George Dyson Turings Kathedrale

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Inhaltsangabe zu „Turings Kathedrale“ von George Dyson

In den 1940er Jahren kam es am Institute for Advanced Study in Princeton zu einer einzigartigen Zusammenarbeit wissenschaftlicher Genies, die als Keimzelle der digitalen Welt gelten kann. Zu ihnen gehörten Albert Einstein, Robert Oppenheimer, Kurt Gödel, Alan Turing und John von Neumann. In engem Austausch arbeiteten sie an streng geheimen Projekten, darunter dem Bau der Atombombe und der Entwicklung des Computers, weitgehend finanziert vom US-Militär. Auf der Basis jahrelanger Recherchen erzählt der amerikanische Wissenschaftshistoriker George Dyson erstmals die faszinierende Geschichte dieser Anfänge des digitalen Zeitalters. Anschaulich zeigt Dyson, welch enormer Anstrengungen der versammelten Mathematiker, Physiker und Chemiker, aber auch welcher Zufälle es bedurfte, um auf den Weg zu bringen, was uns heute als selbstverständlich erscheint. Was das Buch über die spannende Wissenschaftsgeschichte hinaus so lesenswert macht, ist die liebevolle Beschreibung der beteiligten Personen – ihrer Eigenarten, ihrer Temperamente, ihrer Visionen und Auseinandersetzungen, ihrer Begeisterung über jeden erfolgreichen Schritt. Ein Muss für alle, die sich fragen, wie und wo das Zeitalter der Digitalisierung in der Menschheits- und Kulturgeschichte zu verorten ist.

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  • *+* Interessant, aber anspruchsvoll zu lesen *+*

    Turings Kathedrale
    Irve

    Irve

    24. January 2015 um 12:55

    *+* Zur Originalrezension auf meinem Blog geht es hier entlang:  https://irveliest.wordpress.com/2014/10/28/george-dyson-turings-kathedrale/#more-3498  *+* Liebe Lesefreunde, dieses Buch zu lesen, war eine große Herausforderung für mich, eine sehr große sogar.  Aber es hat sich definitiv gelohnt, sie anzunehmen!. . . . Sehr interessant wird hier die Entwicklung der Computertechnologie geschildert. Aber nicht nur das, der Autor vermag immer wieder, auf andere Bereiche hinzuweisen, die mit diesem technischen Voranschreiten im Computerbereich einhergingen. . So verlässt George Dysón ein ums andere Mal seinen roten Faden, um den Leser in andere Bereiche hineinschnuppern zu lassen und erklärt, welche Entwicklungsschübe seine Forschung in der Computertechnologie mit sich brachte. . „Nicht selten hat der Versuch, ein physikalisches Problem zu lösen, zur Entstehung eines neues Zweiges der Mathematik geführt.“ (S. 42) . Vieles hängt miteinander zusammen, und so durfte ich an Stippvisiten beispielsweise in Geschichte und Erdkunde, dem Finanzwesen und der Ökonomie teilnehmen, etwas länger verweilten wir u.a. bei der Raumfahrttechnik, der Kryptologie und der Genetik. Den größten wissenschaftlichen Anteil im Buch hatten natürlich die Mathematik und die Computertechnik, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk ziehen. . Der Autor wusste mich mit seinen detailreichen, brilliant und umfangreich recherchierten Fakten zu beeindrucken. Aber dabei beließ er es nicht. Er beleuchtete auch die Menschen hinter der Forschung. Der Leser lernt die Strippenzieher kennen. Ich las Namen, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, oder die bisher nur so schwach am Rande erschienen waren, dass ich sie längst vergessen hatte. . „Turings Maschine“ hat aus heutiger Sicht wenig Ähnlichkeit mit einem modernen Computer, aber sie war einer. Sie war die gedankliche Keimzelle.“ (S. 225) . Ohne von Neumann gäbe es wohl keine modernen Computer, ohne Turing, auf dessen grandiosen Grundlagen aufgebaut wurde, aber auch nicht. Neben diesen beiden Forschern verbirgt die Reise der wissenschaftlichen Forschung noch manch anderen Namen. Allen wird Persönlichkeit eingehaucht, alle diese Menschen werden „zum Leben erweckt“. Man erfährt mehr als die bloßen Namen. . Bestürzt musste ich feststellen, dass auch in diesen Bereichen der Grundsatz gilt: „Wo Licht ist, ist auch Schatten.“ Krasser konnten Wohl und Wehe der Menschheit nicht zusammenhängen. . Die Entwicklung des Computers brachte durch den technischen Fortschritt nicht nur Vorteile für die Menschheit, sie brachte auch Leid, Tod und Krankheit über sie. . „Es ist eine Ironie des Schicksals, dass ein wesentlicher Teil unserer Hightech-Welt aus der Notwendigkeit resultierte, elektronische Computer zu entwickeln, mit denen man berechnen konnte, ob eine Wasserstoffbombe gebaut werden konnte oder nicht.“ (S. 317) .. Ich stellte mir oft die Frage, die an einigen Stellen leider nur kurz gestreift wird: „Darf man alles, was man zu tun vermag? Darf man etwas, das zweifellos einen Quantensprung im positiven Sinne bewirkt, vorantreiben, wenn es gleichzeitig die Grundsätze von Moral und Ethik mit Füßen tritt? . „Turings Kathedrale“ von George Dyson spannt einen weiten, sehr interessanten, vielseitigen Bogen rund um die Entwicklung der Computer-Technololgie. Das Buch ist sehr anspruchsvoll, da die Informationsdichte stellenweise sehr hoch ist. . „Die Vorstellung, dass alles in der Welt einen Sinn hat, ist übrigens genau analog dem Prinzip, dass alles eine Ursache hat, worauf die ganze Wissenschaft beruht.“ (S. 163) . Lest das Buch – es lohnt sich für alle wissenschaftlich interessierten Menschen – aber nehmt euch viel Zeit dafür! *+* Zur Originalrezension auf meinem Blog geht es hier entlang:  https://irveliest.wordpress.com/2014/10/28/george-dyson-turings-kathedrale/#more-3498  *+*

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