Lillith ist eine Geschichte der Mystik, der Legende und auch der christlichen Religion. Laut Legende ist Lillith die erste Frau Adams, die jedoch aufgrund dem Bestehen auf ihre eigene Freiheit und des Willens nur das zu tun, was sie möchte, vertrieben wird. So jedoch erfahren wir das nicht aus dem Buch. Um sie herum hat George MacDonald, ein Schriftsteller, Dichter und Pfarrer, der von1824 - 1905 lebte, eine interessante Fantasy - Geschichte geschrieben.
Sprachlich hat mich die Geschichte gleich in ihren Krallen gehabt, sehr altertümlich zwar aber einfach herausragend. In die fantastische Geschichte Lilliths tritt nun Mr. Vane, ein junger Mann, der in das Haus seiner Eltern zurückkehrt, dort dem geheimnisvollen Rabenmann in der Bibliothek begegnet und ihm in eine andere Welt folgt. Der Rabenmann stellt sich erst später in seiner wahren Gestalt vor und auch seine Frau. Doch schaudert es Mr. Vane sehr, als er die vielen "Schlafenden" bei Mr. Raven (dem Totengräber) sieht, die eigentlich tot sind und doch irgendwie zu leben scheinen. Furcht befällt ihn und er flieht. Zurück in seiner Welt bedenkt er, was er gesehen hat und geht zurück in diese unbekannte und doch bekannte Welt. Doch der Rabenmann kann ihm seine Bitte nicht gewähren mit seiner Frau zu sprechen und zurück in die Realität kann er vorerst auch nicht mehr. So beginnt eine fantastische Reise für Mr. Vane, in der er langsam zu begreifen lernt, was Leben bedeutet, Gut und Böse ist, ob es so bleiben muss und was er glaubt oder anzweifelt.
Der Einband des oben zu sehenden Buches passt nicht so sehr. Ich finde das erscheint sehr billig und oberflächlich. Hätte ich Lillith in dieser Ausgabe gesehen, hätte ich sie nicht gelesen. Lillith ist nicht nur ein fantastisches Buch, sondern steckt voller philosophischer und mythologischer Ansätze, aber auch religiöse Andeutungen sind zu lesen. Ob einem das gefällt sei dahingestellt. Mich hat das Buch sehr begeistert und es hat einen großen Nachklang bei mir bewirkt.
Folgendes Zitat war für mich sehr einprägsam:
"Die Zerstörung des Bösen bedeutet noch nicht seinen Tod. Erst wenn Gutes an die Stelle des Bösen tritt, bedeutet das des Bösen Tod. Eine böse Kreatur muss mit seinem Bösen leben, bis sie sich entscheidet gut zu sein. Erst dadurch wird das Böse getilgt." Natürlich hat das auch einen Ansatz von Pädagogik. Aber wenn man überlegt in welcher Zeit das geschrieben wurde, hört sich das großartig an.
Genre: Legende; Mythologie; Fantasy; Philosophie; Religion







