Krieges. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Kommentare: 4
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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der Dreißigjährige Krieg" von Georg Schmidt

Der Versuch, ein komplexes Thema kurz darzustellen ..
Bellis-Perennisvor 8 Monaten

Georg Schmidt versucht die politischen Zusammenhänge, die zum Dreißigjährigen Krieg führten und die Geschehen zwischen 1618-1648 auf rund 100 Seiten darzustellen. Das ist auf Grund der Komplexität der Bündnisse und Interessen nicht ganz einfach.

 

Was zuerst als Problem der Habsburger in Böhmen beginnt, breitet sich wie ein Flächenbrand über ganz Mitteleuropa aus. Mehrmals haben es die beteiligten Herrscher in der Hand den Krieg zu beenden und Frieden zu schließen. Aus Ignoranz und auch mit falschen (oft geistlichen) Ratgebern unterlassen sie dies und so dauert der Konflikt eben die bekannten 30 Jahre.

 

Meine Meinung:

 

Das Kompendium ist in sieben Kapitel mit Unterpunkten geteilt, sodass der Inhalt in kleinen Abschnitten gelesen werden kann. Obwohl ich die Geschichte des Dreißigjährigen in groben Umrissen kenne, musste ich doch die eine oder andere geschilderte Begebenheit im Internet nachlesen.

 

Des Weiteren orte ich in diesem Buch ein wenig Parteilichkeit des Autors. Er scheint eine Vorliebe für das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ zu haben, das neben dem Habsburgerreich aus vielen kleinen und größeren deutschen Königs- und Fürstenhäusern besteht, nicht zu vergessen die kirchlichen Gebiete und deren Würdenträger, die in Glaubensfragen auch eine Menge mitzureden haben.

Die Habsburger und besonders Kaiser Ferdinand II. kommen nicht besonders gut weg.

Gut beschrieben sind die Entstehung, das Ausmaß und die Folgen des Krieges, an dessen enormen Verwüstungen das Reich und die Bewohner noch lange zu leiden haben.

 

Für Newcomer, die eine kompakte Darstellung des Geschehens lesen wollen, ist das Buch nur bedingt geeignet. Einige Vorkenntnisse sind hier doch von Nöten. Der Leser, der sich mit der Materie bereits intensiv auseinandergesetzt hat, wird hier einige interessante Details finden, die auf neuerer Geschichtsforschung basieren. Ein ausführliches Literarturverzeichnis ergänzt diese Zusammenfassung.

Was wirklich ärgerlich ist, ist das Fehlen von Karten, Übersichten und einer Zeittafel. Das kostet gleich einmal einen Stern.

 

Fazit:

 

Für Einsteiger in die Welt des 17. Jahrhundert kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Dazu wird bei der Darstellung einfach zu viel Vorwissen vorausgesetzt. Da gäbe es anderes, wie z.B. „Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648“ von Johannes Arndt im Reclam Verlag erschienen.

 

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