George MacDonald Fraser Flashman im Großen Spiel

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Inhaltsangabe zu „Flashman im Großen Spiel“ von George MacDonald Fraser

Die Anzeichen verdichten sich, doch niemand rechnet wirklich damit: Der Grosse Indische Aufstand, der auch Sepoy-Krieg genannt wird, bricht 1857 aus. Harry Flashman ist politischer Agent, eine Rolle, die ihm eigentlich gut gefällt, da sie ungefährlich erscheint und man keine Ergebnisse vorweisen muss. Aber wie üblich hat er sich verrechnet und er gerät in die Brennpunkte des Aufstandes. Er lernt die wunderschöne Rani Lakschmibai kennen und lieben, er ist beim Massaker von Kanpur dabei und trifft seinen Freund Ilderim, den Paschtunen. Spannend, abwechslungsreich und voller historischer Details, politisch gewohnt unkorrekt und mit speziellem Humor.

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  • Flashman im Sepoy-Aufstand

    Flashman im Großen Spiel
    TheRavenking

    TheRavenking

    22. November 2015 um 20:33

    Die Anzeichen verdichten sich, doch niemand rechnet wirklich damit: Der Große Indische Aufstand, der auch Sepoy-Krieg genannt wird, bricht 1857 aus. Harry Flashman ist politischer Agent, eine Rolle, die ihm eigentlich gut gefällt, da sie ungefährlich erscheint und man keine Ergebnisse vorweisen muss. Aber wie üblich hat er sich verrechnet und er gerät in die Brennpunkte des Aufstandes. Er lernt die wunderschöne Rani Lakschmibai kennen und lieben, er ist beim Massaker von Kanpur dabei und trifft seinen Freund Ilderim, den Paschtunen. Spannend, abwechslungsreich und voller historischer Details, politisch gewohnt unkorrekt und mit speziellem Humor. Es beginnt mit einem Besuch auf Schloss Balmoral. Prinz Albert lädt zur Jagd und dabei entgeht Harry Flashman nur knapp dem Anschlag eines russischen Agenten. Die Russen wollen versuchen in Indien Unruhe zu stiften um dadurch die Briten zu schwächen. Seit einiger Zeit mehren sich die beunruhigenden Nachrichten vom Subkontinent. Man befürchtet, dass es zu Aufständen kommen könnte. Und wer wäre besser geeignet, um in Indien wertvolle Nachrichtenarbeit zu leisten als der weltgewandte, vielgereiste noch dazu multilinguale Flashman. Selbstverständlich ist der Betroffene davon wenig begeistert. Kaum an seinem Bestimmungsort angekommen wird Flashman auf einen Undercover-Einsatz geschickt. „Sie mögen meinen, dass es unmöglich für einen weißen Mann ist, sich unter eingeborenen Soldaten als Eingeborener auszugeben, und tatsächlich glaube ich selbst nicht, dass das irgendwann schon vorher einmal geschehen ist. Aber wenn Sie gezwungen gewesen sind so viele Rollen zu spielen, wie ich es getan habe, ist das nur eine Bagatelle: Nun ja, ich bin ein dänischer Prinz gewesen, ein Sklavenhändler in Texas, ein arabischer Scheich, ein Cheyenne-Söldner und ein Marineleutnant der Yankees, seinerzeit, und manches andere, und nichts davon war so schwierig zu ertragen wie meine lebenslange Darstellung eines britischen Offiziers und Gentleman. In Wahrheit leben wir doch alle den größten Teil unseres Lebens unter Vorspiegelung falscher Tatsachen; man braucht nur mit kühner Stirn aufzutreten und möglichst arrogant zu sein.“ Zu seinem Unglück kommt er gerade rechtzeitig, um den Beginn des Sepoy-Krieges mitzuerleben. Letztendlich ist es eine triviale religiöse Angelegenheit die den Funken des Konflikts entzündet, doch auch die Kurzsichtigkeit der britischen Besatzer trägt dabei eine nicht unerhebliche Mitschuld. Flashman begegnet Lakschmibai, einer der Anführerinnen des Aufstands und verliebt sich in sie. Noch heute kennt in Indien jeder Lakschmibai, die Maharani von Jhansi, sie wurde als indische Jeanne D’Arc bezeichnet und gilt als Heldin der Geschichte. „Können Sie denn nicht begreifen, dass das nicht unsere Art ist – dass unsere Art in nichts Ihre Art ist? Sie reden von Ihren Reformen und den Vorteilen britischer Gesetze und des Sirkar – und nie denken Sie daran, dass Ihre Ideen anderen ganz du gar nicht gefallen mögen; dass wir unsere eigenen Bräuche haben, die Ihnen befremdlich und närrisch erscheinen, und vielleicht sind sie das ja auch, aber es sind unsere, unsere eigenen! Sie kommen hier an mit Ihrer Stärke und Ihrer Gewissheit, mit Ihren kalten Augen und blassen Gesichtern, wie …wie Maschinen, die aus ihrem nördlichen Eis gen Süden marschieren, und wollen alles in Ordnung bringen. Sie zertrampeln alles, wie Ihre Soldaten, egal ob Sie erobern oder zivilisieren – wie Sie das wohl nennen -, ob das die Betroffenen wollen oder nicht. Können Sie nicht begreifen, dass es besser ist, andere Völker in Frieden zu lassen – sie sich selbst zu überlassen?“ Was immer man von diesen Ansichten hält, Fakt ist, dass Einmischungen in fremder Länder Angelegenheiten selten etwas Positives hervorbringen. Immer wieder kann man bei Flashman Parallelen zur heutigen Weltpolitik ziehen, und man erkennt: Es hat sich kaum etwas geändert. Eines der wiederkehrenden Motive der Flashman-Romane ist dann auch, dass man versuchen sollte fremde Kulturen zu respektieren und zu verstehen ohne sie dabei zu verklären wie es manche Gutmenschen tun. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass fremde Zivilisationen besser wären als unsere eigene, aber ebenso wenig Sinn hat es sie zu dämonisieren. Flashman mag ein feiger Schuft sein, aber er besitzt ein klares Urteilsvermögen und versteht es die Dinge nüchtern und unparteiisch zu betrachten. Besonders interessant ist es, wie es Fraser gelingt der Figur neue Facetten hinzuzufügen, wir erleben hier einen reiferen, sensibleren Flashman. Er zeigt sich aufrichtig entsetzt beim Anblick der Kriegsgräuel, vergießt Tränen beim Tod eines Freundes, und er verliebt sich ernsthaft – etwas das man bisher nicht für möglich gehalten hätte. In solchen verlogenen, scheinheiligen Zeiten wie wir sie heute erleben, ist es eine wahre Freude die Flashman-Romane in ihrer ganzen politischen Unkorrektheit genießen zu können. Aber diese Bücher zeichnen sich nicht nur durch ihren frechen Humor und die spannenden Abenteuer aus, es gibt auch eine viel ernsthaftere menschliche Seite, die immer wieder zum Ausdruck kommt: Eine tiefe Skepsis gegenüber der Politik und der offiziellen Geschichtsschreibung und ein großes Verständnis für die Leidtragenden der politischen Fehlentscheidungen. Lassen wir zum Abschluss noch mal George MacDonald Fraser zu Wort kommen: „Auch heute ist es noch schwierig manche Aspekte des Großen Aufstands zu diskutieren, ohne dass sich Emotionen einschleichen; die Vorgänge waren von blutiger Grausamkeit, und es ist nicht leicht, die gewaltige Gefühlsintensität auf beiden Seiten nachzuempfinden. … Flashmans Beobachtungen sind nicht ohne Interesse, es ist überflüssig, sie zu kommentieren; für vernünftige Menschen sollte es gar nicht in Frage kommen, die schrecklichen Zahlenkolonnen gegeneinander aufzurechnen oder zu versuchen, die schlimmere „Schuld“ der einen oder anderen Seite zuzuschieben. In diesen Dingen wechselt die Mode, wie Flashman bemerkt, und vor modischen Urteilen sollte man sich hüten. Die Feststellung genügt, dass Angst, Schrecken, Unkenntnis sowie rassische und religiöse Intoleranz auf beiden Seiten zusammenkamen, um bei einigen Individuen und Gruppen – Briten, Hindus und Moslems – aber keineswegs bei allen, einen Hass am Rande des Wahnsinns hervorzubringen.“ Gleichzeitig muss daran erinnert werden, dass der Kampf, der soviel Grausamkeit und Schande mit sich brachte, auch von zahllosen Beispielen der Selbstaufopferung und fast unverständlicher menschlicher Freundlichkeit, der Hingabe und des Heldentums charakterisiert wurde, sowohl auf britischer als auch indischer Seite, die im Gedächtnis ewig fortleben werden.“

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