Diese Lyrikinstallationen sind wirklich ein Erlebnis. Wir sollten Lyrik eigentlich viel häufiger hörend genießen. Immersiv könnt ihr hier in Trakls Gedichte und Gedankenwelten eintauchten. Neben Lyrik finden sich auch einige Briefe, die mir dem Dichter nochmal näher gebracht haben.
Sound und Klangwelten unterstützen die Lesungen, schwellen an, dringen ein in Herz und Kopf und verstärken Rhythmus und Intensität der Worte. Viel zu schnell sind die einzelnen Gedicht vorbei, aber so wie sie als Text zur Reflexion einladen, so habe ich hier die einzelnen Stücke auch wieder und wieder gehört. Trakl nutzt so oft Naturbilder, Vögel, Himmel, Blätter. Neben dem Hinsehen lädt er auch zum Hinhören und -fühlen ein und die musikalische Untermalung erscheint so noch viel folgerichtiger. Die Gedichte sind oft düster, traurig, und dann bricht doch ab und an ein Hoffnungslichtstrahl durch die morbide Atmosphäre.
Ein Faun mit toten Augen schaut
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.
Insgesamt 32 Schauspieler*innen geben Trakls Lyrik ihre Stimme. Die Sprecher*innen sind hervorragend gewählt, darunter Tobias Moretti, Paula Beer, Albrecht Schuch, Hannah Herzsprung, Max von der Groeben, Karoline Schuch. Und ich fand es dazu ein besonderes Vergnügen, diese bekannten Stimmen in den Gedichten zu erkennen.
Ein wirklich ungewöhnliches und intensives Erlebnis. 5 von 5 Sternen.


















