George Orwell Neunzehnhundertvierundachtzig

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Inhaltsangabe zu „Neunzehnhundertvierundachtzig“ von George Orwell

Roman. 288 S. (Quelle:'01.04.1974')

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  • Rezension zu "Neunzehnhundertvierundachtzig" von George Orwell

    Neunzehnhundertvierundachtzig
    Ulfson

    Ulfson

    25. July 2008 um 15:39

    Prädikat: Lesenswert 1984 ist ein Klassiker, den man gelesen haben muss. Ich dachte früher durch die häufigen Zitate in den Medien, dass es quasi nur um Überwachung und Bespitzelung des Volkes geht, aber so baut man eben keine Geschichte auf. George Orwell zeigt eine extrem düstere Vision der Zukunft und es ist erschreckend, wie nahe er an tatsächliche Ereignisse und Handlungsweisen der letzten 60 Jahre herankam. So prophezeite Orwell noch bevor die Sowjets überhaupt offiziell eine Atombombe hatten, einen Atomkrieg und die anschließende stillschweigende Vereinbarung aller Länder, nie wieder Atombomben in einem Krieg einzusetzen und sie quasi nur zur Abschreckung des Feindes zu besitzen. Gut, einen Atomkrieg gab es nicht, doch diese gegenseitige Abschreckung mit diesen Waffen setzt sich noch bis heute fort. Orwell beschreibt auch, wie der Krieg als Mittel zur Ablenkung des Volkes verwendet wird, um einerseits die Wirtschaft fortbesteht und andererseits die breite Menge einen gemeinsamen äußeren Feind hat, gegen den sie sich wenden kann, anstelle gegen Armut und Unterdrückung zu revoltieren. Gut soweit ist das nichts Neues. Doch der Autor geht noch einen Schritt weiter. Der Krieg hat kein Ende. Man hat schon immer gegen den einen oder anderen Feind gekämpft und wird dies auch ewig tun und das war neu. Es erinnerte mich an den Kalten Krieg, der ja dann doch irgendwie ein Ende hatte und es erinnert mich an den Krieg gegen den Terrorismus, wo ich mich frage, wie der je beendet werden soll. Der von Orwell beschriebene Überwachungsstaat ist so zwar nicht möglich (man kann eben nicht alle Bewohner des Landes rund um die Uhr über Teleschirme und mehr oder minder versteckte Mikrofone im Auge behalten), doch erahnte er auch nicht die Möglichkeiten der Überwachung, die unser Informationszeitalter bereithält. Was ich jedoch wieder faszinierend fand, war der organisierte Einsatz der normalen Bevölkerung zur Bespitzelung von Familie, Freunden und Kollegen. Es erinnerte stark an die Praktiken der StaSi in der DDR. Überhaupt ist das ganze Buch aus soziologischer Sicht faszinierend (vielleicht sehen das Soziologen aber anders ^^). Ein Staat, der allein durch Gerüchte von Folterungen und Morden sowie durch ständige Überwachung und Angst seine Bürger bei der Stange hält - ein Staat, der jedes Anzeichen von Opposition - und wenn man anfängt im Schlaf zu sprechen - sofort eleminiert - ein Staat, der stetig Realitätsfälschung betreibt, um unfehlbar zu sein (für den nächsten Monat wurden 3 % vorausgesagt, es sind nur 2 % eingetreten, also wurden auch nur 2 % vorausgesagt) - ein Staat, der wirklich in allen Lebensbereichen vorhanden ist, wo selbst Sex oder eher der Akt der Fortpflanzung zu einer "Pflicht gegenüber der Partei" wird - all das und mehr halte ich für beängstigend und unmöglich gleichzeitig und damit für äußerst lesenswert. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass all das oben beschriebene nur der Rahmen für eine Liebesgeschichte ist? Naja die Geschichte für sich war auch eher schlecht und trat zurecht in den Hintergrund, doch durch die Rahmenhandlung gewinnt sie auf alle Fälle an Zauber. Kritikpunkte: Negativ finde ich Orwells allgemeines Menschenbild. Er stellt die Masse quasi als dumme Schafe dar, die alles fressen, was derjenige mit der Waffe ihnen sagt. Prinzipien, wie "Doppeldenk", nach denen man also plötzlich denkt, weiß und sagt, dass z. B. 2 + 2 = 5 ist und nie etwas anderes gedacht, gewusst und gesagt hat, weil es die Partei von einem verlangt, halte ich für unvorstellbar. Es gibt immer Querdenker, und wenn es Kinder sind, die das niemals einsehen würden. Im Buch war das nur ein abstraktes Gedankenspiel, doch wurde z.B. mitten in einer Hassrede der Feind von A auf B geändert und die Leute rasten aus, weil offensichtlich Terroristen falsche Plakate gegen den Verbündeten A aufgehangen haben. Sie haben also umgeschaltet und sofort erkannt, dass schon immer B der Feind war, und sie auch nie etwas anderes wussten. Es ist verwirrend und ich kann mir diese Denkweise nicht vorstellen. Weiterer Kritikpunkt ist das Buch im Buch. Also im Roman 1984 wird ein Buch vorgelesen, dass eben die aktuelle politische Lage erläutert, Kriegsgründe u.s.w. Ich lese in der Regel abends, und da ist so eine Art Fachtext nicht gerade Spannungsaufbauend. Alles in Allem ist das Buch aber auf alle Fälle spannend, lesenswert und für den einen oder anderen kalten Schauer gut. Man sollte nicht vermuten, dass man das Ende kennt, bevor man es gelesen hat. Also vorhersehbar ist es nicht wirklich ^^

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