Farm der Tiere

von George Orwell 
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Farm der Tiere
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Beckybeckys avatar

Diese Fabel sollte gelesen werden.

G

Diese „Fabel“ regt zum politischen und kiritischen Denken an und sollte Schullektüre sein.

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Inhaltsangabe zu "Farm der Tiere"

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257057140
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Diogenes
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.03.2012 bei Der Audio Verlag erschienen.

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    Beckybeckys avatar
    Beckybeckyvor einem Monat
    Kurzmeinung: Diese Fabel sollte gelesen werden.
    Ich habe Redebedarf ...

    Ich habe die Farm der Tiere gehört, und der Sprecher Hans Korte hat einen fabelhaften Job gemacht.

    Ich bin nicht wirklich warm geworden mit dieser Fabel, was sicherlich auch nicht der Ansatz des Autors war. Ja, es ist ein lesenswertes Werk und sicherlich schadet es Niemandem, George Orwells Märchen (so steht es auf dem Cover) gelesen zu haben.

    Der Anfang ist grandios, Orwells Text in Kombination mit Kortes Stimme, kriechen mir unter die Haut, so dass ich mich gruselte, im Dunkeln zu lesen. Der Mittelteil war zwar immer noch großartig gelesen, aber für mich als Zuhörer etwas zäher. 

    Meine Hoffnungslosigkeite und Traurigkeit wuchs mit jedem Kapitel. Die Tiere bei ihrem stetigen Bemühen, Hoffen und Streben zu verfolgen - und genau zu wissen, dass sie einen naivem Glauben folgten, tat mir in der Seele weh. "Alle Tiere sind gleich, doch manche sind gleicher" ... dieser Satz wird oft zitiert, nun weiß ich endlich woher er stammt. 
    Glücklich bin ich nach dieser Fabel nicht und ich werde sie sicherlich auch nicht noch einmal lesen. Denn es belastet mich, lässt mich Gründe und Ansichten hinterfragen, die ich lieber nicht ans Licht zerren möchte. Aber genau dafür schrieb Orwell dieses Buch, da bin ich mir sicher.
    Es sollte gelesen werden und darüber gesprochen werden. Ich, für meinen Teil, habe jetzt jedenfalls Redebedarf.

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    Larissa23s avatar
    Larissa23vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein fantastisches Werk, das Herz seiner Leser ergreift. Tiefgründig und ein Appell zum Nachdenken
    Ein interessantes Werk

    Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere“


    Dieser Satz war das Erste, das mir während dem Lesen auffiel. Bereits mithilfe dieser wenigen Worte konnte der Autor meine Neugier erwecken. Und erste gegen Ende hin, wurde mir bewusst, dass dieses Zitat das gesamte Buch im Grunde zusammenfasst.

    Die Grundidee verspricht bereits eine spannende Geschichte und ich kann mit Freude mitteilen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Es war faszinierend, wenn auch frustrierend, mitanzusehen, wie die anfänglichen Versprechungen und Werte, an denen sich die Farmtiere so verzweifelt festgehalten haben, immer mehr verblassten und stattdessen der Unterdrückung der Schweine Platz machten. Man beobachtet den tragischen Prozess, wie das ursprüngliche Vertrauen schamlos ausgenutzt wird und sich zunehmend Zweifel in die Herzen mancher Tiere einschleichen. Jegliche Werte und Normen verlieren gegenüber Macht und Herrschaft an Bedeutung.

    Die Charaktere wachsen dem Leser leider nicht ans Herz und wirken insgesamt ziemlich transparent. Dennoch leidet die Qualität der Geschichte nicht darunter, womit dies kein allzu großes Defizit ist. Die Botschaft des Autors ist ersichtlich, was das Wichtigste bei einem solchen Buch ist.


    Es ist erschreckend, wie viele Parallelen sich selbst jetzt finden lassen. Der Autor hat ohne Frage ein Werk verfasst, welches zum Nachdenken und Zweifeln anregt. Was unterscheidet uns im Grunde zu den Schafen, die immerzu „Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht“ ausrufen, ohne auch nur Zweifel an den suspekten und unberechtigten Taten ihres Anführers zu hegen?

    Ein solches Buch, dass sowohl Originalität besitzt, wie auch Faszination ausübt, kann ich Lesern dieses Genre nur nahelegen.

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    itwt69s avatar
    itwt69vor 8 Monaten
    die Tücken des Animalismus

    Über die Deutung des Buches werde ich mich nicht weiter auslassen, darüber ist genug geschrieben worden. Erstaunlich sind jedoch die Parallelen zu heutigen "Demokratien" bzw. "Volksrepubliken" wie der Türkei, Russland, China, Nordkorea, Venezuela usw. Höchst interessant ist auch das Nach-bzw. Vorwort von George Orwell über die Pressefreiheit, nach dem Motto, es wird nur veröffentlicht, was dem Verleger angenehm ist. Negatives über den Verbündeten ist unerwünscht, die eigene Regierung darf dagegen gerne kritisiert werden. Eine harsche Kritik an den Massenmedien, welche auch heute noch, 75 Jahre nach Veröffentlichung, ihre Berechtigung hat.

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 9 Monaten
    Farm der Tiere

    "Farm der Tiere" ist eine Fabel des Autors George Orwell. Von diesem Buch hatte ich schon einiges gutes gehört und da der Inhalt für mich sehr interessant klang habe ich auch gerne dazu gegriffen. 

     

    In dieser Geschichte geht es um die Tiere auf der Farm des Bauern Jones. Jones ist kein netter Bauer, er nutzt seine Tiere, wie viele andere Farmer aus und sie bekommen gerade genug Futter, um zu funktionieren. Eines Tages zetteln die Tiere einen Aufstand an und verjagen Jones und alle anderen Menschen von der Farm, die von diesem Tag an nur noch "Farm der Tiere" heißt. 


    Mit der Vertreibung der Menschen beginnt für die Tiere der Farm zunächst ein glücklicheres Leben, aber schon nach einer Weile schleichen sich Gewohnheiten und Denkweisen ein, die ihr sorgenfreies Leben verändern. Die sieben Gebote, die zu Beginn der tierischen Farmherrschaft geschrieben wurden, werden umformuliert und nach und nach zeigt sich, dass manche Tiere der Meinung sind, sie haben mehr verdient als andere ...

    Der bildhafte Schreibstil von George Orwell hat mir richtig gut gefallen. Ich mag seine Art zu erzählen sehr gerne und habe mir die Farm und ihre Bewohner richtig lebhaft vorstellen können. Die Buchidee fand ich ebenfalls grandios und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung des Autors. 


    Die Handlung beginnt schnörkellos damit, dass die Tiere auf der Farm merken, dass sie schlecht behandelt werden und nach einigen Reden eines großen Denkers unter ihnen beschließen eine Revolution zu starten und den Bauern Jones zu vertreiben. Diese Thematik bietet dem Leser/ der Leserin schon einiges zum Nachdenken, denn gerade auch heutzutage werden Tiere doch oft ausgebeutet. Die Art, wie Orwell dies vermittelt geht schon unter die Haut und die Inhalte werden im Verlauf der Geschichte auch nicht weniger bedeutsam, eher im Gegenteil. Schon bald kristallisieren sich Führungscharaktere unter den Tieren heraus und es kommt zu einer Hackordnung, die sehr menschlich ist und erschreckend gut beschrieben wird. Der Autor verdeutlicht auf eine besondere Art, in dem er die Tiere handeln lässt, das Denken, welches sehr häufig in der Politik und überhaupt im menschlichen Kontext zu finden ist.

    Die Richtung, die die Geschichte nimmt ist spannend und auch emotional und besonders der Tod eines wunderbar starken Charakters hat mir echt Tränen in die Augen getrieben. Trotz der traurigen Thematik zeigt Orwell hier die Fehler im Denken auf und legt den Finger auf eine Wunde, die auch in unserer heutigen Gesellschaft, wieder häufiger auftritt. Die sehr gute Ausarbeitung der Charaktere führte dazu, dass ich von den Geschehnissen gefesselt war und mitgelitten und gebangt habe und die wahren Inhalte werde ich mit Sicherheit nie wieder vergessen. 

     

    Ich habe auch das Nachwort gelesen, in dem George Orwell über die Pressefreiheit spricht und ich konnte nur staunen, wie gut der Autor vieles auf den Punkt bringt und wie real und konstant diese Thematik, auch in der jetzigen Zeit, in unserer Welt und der Gesellschaft präsent ist. Chapeau, Herr Orwell, wir bräuchten mehr AutorInnen, die sich nicht scheuen ihr Augenmerk auf Themen zu legen, die zum nachdenken anregen und nicht nur Dinge thematisieren, die von anderen zensiert oder als druckbar beurteilt werden.


    Positiv: 

    * bildhafter und fesselnder Schreibstil

    * tolle Ausarbeitung der Charaktere

    * großartige Buchidee

    * spannende und realitätsnahe Handlung

    * regt zum Nachdenken an und ist derzeit vielleicht wieder aktueller denn je


    Negativ: 

    * Nichts


    "Farm der Tiere" ist eine wunderbare Fabel, die stark zum Nachdenken anregt und die jeder gelesen haben sollte. Die Inhalte sind emotional, authentisch, erschreckend, politisch und zudem gibt es schockierende, wie auch warmherzige Momente. Aber vorallem ist dieses Buch ein Denkanstoß, der niemals in Vergessenheit geraten sollte!

     

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Der Klassiker mit einer deutlichen Gesellschaftskritik - unbedingt lesen!
    Wie Eigeninteressen jede Revolution zerstören

    George Orwells "Animal Farm" ist ein literarischer Klassiker und mit ca. 100 Seiten eher eine Kurzgeschichte. 
    Durch den alterwürdigen Eber Old Major werden die Tiere der Jones Farm zur Revolution aufgerufen. Es gelingt ihnen tatsächlich, gemeinsam den verhassten Farmer zu stürzen. Danach entsteht eine gleichberechtigte Gemeinschaft, der Animalismus. Die Tiere stellen 7 Gebote auf und komponieren das Lied "Tiere Englands", die das Leitbild der Revolution verdeutlichen sollen. Die beiden Eber Schneeball und Napoleon übernehmen die Strukturierung der Aufgaben und bringen zunächst sich selbst, später den anderen Schweinen, das Lesen und Schreiben bei. Im Laufe der Geschichte intrigiert Napoleon zunehmend gegen Schneeball, der irgendwann vom Hof gejagt wird. Ab da nimmt die Entwicklung der Farm erstaunliche Züge an. Die Schweine ziehen ins Farmhaus, schlafen in den Betten der Menschen und sind auch dem Alkohol nicht abgeneigt. Die ehemaligen 7 Gebote werden je nach Situation der Schweine angepasst. So wird zum Beispiel aus "All animals are equal" der neue Slogan "All animals are equal, but some are more equal than others".
    Nach einem einschleichenden Prozess verkünden die Schweine die offizielle Übernahme der Farmführung, da sie offensichtlich intelligenter seien als die übrigen Tiere. Diese haben zunehmend Schwierigkeiten, sich überhaupt an die Zeit vor der Revolution zu erinnern. Die Meinungen der Schweine werden als unumstößlich hingenommen bzw. im weiteren Verlauf durch Wachhunde durchgesetzt. 


    Die Geschichte zeichnet eine zunächst erfolgreiche Revolution und deren Zerstörung zugunsten einer Elite, die ihre eigenen Interessen durchsetzen will - symbolisiert durch die intelligenten Schweine. Orwells Werk soll für die russische Oktoberrevolution und den nachfolgenden Stalinismus stehen. Es ist ein zeitloser Klassiker, den man auch auf andere Gesellschaften - nicht nur die russische zur damaligen Zeit - übertragen kann. Die Naivität der übrigen Tiere, die so sehr von ihrer Revolution träumen, dass sie die negativen Veränderungen gar nicht wahrnehmen bzw. so hoffnungsvoll sind, dass alles in ihrem Sinne sein wird, ist in ihrem Symbolismus nicht zu übertreffen. Ich kann jedem nur raten, dieses Buch wenigstens einmal in seinem Leben zu lesen. 

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    cynthors avatar
    cynthorvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fabel-Hafte Kritik am erdegang des russischen Kommunismus.
    Dystopie anhand vermenschlichter Tiere

    Inhalt

    Auf der Farm des Bauern Jones übernehmen die Hoftiere unter Führung der intelligenten Schweine die Macht. Sie stellen ihre eigenen Gesetze auf, nach denen sie leben wollen, und beginnen, die bis dahin mehr oder weniger brachliegende Farm in einen blühenden Betrieb umzubauen.
    Zuerst führen die beiden Schweine Napoleon und Schneeball noch gemeinsam die „Revolution“ voran. Dann  allerdings lässt Napoleon Schneeball vom Hof jagen, weil dieser angeblich die Farm wieder an den menschlichen Besitzer verkaufen wollte. Ohne einen geistig ebenbürtigen Gegner ist es  für Napoleon leicht, mehr und mehr Macht an sich zu reißen.

    Meinung

    Dass Orwells „Farm der Tiere“ durchaus als Parabel auf die gesellschaftliche Entwicklung Russlands, insbesondere hinsichtlich der kommunistischen Revolution gelesen und verstanden werden kann, wird oft beschrieben – und meistens auch besser, als ich es könnte. Deswegen an dieser Stelle der Blick auf die Parallelen des „Märchens“ zur heutigen Gesellschaft.

    Was am meisten auffällt, ist die Art, wie Orwell die verschiedenen Tiergattungen anthropomorphisiert, bzw. umgekehrt, typisch menschliche Verhaltensmuster passenden Spezies zuordnet. Wer sich die heutige Gesellschaft genauer ansieht, wird nicht umhin kommen zu bemerken, dass Orwell diese Typen zwar überspitzt, aber gekonnt beschreibt.

    Da wären zum einen die Pferde, die am ehesten als Gutmenschn, pardon Guttiere, durchgehen können. Sie erfüllen das Klischee dieses Menschenschlags – etwas naiv, gutmütig, aber sehr willig und überaus tatkräftig – in vollendeter Weise. Die übervorsichtigen Hühner entsprechen den Verzagten, die aus Prinzip (wohlgemerkt nicht aufgrund von Argumenten) gegen jegliche Neuerung sind. Die Schafe, die kaum mehr als blöken können, und Sinnbild der dumpfen, manipulierbaren, gesichtslosen Masse darstellen. Der Esel Benjamin ist Stellvertreter der „Ich habe es ja gesagt“-Leute, der Zyniker, die zwar durchaus das Recht auf ihrer Seite haben, aber unfähig oder nicht willens sind, dafür einzutreten. Die Hunde sind die indoktrinierten Soldaten, folgen treu ergeben und ohne selbst zu denken ihrem (An)führer. Und zuletzt die intelligenten, raffgierigen Schweine, die verderbteste Gattung von allen, die hemmungslos manipuliert und betrügt. Sie wollen nicht das größte Stück vom Kuchen – sie wollen ihn ganz, und es gelingt ihnen dabei sogar, ihre Gefräßigkeit als Opfer für die Allgemeinheit zu verkaufen!

    Aber all diese Tiere sind nicht nur fiktive Figuren einer alten Geschichte – sie alle sind Teil unseres alltäglichen Lebens, wir treffen ständig auf ihre realen Verkörperungen, und es täte gut, den einen oder anderen sanft darauf hinzuweisen.

    Wie auch in „1984“ ist ein großes Thema Orwells die Geschichtsfälschung bzw. –umdeutung. In „Farm der Tiere“ äußert sie sich auf zwei Arten. Zum einen wird Schneeball Stück für Stück vom Helden zum Verräter stigmatisiert. Nur weil die Tiere kaum schriftlichen Aufzeichnungen, sondern bloß ein lückenhaftes Gedächtnis besitzen, können sie derart fehlgeleitet werden. Zum anderen ändern sich die Gesetze, die für die Tiere gelten, ständig – und immer zum Vorteil für die Schweine. Aus „Kein Tier soll Alkohol trinken“ wird „Kein Tier soll Alkohol trinken im Übermaß.“, „Alle Tiere sind gleich.“ mutiert zu „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.“, und weil kaum jemand lesen kann, bleibt auch dieses Verbrechen unbemerkt, was etwas an „political correctness“ und Gendergerechtigkeit erinnert, die z.T. sehr verwirrende Blüten treiben. Es bleibt dazu nur ein Satz zu sagen,  der in der einen oder anderen Formulierung oft zitiert wurde und vermutlich Santanaya zugeschrieben werden kann: Wer die Fehler der Vergangenheit vergisst (oder aus ihnen nicht lernt), ist verurteilt, sie zu wiederholen.

    Abschließend noch ein Wort über den Schluss der Fabel: Orwell hat eines der ausdruckstärksten Buchenden geschaffen. Die Blicke von den Schweinen zu den Menschen und wieder zurück, bzw. die Ununterscheidbarkeit der Spezies, sind schlicht und ergreifend genial.

    Sonnige Tage und erholsame Nächte!

    PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen gesellschaftskritischen Fantasy-Roman „Ethopia – Erwachen“.

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    buecherkompasss avatar
    buecherkompassvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Farm der Tiere sollte definitiv jeder gelesen haben. Orwell ist zeitlos, regt zum kritischen Denken an und weiß grundlegende gesellschaftlic
    FARM DER TIERE. GEORGE ORWELL.

    ZUM AUTOR

    George Orwell, eigtl. Eric Arthur Blair, wurde am 25. Juni 1903 in Bengalen, Nordostindien, geboren. In England besuchte er als armer Stipendiat eine Eliteschule. Er diente fünf Jahre in Burma bei der Indian Imperial Police, dann kündigte er, weil er »auf keinen Fall länger einem Imperialismus dienen konnte«, den er als »ziemlich großen Volksbetrug durchschaut hatte«. Er gesellte sich als Tellerwäscher, Hilfslehrer, Hopfenpflücker und als Buch- und Gemischtwarenhändler zum Proletariat, dessen Leben er in Reportagen und Büchern beschrieb. Zur entscheidenden Erfahrung, die in seine Negativutopien Farm der Tiere und 1984 und in die meisterhaften Essays einging, wurde sein Engagement in der kommunistischen Miliz im Spanischen Bürgerkrieg, in dem er schwer verwundet wurde. Danach arbeitete Orwell in London für die BBC, das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er als Korrespondent des Observer in Deutschland und Frankreich. Orwell starb am 21. Januar 1950 in London.

    Quelle: Diogenes

    INHALT

    Kurz vor seinem Tod bittet der Eber Old Major die Tiere auf Bauer Jones Farm sich in der Scheune zu versammeln. Er hat Großes zu verkünden, von einem Traum. Von einem Traum der Freiheit verspricht. In diesem Traum werden Tiere nicht weiter von Menschen kommandiert, sind ihre eigenen Herren, verfügen über ihren eigenen Besitz. In einer solchen Welt sind alle Tiere gleich.

    Als es den Tieren nach dem Tod des Ebers gelingt, den Farmer tatsächlich zu stürzen, wähnen sie sich in Freiheit, blicken einem gleichberechtigten Leben entgegen.

    Doch was sich zunächst nach Freiheit anfühlt, scheint mit der Zeit die Gestalt eines Trugbilds anzunehmen.

    MEINUNG

    Während Tiere bekanntermaßen häufig die Protagonisten in Kinderbüchern darstellen, zieht Orwell ebenjene als Mittel der Fiktionalisierung gesellschaftlicher Prozesse heran. Der Bezug zu historischen Entwicklungen ist allerdings nicht sehr subtil, sodass die Verlage anfänglich eine ausgesprochen deutliche Abneigung gegen Orwells Werk zu Tage tragen.

    Farm der Tiere ist eine Parabel (von Orwell wurde das Werk als Märchen betitelt), die modellhaft die Entwicklung von der Oktoberrevolution bis hin zum Stalinismus nachzeichnet.

    Nachdem die Tiere die Herrschaft über die Farm erfolgreich an sich gerissen haben, bestellen sie ihre Felder in Eigenregie. Die Erträge lassen zu wünschen übrig, doch zugleich sind sich alle einig: ohne Bauer Jones geht es uns besser.

    Und so stürzen sich die Tiere in unbändiger Euphorie auf die (Mehr-)Arbeit, ungeachtet dessen, dass einige von ihnen hierbei nicht selten leer ausgehen. Während eine der wichtigsten Regeln des Animalismus zunächst lautete: Alle Tiere sind gleich, schleichen sich in das Farmleben nun zunehmend Hierarchien ein.

    Insbesondere die Schweine, die ursprünglich den Anstoß zur Revolution gaben, verfallen zunehmend in menschliche Sitten. Und schließlich wagen die anderen Tiere kaum mehr einen Unterschied zu treffen zwischen Schwein und Mensch. Als Ebenbild Stalins tritt der Eber Napoleon vor die anderen Tiere und verkündet, vom heutigen Tage an übernehme er die Führung.

    Orwell vermeidet unnötige Schlenker, konzentriert sich in der Geschichte vollkommen auf die Haupthandlung und bekennt ganz klar Farbe. Seine Schilderungen sind eingängig und verdeutlichen die Komplexität gesellschaftlicher Prozesse. Während die Machtmechanismen von außen klar erkennbar sind, scheinen die Tiere in ihrem Glauben an das Gute, das der Revolution zwangsläufig folgen muss, gefangen zu sein. Ohne ihren Herren sind sie offensichtlich frei. Weniger offensichtlich sind die neuen Zwänge, die ihnen durch ihresgleichen aufgebürdet werden. Gekonnt vermögen es die Schweine jegliche Ansätze des eigenen Denkens in den anderen Tieren zu unterbinden und sich so ihre Machstellung zu sichern.

    Farm der Tiere sollte definitiv jeder gelesen haben. Orwell ist zeitlos, regt zum kritischen Denken an und weiß grundlegende gesellschaftliche Wahrheiten in einfachen Geschichten zu verpacken.

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    Jaris avatar
    Jarivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.
    Tiere von England...

    Kurz vor seinem Tod ruft das Schwein Major alle Tiere der Farm, die Mister Jones gehört, zusammen, um ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen: Es ist Zeit für eine Revolution! Die Tiere sollen nicht länger unter dem Menschen zu leiden haben. Sie sollen endlich wieder nur für sich selber arbeiten und nicht für die gefrässigen und egoistischen Menschen.

    Nach Majors Tod wird dieser Plan auch in die Tat umgesetzt. Angeführt von den Ebern Schneeball und Napoleon wird Jones von der Farm gejagt und die Revolution für erfolgreich erklärt. Endlich sind die Tiere selbstständig! Es werden sieben Gebote aufgestellt und ehrenvoll das Lied "Tiere von England" gesungen.
    Allen voran tun sich die Schweine heraus, die sogar lesen und schreiben gelernt haben.

    Grosse Freude herrscht nun auf der Farm, denn endlich dürfen die Tiere wieder Tiere sein und sind selbstständig für die Farm zuständig. Obwohl die verfeindeten Nachbarfarmen und überhaupt alle Menschen in England der Farm keine Chance geben, scheint die Farm unter Leitung der Schweine zu gedeihen und die Tiere sind sehr glücklich mit ihrem neuen Leben.

    Doch schon bald beginnen die Schweine ihre Vormachtsposition auszunutzen. Es beginnt harmlos, indem die Schweine die Milch der Kühe für sich selber beanspruchen. Doch ihr Machtanspruch wächst und wächst. Die beiden Eber Schneeball und Napoleon zerstreiten sich und Schneeball wird von der Farm gejagt. Von nun an hat Napoleon das sagen.

    Und was Napoleon will ist, im Gegensatz zu seinem Leitspruch, dass er alles was er tut in den Dienst der Tiere stellt, rein eigennützig. Bald schon schlafen die Schweine im Bett von Jones, während die anderen Farmtiere weiterhin hart und mühselig an der Errichtung eines Turmes für den Windmotor arbeiten. Doch schliesslich ist dieses Leben immer noch besser, als das Leben, das sie unter Jones zu führen hatten. Leider erinnert sich bald keines der Tiere mehr, wie es früher war. Und so können die Schweine weiterhin ihre Macht spielen lassen, werden dadurch jedoch menschlicher als jeder Mensch...

    George Orwell's "Farm der Tiere" ist längst ein moderner Klassiker geworden, in Schulen wird er im Deutsch- und Englischunterricht vorgesetzt und das Buch erscheint immer wieder in neuen Auflagen. Doch haben wir auch begriffen, was uns Orwell durch dieses Buch sagen wollte?

    Während die Farmtiere weiter ihr strenges Leben leben, lassen es sich die Schweine auf Kosten der Anderen gut gehen. Dies ist leider ein sehr bekanntes Bild aus unserer heutigen Gesellschaft. Das Verhalten der Schweine zeigt sehr eindrücklich, wie man jede neue Idee für seine eigenen Zwecke missbrauchen kann. Und dass die Opfer selten überhaupt realisieren, dass sie zu Opfern ihrer eigenen Revolution geworden sind.

    Im Verlauf der Geschichte eigenen sich die Schweine immer mehr Eigenschaften des Menschen an, bis sie nicht mehr von jenen zu unterscheiden sind. Doch dies war nicht Majors Gedanke, als er damals, vor vielen vielen Jahren, die Tiere zur Revolution aufrief...

    Der Erzähler der Geschichte übernimmt eine sehr distanzierte Sicht. Er erzählt nur. Von den Grausamkeiten, die auf der Farm geschehen, und auch vom normalen Alltag der Tiere nimmt er Abstand. Doch dadurch erscheint dem Leser alles nur noch grausamer.
      Das Buch empört den Leser auch. Wir sind empört darüber was da geschieht, empört über die Schweine, empört darüber, dass sich die naiven Tieren mit zweitklassigen Erklärungen abspeisen lassen und empört darüber zu wissen, dass es im realen Leben genau so zugeht.
      Wir sind selten anders als diese Tiere. Vielleicht sind wir eines der hart arbeitenden Pferde, vielleicht die Katze, die es meisterhaft versteht, sich zu drücken, oder wir sind eines der fetten Schweine, die es sich so richtig gut gehen lassen können...

    Über dieses Buch muss man diskutieren. Man muss sich richtig damit auseinandersetzen, denn einfach nur lesen kann man es nicht. Es geht einem zu nahe. Zumindest erging es mir so. Und ich hoffe sehr, dass das Buch weiterhin gelesen wird. Gerade weil es einen sehr bitteren Nachgeschmack hat.

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    Smollevor 2 Jahren
    Der Roman im Schatten...?

    Wenn man von George Orwell redet, kommt sofort 1984... Auch hier, bei Lovelybooks sieht man den gravierenden Unterschied. 1984 über Hunderte von Rezessionen, leider übersieht man, dass "Farm der Tiere" und "1984" zusammen gehören! Wie das sein kann? Hier geht es doch um eine Farm von Tieren... Ich empfehlen jedem der "1984" lesen möchte, zuerst "Farm der Tiere" zu lesen. Nebenbei, dass es eigentlich schon fast eine Kurzgeschichte ist und sehr flüssig geschrieben, werden die Aussagen, welche ich bei "1984" immer höre: Das kann doch nie passieren... sofort im Keim erstickt. Dieses Buch zeigt wundervoll und tragisch, wie sich ein System entwickeln kann, was ohne zu zögern zu "1984" führt. Ein MUSS für jeden, der sich nicht vorstellen kann, wie solche Systeme entstehen können, gerade wenn der Start und das Ziel sich so richtig und gerecht anhören... 

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    Mrs-Jasmines avatar
    Mrs-Jasminevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr zu empfehlen dieses Buch! Schon traurig und erschreckend zu gleich!
    Die Wahrheit

    Ich bin begeistert und erschüttert zugleich. Dieses Buch wird immer aktuell bleiben. Er ist erschreckend wie klein der Kleine Mann wirklich ist, wie leicht man sich manipulieren lässt und wie viel man vergisst, verdrängt und glaubt! Dieses Buch regt wirklich zum nachdenken an und lässt einem nicht mehr aufhören zu lesen!

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