Georg Schramm Lassen Sie es mich so sagen

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Inhaltsangabe zu „Lassen Sie es mich so sagen“ von Georg Schramm

'Das Wahlvolk will betrogen werden, aber einen gewissen Qualitätsanspruch wird man doch haben dürfen.' Lothar Dombrowski, der Rentner mit der Eisenhand, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die prekäre Lage der Nation geht – und Georg Schramms hintergründig-hinterhältige Figuren mit ihrem kompromisslosen, rabenschwarzen Witz sind das Beste, was das deutsche Kabarett derzeit zu bieten hat.

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  • Rezension zu "Lassen Sie es mich so sagen ..." von Georg Schramm

    Lassen Sie es mich so sagen
    Buecherfreundin

    Buecherfreundin

    Er hat einen scharfen Verstand. Er hat ein untrügerisches Gespür für all´ das was verkehrt läuft in unserem Land. Lothar Dombrowski, der Rentner mit der Eisenhand nimmt kein Blatt vor den Mund und äußert seinen Unmut mit deutlichen Worten. Manchmal hart an der Schmerzgrenze. Seine Art die Dinge beim Namen zu nennen ist nichts für empfindliche Gemüter. Egal ob Bildungsmisere, Gesundheitsreform, Schröder, Köhler oder Merkel, egal ob Linke, Rechte oder Liberale jeder bekommt sein „Fett“ ab. Kompromisslos und mit rabenschwarzem Humor führt er uns, gemeinsam mit dem alten Sozialdemokraten August, durch 20 Jahre bundesrepublikanische Geschichte. _____ Georg Schramm ist für mich das Beste was das deutsche Kabarett heute zu bieten hat. Auch dann, wenn uns das Lachen des Öfteren im Hals stecken bleibt. Oder vielleicht gerade deswegen.

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  • Rezension zu "Lassen Sie es mich so sagen ..." von Georg Schramm

    Lassen Sie es mich so sagen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. March 2011 um 12:53

    "Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht" Papst Gregor - zitiert von Dombroski Seit September ist Georg Schramm mit seinem neuen Programm auf den Bühnen unterwegs. Und seine altbekannten Figuren Dombrowski, Sanftleben und August wirken nach wie vor wie ein Überraschungsei - Spannung, Spiel und Schokolade. Was Schramm da abliefert, geht erneut weit über Kabarett hinaus. Nach wie vor schneidet er so elegant, scharf und gekonnt ins seelische Fleisch der Zuhörer, dass dieser oft gar nicht merken, wie sehr es blutet. Ganz ähnlich einem Schnitt mit dem Skalpell, dass die Wundränder so glatt entstehen lässt, dass erst deutlich wird wie tief die Wunde ist, wenn man an ihr zieht. Zölibat, Kriegeinsatz der Bundeswehr in Afganistan, Altersdemenz, Zwangsernährung per Magensonde, Übersicht modernster Waffentechniken zu Bekämpfung Aufständischer und Demonstranten, tiefe Einblicke in die Motive der Habgier und Gedanken um Vorbereitung und Durchführung des Freitodes sind Themen, die dem Zuhörer um die Ohren fliegen und in ihrer Wirkung einigen Zuschauern ob ihrer fast brutalen Logik nur deshalb eträglich bleiben könnten, weil Schramm es versteht, immer wieder Pointen einzubauen, die wie kleine Oasen Atem verschaffen. Erneut ist Schramms Programm in gewissem Sinne zeitlos. Tagesaktuelle Politik kommt darin zwar vor und es fallen auch die üblichen Namen, wie Merkel, Brüderle, Westerwelle, jedoch werden sie von Dombrowski mit der Aussage: "Sind alle nur Furunkel am Arsch des Bösen" abgespeist und schlafen gelegt. Schramms Themen sind andere, größere, ältere, wesentlichere. Er stellt die Fragen nach dem Wesen des Menschen, seiner Motivlage, seinen Abgründen, seiner selbst gewählten und mit Grimm verteidigten Unmündigkeit und dabei streift und tigert er durch die Jahrhunderte. Er jongliert das Publikum durch das Programm. Sein Spiel ist von hoher schauspielerischer Präsenz und die 3 klassischen Rollen des August, Sanftleben und Dombrowski sind mit gewohnt großer Souveränität gegeben und ausgearbeitet. Sie sind ganz die Alten, Bekannten und doch haben sie sich verändert. Wenn der Berufssoldat Sanftleben über die Situation der deutschen Soldaten in Afganistan referiert, treten für ihn ungewohnte Töne hervor. Da wird Sinnlosigkeit deutlich, Schrecken und Verzweiflung. Zu Spitze getrieben an dem Punkt, an dem Sanftleben unseren Verteidigungsminister zitiert, der auf einer Trauerfeier gefallener Soldaten von der Frage seiner 7 jährigen Tochter berichtet, die von ihrem Vater wissen wollte, ob sie auf die toten Soldaten stolz sein könne, was dieser bejahte. Sanftlebens Kommentar: "Sei nicht stolz, Kind, sei doch lieber traurig" Auch der nörgelnde Rentner Dombrowski verändert sich. Noch ganz der Alte zwar, der nun einen Verein alter Menschen als Vorsitzender übernommen hat, dessen Mitglieder er Vorträge über ihre Rolle im Sytem und in der Gesellschaft hält und die er mit dem flammenden Schwert der Erkenntnis und der Aufklärung gewohnt gekonnt, unerbittlich und zwingend ihre Naivität austreibt, wie ein Exorzist den bösen Geist - jedoch zeigt sich auch ein anderer Dombrowski, den die Angst nicht nur treibt, sondern der auch von ihr spricht. Angst vor der Demenz. Angst vor dem Altersheim. Angst vor der Sinnlosigkeit seiner Herzensthemen. Schramm arbeitet durch Dombrowski diese Dinge in einer Intensität und Wucht aus, dass das intensive Zuhören und Verdeutlichen für den Zuschauer gar nicht ohne Wirkung bleiben kann, so er sich auch nur Reste von Verwundbarkeit bewahrt hat. Hier erleben wir den studierten und langjährigen Psychologen Georg Schramm, der schonungslos die Dinge anspricht, die dort liegen, wo wir so lange nicht hinschauen, so lange wir es nicht unbedingt müssen. Und wenn es ausgerechnet das Schlachtschiff aufklärerischer Gedanken im Kantschen Sinne, der tapfere Preusse Lothar Dombrowski ist, der inbrünstig Adorno mit der Aussage zitiert: "Die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils" Dann könnte es dem interessierten Zuschauer in Gedanken an die Person Dombrowski (so sie denn real exisitierte) ganz unwohl werden, denn dieses Zitat stammt aus einer Arbeit Adornos, die gerade Dombrowskis oberste Maxime - die Aufklärung - in einer gewissen Sinnlosigkeit zurücklässt. Dombrowski beginnt diese Sinnlosigkeit zu ahnen und scheint an der Schwelle zu ihrer Akzeptanz und in Verbindung mit der ungheuer eindringlichen Verdeutlichung seiner tiefen Angst vor der Demenz, der er in einem langen Monolog Ausdruck verleiht, berichtet er dem Zuhörer besorgniserregend detailreich von den Vorbereitungen zur Durchführung eines Suizids, bevor er sich abwendet und die Bühne das letzte Mal verlässt. Ähnlich wie in dem Vorgänger Programm "Thomas Bernhard hätte geschossen", hätte Schramm an dieser Stelle den Abend mit einem tief beunruhigten Publikum Enden lassen können, aber er schickt noch einmal den im besten Sinne "naiven" Sozialdemokraten August auf die Bühne, der mit einigen lustigen Geschichten den Zuhörer ein Stück weit zurückholt, aus einer Welt, die real ist und deshalb nochmal gesteigert grauenhaft. Im Gegensatz zum Vorgängerprogramm scheint sich Schramm seinem Publikum gegenüber "versöhnlicher" zu zeigen. Meister Yodas Ende ist erneut ein regelrechtes Filetstück des Kabaretts und der Abend vergeht wie im Fluge. Hinsetzen, die Sinne öffnen und ab geht die wilde Fahrt. Tiefsinnige Einsichten, gekonntes Schauspiel und eine Achterbahnfahrt an Gefühlen. Spannung, Spiel und Schokolade. Und es ist so typisch Schramm, weil man nicht weiss, ob man lachen soll, oder den Blick senken, wenn er Dombrowski (vielleicht zum letzten Mal) abtreten lässt und ihn sinngemäß sagen lässt: "Ich muss mich wohl daran gewöhnen, dass sich in der modernen Zeit abendländische Philosophie in den Aussagen eines Doktor von Hirschhausen niederschlägt, wenn er uns wissen lässt: ´Hast Du eine Zitrone - Mach Limonade daraus´ "

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  • Rezension zu "Lassen Sie es mich so sagen" von Georg Schramm

    Lassen Sie es mich so sagen
    Jens65

    Jens65

    02. April 2010 um 16:00

    Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit. In der vorliegenden, kommentierten Best-of-Sammlung deuten drei seiner Figuren die Geschichte jeweils in ihrem Sinn: der Rentner Dombrowski, Oberstleutnant Sanftleben und das sozialdemokratische Urgestein August. Zwar stammen die Texte teilweise aus den 80-er Jahren und reichen von Preußen, über die Revolution 1848 bis hin zur Ära des Vor-Merkel Kanzlers Schröder , haben aber bis heute, im Jahre Zehn nach Millenium nichts, aber auch gar nichts an ihrer Aktualität eingebüßt. In 14 Kapiteln wird man durch die deutsche Geschichte geführt und wird sich an so manchen schon fast vergessenen Skandal oder Zusammenhang erinnern, z.b. die Revolution 1848, das Ost-Westverhältnis, Neonazis, Schicksalsjahr und Schicksalswahl 2005, Tsunami-Katastrophe, Bundeswehrauslandseinsätze, der Berliner Bankenskandal, die PISA-Bildungsmisere u.a.m.. Doch immer zeigt Schramm: hier sind die deutschen Wunden, die geleckt werden müssen. In gekonnter sprachlicher Akribie stellt Schramm einen unerwarteten Kontext her, lässt Fragen offen oder entschuldigt sich sogleich für seine Polemik. Es werden Mißstände im Gesundheitswesen, die Korruptionsbereitschaft der Führungsriege genauso wie die entsprechende Hinnahmebereitschaft der "Geführten" dargestellt. Der unvergessliche, phänomenale Auftritt zum Abschied von Dieter Hildebrandts Scheibenwischer" ist hier vortrefflich platziert. Herrlich und noch heute besonders aktuell bleibt da vor allem der Satz in Erinnerung: „ ... Die eigentliche, zukunftsweisende Politik wird von Interessenverbänden gemacht. Hinter verschlossenen Türen. Da werden die Fäden gezogen, an denen die politischen Hampelmänner hängen, die uns in der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen. Diese Politkasperle dürfen auf der Bühne der öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen Christiansen und Illner ihre Sprechblasen entleeren, und wenn es nach Verrichten ihrer intellektuellen Notdurft noch nachtröpfelt, dann können sie sich noch bei Beckmann und Kerner an der emotionalen Pissrinne unters Volk mischen“ ( Zitat aus Kapitel: Der Scheibenwischer – Ein starker Abgang S.154 ) Seine geschliffenen Pointen , sein hintergründiger und rabenschwarzer Humor haben mir einmal mehr bewiesen, dass wir eine außerparlamentarische Opposition weiterhin dringend benötigen, wie sie von Georg Schramm zelebriert wird. Zynisch, ironisch und äußerst scharfzüngig lässt Schramm Leuchtraketen aufsteigen, zeigt auf Wunden und lichtet die Nebel der Verschleierung. Neben Volker Pispers, Urban Priol und Bruno Jonas versteht es Georg Schramm in und mit seinen Figuren ( Rentner Dombrowski, Oberstleutnant Sanftleben....) hervorragend, komplizierte politische Sachverhalte in einfache und treffsichere Worte zu kleiden. Er ist ein Meister des gesprochenen Wortes , ein Meister der politischen Satire. Besonders nahe steht Schramm sicher seine eigenwilligste Figur: Lothar Dombrowski. Dessen Strafpredigten führen von der Paulskirche 1848 über die Ostermärsche der Achtzigerjahre bis in die Altenheime heutzutage. Lothar Dombrowski ein renitenter Rentner als zorniger alter Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um die prekäre Lage der Nation geht und dadurch scheinbar verborgene Misstände aufdeckt. Auch zum Thema Verblödung des Publikums und zur Bildungsmisere hält er nicht hinterm Berg und bringt es auf den Punkt: „ ... Es hat bei mir lange gedauert, bis ich den Niedergang des allgemeinen Bildungsniveaus und den Verfall unseres Schulsystems nicht mehr als fahrlässige Vernachlässigung einer Säule unserer Zivilgesellschaft gesehen habe, sondern als beabsichtigte Verblödung einer wachsenden Unterschicht... “ ( S: 175 ) Eine unbedingt zu empfehlende Lektüre für alle, die noch mitsprechen möchten, wenn andere nichts mehr zu sagen haben!

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  • Rezension zu "Lassen Sie es mich so sagen ..." von Georg Schramm

    Lassen Sie es mich so sagen
    Scoobidoo

    Scoobidoo

    14. May 2009 um 16:00

    Scharfzüngig wie immer. Ich bin mir nie ganz sicher, wann mir das Lachen im Halse stecken bleibt. Georg Schramm ist ein begnadeter und gnadenloser Beobachter unserer Zeit. Schonungslos hält er uns, in der Person des streitbaren Rentners Lothar Dombrowski unseren Alltagswahnsinn vor Augen. Messerscharf und unbarmherzig ist seine Analyse. Sicher kein Buch, dass dazu einlädt es in einem Zug durchzulesen. Denk- und Verdaupausen werden von mir dringend empfohlen.

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