George MacDonald Fraser Flashman in Afghanistan

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Flashman in Afghanistan“ von George MacDonald Fraser

Der 17-jährige Harry Flashman wird in der Zeit des Viktorianischen Empire aus der Rugby School geworfen. Er startet eine erstaunliche Karriere beim Militär, die unverdient steil nach oben geht, denn er weiß: Bestimmte menschliche Fehler wie Dummheit, Arroganz und Engstirnigkeit sind militärische Vorzüge. Harry Flashman darf Elspeth, „das größte Flittchen, das je eine Matratze abgenutzt hat“ heiraten (außerdem ist ihr Vater reich), doch wird er zu seinem Entsetzen nach Afghanistan versetzt. Beim Rückzug der Briten und verbündeten Inder aus Kabul überleben nur zwei – Harry ist einer davon. Harry macht sich natürlich aus dem Staub und schlägt sich selbst durch. Das endet in höchsten militärischen Auszeichnungen als "Held von Dschalalabad" und bei den Afghanen wird er als „Bloody Lance“ geachtet (aufgrund eines weiteren Missverständnisses).

Stöbern in Historische Romane

Möge die Stunde kommen

Spannend, aber politische Verwicklungen wirken konstruiert und Nebencharaktere bleiben eindimensional

Julia_Kathrin_Matos

Die Salbenmacherin und die Hure

Düster und spannend, wieder ein toller historischer Krimi um die Salbenmacherin Olivera.

Klusi

Die Stadt des Zaren

spannender historischer Roman über die Entstehung von St.Petersburg

Vampir989

Das blaue Medaillon

Spannender Historienroman mit kleinen Schwächen

Sorko

Marlenes Geheimnis

Marlenes Geheimnis ist ein Roman in dem man sich fallen lassen kann. Er geht ans Herz, lässt uns lächeln und berührt zugleich tief.

Binea_Literatwo

Die letzten Tage der Nacht

Wundervoll gelungener Wechsel zwischen Fiction und historischer Wahrheit - das ganze fesselnd erzählt

markusros

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Held wie kein anderer

    Flashman in Afghanistan
    TheRavenking

    TheRavenking

    07. June 2015 um 19:47

    Der 17-jährige Harry Flashman wird in der Zeit des Viktorianischen Empire aus der Rugby School geworfen. Er startet eine erstaunliche Karriere beim Militär, die unverdient steil nach oben geht, denn er weiß: Bestimmte menschliche Fehler wie Dummheit, Arroganz und Engstirnigkeit sind militärische Vorzüge. Harry Flashman darf Elspeth, „das größte Flittchen, das je eine Matratze abgenutzt hat“ heiraten (außerdem ist ihr Vater reich), doch wird er zu seinem Entsetzen nach Afghanistan versetzt. Beim Rückzug der Briten und verbündeten Inder aus Kabul überleben nur zwei – Harry ist einer davon. Harry macht sich natürlich aus dem Staub und schlägt sich selbst durch. Das endet in höchsten militärischen Auszeichnungen als "Held von Dschalalabad" und bei den Afghanen wird er als „Bloody Lance“ geachtet (aufgrund eines weiteren Missverständnisses). Meine Güte, was für ein Buch! Harry Flashman ist ein schamloser Aufschneider und hemmungsloser Weiberheld, der stets nur eines im Sinn hat: sein eigenes Wohlergehen. Doch er ist auch ein einzigartiger Erzähler: Scharfsinnig, frech und schonungslos beschreibt er die Scheinheiligkeit und Schäbigkeit seiner Landsleute und zieht über die blutige Amoral, der von ihm erlebten, Geschichte her: „Ich habe in allzu vielen Ländern gedient und allzu viele Menschen kennengelernt, als dass ich so töricht wäre, mich zum Richter über sie aufwerfen zu wollen. Ich berichte nur, was ich gesehen habe – die Schlussfolgerungen überlasse ich ihnen.“ – so Flashman. Über Schottland schreibt er: „Schottland und die Schotten missfielen mir; das Klima war mir zu feucht, das Volk zu ungehobelt. Sie besitzen die guten Eigenschaften, die mich anöden – Sparsamkeit, Fleiß und ernste Frömmigkeit. Die jungen Frauen sind meist grobknochig, etepetete und unbändig, im Bett zweifellos recht brauchbar, je nach Geschmack. Die Männer fand ich muffig feindselig und habgierig, und sie fanden mich frech, arrogant und geschniegelt. Die Sympathien waren also auf beiden Seiten nicht groß.“ Und später über Indien: „Es mag Länder geben, in denen der Soldat sich wohler fühlt als in Indien, aber ich habe sie nicht kennengelernt. Mögen Grünschnäbel noch so sehr über die Hitze, die Fliegen, den Schmutz, die Eingeborenen und die Seuchen klagen: An die drei ersteren muss man sich gewöhnen, vor Krankheiten muss man sich hüten (dazu reicht ein wenig gesunder Menschenverstand), und was die Eingeborenen betrifft, na, wo sonst auf der Welt findet man ein so fügsames, unterwürfiges Sklavenvolk? Falls das jemand als Schattenseiten sehen sollte: Es gab genug Lichtblicke. Erstens einmal die Macht – die Macht des weißen Mannes über den Farbigen -, und Macht ist eine schöne Sache, wenn man sie besitzt. Sodann das gemächliche Tempo, reichlich Zeit für jede Art von Sport, für frohe Geselligkeit, ohne die lästigen Fesseln, die man in England nicht los wird. Man kann sich sein Leben einrichten, wie es einem beliebt, und ist bei den Niggern ein großer Herr, und wenn man so wie ich ein gutes Einkommen hat und über die richtigen Beziehungen verfügt, verkehrt man in den besten Kreisen, die sich um den Generalgouverneur scharen. Weiber gibt es in Hülle und Fülle.“ Die militärischen Befehlshaber werden als jämmerliche Dilettanten entlarvt, der Afghanistan-Feldzug als erbärmliche Stümperei: „Möglicherweise kennt die Kriegsgeschichte ein noch heilloseres Durcheinander als unseren Rückzug aus Kabul: wahrscheinlich ist es nicht. Noch heute, nachdem ich es mir ein Leben lang überlegt habe, fehlen mir die Worte, um die übermenschliche Stupidität, die wahrhaft monumentale Unfähigkeit und die allen Vernunftgründen unzugängliche Blindheit Elphy Beys und seiner Berater zu schildern. Wenn man die größten Militärgenies aller Zeiten zusammengeholt, ihnen den Befehl über unsere Armee übertragen und sie aufgefordert hätte, diese Armee so schnell wie möglich restlos zugrunde zu richten, würden sie es nicht – das meine ich ganz ernst – so zielsicher und rasch bewerkstelligt haben wie er. Und dabei bildete er sich ein, seine Pflicht zu tun. Der letzte Straßenkehrer in unserem Tross wäre ein geeigneterer Befehlshaber gewesen.“ "In England kann man nicht gleichzeitig ein Held und ein schlechter Mensch sein. Es ist so gut wie gesetzlich verboten." – so Flashmans Konklusion, nachdem er von Queen Victoria ausgezeichnet und von Wellington gelobt wurde. Dass am Ende gerade ein selbstsüchtiger, feiger Gauner wie er zum großen Kriegshelden avanciert, das ist wohl die bitterböse Pointe dieses furiosen Romans. Auch wenn man mit Superlativen vorsichtig sein sollte, hier kann man nicht anders, als die Höchstwertung zu vergeben. Flashman ist alles in einem: Ein gewaltiges Historienabenteuer voller aufregender Schlachten, spannender Duelle, finsterer Hinterhalte, undurchsichtiger Intrigen und allerlei (exotischer) Liebschaften; eine herrlich boshafte Satire auf das britische Kolonialzeitalter und die äußerlich prüde, aber innerlich verdorbene viktorianische Epoche und nicht zuletzt eine äußerst lehrreiche und höchst unterhaltsame Geschichtsstunde. (Die Parallelen zur Gegenwart sind geradezu erschreckend, die Lage in Afghanistan scheint sich seit 200 Jahren kaum verändert zu haben.) Aber es ist auch der erste Teil einer zwölfbändigen Reihe, was bedeutet, das ich mich noch auf jede Menge vergnüglicher Lesestunden in der Zukunft freuen kann.

    Mehr