George Eliot

 3.6 Sterne bei 89 Bewertungen
Autor von Middlemarch, Silas Marner (eBook) und weiteren Büchern.
Autorenbild von George Eliot (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von George Eliot

George Eliot (eigentlich Mary Ann Evans; geboren in Warwickshire am 22. November 1819, gestorben in London am 22. Dezember 1880) gehörte zu den erfolgreichsten Autorinnen des viktorianischen Zeitalters. Ihr Roman "Middlemarch" ist einer der berühmtesten Klassiker der englischen Literatur und wurde 2015 von 82 internationalen Literaturkritikern und -wissenschaftlern zum bedeutendsten britischen Roman gewählt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von George Eliot

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Cover des Buches Middlemarch9783866475533

Middlemarch

 (33)
Erschienen am 07.11.2010
Cover des Buches Silas Marner (eBook)9783869132600

Silas Marner (eBook)

 (14)
Erschienen am 31.07.2018
Cover des Buches Middlemarch9783423281935

Middlemarch

 (3)
Erschienen am 23.08.2019
Cover des Buches Die Mühle am Floss9783150027110

Die Mühle am Floss

 (3)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Silas Marner9783423147118

Silas Marner

 (1)
Erschienen am 23.08.2019
Cover des Buches Die Mühle am Floss,B004KOKC46

Die Mühle am Floss,

 (1)
Erschienen am 01.01.1970
Cover des Buches Middlemarch9783423436298

Middlemarch

 (0)
Erschienen am 23.08.2019
Cover des Buches Die Mühle am Floss9781081091453

Die Mühle am Floss

 (0)
Erschienen am 17.07.2019

Neue Rezensionen zu George Eliot

Neu

Rezension zu "Middlemarch" von George Eliot

Gelungene Gesellschaftsstudie mit Fokus auf den weiblichen Charakteren
reneevor 4 Monaten

Das ist ein Buch, welches mich sehr lange beschäftigt hat. Ich hatte anfänglich so meine Probleme mit "Middlemarch", die aber nicht mit diesem Buch, sondern eher mit mir zu tun hatten. Meine Konzentrationsfähigkeit war nicht so gut im ersten Viertel dieses Buches und dies gepaart mit manchen etwas schwierig zu lesenden Sätzen dieses Buches war eine gewisse Herausforderung. Das besserte sich dann aber nach und nach und ich konnte schließlich zum Genuss dieses Buches kommen. Denn einen Genuss bietet dieses Buch in vielen Sätzen dieser Ausnahmeautorin. 


War sie doch ihrer Zeit deutlich voraus und erschuf hier mit "Middlemarch" eine Gesellschaftsstudie allererster Güte. Eine Studie über das Leben in der Provinz wurde dieses Buch von George Eliot genannt, aber eigentlich geht es fast nur um die höher gestellten Schichten der Provinz und genau das ist es, eine Studie über das Leben der höher gestellten Schichten in der Provinz. Und gleichzeitig in diese Gesellschaftskritik eingebettet ist auch eine wirklich interessante Darstellung weiblicher Verhaltensweisen in damaliger Zeit mittels verschieden dargestellter weiblicher Charaktere und ihrem Umgang mit dem anderen Geschlecht und ihrem Umgang mit den Normen ihrer Zeit. Durch eben diese verschieden dargestellten Charaktere wird hier ein großes Spektrum abgebildet und als Leserin ist man definitiv froh jetzt zu leben, denn diese konservative Zeit lädt nicht zum Verweilen ein. Dabei zeugt die Darstellung der verschiedenen Charaktere von einer perfekten Beobachtungsgabe der Autorin, denn sie beschreibt die menschlichen Eigenschaften ausgezeichnet und psychologisch durchdacht. Und bei vielem Beschriebenem kann der Leser Vergleiche ziehen, weil vieles von dem Verhalten der Menschen im Buch in heutiges Geschehen transferierbar ist. Beurteilen konnte die Autorin dies nicht nur durch Beobachten,. sondern auch durch eigene Erlebnisse, wie im Nachwort deutlich wird, es ist wirklich einiges an biographischen Daten in dieses Buch eingeflossen. Die Autorin hat eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe und präsentiert ihre Erkenntnisse mit einer recht spitzen Zunge, wobei man sich als Leser dann sicher sein kann, dass die Autorin wahrscheinlich in ihrer Zeit mit ihren Ansichten angeeckt sein wird. Hier ist das Nachwort sehr erhellend und es ist nachvollziehbar, warum die Autorin ihr Buch unter einem männlichen Pseudonym herausgebracht hat. 


Insgesamt ist "Middlemarch" ein wirklich gutes Buch, dass man lesen sollte, allerdings muss ich den letzten Stern noch zurückhalten, denn richtig angeknipst hat es mich dann doch nicht. 

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Rezension zu "Middlemarch" von George Eliot

Kleinstadtleben der oberen Zehntausend.
wandabluevor 5 Monaten

Kleinstadtleben der oberen Zehntausend.

Momentan kommen wieder einige „Klassiker“ der Weltliteratur (fast) neu übersetzt und neu bearbeitet auf den Markt. So auch „Middlemarch“ von George Eliot, ein Roman, auf den ich besonders neugierig gewesen bin, weil ich ihn gar nicht „von früher“ kannte. 

„Middlemarch ist das Porträt einer typischen mittleren englischen Kleinstadt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“, schreibt Rainer Zerbst im Nachwort. Lassen wir seine Worte stehen, weil sie zutreffend sind und man bessere kaum findet. 

Die Autorin setzt ihre Protagonisten zu der Zeit in den Roman als der Kampf um jene Wahlkreisreform in England begann, die unter dem Namen Great Reform Act (1832) in die Geschichte einging und insofern schließlich ihr gutes Ende fand – die Reform sorgte dafür, dass nicht nur der Landadel und die Grafschaften eine Stimme im britischen Parlament bekamen, sondern auch Städte und „normale“ Bürger. Doch scheiterte das Bemühen darum vielmals bis man es endlich durchgesetzt hatte.

Vielerlei Protagonisten treten auf, zahlreiche Familien werden vorgestellt, man braucht eine Weile bis man ihnen allen ihre Landsitze zuordnen kann und ihre Verhältnisse durchschaut. Die Komplexität des Romans ist bezaubernd, die Vielzahl der Beziehungen unter ihnen hält das Interesse des Lesers eingermassen wach. Wie wird es mit den diversen Lebensentwürfen ausgehen, welche gelingen, welche scheitern? 

Die Figuren indessen sind trotz ihrer mit Fleiß betriebenen Innenschau durch die Autorin etwas leblos, wie Marionetten hängen sie im Seil der Autorin, die mit dem Einsetzen eines kommentierenden und reglementierenden auktorialen Erzählers, keinen Spielraum zu eigener Interpretation der auftretenden Personen gibt. Mit den Vertretern der religiösen Honoratioren rechnet Eliot in ihrem Roman ganz besonders hart ab, was wohl ihren eigenen Lebenserfahrungen entsprechen mag. 

Das Kleinstadtleben der Leute aus gutem Hause, die etwas zu sagen haben, trifft die Autorin gut: an den Gerüchten, die von Mund zu Mund gehen, scheitern auch starke Charaktere. 

Die Stärke des Romans liegt in seinen Dialogen. Diese Dialoge sind ausgefeilt und an ihnen soll man das Innere der Protagonisten erkennen. Dennoch ist die Sprache der Autorin sowohl in den Dialogen wie auch in den nachdenklichen Passagen über das Leben „wie es sich darstellt“ oft derart verkompliziert, dass viele Sätze kaum verständlich sind. Die Neuübersetzung, die sich ziemlich wortgetreu an das Original hält, trägt nicht unbedingt zum besseren Verständnis bei. 

Sehr schön sind die aufschlussreichen Fussnoten, die helfen, Personen, Namen, Orte, Geschehnisse des 19. Jahrhunderts einzuordnen, insofern lernt man dazu. 

Wenn man jedoch die Lektüre George Eliots Roman Middelmarch mit der Lektüre anderer (großer) Autoren ihrer Zeit auch nur flüchtig messen will, seien es die Franzosen oder die Russen, die man zum Vergleich heranziehen möge, die Österreicher oder die Deutschen oder auch die Amerikaner (man denke allein an Mark Twain mit seinen geschliffenen Wendungen),  allesamt mit tiefschürfenden Themen und tiefsinnigem Personal, dann schneidet Middlemarch nur mittelmässig ab. 

Gelegentlich, man möge es mir verzeihen, drängt sich sogar der Eindruck auf, man hätte eine Soap Opera vor sich. Middlemarch ist  nur - immerhin gesellschaftskritische - Unterhaltungsliteratur des 19. Jahrhunderts.

Trotzdem könnte ich so ein Buch nicht schreiben, auch das wollen wir ehrlich zugestehen - und die kurze Zeit, in der die Autorin ihre "Stadtgeschichte" komponierte, sucht ihresgleichen.

Fazit: Middlemarch ist eine mal mehr, mal weniger interessante Beschreibung darüber, wie es zugeht in der feinen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Doch das Buch hat Längen über Längen und seine Sprachfähigkeit reicht nicht an die anderer, vorgenannter, Klassiker heran.

Kategorie: Belletristik
Verlag: dtv, 2020

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Rezension zu "Middlemarch" von George Eliot

Meine Rezension zu "Middlemarch"
Belladonnavor 7 Monaten

Beschreibung

Die Einwohnerschaft der englischen Ortschaft Middlemarch setzt sich aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten zusammen. Während ein Großteil der Bevölkerung mit ihrer Stellung zufrieden scheint, wächst eine neue Generation heran, die den Umbruch in eine neue Zeit beschreiten. Dorothea Brooke ist eine junge Frau mit aufgewecktem Geist und voller Intelligenz. Sie möchte nicht gut heiraten, um selbst versorgt zu sein, sondern um mit ihren Möglichkeiten für Verbesserungen zu sorgen. Als sie den deutlich älteren Mr. Edward Casaubon heiratet, scheint die Erfüllung ihrer Träume in greifbare Nähe gerückt zu sein. Auch der junge Arzt Tertius Lydgate steckt voller Ideale und möchte seine Forschung und neue Methoden in Middlemarch vorantreiben. Dorothea und Tertius müssen schon bald feststellen, dass sich ihre Pflichten in der Ehe und gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern von Middlemarch nicht so leicht mit ihrer Vorstellung vom Leben vereinbaren lässt.

Meine Meinung

Der Klassiker »Middlemarch« von George Eliot stammt aus den 1870er Jahren und trägt den Untertitel »Eine Studie über das Leben in der Provinz«. Zu Ehren des 200. Jahrestag von George Eliots Geburtstag am 22. November hat der dtv Verlag diese hübsche Neuausgabe in der Übersetzung von Rainer Zerbst mit einem Vorwort von Elisabeth Bronfen und einem Nachwort des Übersetzers herausgebracht.

Das Vorwort von Elisabeth Bronfen ist sehr aufschlussreich geschrieben und hätte sich in meinen Augen eher als Nachwort geeignet, denn in ihrem Text verrät sie bereits einige Einzelheiten der Geschichte, die ich viel lieber selbst entdeckt hätte.

Der Schreibstil legt bereits mit langen und in sich verschachtelten Sätzen ein Zeitzeugnis ab und versetzt den Leser direkt in das 19. Jahrhundert. Damals hatte man noch jede Menge Zeit für Müßiggang (zumindest die finanziell gut situierte Gesellschaft) und so entspinnt sich auch George Eliots Geschichte über die Menschen, ihre Beziehungen zueinander und welche politischen Einflüsse das Leben in Middlemarch prägen in einer Gemütlichkeit, für die man sich gerne die nötige Zeit nimmt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen dabei immer wieder Dorothea und Tertius, die mit ihrer aufgeweckten Art im Kontrast zu den restlichen Middlemarchern stehen.

Während sich Dorothea nicht mit der für sie vorgesehenen Partie verheiraten lässt und stattdessen den um einiges älteren Mr. Casaubon heiratet, schlittert Mr. Lydgate ohne die Absicht sich überhaupt jemals verheiraten zu wollen in die süßen Netze von Rosamond Vincy. Die einzelnen Persönlichkeiten zeichnet George Eliot mit feinen Pinselstrichen, versieht diese mit Ecken und Kanten und erweckt damit ein lebhaftes Bild der damaligen Gesellschaft zum Leben.

Gekonnt setzt George Eliot in Szene, wie sehr das Leben der Menschen in Middlemarch von der Entscheidung, mit wem sie sich verheiraten oder in beruflicher Sicht verbünden, geprägt ist. Die bescheidene und wissbegierige Dorothea lässt sich von imponierenden Worten täuschen und gerät so in den engen Käfig einer Ehe, die sie sich vollkommen anders ausgemalt hatte und der junge Arzt Tertius Lydgate stürzt sich in Middlemarch voller Idealismus und naivem Tatendrang in die Arbeit und tritt mit seiner überheblichen und forschen Herangehensweise auf den Schlips alt eingesessener Ärzte.

Die Sorgen und Ängste der Armen und Reichen scheinen zwischen den schicksalshaften Lebenswegen der Protagonisten zu verschwimmen und die Erkenntnis schleicht sich zwischen die Zeilen, dass nicht immer alles was Rang und Namen hat auch das entsprechende Geld mit sich bringt, und nicht alle Menschen mit ihrem Reichtum glücklich werden, sondern diesen sogar opfern müssen um das Leben führen zu können, dass sie sich wünschen.

»Middlemarch« steckt voller Weisheiten und so steckt auch in der Geschichte des Geistlichen Mr. Farebrother und des jungen Tunichtgut Mr. Fred Vincy eine sprichwörtliche Botschaft. Während Mr. Farebrother sein Einkommen durch sein Glück beim Billard und Kartenspiel im Grünen Drachen aufstockt, verschuldet sich Fred Vincy durch ebenjenes Glücksspiel und verspielt dabei fast seine Aussicht auf die Heirat mit seiner Jugendliebe. Hier bringt George Eliot den unabweislichen Vergleich ein, dass während der Eine Glück im Spiel hat, hat der Andere sein Glück in der Liebe findet.

George Eliot bietet mit ihrer Geschichte einen komplexen Einblick in das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert und überzeugt mit lebendigen Persönlichkeiten, die trotz ihrer Eigenarten und auch negativen Eigenschaften einem schnell ans Herz wachsen. Das Augenmerk liegt auf einer ausführlichen Beschreibung der Szenerie und sorgt auch beim Lesen für eine entschleunigte Wahrnehmung. Zwischendurch gab es allerdings auch einige Längen, die sich bei mir durch die politischen Abhandlungen bemerkbar machten. Dies mag jedoch auch meiner Unkenntnis und der daraus resultierenden Unwissenheit über Eliots Anspielungen auf die politischen Belange geschuldet sein.

Fazit

Ein lesenswertes Zeitzeugnis über das Leben in der englischen Provinz im 19. Jahrhundert.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 17.10.2019   

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