George Pelecanos Hard Revolution

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Inhaltsangabe zu „Hard Revolution“ von George Pelecanos

Washington, D. C., 1968: Der junge schwarze Polizist Derek Strange fährt bei der Metropolitan Police mit seinem weißen Partner Streife, während sich die Atmosphäre in der Stadt immer weiter aufheizt: die Bürgerrechtsbewegung und der Marsch der Armen, die traumatisierten Rückkehrer aus Vietnam, Sex, Soul, Drogen, Morde, Unruhen und Rassismus. Inmitten dieser explosiven Gemengelage entspinnt sich ein tödliches Drama: Drei Weiße planen einen Banküberfall und ermorden einen Schwarzen, auch Dereks Bruder Dennis wird umgebracht – und in Memphis wird ein Attentat auf Martin Luther King verübt. Für Derek Strange, seine Freunde und seine Feinde ist nichts wie zuvor. Wer ist gut, wer böse – und wem kann man noch vertrauen? Die alten Kategorien gelten nicht mehr, die Welt ist komplex geworden. Und die Revolution hat gerade erst begonnen ...

1968, Kriminalfall eingebettet in die Rassenunruhe in Washington, D.C., ein intensives Zeitporträt!

— Mira20
Mira20

Besonders Interesse gewann ich an dem Verhältnis der beiden Polizisten Derek Strange (farbig) und Troy Peters (weiß).

— detlef_knut
detlef_knut

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Gray

Obwohl es sich hierbei um einen Kriminalroman handelt, ist dieses Buch doch überraschend lustig.

Leseratte18

Schockfrost

Genial und hyperspannend! Macht Lust auf mehr.

stzemp

Ich soll nicht lügen

Sehr packend, man rätselt bis zum Ende, wer nun die Wahrheit sagt und wer lügt. Jedoch mir ein bisschen zu verworren.

Steffinitiv

Der Totensucher

Spannend ohne Längen mit sympathischen Protagonisten. Für meinen Geschmack etwas zu actionbeladen, dennoch klare Leseempfehlung

antonmaria

Kalter Schnitt

Durchweg spannend!

Kathleen1974

Spectrum

Ungewöhnliche Charaktere, vielschichtige Handlung, spannend bis zum Schluss - mir hat es sehr gut gefallen.

miah

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  • Ein Stück amerikanische Zeitgeschichte!

    Hard Revolution
    Mira20

    Mira20

    08. September 2017 um 07:39

    Dieses Buch ist vieles aber ganz bestimmt nichts für zwischendurch. Der Roman verlangt die höchste Aufmerksamkeit des Lesers. Belohnt wird man aber durch ein farbiges Zeitporträts von Amerikas Hauptstadt Washington, D.C., 1968.Nur wenige schwarze Polizisten arbeiten bei der Polizei. Sie müssen sich vieles gefallen lassen, sowohl von ihren weissen Kollegen wie auch von ihren schwarzen Mitbürgern, die gerade die Polizei als Mittel der Unterdrückung gegen die schwarze Bevölkerung empfinden. Trotzdem glauben sie an die Veränderungen, die sich in Amerika rund um die Bewegung von Martin Luther King ankündigen. So gehört auch der junge Derek Strange zu dieser Minderheit. Gemeinsam mit seinem weissen Partner fährt er Streife und gerät so auch in diverse Konflikte, von dem einer auch direkt seine Familie betreffen wird.Wortgewaltig und detailgetreu beschwört der Autor eine vergangene Zeit herauf. Gerade das ausgeprägte Eigenleben der Protagonisten hauchen der Stadt Leben ein. Der Leser fühlt die Diskriminierungen, den Rassismus, dem die Schwarzen ausgesetzt sind. Die Eskalation, der Ausbruch der Unruhen mit dem Tod von Martin Luther King, ist gleichzeitig auch der Höhepunkt der Kriminalfälle des Romans. Diese Inszenierung ist dem Autor gelungen.Weder ein leichter noch ein klassischer Krimi erwartet den Leser. Immer bin ich in Gefahr gelaufen den roten Faden zu verlieren. Dem Autor genügt es nicht, einen spannenden Krimi in einer umwälzenden Zeit zu erzählen. Er will, dass der Leser die Vergangenheit fühlt und versteht wie die Umstände auch „Bösewichte“ und Absteiger geformt hat. Nicht jeder erhält eine Chance im Leben!Mich hat das Buch in seiner Fülle beeindruckt. Allerdings empfand ich die Lektüre als anstrengend. Die erste Hälfte des Buches widmet sich ganz der Vorgeschichte. Die ist interessant und dramatisch. Viele Namen tauchen auf und verschwinden dann auch wieder. So musste ich oft vor- und zurückblättern. Zum Ende hin gewinnt das Buch an Tempo und wird auch richtig spannend.Sprachlich und auch der Thematik wegen ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen! Man sollte aber eher eine ruhigere Umgebung und ein paar Stunden am Stück zum Lesen haben.

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  • Stimmt einen nachdenklich

    Hard Revolution
    Gwee

    Gwee

    03. August 2017 um 18:29

    Meinung:Dieser Roman steckt voller gesellschaftskritischer Themen, die einem teilweise direkt auf die Nase gedrückt werden, teilweise aber auch ganz diskret eingebaut wurden. Das liegt vor allem am zeitlichen Setting der Geschichte, die nun einmal in den 60ern Amerikas spielt und das kommt nicht von ungefähr: Denn Martin Luther King hat hier eine ganz besondere Bedeutung. In diesem Buch soll verdeutlicht werden, wie es damals war als Schwarzer in den USA zu leben, wie es für Schwarze war und wie für Weiße. Dieser Konflikt steht dabei im Mittelpunkt, aber es kommen noch so viele kleine Dinge hinzu wie auch das Verhältnis von Mann und Frau. Perspektivträger gibt es hier mehrere und so verfolgt man nicht nur Dereks Lebensweg, sondern auch den von seinen Mitmenschen. Das Tempo ist dabei eher gemächlich. Zunächst erlebt man einen Ausschnitt aus Dereks Jugend, um dann in sein erwachsenes Leben einzutauchen. Obwohl alles sehr ruhig ist, baut sich durchaus Spannung und Leselust auf. Der Schreibstil ist zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig und es gibt einige Ausdrücke, die altmodisch wiedergegeben werden, aber insgesamt liest sich der Roman trotzdem gut und es fällt leicht, sich in die einzelnen Charaktere hineinzuversetzen, auch wenn man sie manchmal ohrfeigen möchte. Wie bei einem typischen Kriminalroman kommen die Zusammenhänge erst nach und nach raus und schließlich fügt sich dann auch alles. Das Ende hat gut gepasst. Gerade die Art, das Thema anzugehen, war sehr interessant. Ursprünglich stand ich dem Roman eher skeptisch gegenüber, aber er konnte mich dann doch von sich überzeugen.Fazit:„Hard Revolution“ ist nicht nur ein simpler Kriminalroman, ganz im Gegenteil – hier vereint sich eine undurchsichtige Kriminalgeschichte mit dem Zeitgeist der 60er Jahre Amerikas und zeigt dabei ein erschütterndes, aber umso eindringlicheres Bild.Inhalt: 4/5Charaktere: 4/5Lesespaß: 4/5Schreibstil: 4/5 Gesamt: 4/5

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  • Nachdrückliche Leseempfehlung!

    Hard Revolution
    Havers

    Havers

    31. July 2017 um 18:08

    Dass für George Pelecanos die literarische Verarbeitung des Alltags in seiner Heimatstadt Washington schon immer ein zentrales Thema war und ist, weiß jeder, der seine Romane kennt. Ob das nun die Washington-Trilogie oder die Strange/Quinn-Reihe ist, die Stadt und ihre Bewohner, aber auch die gesellschaftlichen Verhältnisse, bilden immer den Rahmen für die Bücher des Autors. So auch in „Hard Revolution“, im Original bereits 2004 erschienen und nun dankenswerterweise in der deutschen Übersetzung (von Gottfried Röckelein) im Ars Vivendi Verlag veröffentlicht. Die Handlung liegt zeitlich vor der in den drei bereits erschienenen Bänden der Reihe und könnte den Untertitel „Wie er wurde, was er ist“ tragen, wobei es nicht nur um Derek Stranges persönliche Geschichte, sondern auch um die soziokulturellen Veränderungen in Washington geht. Pelecanos erzählt in zwei Zeitebenen, 1959 und 1968: Washingtons Wohnviertel sind nach sozialem Status und Ethnien getrennt. Üblicherweise bleiben die Weißen und die Afroamerikaner man unter sich, Rassismus und Diskriminierung gehört zum Alltag. Wer schwarz ist, hat schon von vornherein schlechte Karten und kann im seltensten Fall seine Träume verwirklichen. Derek Strange ist 1959 zwölf Jahre alt und hat ein Vorbild, Frank Vaughn, einen Polizisten (weiß), in dessen Haushalt seine Mutter als Putzfrau arbeitet. Wie dieser möchte er Polizist werden, für einen schwarzen Jungen nahezu ein unerreichbares Ziel, denn zu dieser Zeit gibt es kaum afroamerikanische Polizisten (ca. 25 % in den Sechzigern). Außerdem ist dieser Berufswunsch für einen Jungen aus seinem Viertel eher ungewöhnlich, sind diese doch meist auf der anderen Seite zu finden. Dass Derek zehn Jahre später von seinen eigenen Leuten als Verräter, als „Onkel Tom“ bezeichnet wird, wenn er in Polizeiuniform mit seinem Partner auf Streife ist, versteht sich fast von selbst. Das Civil Rights Movement gewinnt Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre an Bedeutung, die Wut wächst, die amerikanische Gesellschaft ist noch immer durch Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit gekennzeichnet. Gangs übernehmen ganze Viertel, die Heimkehrer aus dem Vietnamkrieg sind entweder traumatisiert und/oder wenden das auf den Schlachtfeldern erworbene Wissen auf der Straße an. Jeder will sein Stück vom Kuchen, vom amerikanischen Traum. Die Gewalt nimmt zu, Opfer sind auf beiden Seiten zu beklagen. Auch Derek Strange muss das erfahren, als sein Bruder erschossen wird. Und als am 04.04.1968 Dr. Martin Luther King, die Gallionsfigur der Bürgerrechtsbewegung, in Memphis einem Attentat zum Opfer fällt, brennt auch in Washington die Luft. Und nicht nur die. Es sind unzählige Geschichten von „unten“, die George Pelecanos in „Hard Revolution“ hineinpackt und daraus das grandiose Porträt einer Gesellschaft am Scheideweg zeichnet, die aber offenbar aus ihrer Geschichte nichts gelernt hat. Denn dem Civil Rights Movement entspricht heute „Black Lives Matter“, eine Bewegung, die sich gegen gewalttätige Übergriffe engagiert, denen Afroamerikaner tagtäglich ausgesetzt sind. Traurig genug, dass es ausgerechnet die Uniformträger sind, die hier immer wieder durch brachiale Gewalt und vorschnellen Schusswaffeneinsatz auffallen. „Hard Revolution“ ist weit mehr als ein Kriminalroman, es ist ein höchst politisches Buch, ein soziokulturelles Porträt der Hauptstadt der Vereinigten Staaten der fünfziger und sechziger Jahre, sehr lebendig und authentisch erzählt. Und mit sehr viel Zeitkolorit durch die Einarbeitung von Filmtiteln, Automarken und jeder Menge Musik in die Story. Nachdrückliche Leseempfehlung!

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  • Die Annäherung zweier Polizisten zu lesen, macht allein schon den Roman lesenswert.

    Hard Revolution
    detlef_knut

    detlef_knut

    25. July 2017 um 08:53

    Beinahe möchte man diesen Roman schon als historischen Roman einordnen. Dabei liegt die Zeit der Handlung, 1959 und 1968, gar nicht so lange zurück. Dennoch nimmt er historische Ereignisse auf, beleuchtet sie auf interessante Weise aus verschiedenen Blickwinkeln. Thema ist der Rassismus gegen die farbige Bevölkerung in den USA. Während der ersten Handlungszeit 1959 werden mehrere Figuren vorgestellt, als sie noch Kinder waren. Es bilden sich Freundschaften, es gibt erste Rangeleien. Die Freundschaften verlaufen über Familien unterschiedlichster Herkunft. In Washington gibt es Viertel für Farbige, für Griechen, für Juden, für Italiener. Jede Gruppe bleibt eigentlich unter sich, doch in der Schule mischt sich einiges und die Freundschaften erstrecken sich über diese Gruppen hinweg. Zehn Jahre später sind aus den Kindern junge Erwachsene geworden. Einige von ihnen haben einen "vernünftigen" Job, andere einen Aushilfsjob nur zum Geldverdienen. Einige waren bereits in Vietnam, haben dort Gehorsam und Töten gelernt, andere sind aus Vietnam nicht zurückgekehrt. 1968 ist ein Jahr der großen Unruhen in den USA. Die Afroamerikaner jubeln dem Menschenrechtler Dr. Martin Luther King zu. So wie im ganzen Land toben die immensen Unruhen in Washington. Pelecanos beschreibt den brodelnden Kessel in all seinen Details und hauptsächlich über die Figuren und ihre Beziehung zueinander. Dreck, Schmutz, Freundschaft, Ehre und Gangs spürt der Leser unmittelbar. Drogen und vor allem Musik des Labels Motown liegen stets in der Luft. Mit sehr vielen alltäglichen Ereignissen, wie die Musiktitel, die Sänger, aber auch Fernsehserien, versucht der Autor den Leser mit Erinnerungsstücken in die damalige Zeit zu versetzen. Viele Stränge sorgen für Spannung, stets ist man gefordert, um zu erfahren, welche Gang, welche Leute gerade etwas aushecken wollen. Besonders Interesse gewann ich an dem Verhältnis der beiden Polizisten Derek Strange (farbig) und Troy Peters (weiß). Über alle Seiten des zweiten Teils hinweg Ihre Annäherung zu lesen, macht allein schon den Roman lesenswert. Gar nicht gefallen hat mir im Gegenteil im ersten Teil des Romans die Anzahl der eingeführten Figuren, die alle mit Namen und einer Biographie versehen wurden, selbst kleinste Nebenfiguren. Im zweiten Teil ist dann die Fluktuation geringer und man weiß, wer zu wem gehört, um wen es sich handelt und in welchem Stang jeder mitspielt. Heutige TV-Serien und Nachrichten aus den USA zeigen leider immer noch, dass es in der amerikanischen Gesellschaft kaum einen Unterschied zu der damaligen gibt. © Detlef Knut, Düsseldorf 2017

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