Nineteen Eighty-Four

von George Orwell 
4,4 Sterne bei465 Bewertungen
Nineteen Eighty-Four
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Neue Kurzmeinungen

Godelewas avatar

Ja natürlich ist es überspitzt und plakativ. Aber es ist brillant, man bedenke, dass es 1948 (!) geschrieben wurde. Hat mich sehr gefesselt

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Eine beängstigende Dystopie, die keineswegs abwegig scheint. Orwells Zukunftsvision hat sich bereits in vielen Aspekten verwirklicht.

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Inhaltsangabe zu "Nineteen Eighty-Four"

Winston Smith works for the Ministry of Truth in London, chief city of Airstrip One. Big Brother stares out from every poster, the Thought Police uncover every act of betrayal. When Winston finds love with Julia, he discovers that life does not have to be dull and deadening, and awakens to new possibilities.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780141036144
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:325 Seiten
Verlag:Penguin Books Ltd
Erscheinungsdatum:23.06.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.1996 bei Penguin Group USA erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Darcyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine starke und schaurige Dystopie, die den Leser mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt.
    Eine starke und schaurige Dystopie

    "'How many fingers am I holding up, Winston?' 
    'Four.' 
    'And if the Party says that it is not four but five - then how many?' 
    'Four.' The word ended in a gasp of pain."   

    In "1984", erstmals erschienen im Jahr 1949, beschreibt der englische Autor George Orwell (1903-1950) das Leben seines Protagonisten Winston Smith in dem fiktiven totalitären Superstaat Oceania, der sich aus dem amerikanischen Kontinent, den Inseln im Atlantik, Australasien und dem südlichen Teil Afrikas zusammensetzt. Der Rest der Welt ist in die beiden Superstaaten Eurasia und Eastasia aufgeteilt, gegen die Oceania seit Jahrzehnten schon Krieg führt.
    Winston wurde wahrscheinlich 1944 oder 1945 geboren, sodass er zu Beginn der Geschichte wohl 39 Jahre alt ist. Ganz sicher sein kann er sich nicht, da in seiner Welt das Regime, die Partei, jegliche Fakten ständig ihren Ansichten anpasst. So werden zum Beispiel Wirtschaftsprognosen nachträglich nach unten korrigiert, falls sie sich nicht bewahrheiten, damit es hinterher so aussieht, als wären die Erwartungen übertroffen worden. Die Partei meint außerdem, dass die Welt und auch die Vergangenheit lediglich in den Köpfen der Menschen existieren. Auch die Existenz von Naturgesetzen wird bestritten. Die Partei allein entscheidet, was der Wahrheit entspricht.

    "Everything faded into mist. The past was erased, the erasure was forgotten, the lie became truth."

    Wer durch nonkonformes Verhalten auffällt, wird festgenommen, gefoltert und umgebracht, woraufhin jeder Beweis für seine Existenz ausgelöscht wird. Bei der Aussicht auf ein solches Schicksal fällt es schwer zu beurteilen, ob Winston, wie es zunächst den Anschein hat, tatsächlich der einzige Bewohner Oceanias ist, dem es irgendwie gelingt, sich der allumfassenden Gehirnwäsche durch die Partei zu entziehen, oder ob andere genauso denken wie er, sich aber nicht trauen, die Stimme zu erheben. Zudem gilt es tatsächlich bereits als schweres Verbrechen, systemkritische Gedanken zu hegen ("Thoughtcrime").

    "'Do anything to me! [...] Is there anybody else you want me to give away? I don't care who it is or what you do to them. I've got a wife and three children. You can [...] cut their throats in front of my eyes [...] . But not room 101!'"

    Die Menschen wissen nur wenig über die Vergangenheit und die Welt, wie sie vor der Machtergreifung durch die Partei, mit Big Brother an ihrer Spitze, war. Ob es Big Brother, der in Form von riesigen Postern, die sein Gesicht zeigen, omnipräsent ist, wirklich gibt, weiß auch niemand genau.
    Im Sinne des Prinzips "Doublethink" wird den Menschen abverlangt, gleichzeitig mehrere einander widersprechende Aussagen im Kopf zu haben und an jede davon zu glauben. Außerdem hat die Partei "Newspeak" erfunden, welches nach und nach die traditionelle Sprache, "Old English" genannt, ersetzen soll. Seine Entwickler brüsten sich damit, dass Newspeak die einzige Sprache ist, in der es Jahr für Jahr weniger Begriffe gibt.
    Darüber hinaus ist es der Partei gelungen, die meisten Formen natürlichen Verhaltens, besonders Emotionen und Liebe zwischen den Menschen zu beseitigen. Zwar werden Eheschließungen zur Zeugung von Kindern zum Zweck des Fortbestands des Staates weiterhin geduldet, jedoch nur, falls keine intimen Gefühle im Spiel sind. Auch Winston ist verheiratet, allerdings haben er und Katharine sich vor zehn Jahren getrennt und seitdem keinen Kontakt mehr. Katharine wird einerseits als äußerlich schön, andererseits aber als "the most stupid, vulgar, empty mind that he had ever encountered" beschrieben; in dem Buch wird sie nur am Rande erwähnt. Alle Kinder treten im Alter von sieben Jahren der Organisation "The Spies" bei, wo sie lernen, anstelle ihrer Familie vielmehr die Partei zu lieben, weshalb sie nicht einmal vor der Denunziation ihrer Eltern zurückschrecken.
    Die Gesellschaft Oceanias besteht aus drei Schichten, den Mitgliedern der Inner und der Outer Party und den Proletariern. Letztere sind Winstons einzige Hoffnung, dass irgendjemand das System stürzen könnte. Leider handelt es sich bei ihnen lediglich um eine unpolitisch und von der Partei bewusst dumm gehaltene Masse. Trotzdem ist unter ihnen noch am meisten Menschlichkeit zu finden. Die Mitglieder der Outer Party, zu denen auch Winston zählt, fristen eigentlich ein ziemlich freudloses und tristes Dasein, so gibt es zum Beispiel regelmäßig Schwierigkeiten bei der Beschaffung verschiedener Grundgüter. Einzig die Mitglieder der Inner Party dürfen sich an ein bisschen Luxus erfreuen.

    "the object was not to stay alive but to stay human"

    Winston arbeitet im Ministry of Truth, wo er für die beschriebene Überarbeitung der Berichte sorgt, die der Partei nicht mehr gefallen. Obwohl er die Partei hasst, macht ihm die Arbeit Spaß, da zumindest einige Aufgaben ihn intellektuell fordern.
    Schon bevor er sie persönlich kennenlernt, fällt Winston Julia bei der Arbeit im Ministerium auf, zunächst löst ihr Anblick allerdings einiges Unbehagen bei ihm aus und er kann sie nicht ausstehen. Dann übergibt sie ihm eines Tages aus heiterem Himmel eine Nachricht mit dem Inhalt "Ich liebe dich". Im Folgenden beginnen die beiden damit, sich regelmäßig zu treffen, wobei sie dies stets heimlich tun müssen, da die Partei eben außereheliche Liebesbeziehungen verbietet. Die Beziehung zwischen Winston und Julia ist zu Beginn auch nicht von besonderer Emotionalität geprägt, sondern dient hauptsächlich der Befriedigung ihrer sexuellen Triebe, außerdem stellt sie einen Akt des Widerstands gegen die Partei dar. Im Laufe der Geschichte verlieben sie sich dann aber doch noch richtig ineinander.
    Julia ist mit 26 Jahren deutlich jünger als Winston und wird von ihm als schön bzw. körperlich anziehend empfunden. Sie ist im Fiction Department angestellt, wo sie mit den Maschinen arbeitet, die neue Bücher schreiben. Julia hasst ebenfalls die Partei, kritisiert sie, im Gegensatz zu Winston, aber nicht grundsätzlich, sondern nur, wenn durch deren Vorgehen Einfluss auf ihr persönliches Leben genommen wird und macht sich nicht so tiefgründige Gedanken über die Thematik. Ihrer Meinung nach lässt sich an der Situation ohnehin nichts ändern, weshalb sie ihre Energie nicht verschwenden möchte. Nach außen hin tarnt Julia ihre Ansichten durch vermeintlich besonders engagierte Ausführung ihrer parteilichen Pflichten.
    Zu Anfang der Geschichte beginnt Winston damit, einige seiner systemkritischen Gedanken in einem Tagebuch niederzuschreiben.

    "His pen had slid voluptuously over the smooth paper, printing in large neat capitals - DOWN WITH BIG BROTHER [...] over and over again, filling half a page."

    In seiner Wohnung im heruntergekommenen London gibt es einen kleinen Bereich, in dem er sich von seinem "Telescreen" unbeobachtet fühlt; es handelt sich dabei um einen Fernseher, der sich nicht ausschalten lässt und der pausenlos Sendungen ausstrahlt und jede Bewegung und jedes Geräusch der Hausbewohner aufnimmt.
    Über Winstons Vorgesetzten O'Brien, ein Mitglied der Inner Party, nehmen er und Julia Kontakt zu der mysteriösen "Brotherhood" auf, welche die einzige Form des organisierten Widerstands gegen die Partei darstellt.

    Mir hat dieses Buch äußerst gut gefallen, da ich es sehr faszinierend und spannend fand; ich wollte immer wissen, wie es (mit Winston) weitergeht und ob es ihm und eventuellen Anhängern vielleicht sogar gelingt, die Partei und das System zu stürzen. Manchmal war das ganze aber auch sehr komplex und daher anstrengend zu lesen. Am meisten hat sich für mich der Teil gezogen, in welchem ein Auszug aus "dem Buch" (THE BOOK) der Brotherhood abgedruckt ist, das Winston liest. Dieser Teil zog sich über etwa 40 Seiten, er wirkte sehr theoretisch und mit der Geschichte ging es währenddessen überhaupt nicht voran. Er enthält außerdem sehr viele Wiederholungen von Gedanken, die Winston vorher schon gehabt hatte.
    Als Protagonist war Winston mir sehr sympathisch. Er scheint zunächst kein Held im klassischen Sinn zu sein, sondern eher mittelmäßig, jedoch fand ich es wirklich bewundernswert, dass er seine kritischen Gedanken trotz der widrigen Umstände nicht aufgibt, was sicherlich einfacher gewesen wäre. Die Wandlung, die er gegen Ende der Geschichte mitmacht, war für mich deprimierend, dafür aber sehr realistisch. Auch sonst fand ich das Ende des Buches wirklich gut gemacht. Von Anfang an rechnet Winston jeden Moment damit, aufzufliegen und gefasst zu werden.
    Julia erschien mir ebenfalls als eine interessante Figur, wenngleich ich sie aufgrund ihrer eher ignoranten und weniger idealistischen bzw. prinzipientreuen Haltung weniger mochte als Winston.
    Weiterhin hat mir gefallen, wie sich einige Aspekte in "1984" auf die Schrecken von Orwells Zeit, der selbst entschiedener Gegner des Totalitarismus war, beziehen. Zum Beispiel erinnerten mich die Organisationen "The Spies" und "Youth League" für Kinder und Jugendliche an die Hitlerjugend im nationalsozialistischen Deutschland. Das gleiche gilt für die fehlende Bereitschaft der Bevölkerung Oceanias, sich gegen das politische System aufzulehnen aus Angst vor der schrecklichen Bestrafung.

    Eine starke und schaurige Dystopie, in der Orwell eine düstere und kalte Welt kreiert, die den Leser mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt. Wenigstens kann man davon ausgehen, dass das meiste von dem, was in Oceania geschieht, wohl zumindest praktisch niemals umsetzbar wäre.

    "You were the dead, theirs was the future. But you could share in that future if you kept alive the mind as they kept alive the body, and passed on the secret doctrine that two plus two make four."

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    ThomasMajhenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Düster, bedrückend, deprimierend, fesselnd
    Ein Meilenstein

    Ich habe das Buch als eBook gelesen, nicht die hier abgebildete Printausgabe. Die Formatierung war eine Katastrophe, kein Inhaltsverzeichnis, falsche oder sogar fehlende Interpunktion, auseinander gerissene Sätze. Aber die Qualität des eBooks möchte ich hier nicht bewerten, sondern den Roman als solchen.

    Das Buch malt eine düstere Zukunftsvision (aus damaliger Sicht) eines totalen Überwachungsstaates, die auch heute noch durchaus vorstellbar wäre. Nicht umsonst wird Orwell immer wieder aufs Neue zitiert, wenn es um Fragen des Datenschutzes und persönlicher Freiheiten geht. Die Sprache des Romans ist einfach und lässt sich flüssig lesen. Gleichzeitig fesselt die Geschichte, die einen permanent in einen bedrückten, schon beinahe deprimierten Dämmerzustand versetzt. Ich habe das Buch in zwei und einem halben Tag durchgelesen, am Ende fühlte ich mich wirklich ein wenig niedergeschlagen. Wenn das ein Autor schafft - wow!

    Meiner Meinung nach sollte Orwells 1984 schon in der Schule durchgenommen werden.

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    Marysol14vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: [5/5] Ein schwieriges und beklemmendes Buch, dass erschreckend realistisch ist und mich noch lange beschäftigen wird...
    Erschreckend realistisch

    Eigentlich "nur" Schullektüre... und dann doch zu einem Buch geworden, zu dem ich mich äußern muss und möchte.


    Zur vollständigen Rezension: http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/02/nineteen-eighty-four.html

    Okay, der deutsche Klappentext ist echt dürftig. Daher mal kurz in eigenen Worten: Im London der Zukunft herrscht Armut und Krieg. Gegen wen, dass weiß keiner so genau. Auch Winston und Julia, die Hauptprotagonisten, Angehörige der "Mittelschicht" nicht. Sie wissen aber, dass in ihrem total überwachten Leben ohne Freiheit schon der Gedanke an Rebellion tödlich sein kann. Denn er, Big Brother, sieht und hört alles. Offen das System kritisieren kommt also nicht in Frage, doch als sie Kontakt zu einem der Mitglieder der Widerstandsgruppe um Goldstein bekommen, scheint sich alles zum Guten zu wenden...

    Nicht. Natürlich nicht. Dieses Buch ist Gesellschaftskritik pur. Romantik und Happy- End passen da nicht, denn auch in unserer Gesellschaft, die Orwells Zukunftsvision zu verblüffend und erschreckend ähnlich ist, gibt es für viele kein gutes Ende. Umso beklemmender die Geschichte, denn auch wenn die Charaktere weder sympathisch noch heroisch sind und nicht mal viel tun, so realistisch ist das Bild doch. Unterdrückung, Manipulierung und Gewalt, sowohl auf psychischer und physischer Ebene. Und selten ist das Thema digitaler Überwachung so aktuell wie heutzutage. Nicht umsonst ist "Big Brother" zum Bonmot geworden. Der Bundesnachrichtendienst hat übrigens den diesjährigen BigBrother- Award für sein Lebenswerk bekommen, nur mal so am Rande.

    Dieses Buch ist nicht schön, vielleicht nicht mal spannend und ganz sicher keine leichte Lektüre. Aber es ist brilliant und stimmt nachdenklich. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, wie berechenbar die Natur des Menschen und sein fehlendes politisches Engagement zu sein scheint, wenn wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg ein erschreckend realistisches Bild unserer Welt im 21. Jahrhundert gezeichnet werden konnte.

    Mich haben besonders die Auszüge aus dem Buch der Widerstandsgruppen fasziniert, da sie das durchaus ambivalente Denken und Handeln der höchsten politischen Ebene erklären und aufdecken. Gerne hätte ich da das letzte Kapitel noch gelesen ^^

    Obwohl als Pflichtbuch gelesen und vor allem analysiert, möchte ich doch noch kurz auf die typischen Kriterien eingehen. Der Schreibstil ist recht gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig unglaublich real. Man kann als Leser den dreck, die Kälte und die Bombendetonationen förmlich spüren. Spannung wird nicht so sehr durch die eigentlich Handlung aufgebaut, viel eher durch das Konstrukt, die Zukunftsvision. Man möchte einfach wissen, was Orwell noch so im Petto seiner Imagination  hat.

     

     

    Fazit:

    Ein schwieriges und beklemmendes Buch, dass erschreckend realistisch ist und mich noch lange beschäftigen wird...


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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    Big Brother is watching you

    Winston Smith weiß das und obwohl er im Sinne der Parolen erzogen wurde weiß er auch, dass etwas nicht stimmt und er beginnt gegen das System zu rebellieren.

    Die von Orwell erschaffene Atmosphäre im Buch ist beklemmend und erinnert an "Schöne neue Welt". Ein Überwachungsstaat und wie er funktioniert - bis zuletzt, aber die Hoffnung auf Winstons Sieg bleibt. So stellt man sich unweigerlich die Frage: gibt es einen Ausweg?

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    fastreaders avatar
    fastreadervor 4 Jahren
    Fantastisches Buch

    Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich bald die Gelegenheit bekomme, das Theater dazu zu sehen. Da ich sowieso gerade Englisch lerne, habe ich beschlossen, es im Original zu lesen und das nicht bereut.
    Das Buch ist toll geschrieben, und macht alles beängstigend real. Es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, ob eine Gesellschaft, wie sie in dem Buch beschreiben wird, tatsächlich möglich sein könnte.
    Zwischendurch gibt es Passagen, die ein wenig in die Länge gezogen sind, wie z.b. das Buch, das Winston liest, aber sonst ist es genial.

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    MarkusDittrichs avatar
    MarkusDittrichvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Mein Lieblingsbuch.
    Orwells Vermächtnis: Bitte selbst denken!

    Dieser Roman ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Romane der Zwanzigsten Jahrhunderts. Orwells Zukunftsvision hat keinen Deut an Schrecken verloren, auch wenn das sogenannte „Orwell-Jahr“ inzwischen dreißig Jahre hinter uns liegt.

    Die Geschichte spielt in einem totalitären Staat, in dem die Tyrannei so umfassend ist, dass nicht nur die Handlungen, sondern vor allem die Gedanken der Menschen 24 Stunden am Tag kontrolliert und – was noch wichtiger ist – massiv beeinflusst werden. Winston Smith, ein unscheinbarer Typ, der als kleiner Beamter in einem Büro arbeitet, begeht das einzige, das unverzeihliche „Verbrechen“, eigene Gedanken zu denken. Indem er ein Tagebuch führt, sich in die Kollegin Julia verliebt, Kontakte zu „Unpersonen“ aus dem Widerstand sucht, Fragen nach der Vergangenheit und der Wahrheit stellt, führt er den eigenen Untergang herbei. Er kommt in die Mühlen der sogenannten „Gedankenpolizei“, deren erklärtes Ziel ist, jeden Abtrünnigen nicht nur einfach hinzurichten – nicht sofort jedenfalls -, sondern ihm davor so lange unter Folter das Gehirn zu waschen, bis er an seinem eigenen Denken, der eigenen Wahrnehmung, dem eigenen Sein zweifelt.

    Diese Art Story kommt uns bekannt vor. Inzwischen gibt es für diese Art „Science Fiction“ sogar eine Genrebezeichnung – Dystopie – die alle Nase lang durch Rezensionen und Blogs geistert. Gerade in letzter Zeit spielen viele populären Romane in einer Zukunft, die nicht mehr so nett und lustig wie das Star-Trek-Universum ist.

    Aber umgekehrt wird ein Schuh daraus: Orwell ist die Quelle dieser Gattung, sein 1984 war neben Huxleys Schöne Neue Welt die erste Zukunftsvision dieser Art und ist bis heute mit Abstand die Düsterste, denn dieser Roman behandelt nicht nur den äußeren Kampf des Menschen gegen den Staat, sondern dringt bis zum Kern der Finsternis vor, dem Kampf gegen sich selbst. Niemand danach hat jemals den Albtraum einer hypermodernen Diktatur so konsequent zu Ende gedacht.

    Orwell beschreibt einen grauenerregendes Staat, in dem ständig Krieg, Hunger und Mangel herrscht, jedoch nicht aus Notwendigkeit, sondern einzig und allein mit dem Ziel, das „hilflose Vieh“, das Volk also, in Dummheit zu halten. Jeder Mensch wird per „Televisor“ zentral überwacht, aber auch unterhalten; die Sprache wird durch zentrale Order systematisch vereinfacht, ja verarmt (mit jedem Jahr ist das Wörterbuch kleiner) um jeden Widerspruch schon im Keim undenkbar, weil unformulierbar zu machen; die Geschichtsschreibung wird systematisch verfälscht, die Menschen nach Plan aufgehetzt. Fiktive Feindbilder laufen über die Mittagspause per Video-Stream in sogenannten „Hass-Sendungen“, um die Frust und Aggression der Untertanen in Loyalität zum Staat zu verwandeln. Und das alles ist nur der normale Alltag in der Beschreibung. Als Winston Smith in die Mühlen der Gedankenpolizei kommt, zeigt sich erst wirklich der Abgrund hinter diesem System.

    Orwell schrieb dieses Buch praktisch auf dem Totenbett zu Ende; totkrank und nach den Enttäuschungen britischer Linker in der Zeit des Stalinismus offenbar immer noch von der Idee getragen, dass der menschliche Geist wenigstens auf dem Papier - also dem Papier seiner Dichtung - den Sieg über Tyrannei, systematischer Dummheit und Gewalt davontragen könnte.

    Dieses Buch ist ein Muss!

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    Porcelaine87s avatar
    Porcelaine87vor 5 Jahren
    Ein Klassiker mit Gänsehautcharakter

    Wir schreiben das Jahr 1984. Die Welt hat sich verändert. Sämtliche Länder der Erde wurden zu drei riesigen Supermächten zusammengefasst: Ozeanien, Eurasien und Ostasien. Ein ewig andauernder Krieg zwischen ihnen hält die Menschheit fest im Griff. Dabei wissen die Bewohner der „neuen Länder“ meist nicht einmal, gegen welchen Staat gerade Krieg geführt wird. In den politischen Wirren wird der Einzelne von einem totalitären Regime regiert. Alles ist bis ins letzte Detail geregelt und unterliegt einer strengen Überwachung. Persönliche Freiheit, Besitz, ja selbst die Sprache wird vom „Großen Bruder“ vorgegeben. Die Masse wird durch eine zweifelhafte Ideologie beherrscht und entfernt sich immer mehr von dem Sinnbild eines selbstständig denkenden und handelnden Wesens. Zuwiderhandlungen werden sofort bestraft und bedeuten im schlimmsten Fall die vollständige Auslöschung einer Person. Hilfreich dafür sind vor allem die vier großen Ministerien, die vom totalitären Staat kontrolliert werden und für die Umschreibung der Geschichte, für Propaganda oder die Unterdrückung aufständiger Personen verantwortlich sind. In dieser unmündigen Gesellschaft treffen wir den Protagonisten Winston Smith, welcher einen Hauch von Menschlichkeit in sich trägt und getrieben von zahlreichen Fragen, Bedürfnissen und Erinnerungen gegen das Regime rebellieren möchte. Doch wird der revolutionäre Funke überspringen und den Impuls liefern, den Staat in seiner Form niederzuringen?

    George Orwell hat mit seinem Roman „1984“ ein wirklich sehr gutes Buch geschaffen, welches den Leser fesseln als auch abschrecken wird. Gerade in der heutigen Zeit wird der Nerv des Rezipienten, welcher sich tagtäglich mit Spähaffären und dergleichen konfrontiert sieht, sicherlich getroffen werden und das Schreckensbild aus dem Roman prägt sich unbewusst ein. Orwell hat dabei ein meisterliches Geschick bewiesen, indem er den Leser detailliert in die Staatsapparatur einweiht und ihm im gleichen Zug einen realistisch wirkenden Romanhelden an die Seite stellt, welcher die richtigen Fragen aufwirft und auf den Weg in ein menschliches Leben zurückzufinden sucht. Man wird immer tiefer in den Bann des Buches gezogen. Spätestens in dem Abschnitt des Romans, in welchem dem Leser ermöglicht wird, das verboten Buch des Staatsgegners Emmanuel Goldstein zu lesen, wird man sich als heimlicher Verbündeter Winstons im Kampf gegen die Staatsapparatur fühlen. Ein sehr gutes Buch mit einem erschreckenden Ende, das jeder gelesen haben sollte.

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    berensteins avatar
    berensteinvor 5 Jahren
    Ein Buch, das bleibt

    Ein wirklich epochales Werk. Es ist zeitlos und auch heute noch absolut lesenswert, und das nicht alleine nur aufgrund seiner Thematik. Auch die Sprache dieses Buches, klar und präzise, wortmächtig und formvollendet, besticht und begeistert immer noch. Mich zumindest. Es ist ein Klassiker, ein MustRead! und das verdientermaßen.

    1984 ist eine der prägnantesten und wichtigsten Dystopien. Es ist politisch und philosophisch, verliert dadurch aber nicht seinen literarischen Wert. Bei der ersten Lektüre hat mich nicht nur die politische Un-Vision gepackt, sondern gleichermaßen auch die darin beschriebenen menschlichen Beziehungen und der Versuch, durch die Schaffung einer Neusprache das Denken der Menschen zu modifizieren.

    Noch immer faszinieren mich diese Aspekte. Das Buch hat für mich, auch nach mehrmaliger Lektüre, nicht an Kraft verloren. Winston und Julia, die Annäherung der beiden, die Momente der Intimität, der Akt des Verrats; Winstons Arbeit im Ministerium für Wahrheit, seine Beteiligung an der Verfälschung der Wahrheit; die permanente Bedrohungs- und Kriegssituation, das Leben in einem totalitären System. All das und noch viel mehr macht dieses Buch aus, macht es zu Orwells Meisterstück.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Ein Must-Read für jeden.

    Wow, ich bin immer noch sprachlos. Nachdem ich sehr viele positive Stimmen über George Orwell und seine Werke gehört hatte, musste ich einfach selbst probieren und mich überzeugen. Was soll ich sagen, ich bin überzeugt! So sehr sogar, dass ich gleich seine ganzen anderen Werke auf meine Wunschliste gesetzt habe.

    "1984" ist ein Meisterwerk, was jeder gelesen haben sollte. Ich mochte schon vorher Dystopien, allerdings habe ich sie bisher nur im Jugendbuch-Format erlebt. Aber diese Dystopie übertrifft alles. Vielleicht bin ich auch nur so begeistert, weil ich die ganzen politischen Geschehnisse als Politikwissenschaftsstudentin so faszinierend finde. Das ist ein fünf Sterne Buch ohne gleichen, aus dem man sehr viel lernen kann und das zum Nachdenken anregt.

    Der Protagonist Winston ist weder sehr sympathisch, noch unsympathisch. Er existiert in einer Welt, welche durch die Partei etabliert wurde. Big Brother is watching you. Allgegenwärtig muss man mit Überwachung rechnen und das Weltbild der Partei wird einen schon von Kindesbeinen an indoktriniert. Jeder, der auch nur unorthodoxe Gedanken hat, wird ausgeschalten als ob er nie existiert hätte. Allerdings beginnt heimlich Winston Dinge zu hinterfragen, verstärkt wird dies als er Julia trifft, der es ähnlich ergeht. Doch dieses Unterfangen bleibt nicht gefahrenlos.

    Man kann gar nicht anders als sich zu fragen, was hätte ich gemacht? Wäre ich wirklich so anders? Auch sind die ganzen politischen Parallelen zur realen Welt äußerst interessant, vor allem vor dem Hintergrund, dass das Buch schon 1949 veröffentlicht wurde. Ich kann nur sagen, dass ich froh bin dieses Buch endlich gelesen zu haben.

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    spreek9s avatar
    spreek9vor 5 Jahren
    Meisterwerk!

    Schulzeit. 1984. Lesen. Bloß nicht! Wurde mir in Schulzeiten die unglaubliche Tiefe und Tragweite dieses Buches nicht bewusst, lese ich es heute immer wieder sehr gerne. Was ich damals kaum oder nur sehr bruchstückhaft interpretieren konnte lässt, gerade in Verbindung mit unserer heutigen, stark digitalen und vernetzten Welt, immer wieder Raum für neue und eigene Interpretation. Gleichermaßen ein unglaublich fesselnder aber auch verstörender Roman über Totalitarismus und die Gefahren die dieser in sich birgt. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    miekens avatar
    Ich versuchs jetzt mal mit einem Thread :)

    Es gibt keine Bücher zu gewinnen!
    Wir wollen das Buch im Rahmen einer Subabbau-Leserunde lesen
    Es darf aber gerne jeder mitlesen, sofern er sich das Buch besorgt..

    Leserundenbeginn: 26.01.2014
    Queenelyzas avatar
    Letzter Beitrag von  Queenelyzavor 5 Jahren
    Zur Leserunde
    L
    Porträtiert George Orwells 1984 die Welt der Zukunft? Hat er recht, wenn er so unsere Gesellschaft beschreibt? Oder hat unsere Gesellschaft bereits heute solche Züge angenommen?
    Zum Thema

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