George MacDonald Fraser Flashmans Attacke

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Inhaltsangabe zu „Flashmans Attacke“ von George MacDonald Fraser

Wann immer die Welt sich ein blutiges Gemetzel leistet, Harry Flashman ist dabei. Diesmal ist es der Krimkrieg und er gerät in die berühmte Schlacht von Balaklava. Die britische Leichte Kavallerie macht sich fertig zur Attacke auf die russischen Geschützstellungen und Harry findet keine Möglichkeit, sich zu absentieren. Doch die Krim ist nur der Anfang, dahinter erwartet ihn Russland mit seinen schneebedeckten Weiten, erwarten ihn unbarmherzige Feinde, allerdings auch leidenschaftliche, schöne Frauen, und schließlich ist da noch der fast unbekannte Krieg in Zentralasien, in dem Russland versucht, nach Indien vor zu stoßen.

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    Flashmans Attacke

    TheRavenking

    03. September 2015 um 21:21

    Flashman lässt es sich 1854 am Hof Königin Victorias und ihres Gatten Prinz Albert gut gehen, doch ungewollt muss er in den Krimkrieg ziehen. Er beschreibt die Schwierigkeiten der alliierten Mächte Frankreichs und Britanniens. Es gibt ein Wiedersehen mit Lord Cardigan. Harry gerät in die Schlacht von Balaklava. Die britische Leichte Kavallerie attackiert die russischen Geschützstellungen und Harry findet keine Möglichkeit, sich zu entfernen. Doch die Krim ist nur der Anfang, dahinter erwartet ihn Russland mit seinen schneebedeckten Weiten, erwarten ihn unbarmherzige Feinde, allerdings auch leidenschaftliche, schöne Frauen, und schließlich ist da noch der fast unbekannte Krieg am Dach der Welt, in dem es um Indien geht. Der wohl unmoralischste Held der historischen Literatur zeigt sich auch in diesem vierten Band seiner Abenteuer wieder von seiner feigsten und selbstsüchtigsten Seite. Aber erstaunlicherweise ist Flashman diesmal auch zu moralischen Handlungen und sogar zu Heldentaten fähig (auch wenn bei letzteren etwas nachgeholfen werden muss). Flashmans „Wagemut“ im Kampf hat ihm den Weg zur höheren Gesellschaft geebnet. Als hochdekorierter Veteran des Afghanistanfeldzuges wird er immer öfter von der Königsfamilie eingeladen. Prinz Albert bittet ihn darum einen jungen deutschen Adligen unter seine Fittiche zu nehmen. Er soll eine Auge auf den jungen Mann haben und als sein Mentor eine Vorbildfunktion einnehmen. Flashman wäre natürlich nicht Flashman , wenn er den Jüngling nicht zu Besäufnissen und Bordellbesuchen verführen würde. Als sein Schützling in den Krimkrieg zieht ist Flashman notgedrungen mit dabei. Obwohl bereit sich auf der Stelle zu verdrücken, sobald es brenzlig wird, wird Flashman doch vom Kriegsgetümmel mitgerissen und erlangt in der entscheidenden Schlacht neuen Heldentum. Verglichen mit dem ersten Flashman-Band, der den Afghanistanfeldzug spektakulär unterhaltsam und absolut verständlich und nachvollziehbar schilderte war die Schilderung des Krieges in Flashmans Attacke eine kleine Enttäuschung. Für meinen Geschmack war Frasers Beschreibung der Schlacht von Balaklava etwas konfus. Es fiel mir schwer zu begreifen was genau, wo und wie stattfand. Die viel zu kleinen Karten des Schlachtfeldes am Buchende waren da auch wenig hilfreich. Hier scheint Fraser ein gewisses historisches Grundwissen vorauszusetzen, was bei seinen eigenen Landsleuten eventuell noch vorhanden sein dürfte, für die meisten Kontinentaleuropäer ist der Krimkrieg aber wohl eher ein weißer Fleck auf der Landkarte ihrer Geschichtskenntnisse. Ich hatte zwar schon vor einigen Jahren darüber gelesen, musste aber diesmal das Internet zu Rate ziehen, um mein nicht unbedingt üppiges Wissen aufzufrischen. In der zweiten Hälfte des Buches gerät Flashman in russische Kriegsgefangenschaft und lernt dieses gewaltige, wilde und grausame Land besser kennen. Die Uhren ticken hier anders als im vergleichsweise zivilisierten Westeuropa. Das unfassbare Schicksal der russischen Leibeigenen wird hier sehr anschaulich und erschreckend beschrieben. Diese unglücklichen wurden wie die Tiere gehalten und selbst für kleinste Vergehen grausam bestraft. Selbst der nicht unbedingt weichherzige Flashy bekommt beim Anblick dieser Elenden ein mulmiges Gefühl: „Damals wusste ich noch nicht, dass diese Leute Sklaven waren, an ihren Herrn gefesselte europäische, weiße Sklaven, ein Ding, das man gesehen haben muss, um es zu begreifen. … Man mag es kaum glauben, dass noch vor vierzig Jahren mit Weißen in Europa so umgesprungen werden konnte. Dass sie bis zu zehnmal am Tag mit dem Stock und der Peitsche traktiert werden konnten oder die Knute zu spüren bekamen. Dass sie ganz nach Lust und Laune ihres Herrn auf Jahre nach Sibirien verbannt werden konnten – er brauchte nur die Kosten für die Deportation zu zahlen. Sie konnten gezwungen werden Halsbänder mit eisernen Spitzen zu tragen, die Frauen durften in Harems gehalten, die Männer in die Armee expediert werden, um es dem Gutsherrn zu ermöglichen, ihnen in aller Ruhe die Frauen zu stehlen, Kinder konnte man verkaufen – und dafür erwartete man noch, dass sie sich ihrem Herrn und Meister gegenüber dankbar zeigten, buchstäblich vor ihm krochen, ihn „Väterchen“ nannten, den Kopf bis auf den Boden neigten und ihm die Stiefel küssten. … Ich habe in meinem Leben vieles an menschlichem Jammer und Elend gesehen, aber das Los der russischen Leibeigenen war das Empörendste, was ich je erlebt habe.“ Bei Kennern gilt Flashman at the Charge als einer der besten Teile der Flashman-Serie. George R. R. Martin hat die Flashman-Romane auf seiner Website empfohlen. Das verwundert kaum, scheinen die zwei Georges doch eine sehr ähnliche Geschichtsauffassung zu haben. Bei ihnen ist Geschichte eine Abfolge willkürlicher Gräuel; eine chaotische, schmutzige Angelegenheit, bei der Ideale oder Moral einen Luxus darstellen, den sich die wenigsten Beteiligten leisten können. Harry Flashman wurde bereits als Indiana Jones für Erwachsene oder ein James Bond des 19. Jahrhunderts bezeichnet. Was Flashman von diesen Helden der Popkultur unterscheidet ist, dass er stets aus Eigennutz handelt. Trotzdem gelingt es ihm (fast) jeden zu narren. Da er über sehr viel psychologisches Feingefühl verfügt weiß er mit den Leuten umzugehen, um zu bekommen was er will. Das gilt sowohl für schöne Frauen als auch für seine Vorgesetzten, die ihn für einen fähigen, tapferen Mann halten. Aber gerade diese Bewunderung und der gute Ruf führen ihn auch immer wieder in brenzlige Situationen, da ihm die gefährlichsten Aufgaben übertragen werden. Und um seinen Ruf nicht zu schädigen (denn der Ruf ist alles, und die Tatsachen zählen nichts – das könnte durchaus das Motto der Flashman-Romane sein – die Leute glauben eben alles, solange man es nur überzeugend vorträgt), kann er sich natürlich nicht vor der Gefahr drücken. Drei große Talente besitzt Flashman: Neben Frauen und Pferden versteht er sich auch auf Fremdsprachen. Sein besonderes Sprachtalent macht es ihm möglich innerhalb weniger Wochen die Sprache fremder Länder zu beherrschen, und weil er auch noch einen dunklen Teint hat und in Verkleidung als orientalischer Bandit durchgeht, schickt man ihn mit Vorliebe auf verdeckte Missionen. Eine Besonderheit der Flashman-Romane liegt in den zahlreichen Fußnoten, alle Bücher haben einen umfangreichen Anhang, wo viele historische Informationen, die in der Geschichte vorkommen vertieft werden. Das mag anstrengend klingen, ist aber höchst unterhaltsam und lehrreich. George MacDonald Fraser tut so, als wäre er lediglich der Lektor dieser Schriften(beim Erscheinen der ersten Bände dachten manche tatsächlich es würde sich um Originaldokumente handeln), der Flashmans Angaben überprüft und seine etwaigen historischen Fehler korrigiert hat. Selbst aus den schwächeren Flashman-Werken lässt sich also jede Menge lernen. Fraser schreibt niemals trocken oder didaktisch, und selbst die obskursten Begebenheiten werden bei ihm lebendig präsentiert. Flasmans Attacke war nicht ganz das Meisterwerk, das ich aufgrund der vielen Lobeshymnen erwartet hatte. Aber die Flashman-Romane machen einfach süchtig (wie süchtig, das erkennen Sie daran, dass ich innerhalb von nur zwei Monaten bereits 9 von diesen Büchern gelesen habe).

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