George R. R. Martin A Storm of Swords

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Inhaltsangabe zu „A Storm of Swords“ von George R. R. Martin

HBOs hit series A GAME OF THRONES is based on George R R Martins internationally bestselling series A SONG OF ICE AND FIRE, the greatest fantasy epic of the modern age. A STORM OF SWORDS is the third volume in the series. A beautifully presented slipcased edition of A STORM OF SWORDS.

George R. R. Martin verdient den Thron der Fantasy-Autoren

— Dreamcatcher13
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Suchtfaktor!

— mona_lisas_laecheln
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Eine lange, wunderbare, fesselnde, spannende und teilweise Leser-Herz-Zerstörende Reise ist vorbei... Wahnsinn!!

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  • Rezension zu "A Storm of Swords" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    Darcy

    Darcy

    11. July 2017 um 17:58

    Achtung, diese Rezension enthält Spoiler für diejenigen, die noch nicht "A Game of Thrones" und "A Clash of Kings", die ersten beiden Teile der Reihe, gelesen haben! “It was the first time she had been outside the city since the battle. The dead had been burned or buried, but the Mud Gate was scarred and splintered where Lord Stannis’ rams had battered it, and the hulls of smashed ships could be seen along both sides of the Blackwater, charred masts poking from the shallows like gaunt black fingers. […] When they reached the kingswood they found a wilderness of ash and charcoal and dead trees.”   Noch immer herrscht Krieg in den Sieben Königreichen zwischen den verschiedenen Anwärtern auf den Eisernen Thron. Große Teile des Landes liegen zerstört und verlassen da und besonders das einfache Volk leidet unter dem allgemeinen Chaos und der Ungewissheit. Die Mitglieder der Familie Stark sind immer weiter über das ganze Land verstreut und wissen so gut wie nichts über den Verbleib der anderen und wer von ihnen überhaupt noch am Leben ist. Zu Beginn des Buches befindet sich Catelyn Stark mit ihrem ältesten Sohn Robb auf Riverrrun, dem Wohnsitz der Tullys, wo sie die letzten Tage an der Seite ihres sterbenden Vaters verbringen will. Ihre jüngste Tochter Arya ist auf dem Weg dorthin, nachdem sie aus Kings Landing geflohen ist, wo ihre Schwester Sansa noch immer gefangen gehalten wird. Unterdessen verlässt Bran, ihr jüngerer Bruder, Winterfell, den zerstörten Wohnsitz der Familie, mit seinen neuen Freunden Meera und Jojen Reed, seinem Wolf Summer und dem einstigen Stallburschen Hodor. Sie machen sich auf in Richtung der gewaltigen Mauer, die die Sieben Königreiche im hohen Norden von der dahinterliegenden Wildnis abgrenzt und vor den dort lauernden Gefahren beschützt. Bran hofft dort Antworten zu finden, nachdem er entdeckt hat, dass er ein Gestaltwandler ist. Jon Snow, der uneheliche Sohn des verstorbenen Lord Eddard Stark und Soldat der Nachtwache, hat sich um zu überleben nach einem Kampf unter eine Gruppe Wilder gemischt, die sich von jenseits der Mauer auf dem Weg in Richtung der Sieben Königreiche befindet. Er gibt vor sich ihnen anschließen zu wollen, wobei er in Wahrheit auf eine Gelegenheit wartet zu verschwinden, um seine Brüder der Nachtwache vor der drohenden Gefahr zu warnen. Jedoch gerät sein Entschluss ins Wanken, als er sich in die Wilde Ygritte verliebt.   Der dritte Teil der Reihe „A Song of Ice and Fire“ hat mir bisher mit Abstand am besten gefallen. Die Bücher sind aufgrund der mittelalterlich anmutenden Sprache und der vielen Gewalt zwar keine leichte Kost und ziemlich komplex, dennoch fand ich dieses sehr spannend, vor allem kam es zu einigen unerwarteten und teils schockierenden Wendungen (was ich zuvor in Anbetracht des Umfangs der Bücher etwas vermisst hatte). Auch sind einige Figuren, die ich sehr lieb gewonnen hatte, oder die zumindest bisher eine wichtige Rolle gespielt hatten, gestorben.   “Kings are falling like leaves this autumn.”   Wieder einmal fand ich es erstaunlich, wie ich beim Lesen für fast alle Figuren Sympathie aufbringen konnte, obwohl sie sich alle untereinander bekämpfen, während einige wenige – so Lord Tywin Lannister, seine Tochter Königin Cersei und die unheimliche und fanatische Zauberin Melissandre – als Bösewichte dastehen. Dies gelingt dem Autor vor allem dadurch, dass die Geschichte wie gewohnt aus der Sicht diverser Figuren geschildert wird, wobei ich es erfrischend fand, dass in diesem Band auch ein paar neue zu Wort kommen. Erstaunlich war die positive Entwicklung von Jaime Lannister, Cerseis Bruder, der bisher noch nicht oft persönlich aufgetreten war. Nachdem er von den Tullys gefangen genommen wurde, befiehlt Lady Catelyn Stark heimlich dem weiblichen Ritter Brienne ihn nach Kings Landing zu bringen, um ihn gegen ihre Töchter einzutauschen. Während Brienne und Jaime zunächst nichts als Verachtung für einander empfinden, kommen sie sich auf ihrer langen und turbulenten Reise durch das Land nach und nach näher, was ich ziemlich amüsant fand, besonders, da sie es sich nicht offen eingestehen. Beeindruckt war ich außerdem von Samwell Tarly, Jons Freund bei der Nachtwache, der ursprünglich ein ziemlicher Feigling war, es mittlerweile aber schafft mutig für seine Freunde und die Dinge, an die er glaubt, einzustehen. Tyrion Lannister, der Bruder von Cersei und Jaime, bleibt aufgrund seines Humors und seiner Wortgewandtheit eine meiner Lieblingsfiguren, jedoch ereilte ihn in diesem Band sehr viel Leid und Ungerechtigkeit. Lady Catelyn Stark dagegen, die ich zuletzt wegen ihres Einsatzes für ihre Familie und ihres Durchsetzungsvermögens in einer von Männern dominierten Welt sehr bewundert hatte, ging mir wegen ihrer vielen dramatischen Äußerungen manchmal etwas auf die Nerven. Ich warte weiterhin gespannt darauf, dass Daenerys Targaryen mit ihrer Streitmacht die Sieben Königreiche erreicht, wo sie als Tochter des toten Königs Aerys ebenfalls Anspruch auf den Thron erhebt; ich hatte erwartet, dass es noch in diesem Band dazu kommt. Ich finde es nach wie vor bewundernswert, wie sie es als junges Mädchen schafft ein ganzes Volk zu regieren, und dass sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, in den Städten, die auf ihrem Weg liegen, alle Sklaven zu befreien, wenngleich dies oft nur durch blutige Kämpfe erreicht werden kann.   Alles in allem war dieser bisher mein Lieblingsband der Reihe und ich freue mich auf den nächsten. Es ist viel Unerwartetes passiert, einige wichtige Figuren mussten ihr Leben lassen, während sich andere auf beeindruckende Weise weiterentwickelt haben oder auch sich selbst treu geblieben sind.   “The world grows a little darker every day.”

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  • Überwältigend

    A Storm of Swords
    Wortmagie

    Wortmagie

    26. October 2016 um 11:05

    Meine Ausgabe von „A Storm of Swords“, der dritte Band der Reihe „A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin, umfasst 1177 Seiten. Das gute Stück hat die Ausmaße eines soliden Ziegelsteins und ist inhaltlich so vollgepackt, dass ich beschlossen habe, meine üblichen Zeichenrichtlinien zum Schreiben einer Rezension ausnahmsweise in den Wind zu schießen. Es ist mir egal, ob dann keiner mehr Lust hat, meine Ausführungen zu lesen, denn letztendlich dienen meine Rezensionen nicht nur dazu, euch einen Eindruck eines Buches zu verschaffen, sondern sollen auch mir helfen, mit einer Geschichte abzuschließen. Ich habe sehr viel zu „A Storm of Swords“ zu sagen und da ich der Meinung bin, dass jeder dieser Gedanken wichtig ist (ja, ich bin so arrogant), werde ich mir selbst die Möglichkeit verschaffen, jeden einzelnen aufzuschreiben, solange es kein Spoiler ist. Bringt Sitzfleisch mit, lehnt euch zurück und genießt. Der Krieg der Häuser forderte erste Opfer. Renly Baratheon ist tot; sein Bruder Stannis gedemütigt und geschlagen in der vernichtenden Niederlage gegen König Jeoffrey. Nun verfügt einzig Robb Stark als König des Nordens über die nötige Truppenstärke, um den Lannisters und ihren Verbündeten im Feld die Stirn zu bieten. Doch Kriege werden nicht allein durch Schlachten entschieden. In King’s Landing begreift Sansa Stark, dass sie ihren Feinden ohne Freunde schutzlos ausgeliefert ist. Lediglich ihr Titel hält sie am Leben, eine Lektion, die ihrer Schwester ebenfalls aufgezwungen wird. Arya Stark versucht, sich auf eigene Faust zu ihrer Mutter und ihrem Bruder in Riverrun durchzuschlagen, wird jedoch von den unberechenbaren Strömungen des Krieges erfasst und als Geisel gefangen genommen. Währenddessen kämpft ihr Halbbruder Jon Snow mit den Konsequenzen des letzten Befehls von Qhorin Halfhand. Die Wildlinge trauen ihm nicht und stellen seine Schwüre auf die Probe. Er muss einen Weg finden, so schnell wie möglich unauffällig zu entkommen, um der Nachtwache von seinen Beobachtungen zu berichten und seine Brüder zu warnen, bevor die Wildlinge ihren Angriff auf die Mauer und das Reich beginnen. Einen Angriff plant auch Daenerys Targaryen. Weit entfernt von Westeros versammelt sie eine Streitmacht, um ihr Geburtsrecht auf den Eisernen Thron einzufordern. Allianzen und Vereinbarungen schmieden die Bande zum Sieg – wer sie bricht, riskiert alles. In dieser Rezension möchte ich all die Lobhudelei auf George R.R. Martin beiseitelassen. Ich habe bereits in den Rezensionen der vorangegangenen Bände ausreichend beschrieben, wie begeistert ich von seinem Worldbuilding, seinem Schreibstil und seiner Charakterkonstruktion bin. Er ist brillant. Daran gibt es nichts zu rütteln und „A Storm of Swords“ erhält nicht grundlos volle 5 Sterne von mir. Ich möchte vermeiden, mich ständig zu wiederholen. Stattdessen habe ich entschieden, diesen Rahmen zu nutzen, um euch an meinen Gedanken zu den inhaltlichen Entwicklungen dieses dritten Bandes teilhaben zu lassen. Vor allem möchte ich das erste Mal über eine Figur schreiben, über die ich bisher noch kein Wort verloren habe. Ich möchte über Daenerys Targaryen philosophieren. Ich habe lange über Dany nachgedacht. Ich habe überlegt, was sie von den anderen Charakteren der Reihe „A Song of Ice and Fire“ unterscheidet und warum sie trotz ihrer fragwürdigen Abstammung so furchtbar sympathisch ist. Die Antwort ist überraschend simpel: Dany ist sympathisch, weil sie ein guter Mensch ist. Keine lebensverändernde Erkenntnis, was? Banal. Offensichtlich. Naheliegend. Nun, die Tatsache an sich würde sie kaum hervorheben, schließlich kann wohl niemand bestreiten, dass sich auch Westeros durchaus gute Menschen tummeln. Danys Vorteil und ihr Alleinstellungsmerkmal sind in ihrer Isolation begründet. Seht ihr, die Familien in Westeros sind vorbelastet. Sie können keine einzige Entscheidung aus dem Herzen oder dem Bauch heraus treffen. Sie können ja noch nicht einmal danach entscheiden, was richtig und falsch ist, weil diese Worte über die Jahrhunderte und schwelenden Konflikte hinweg für die Häuser ihre Bedeutung verloren haben. Meiner Ansicht nach ist die Perspektive der Häuser verschoben. Sie sind so auf ihre kleinlichen Fehden konzentriert, dass sie aus den Augen verloren haben, wo ihre Prioritäten liegen sollten. Es sollte niemals ihr Ziel sein, sich gegenseitig auszulöschen. Ihr Ziel sollte sein, das Beste für die Menschen zu erreichen, für die sie Verantwortung tragen: ihr Volk. Sie zwingen sich gegenseitig in einen tödlichen Tanz, der niemals enden kann und stets auf den Rücken der kleinen Leute ausgetragen wird. Wessen Felder werden verbrannt? Wessen Dörfer geplündert? Leider spielen diese sehr realen Verluste für die Mächtigen in Westeros nur auf dem Papier eine Rolle, als Symbol ihrer Herrschaft. Niemand vergießt eine Träne für den Bauern, dessen Frau vergewaltigt und zu Tode gefoltert wird. Dany hingegen… Dany ist nicht nur ein guter Mensch, sie handelt auch entsprechend. Sie hat ein Herz für die Schwachen; ihre Verbindung zu ihnen ist echt und voller Leidenschaft. In „A Storm of Swords“ beginnt sie einen Kampf gegen die Sklaverei, der deutlicher Ausdruck ihrer moralischen Überzeugungen ist. Sie kann es sich leisten, nach Ethik und Moral zu agieren, weil sie keine Familie hat, der sie Rechenschaft schuldig ist oder deren Befindlichkeiten sie respektieren muss. Sie ist autonom. All die Ketten, die die Starks, Lannisters, Tullys usw. fesseln, greifen bei ihr nicht. Ich halte sie für eine gute Königin, weil sie wirklich das Beste für ihr Volk anstrebt und dafür bereit ist, selbst Opfer zu bringen. Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich ihr zurufen, sich von Westeros fernzuhalten. Ich mache mir Sorgen, dass die festgefahrene Situation auf dem Kontinent ihr edles Wesen verdirbt. Sie hat keine Vorstellung davon, worauf sie sich einlässt, welche Schlangengrube sie dort erwartet. Betrachten wir doch mal, mit wem Dany es zu tun bekommen wird, wenn sie Westeros eines Tages erreicht. George R.R. Martin präsentiert seinen Leser_innen in „A Storm of Swords“ eine neue Perspektive, er schildert die Ereignisse unter anderem aus der Sicht von Jaime Lannister. Von außen betrachtet hat Jaime alles, was man sich nur wünschen kann: er sieht gut aus, er gehört zu einer reichen und mächtigen Familie, er hat einen prestigeträchtigen Posten als Mitglied der Königswache und eine beachtliche Reputation als Kämpfer und Soldat. Und doch ist Jaime nicht glücklich. Er trägt zwar eine Arroganz zur Schau, die ihresgleichen sucht, aber ich halte diese für Fassade. Er versteckt sich hinter seinem Hochmut, um sich vor der Verurteilung eines ganzen Reiches zu schützen. Er ist der Königsmörder, der Sündenbock für die Revolte gegen Danys Vater Aerys II Targaryen. Natürlich brach Jaime seinen Schwur, als er das Schwert gegen seinen König erhob, doch tat er nicht genau das, was erstens sowieso alle wollten und zweitens auch das Beste für das Reich war? Aerys war verrückt, das lässt sich kaum bestreiten. Ich finde es heuchlerisch, Jaime für etwas zu verdammen, was im Interesse aller war und was – seien wir ehrlich – ohnehin passiert wäre. Wäre Jaime nicht Mitglied der Königswache, würde man ihn als Held feiern, statt ihn Königsmörder zu schimpfen. Er muss den Kopf hinhalten für all diejenigen, die zu feige sind, sich mit ihrer eigenen Schuld auseinander zu setzen. Das Stigma des Eidbrechers wird ihn sein Leben lang begleiten. Das ist einfach nicht fair. Ich verstehe, dass Jaime verbittert und zynisch ist, weil niemand ihm jemals wirklich vertraut. Ich habe nicht erwartet, Sympathie für ihn zu empfinden und war überrascht, dass in Jaimes Herzen das Potential zu einem großzügigen, gerechten und liebenswerten Menschen schlummert. Er ist seinem Bruder Tyrion sehr viel ähnlicher, als es den Anschein hat und ich wünsche ihm, dass er eines Tages erkennt, dass Cersei ihm nicht guttut. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Gesellschaft von Brienne von Tarth für ihn weit gesünder war, als es seine inzestuöse Beziehung zu seiner Schwester je sein könnte. Ihre gemeinsame Reise verändert sie beide. Brienne zeigt Jaime, dass Loyalität, Ehrlichkeit und Treue keineswegs überholte Werte sind, die Schwäche symbolisieren und Integrität eine erstrebenswerte Eigenschaft ist. Brienne hingegen lernt durch Jamie, dass die Welt niemals stur in schwarz und weiß untereilt werden kann. Sie wachsen aneinander. Ich hoffe, dass ihre Wege sich nicht zum letzten Mal gekreuzt haben und drücke Jaime von Herzen beide Daumen für seinen Versuch, sich selbst neu zu erfinden. Er verdient es, zu einer Person zu werden, die er beruhigt im Spiegel betrachten kann. Die Freundschaft zwischen Brienne von Tarth und Jaime Lannister kann man getrost als seltsam bezeichnen; sie ist jedoch nahezu gewöhnlich, vergleicht man sie mit der Beziehung zwischen Arya Stark und dem Hund, Sandor Clegane. Aryas Reise empfand ich als furchtbar frustrierend. Sie erschien mir vom Pech verfolgt, wird nach ihrer Gefangennahme zwischen den Mächten des Krieges hin- und hergeschoben, die alle kein Interesse an ihr selbst haben, sondern nur an ihrem Wert in harter, klingender Münze. Es kümmert niemanden, dass sie trotz ihrer rotzfrechen Art eigentlich nur ein junges Mädchen ist, das sich nach seiner Familie sehnt. Obwohl ich ihr das niemals ins Gesicht sagen würde, tat sie mir unheimlich leid, weil ich glaube, dass sich unter ihrer harten Schale ein verängstigtes Kind verbirgt, das dringend in den Arm genommen werden möchte. Nun, liebevolle Worte kann man vom Hund nicht erwarten, aber ich bin überzeugt, er ist nicht das Schlechteste, das Arya passieren konnte. Irgendwie passen die beiden zueinander. Irgendwie schafft es Arya, ihm fürsorgliche Gefühle abzuringen. Ich denke, Celgane imponieren ihr Mut und ihre Wildheit, möglicherweise sieht er in ihr die kleine Schwester, die er nie hatte. Sie zeigt ihm gegenüber auf jeden Fall mehr Courage als so manches Mitglied des Hofes. Vielleicht interpretiere ich aber auch zu viel in sein Verhalten hinein. Ich habe bemerkt, dass ich den Hund trotz all seiner Fehler mag und ihn gern positiver beurteile, als er objektiv betrachtet ist. Ich möchte an das Gute in ihm glauben, ähnlich wie bei Jaime Lannister. Ich habe eine gewisse Schwäche für ihn, weil ich das Gefühl habe, ihn zu verstehen. Er hatte in King’s Landing nichts verloren, er ist viel zu ehrlich und direkt für das subtile Intrigenspiel am Hof. All das Stolzieren und Lügenspinnen sind ihm zuwider, weil er weiß, dass sich unter der glänzenden, achtungsheischenden Rüstung eines Ritters oft ein verdorbener Kern befindet. Erstaunlicherweise trifft diese Beschreibung auch auf Jeoffrey zu, dem er viele Jahre als Leibwächter diente. Ich wüsste furchtbar gern, wie er wirklich von Jeoffrey denkt. Arya zusammen mit dem Hund zu erleben, bestätigte darüber hinaus meine Überzeugung, dass Sansa im letzten Band „A Clash of Kings“ mit ihm hätte gehen sollen. Er hätte sie sicher aus King’s Landing herausgebracht und an seiner Seite wäre es ihr auf der Straße bzw. auf der Flucht vermutlich auch nicht schlechter ergangen als am königlichen Hof. Leider ist Sansa ein naives, oberflächliches Ding und muss deshalb nun mit ansehen, wie ihr vollständig die Kontrolle über ihr Leben entrissen wird. Sie ist nicht länger eine Persönlichkeit mit Vorlieben, Ängsten, Stärken und Schwächen, sondern nur noch der personifizierte Anspruch auf Winterfell. Da ihr Bruder Robb jeder Zeit fallen könnte, umkreisen sie die Mächtigen des Reiches wie Geier, bereit, zuzuschlagen, sobald sich eine Gelegenheit bietet. Ausgerechnet die Lannisters finden eine Lösung für ihre Situation, die Sansa unglücklicherweise nicht als die Chance erkennt, die sie ist. Ihre Oberflächlichkeit steht ihr erneut im Weg. Meiner Meinung nach ist Sansa von allen Stark-Sprösslingen diejenige, die ihrem Vater am wenigsten ähnelt. Ironischerweise ist ausgerechnet Jon Snow, der Bastard, charakterlich ein genaues Abbild seines Vaters Ned Stark. Ich habe festgestellt, dass ich mich auf die Kapitel aus Jons Sicht besonders freue. Seine Perspektive gefällt mir außerordentlich gut, nicht nur, weil er eine sympathische Figur ist, sondern auch, weil er meinem Empfinden nach eine spezielle, starke Stimme hat. Er ist überlegt und rational, lässt sich selten von Leidenschaft überwältigen und trifft in der Regel logische Entscheidungen. Damit hat er den meisten Figuren der Reihe einiges voraus und auf mich wirkt seine bedachte, verstandesbasierte Persönlichkeit beruhigend, er kühlt meine Aufregung angenehm herunter. Ich stelle ihn mir als einen jungen Mann vor, der niemals schreien muss und trotzdem gehört wird; einen Mann mit dem natürlichen Talent zur Autorität. Ich kann es kaum abwarten, die tragische Geschichte seiner Mutter zu erfahren. Ich weiß mittlerweile, wer sie war, aber was genau zwischen ihr und Ned Stark geschah, ist noch immer ein Geheimnis. Obwohl ich es damals als furchtbar ungerecht empfand, bin ich nun dankbar, dass Jon ein Bruder der Nachtwache geworden ist. Ich denke, nirgendwo sonst hätte er eine Gemeinschaft gefunden, die ihn bedingungslos akzeptiert und nach seinen Taten und Fähigkeiten beurteilt. Wo auch immer er versucht hätte, sich ein Leben aufzubauen, als Bastard wäre er stets ein Außenseiter geblieben. Die Nachtwache besteht ausschließlich aus Außenseitern der verschiedensten Couleur. Es wundert mich nicht, dass Jon sich hier wohlfühlt und die gegenseitige Loyalität zwischen ihm und seinen Brüdern hat mich tief berührt. Ich liebe die Geschichte von „A Song of Ice and Fire“. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Ich wünschte, ich könnte George R.R. Martin zwingen, sich mit dem Schreiben des sechsten Bandes etwas mehr zu beeilen, damit ich mein Lesetempo nicht länger zügeln muss. Ich versuche ja, Verständnis dafür aufzubringen, dass die Fortführung dieser epischen Reihe extrem viel Aufwand bedeutet, aber ich halte meine Ungeduld nur mit Mühe unter Kontrolle. „A Storm of Swords“ ist ein fabelhaftes Buch und eine fantastische Fortsetzung. Bedeutende Tode und gelüftete Geheimnisse, Tragik, Intrigen, ungewöhnliche Freundschaften, brennender Hass und zarte Liebe – der dritte Band bietet all das und mehr. Niemals hätte ich diese überwältigende Vielfalt in eine normale Rezension mit durchschnittlicher Zeichenanzahl quetschen können. Ich will es auch gar nicht. „A Storm of Swords“ verdient eine detaillierte Besprechung; verdient es, nicht nur besprochen, sondern diskutiert zu werden. Wenn mich ein Buch zu so vielen eigenen Gedanken und Eindrücken inspiriert, wenn ich Charaktere analysiere, als wären sie reale Persönlichkeiten, wenn mich eine Welt so gefangen nimmt wie Westeros und die Sieben Königslande, ist eine genaue Beschreibung meiner Gefühle meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt. Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Methoden. Mein besonderer Dank gilt all denjenigen, die tatsächlich bis zu diesem Punkt gelesen haben. Ich danke euch für eure Geduld und vielleicht, nur vielleicht, könnt ihr nun am Ende ja sogar verstehen, warum bezüglich „A Storm of Swords“ sämtliche Pferde und Zebras mit mir durchgegangen sind.

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  • The Game of Thrones continues...

    A Storm of Swords
    mona_lisas_laecheln

    mona_lisas_laecheln

    17. September 2016 um 13:10

    The Game of Thrones continues: In Westeros herrscht nach wie vor Krieg und während den Lannistors der Iron Thron vor erst sicher erscheint leidet das Land nach wie vor an einer Zerspaltung. Vor allem für die Familie Stark scheint es alles andere als gut zu laufen. Auch jenseits der Mauer herrscht Krieg und eine weit größere Gefahr kommt aus dem Eis, während auch die Drachen fernab von Westeros zu neuem Leben erwachen... Auch der dritte Teil der Serie ist unglaublich spannend und fesselnd und raubt einem zeitweise den Atem. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und kann es kaum erwarten, mit dem nächsten Band weiterzulesen. Der ständige Perspektivenwechsel ist sehr gelungen, während man noch mit dem Schicksal eines Charakters auf der einen Seite des Landes hadert wechselt man plötzlich wieder zu einem ganz anderen Schauplatz und es passiert wahnsinnig viel gleichzeitig. Dabei ist die Geschichte sehr detailverliebt, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und man kann sich in sie hineinversetzten. Nach wie vor sollte man jedoch lieber nicht an einem Charakter speziell hängen, es scheint nach wie vor so als wäre kein Charakter wirklich sicher und manche Figuren mussten schon sehr viel erleiden.

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  • Ein Wow-Moment jagt den Nächsten

    A Storm of Swords
    Schlehenfee

    Schlehenfee

    07. September 2015 um 21:59

    Während Daenerys Targaryen in den Städten der Sklavenbucht ein Heer ansammelt und die Sklaven befreit, um ihren Einzug in Westeros vorzubereiten, nähert sich der Krieg in den Sieben Königslanden dem Wendepunkt. Die Schlacht am Schwarzwasser hat Stannis Baratheon geschwächt und die Lannisters planen den Sieg gegen den König des Nordens. Jenseits der Mauer kommt eine Bedrohung auf Westeros zu, von der keiner der Könige ahnt: Eine große Armee von Wildlingen marschiert auf die Mauer zu... Im dritten Band der „A Song of Ice and Fire“-Saga hat sich George R.R. Martin meiner Meinung nach selbst übertroffen. Ungeahnte Hintergründe und Wahrheiten kommen ans Licht, während neue Intrigen für zahlreiche Todesfälle, auch von Hauptcharakteren, sorgten. Niemand ist sicher, auch nicht als Gast. Ungeahnte Wendungen stellen den vermuteten Handlungsverlauf auf den Kopf. Leider mussten meine Lieblingshäuser Stark und Tully wieder die schlimmsten Verluste hinnehmen, darunter auch mein Lieblingscharakter. Immer wieder, vor allem in Aryas Handlung, denkt man als Leser, dass alles für sie gut ausgehen wird, dann kommt der nächste Schlag. Ich konnte völlig in die Handlung hineintauchen und dank des Schreibstils von Herrn Martin, der meine Englischkenntnisse vor keine große Prüfung stellte, auch im Original genießen. Nach „A Storm of Swords“ sind die Karten in Westeros neu gemischt und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Diese Reihe ist nun auf jeden Fall bei meinen Lieblingsbüchern zu finden.

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  • A Storm of Swords

    A Storm of Swords
    SuSa

    SuSa

    07. April 2015 um 21:00

    Ein kurzer Einblick Die großen Schlachten sind geschlagen, doch der Kampf um den Eisernen Thron geht weiter. Um seine Macht auszubauen, verbündet sich der junge Joffrey Baratheon mit den Häusern Tyrell und Martell und bindet Sansa Stark mittels Hochzeit an seine Familie. Robb Stark versucht derweil eine durch einen gebrochenen Eid verursachte Fehde zu beenden, als ihm ein großes Unheil widerfährt. Und während im hohen Norden eine Armee von Untoten die Wildlinge zur Schlacht mit der Nachtwache treiben, führt Daenerys Targaryen in Essos ihre Armee in einen Feldzug gegen die Sklaverei. Bewertung Hat man nach der Schlacht in Band zwei gedacht, sich jetzt ein wenig „ausruhen“ zu können, wird man wiedermal eines Besseren belehrt! Bis ungefähr zur Hälfte dieses Bandes geht es zwar vergleichsweise ruhig zu, da hier die Auswirkungen der Schlacht um Königsmund gelebt werden – richtig: gelebt werden! Denn Martin hat es auch hier mit seinem unbeschreiblich realistischen Schreibstil geschafft, dass man sich als Leser wie in die Geschichte hineinversetzt fühlt und Seite an Seite mit den Figuren lebt – doch in der zweiten Hälfte bricht eine wahre Flut an unvorhersehbaren Handlungen und Gefühlen auf einen ein, dass ich manches Mal aufhören musste zu lesen, um das Geschehene erst mal verarbeiten zu können. Dem Leser werden im Laufe dieses Bandes schöne Gegensätzlichkeiten geboten: Zum einen haben wir die Schlachten, welche sich in den hohen Norden und nach Essos verlagern, und zum anderen Hochzeiten, die sowohl glanzvoll sind, aber auch in der Welt von Westeros üblichen Art befremdlich wirken. Dazu kommt noch, dass sich magische Elemente fast unmerklich und unauffällig immer weiter ausbreiten. Seien es die telepathischen Fähigkeiten der Stark-Kinder, die gleichzeitig faszinierenden und beängstigenden Begabungen der roten Priesterin oder die anscheinende Unsterblichkeit eines wichtigen Charakters… All dies trägt zu einer grandiosen atmosphärischen Dichte bei. Die Vielschichtigkeit der Handlung hat Martin noch mit einem Spannungsbogen verziert, der immer wieder kleine Spitzen schlägt. Indem er nämlich regelmäßig Cliffhanger an die Kapitelenden platziert hat, wird man regelrecht gezwungen weiterzulesen, da die Kapitel wie gewohnt die Orte wechselt, je nachdem, welche Person gerade im Mittelpunkt steht und man eine Weile warten muss um zu erfahren, wie es jeweils weitergeht. Aus den vorherigen Bänden sind dem Leser Daenerys Targaryen, Jon Schnee, Tyrion Lannister, Catelyn, Sansa, Arya und Bran Stark sowie Ser Davos geblieben. Neu sind die Handlungsstränge um Jaime Lannister und Samwell Tarly, welcher mit Jon Schnee bei der Nachtwache dient. Es fällt auch in diesem dritten Band wieder extrem auf, wie verständlich die Geschichte trotz der unzähligen Charaktere ist. Und wer doch einmal Probleme haben sollte, gerade bei den Nachkommen von Walder Frey, die ihm seine acht Ehefrauen geschenkt haben, kann in den sehr ausführlichen Anhängen nachlesen. Fazit Ihr mögt unvorhersehbare Wendungen und emotionale Achterbahnfahrten? Ihr könnt auf sowas Banales wie Gerechtigkeit für Protagonisten verzichten und freut euch, wenn sich der Autor für die Entwicklung seiner Protagonisten gebührend Zeit genommen hat? Und das Ganze noch schön mit einer Prise Mystik garniert ist? Dann seid ihr bei „A Storm of Swords“ wunderbar aufgehoben!

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  • Spannend wie jeher

    A Storm of Swords
    Miserable

    Miserable

    08. February 2015 um 20:43

    Nach der Schlacht an der Küste von King's Landing hat sich einiges geändert. Hat es zuvor noch so ausgesehen, als würde König Joffrey und mit ihm die Lannisters verlieren, so haben sie jetzt den Süden des Königreiches an ihrer Seite. Positionen werden verschoben, Ränke geschmiedet, und das Spiel der Thröne geht erbitterter weiter als je zuvor. Teil 3 der großen Reihe hat einige neue Figuren mitgebracht und auch zwei neue Erzähler: Jaime Lannister und Samwell Tarly. Vor allem über Jaime habe ich mich sehr gefreut, weil wir ihn bisher nur durch die Beschreibungen anderer kennengelernt haben. Wir kennen ihn als den Königsmörder, als das Oberhaupt der Wache des Königs und als begnadeten Kämpfer. Doch durch seine Sicht lernen wir noch ein paar andere Seiten an ihm kennen. Er leidet darunter, dass er immer nur auf die Ermordung des Mad Kings Aerys reduziert wird. Für ihn ist die Familie alles, und so gibt er alles darum, wieder zu seiner Schwester und Geliebten Cersei zu gelangen. Samwell Tarly ist Mitglied der Nachtwache. Doch er ist ein Krieger und hat sich bisher erfolgreich aus allen Kampfhandlungen herausgehalten, bis er auf sein ganz eigenes Abenteuer geht und zeigt, das Mut nicht immer mit Kämpfen zu tun haben muss. Sam hat mir bisher immer ein wenig leid getan. Bei der Nachtwache ist er vollkommen deplatziert, und größtenteils hat er es Jon Snow zu verdanken, dass die anderen ihn aufgenommen haben und gut behandeln. Jetzt wird er aber zu seinem ganz eigenen Helden, der mit anderen Waffen kämpft: mit Treue und mit Wörtern. Ich freue mich schon auf seine weitere Entwicklung (und hoffe, dass Martin ihn nicht allzu schnell sterben lässt). Mit 1128 Seiten Text (+ ca. 100 Seiten Anhang) ist A Storm of Swords das bislang dickste Buch der Reihe. Dies war leider stellenweise auch zu merken. Die Erzählperspektiven sind nicht unbedingt gleichmäßig verteilt. Wenn an einem Ort viel passiert, wird dort über mehrere Kapitel aus verschiedenen Sichten erzählt. So sind einige Erzähler aber wiederum kaum zu Wort gekommen. Ich glaube, Brans Erzählstrang kam drei- höchstens viermal dran. Auch wurden so manche Erzählstränge ziemlich auseinander gezogen. Zum Beispiel dauerte es zwischen dem ersten und zweiten Kapitel aus der Sicht von Daenerys ca. 200 Seiten, bis es bei ihr weiterging. Natürlich ist es schwer, bei so vielen Erzählern alle zu Wort kommen zu lassen, und natürlich passiert bei manchen mehr als bei anderen. Trotzdem fand ich die Handlung teilweise ein bisschen sehr auseinander gezerrt. Ich hätte mich eher darüber gefreut, wenn es weniger Erzähler gäbe, sodass man nicht komplett raus ist, wenn man nach 200 Seiten wieder aus ihrer Sicht liest. Davon ganz abgesehen, hatte ich genauso viel Spaß wie bei den beiden Vorgängerbänden. Es gibt viele lustige Stellen, aber auch viele traurige und erschütternde. Martins Worte erscheinen immer so real, weil man sich bei ihm nicht darauf verlassen kann, dass ein Hauptcharakter am Leben bleibt, nur weil er ein Hauptcharakter ist. Es gibt keine schönen Illusionen und kein Happy End. Gleichzeitig ist seine Erzählung so lebendig, dass man sich alles super vorstellen kann. Die Charaktere werden von Seite zu Seite realer. Am ersten Buch hatte ich noch gemeckert, dass Sansa z.B. sehr eindimensional war. Dies hat sich jetzt geändert. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte und viel durchgemacht, was sie geformt hat. Der Epilog kommt noch einmal mit einer ganz neuen Enthüllung daher, mit der wohl keiner gerechnet hätte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie eng Martin die Schicksale der einzelnen Figuren miteinander verwoben hat und wie sich immer wieder kleine Kreise schließen, während gleichzeitig immer neue Fragen aufgeworfen werden. Auch nach drei dicken Büchern, habe ich von Westeros immer noch nicht genug und freue mich auf die folgenden Bände!

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  • Der Auto spielt ein grausames Spielchen mit mir

    A Storm of Swords
    suse9

    suse9

    Über die Handlung werde ich bewusst nichts schreiben, denn wer den 3. Band der Reihe in die Hand nimmt, weiß, worum es geht. Ich fange aber langsam an, George R.R. Martin nicht zu mögen. Er treibt mit mir ein böses Spiel. Auf meine Befindlichkeiten nimmt er überhaupt keine Rücksichten, lässt Sympathieträger unglaubliche Dinge tun, die ich verabscheue und meine Feinde wachsen mir ans Herz. Ich frage mich, ob ich überhaupt schon einmal ein Buch gelesen habe, in dem die Handlung derartig unvorhersehbar ist wie in diesem. Und das ist auch die absolute Stärke der Geschichte. Der Leser sollte sich nicht so sicher fühlen mit seinen Spekulationen und wer sich relaxt in die Sofaecke kuschelt, hat sowieso schon verloren. Auch wenn der Beginn des 3. Buch nicht unbedingt mit großer Action aufwarten kann, ist die Handlung dennoch spannend und eine Intrige jagt die nächste. Die Aufmerksamkeit des Lesers ist nach wie vor gefragt, weil die vielen Charaktere schon einmal durcheinanderzugeraten scheinen. Ein kleines Detail hier und nebensächliches Wort da und schon werden Zusammenhänge klar, die vorher im Nebel lagen. Längst nicht alles wird geklärt, und es bleibt noch genug Raum für eigene Theorien. Ich fühlte mich wieder sehr gut unterhalten mit der Lektüre. Leider muss ich in meine Lobesrede aber auch einen kleinen Kritikpunkt einbauen. Mir waren einige Passagen zu lang, und ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor nach Seiten bezahlt wurde. Hier hätten ein paar Kürzungen gutgetan. Langeweile stellte sich zwar noch nicht ein, aber ein wenige ungeduldig wurde ich schon. Doch natürlich kam wieder alles anders als erwartet. George R.R. Martin hatte noch ein paar Überraschungen auf Lager, die ihresgleichen suchen. Rücksichtslos schwang der Autor das Schwert und mähte nieder, was nicht schnell genug auf seinem Pferd war. Fassungs- und hilflos musste ich mit ansehen, wie die Geschichte ihren Helden mitspielte. (Zum Glück hatte ich jemanden in meiner Nähe, dem ich meine Eindrücke und Gedanken unmittelbar mitteilen konnte.) Während ich noch den ein oder anderen Verlust zu verkraften hatte, ging die Achterbahnfahrt weiter, und wieder musste ich überrascht aufstöhnen. Selten las ich einen Roman, bei dem ich so viel laute Gefühlsausbrüche hatte . Auch wenn der erste Teil des Buches ein paar Längen aufweist, hat es die zweite Hälfte dermaßen in sich, dass ich nicht genau sagen kann, ob mich eher die unvorhergesehenen Ereignisse oder die grausamen Cliffhanger mehr aus der Bahn geworfen haben. Auf jeden Fall ist für mich hier die Reise noch nicht zu Ende, obwohl ich mir langsam die panische Frage stelle, wer denn eher fertig sein wird – ich mit dem 6. oder George R.R. Martin mit dem 7. Buch?

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    • 3
    Danni89

    Danni89

    21. August 2014 um 18:40
    Bellami schreibt Sehr gut !!! Nichts verraten und trotzdem alles gesagt UND den Nagel auf dem Kopf getroffen ........

    Da kann ich mich nur anschließen - sehr schön! =)

  • A Storm of Swords

    A Storm of Swords
    Saralonde

    Saralonde

    22. April 2013 um 15:26

    Achtung, Spoiler für alle, die “A Game of Thrones” und “A Clash of Kings” noch nicht gelesen haben! Nach der großen Schlacht von King’s Landing scheinen die Lannisters um Ekelpaket König Joffrey einen eindeutigen Vorteil in der Auseinandersetzung der verschiedenen Thronanwärter zu haben, doch die Lage ist weiter offen. Die Geschichte der Charaktere wird nahtlos fortgesetzt. Dieser dritte Teil der Saga “A Song of Ice and Fire” hält einige Überraschungen, wenn nicht gar Schocks für die Leser bereit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Buch einer Reihe gelesen zu haben, in dem der Autor so viele Charaktere – sowohl positive als auch negative – opfert, dazu noch auf teils wirklich grausame Art. Die Charaktere werden dabei weiter ausgearbeitet, was mir vor allem gefallen hat, war die Vertiefung des Charakters Jaime Lannister, den ich bisher eher als oberflächliche Figur wahrgenommen habe. Manche Figuren, von denen ich schon dachte: “Von dem überrascht mich nix mehr.” schaffen es, ihre Skrupellosigkeit doch noch einmal zu toppen. Von einer Person, die ich bisher wirklich mochte, bin ich maßlos enttäuscht, auch für sie wird es das letzte Buch sein. Meine Lieblingsfigur ist nach wie vor Tyrion, ich bin total gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Das Buch ist fesselnd, wenn auch nicht ganz so sehr wie der Vorgänger, gut lesbar, allerdings wirklich sehr, sehr lang. Und wie gewohnt grausam… Das Buch beweißt außerdem, dass George R. R. Martin nicht wie jeder andere Fantasyautor schreibt, das ist vielleicht der größte Pluspunkt: Es ist wirklich nichts, aber auch gar nichts vorhersehbar. Gute Fortsetzung, der ich vier von fünf Sternen gebe. Ich freue mich schon auf “A Feast for Crows”, trotz der zahlreichen Verluste!

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  • George R. R. Martin lässt die Klingen tödlich singen

    A Storm of Swords
    November

    November

    22. March 2013 um 15:40

    Endlich hatte ich Zeit in den dritten Band "A Storm of Swords" von George R. R. Martin einzutauchen. Auch dieses Buch hat nichts an Spannung und sprachlicher Bildgewaltigkeit eingebüßt. Wieder hieß es zittern und hoffen, wen das tödliche Schicksal ereilen würde. Möchte ich den Autor auch für so manches Todesurteil verfluchen, so ist doch gerade das ein Punkt, der seine großartige Geschichte oft unvorhersehbar macht. Daher schätze ich es an Martin, dass man als Leser nie sicher sein kann, ob die Guten, die auch voller Fehler sind, überleben werden.  Im dritten Band setzen sich Verrat, politische Intrigen, überraschende Wendungen und Verbündungen fort, die nur allzu schnell zerbrechen können. Die verbliebenen Könige und ihre Berater planen ihre nächsten Feldzüge; im Norden belagert das Freie Volk zu tausenden die Brüder der Nachtwache und auf der anderen Seite des Meeres wächst die Armee der Drachenkönigin... Wieder setzt Martin Magie und fantastische Elemente nur sparsam und subtil ein. Gerade das macht seine epische Geschichte realistisch, fokussiert vielmehr die politischen und zwischenmenschlichen Machtkämpfe in mittelalterlicher Atmosphäre. Drachen, Direwölfe und eisige Kreaturen fügen sich so fast natürlich in eine Welt erfüllt von Schwertern, Götterglaube und mehr Königen als geduldet werden können. Ich bin froh George R. R. Martin und sein Epos mit so facettenreichen Charakteren, prächtigen Landschaften und komplexer Handlung für mich entdeckt zu haben. Eine wahre Lesebereicherung!

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  • Rezension zu "[A Storm of Swords: A Song of Ice and Fire: Book Three]A Storm of Swords: A Song of Ice and Fire: Book Three BY Martin, George R. R.(Author)Paperback" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    Buecherdiebin

    Buecherdiebin

    24. February 2013 um 09:43

    Die Geschichte aus Westeros geht weiter. Noch immer ist das Königreich durch die Kriege um den Eisernen Thron entzweit. Robb, der König des Nordens, schlägt erfolgreiche Schlachten, macht sich aber die Freys zu Feinden. Stannis gerät immer tiefer in die Fänge der Roten Priesterin Melisandre, und Joeffrey macht sich immer mehr Feinde. Doch auch die anderen Charaktere der Geschichte entwickeln sich weiter: Sansa, die der Heirat mit Joeffrey entkommen ist, wird dennoch die Frau eines Lannisters. Arya ist immer noch auf der Suche nach ihrer Familie und bekommt einen Verbündeten, den sie sich nicht vorstellen konnte. Jaime erreicht Kings Landing - aber dort ist alles anders. *************************************************** Ich glaube, so lange habe ich wirklich noch nie für ein Buch gebraucht. Aber nicht, weil es nicht gut oder spannend gewesen wäre, sondern aus Zeitgründen. Deswegen ist es für mich schon schwer gewesen, sich an den Anfang des Buches zu erinnern, weil einfach so viel passiert, Häuser erheben sich und stürzen tief, Charaktere sterben, von denen man dachte, sie seien für die Geschichte essentiell... und doch geht es schlüssig und spannend weiter. "Game of Thrones" ist so weit davon entfernt, eine 08/15-Geschichte zu sein!

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  • Rezension zu "A Storm of Swords" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    Kathafee

    Kathafee

    06. July 2012 um 13:37

    Bisher gefällt mir dieser dritte Band der Reihe am besten. Denn in diesem Band passiert wirklich sehr sehr viel. Es ist spannend bis zur letzten Seite, es passieren so viel unvorhergesehene und gnadenlose Wendungen, dass man manchmal schon beinahe die Luft anhält. Man fühlt mit seinen Lieblingen mit und ist wütend auf andere gewisse Kreaturen... Martin schafft es auf eine einzigartige Weise, seine Welt und seine Figuren so zu gestalten, dass ich nach jedem gelesenen Band immer mehr davon will. Von mir gibt's 10/10 Punkten.

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  • Rezension zu "A Storm of Swords (Hardback reissue): Book 3 of A Song of Ice and Fire (Song of Ice & Fire)" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    sabisteb

    sabisteb

    15. April 2012 um 12:59

    "Fool's blood, king's blood, blood on the maiden's thigh, but chains for the guests and chains for the bridegroom, aye aye aye." "I dreamt a wolf howling in the rain, but no one heard his grief,[...] I dreamt such a clangor I thought my head might burst, drums and horns and pipes and screams, but the saddest sound was the little bells. I dreamt of a maid at a feast with purple serpents in her hair, venom dripping from their fangs. And later I dreamt that maid again, slaying a savage giant in a castle built of snow." Der dritte Band des Liedes von Feuer und Eis schließt nicht direkt an Band 2 an, sondern geht noch einmal ein wenig in der Zeit zurück und erzählt einige Ereignisse vor der Schlacht von Kings Landing bevor der Erzählstrang weitergewoben wird. Martin bleibt seiner Erzählweise treu und schildert weiterhin die Ereignisse in Westeros aus verschiedenen Blickwinkeln, jedoch kommen in diesem Band einige neue Personen bzw. neue Sichtweisen hinzu. Auch diesmal steht eine Prophezeiung am Anfang des Buches, welche die Komplette Handlung vorwegnimmt, ähnlich wie im ersten Band, die auch während der Handlung durch weitere Prophezeiungen untermauert wird. Die Geschichte ist voller Hinweise auf kommende Ereignisse, so dass kaum eines der Geschehnisse wirklich überraschend ist, denn alles wird vorher angekündigt, teilweise schon in Band 1 oder Band 2 der Reihe. Diese ausgefeilte Erzählweise, die Hinweise, die bereits im ersten Band Ereignisse dieses dritten Bandes andeuten zeigt, wie minutiös geplant diese Geschichte ist. Ereignisse aus der Vergangenheit beeinflussen die Gegenwart und Zukunft und nehmen den Protagonisten teilweise die Möglichkeit die Ereignisse selbst zu kontrollieren, denn die Entscheidungen wurden teilweise vor ihrer Geburt bereits für sie getroffen und überrollen sie. Dieses Buch ist eine Parabel auf Macht, das Streben nach Macht und die Unfähigkeit diese verantwortungsvoll einzusetzen. Macht um der Macht willen, Macht um Reichtum anzuhäufen korrumpiert die Protagonisten und vieles davon findet sich in unserer aktuellen Politik wieder. Der Bürgerkrieg in Westeros wird immer brutaler, Allianzen zerbröckeln, jeder verrät jeden, jeder nimmt Rache, und keiner ist bereit zu vergeben. In diesen Kriegswirren versuchen die Kinder von Ned Stark ihren Weg zu gehen und zu überleben. Bran ist auf der Suche nach der dreiäugigen Krähe, Sansa versucht in Kings Landing zu überleben, Arrya will nach Hause und Robb versucht sein Reich zusammenzuhalten. Für die wirklichen Überraschungen sorgen jedoch Jaime und Tyrion, die langsam zu sich selber finden und erkennen wer sie sind und sein wollen. Sie beginnen sich zu emanzipieren, und eigene Entscheidungen zu treffen. Der Einfluss der Magie wird stärker spürbar, sie erwacht erneut. Die Geschichte wird langsam von einem alternate history Mittelaltersaga zu einem klassischen High Fantasy Roman und zusammen mit den Protagonisten lernt auch der Leser langsam diese magischen Prinzipien kennen. Nur einer erkennt, welche Gefahr dem Reich wirklich droht und welcher Kampf das Überleben der Menschen sichern wird: Stannis Baratheon, aber auch seine Tage sind gezählt und der wiedergeborene Retter Azor Ahai ist noch ahnungslos, welches große Schicksal ihm beschieden ist. Vielen Autoren muss man vor allem einen Vorwurf machen: Sie lieben ihre Protagonisten wie eigenen Kinder und tun alles, um sie am Leben zu erhalten. Das ist ein Vorwurf, den man Martin nicht machen kann. Kein Leben ist sicher, jeder kann sterben, jederzeit. Die Geschichte ist wichtiger als ihre handelnden Personen, eine Seltenheit in der der Literatur.

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  • Rezension zu "A Storm of Swords (Hardback reissue): Book 3 of A Song of Ice and Fire (Song of Ice & Fire)" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    Admiral

    Admiral

    06. April 2012 um 17:35

    Die Fortsetzung der von mir so hochgepriesenen ersten und zweiten Teile 'Game of Thrones' und 'A Clash of Kings'. Insgesamt Teil 3 des Epos 'A Song of Ice and Fire'. Jon Snow schafft es tatsächlich ! Von seinem Commander mit dessem Tod bezahlt, schafft es Jon in einen etwas engeren Kreis der Wildlinge und verkehrt sogar desöfteren mit Mace Raider persönlich, dem König der Wildlinge, sodass er von dessen Plänen erfährt. Schließlich wird er mit einen kleinen Stoßtrupp heimlich über die Mauer geschickt, um Castle Black, Hauptstützpunkt der Night's Watch vom unbeschützten Süden heraus zu überrennen. Er flieht, kommt nach Castle Black zurück und organisiert die Verteidigung. Die kleine Schar wird besiegt, sodass Mace keine andere Wahl hat, als die Mauer selbst anzugreifen. Da sonst niemand da ist, übernimmt Jon selbst die Leitung und wehrt die Armee souverän ab ! Doch als es zum Schluss doch heikel wird, kommt ihnen Stannis Baratheon völlig unvorbereiteter Weise zu Hilfe. Denn diesem wurden von seinem engsten Vertrauten, dem Onion Knight Davos, die Augen geöffnet. Der Süden bekämpft sich nämlich selbst, blutet sich aus und verkennt dabei die gefahr, die dem ganzen Realm von Norden droht. Und da er sich selbst als der natürliche Erbe des Iron Thrones und Defender of the Realm sieht, hat erkeine andere Möglichkeit als den Kampf zu unterbrechen und der Night's Watch zu helfen. Da Jeor Mormont im Norden beim Rückzug von Deserteuren getötet wird, muss ein neuer Lord Commander of the Night's Watch gewählt werden. Nach langem hin und her wird es wahrhaftig Jon Snow ! Von Bran allerdings ist nur einmal die Rede, nämlich in dem Augenblick als er mit seinen 3 Freunden und Summer, seinem Direwolf, unter der Mauer hinterdurch kommt und auf den mysteriösen Coldhands trifft. Von Arya hingegen gleich vielmehr. Denn nachdem ihre Gesellschaft, die das Ziel Night's Watch hatte, fast vollständig von Plünderern ausgelöscht wurde, gerät sie in die Hände Dondarrions, der von Ned Stark ausgesandt wurde den King's Peace zu wahren. Obwohl letzerer Getötet wurde, sieht sich Dondarrion noch immer dieser Aufgabe verpflichtet und streift durch die Riverlands. Er braucht aber für siene Männer waffen, Munition, Kleidung, Nahrungsmittel und mehr, plant also Arya an das Haus Stark zurückzu'verkaufen'. Der Plan scheitert, denn sie entkommt und wird anschließend von Sandor Clegane, der ehemaligen Wache Joffreys entführt. Ersterer war nach der Schlacht von King's Landing geflohen und streift nun durch die Lande. Mit Arya hat er aber wieder ein Ziel vor Augen, denn er will sie ebenfalls verkaufen. Kurz vor den Twins, dem Lager des hauses Frey, wo Sandor Clegane die kleine Arya verkaufen will, werden sie zeuge der blutigen Hochzeit. Denn Robb wird hier von den Freys auf hinterhältigste Art und Weise verraten und gemeuchelt. Nach einer sehr langen anschließenden Reise allerdings wird er schwer verletzt von ihr zurückgelassen. Arya gelingt zu einem Hafen und wird nach Braavos, einer reichen Handelsstadt an der Küste des Kontinents Essos, mitgenommen. Sansa währenddessen flieht aus King's Landing, kurz nachdem Joffrey an seiner eigenen Hochzeit vergiftet wurde und wird von Petyr Baelish nach Eyrie gebracht. Um unbekannt zu bleiben tarnen sie sie als Bastardtochter Petyrs. Unter dem Namen Alayne Stone. Fortan werden auch ihre Kapitel mit Alane bezeichnet. Die Lady des Vales versucht sie aus Neid zu töten, doch stattdessen wird die Lady von Petyr ermordet. Da er vorher mit ihr verheiratet war, fällt ihm nun die Regentschaft zu. Tyrion, der des Mordes an Joffrey angeklagt und öffentlich 'überführt' wurde, verbringt die meiste Zeit im Kerker und wartet auf seine Hinrichtung. Doch kurz zuvor wird er aus dem gefängnis von seinem Bruder Jaime befreit. In einem Rachsuchtsanfall tötet Tyrion während der Flucht seinen Vater Tywin, der Tyrions erste Verlobte an seine Soldaten gab. Nach dem Mord flieht er mit der Spider Varys. Jaime, der Gefangener der Tullys in Riverrun ist, wird von Catelyn freigelassen in der Hoffnung auf Rettung ihrer Beiden Töchter. Diese vermutet sie in King's Landing in der Hand der Queenregent. Jaime wird von Brienne, die ungerechterweise des Mords an Renly angeklagt wit, begleitet. Auf dem Weg geraten sie in die Hände von Outlaws, die Jaime die rechte Hand abschlagen. Die beiden werden beinahe sowas wie Freunde und als sie trotz der Gefahren letztendlich in King's Landing ankommen, vertraut Jaime ihr ein Valyrian-Sword an und bittet sie an seiner statt Sansa zu retten. Daenerys hingegen plant nun wieder zurück Richtung Westen zu segeln, doch auf dem Weg entschließt sie sich, sich selbst eine militärische basis zu schaffen und erobert nach und nach die Slaver's Bay. Anstatt mit ihrem großen Heer überzusetzen, will sie sich selbst beweisen, dass sie nicht nur erobern, sondern auch regieren kann und bleibt als Königin in einer der ehemeligen Sklavenstädte. Martin setzt seine Genialität in Buchforn unverändert weiter. Die Spannung bleibt konstant gut. Sein Schreibstil ist nicht so Larifari, wie viele Neuerscheinungen heutiger Zeit und nimmt auch keinerlei Hand vor den Mund. Ebeneso wechseln allmählich die Protagonisten und deren Schwerpunkte. Währendzu anfangs der Schwerpunkt zweifellos auf dem Haus Stark lag, zwischenzeitlich bei Tyrion, Jon, Theon und Daenerys verweilte, deutet sich jetzt ein Schwerpunkt bei Cersei, Jaime und Brienne an. Diese Dynamik ist kennzeichnend und zugleich beeindruckend für Martin. Ebenfalls unglaublich gut gelungen sind die Charakterbildungen. Während es oft der Fall ist, dass diverse Charakter ähnlich, ungeschliffen, unverändert und sogar fließend ineinander übergehen sind, bleiben sich Martins Charaktere stets selbst Treu ! Martin nimmt sich einfach die Zeit sie zu schleifen, zu erklären, spitz zu laufen zu lassen, innerhalb ihres eigenen Rahmens aus Erfahrungen und Erlebnissen verändern zu lassen. Und auch so unglaublich logisch ! ich kann mich nur wiederholen: Ein Meister- und Lebenswerk ! Das einzig total blöde an diesem Buch ist, dass ich es während des Beim-Essen-Lesens mit Essen vollgekleckert hab... . -.-

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  • Rezension zu "A Storm of Swords Complete Edition (Two in One): Book 3 of A Song of Ice and Fire" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    Bissfan

    Bissfan

    01. January 2012 um 14:58

    (Rezension von Shiku) Noch immer ist es zu keiner Entscheidung in der Königsfrage gekommen: Der Norden wird mittlerweile von Balon Greyjoy regiert, während der eigentliche König des Nordens seinen Sitz nunmehr in Riverrun, in der Mitte des Landes, hat. Und auch wenn er in seinen Vorhaben bisher immer erfolgreich war, bringt er keine guten Neuigkeiten mit sich, werden sie doch besonders einen Mann erzürnen, auf dessen Hilfe er nicht verzichten kann. Dass seine Mutter in der Zwischenzeit Jaime Lannister freigelassen hat, um ihn gegen ihre Töchter einzutauschen, ist auch nicht unbedingt hilfreich, sorgt es doch für Unmut in den eigenen Reihen. König Joffrey geht es dagegen seit „seinem“ Sieg über Stannis Baratheon bestens. Er ist nun mit Margaery Tyrell, der Witwe von Renly, verlobt, was Sansa Stark immerhin davor rettet, mit dem Mörder ihres Vaters das Bett zu teilen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es ihr von nun an gut ergeht, geschweige denn, dass die Lannisters sie nach Hause schicken. Doch da ist noch immer ihr Ritter, der ihr zu helfen gedenkt – was sich nur ziemlich in die Länge zieht … Tyrion Lannister hat derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Wurde er zuvor schon wegen seiner Kleinwüchsigkeit verachtet, tut man es aufgrund seines entstellten Gesichtes noch mehr. Da sein Vater nun das Amt als Hand des Königs angenommen hat, ist ihm auch diese Macht genommen und viele seiner vorherigen Kämpfer sind fort oder von Königin Cersei bezahlt worden. Bei Stannis ist genauso wenig zum Feiern gegeben, doch die Hexe Melisandre beharrt darauf, dass sie ihn noch immer zum Sieg führen kann. Alles, was sie dafür tun müsse, sei, den unehelichen Sohn des verstorbenen Königs und Stannis’ Neffen dem Feuer zu opfern. Die Stimme der Vernunft in diesen Zeiten: der ehemalige Schmuggler Davos, was ihm wenig Freunde in den Kreisen Melisandres einbringt, andere aber auch zu schätzen wissen. Unabhängig von all dem versucht Arya Stark zusammen mit ihren Freunden Hot Pie und Gendry zu ihrer Mutter zu gelangen, was sich als wesentlich schwieriger herausstellt, als gedacht. Sie gelangen in die Hände Gesetzloser, die zwar für das Recht der einfachen Leute kämpfen, in Arya aber mehr einen Pfand sehen, das man gegen Geld einlösen kann, statt eines jungen Mädchens, das einfach zu seiner Familie will. Im Gegensatz dazu bewegt sich Bran Stark in eine vollkommen andere Richtung: Er such einen Weg hinter die Mauer, um dort der dreiäugigen Krähe zu begegnen, die er schon oft in seinen Träumen sah, auf dass sie ihm das Fliegen lehre. Jon Snow befindet sich derweil bereits jenseits der Mauer, nicht aber in Begleitung seiner Brüder, was womöglich sein Leben gerettet hat. Er befindet sich im Gefolge von Mance Rayder, um zu erfahren, was genau die Wildlinge vorhaben und die Menschen hinter der Mauer warnen zu können. All das spielt auch für Daenerys Targaryen keine Rolle, ist sie doch noch immer nicht in Richtung Westeros gesegelt. Stattdessen zieht sie durch die Lande, auf der Suche nach einem Heer, das ihr bei der Eroberung Westeros’ hilft. Ehe sie das tun kann, scheint es allerdings noch ein paar andere Dinge zu geben, die ihre Aufmerksamkeit benötigen. An der erschreckend langen, inhaltlich aber trotzdem noch recht knappen Inhaltsangabe lässt sich sicherlich leicht erkennen, dass „A Storm of Swords“ wieder eine Menge Handlungsstränge bereit hält, die mal mehr und mal weniger intensiv verfolgt werden. Es könnten sogar noch mehr sein, wenn der Autor wirklich alle Ereignisse der vorangegangenen Bücher weiter verfolgen würde: So erfährt man alles aus dem Norden rund um die Greyjoys nur vom Hörensagen, was mit Theon geschah, kann weiterhin nicht ganz mit Sicherheit gesagt werden. Und auch wenn Brans Reise geschildert wird, verliert das Buch darüber, wie es seinem kleinen Bruder Rickon mit Osha ergeht, kein Wort. Dass die Erlebnisse von Robb nur durch seine Mutter Catelyn in Erfahrung gebracht werden können, ist dabei nicht Neues. Und trotz dieser „fehlenden“ Erzählungen sind es unglaublich viele, es sind sogar noch welche hinzu gekommen. Aus dem ersten Band verbleiben nach wie vor Catelyn, Jon, Tyrion, Sansa, Arya, Bran und Daenerys, aus Band zwei begleitet uns noch immer Davos. Nun kommen auch Jaime Lannister und Samwell Tarly zu den Erzählern hinzu und es hat dem Buch ganz gewiss nicht geschadet. So frustrierend es auch sein kann, wenn die ohnehin eher kurzen Kapitel gerade dann enden, wenn es so richtig spannend wird, es sorgt auch für ordentlich Spannung. Selbst wenn man – wie ich – beinahe verzweifelt zum nächsten Kapitel der Figur blättert, um herauszufinden, wie lange es noch dauert, ehe man erfährt, wie es weitergeht, ist alles dazwischen alles andere als langweilig. Jede Sicht bringt neue, interessante Aspekte mit sich, Wendungen, die mal erfreulich und mal erschreckend sein können. Wie sehr man diese letztlich genießen kann, hängt ganz davon ab, wie sympathisch einem der Charakter ist – da gibt es natürlich ganz individuelle Vorlieben. Das Miteinander der Charaktere ist dabei auch sehr sehenswert wie eigentlich immer bisher. Man könnte fast meinen, sie wären George R. R. Martins eigentliches Steckenpferd. Denn auch wenn manche Charaktere gewissermaßen schwierig sind, sind ihre Parts interessant und genauso, wie sie anderen begegnen. So ist Jaime Lannister zum Beispiel nicht der sympathischste Charakter, stieß er doch Bran einen Turm hinab, nur damit er die inzestuöse Verbindung zu seiner Zwillingsschwester verbergen kann. Und auch wenn im Laufe des Buches einige neue Aspekte seines Charakters enthüllt werden, die klarmachen, dass er nicht das reine Monster ist, wie es bisher schien, ist er eigentlich kein netter Kerl – auch wenn manche Leser etwas anderes meinen, aber was er getan hat, hat er getan. Er hat einen Siebenjährigen einen Turm hinab gestoßen, in Kauf genommen – gehofft – dass dieser stirbt. Wer weiß, was er noch so getan hat? Solche Dinge im Hinterkopf behaltend, ist es trotzdem wahnsinnig unterhaltsam, wie seine Reise mit Brienne Tarth verläuft, die nun ausgerechnet das absolute Gegenteil von ihm ist. Genauso verhält es sich mit den anderen Charakteren: Wie bereits erwähnt, jeder wird jemand anders mögen oder auch nicht; was aber für alle gilt: Sie sind lebendig – sie entwickeln sich und das ist eigentlich das Wichtigste! –, gehen in irgendeiner Weise nahe, auch wenn es auch in dieser Hinsicht Unterschiede gibt. Die hängen zum Teil davon ab, wie oft die Charaktere vorkommen beziehungsweise bisher vorkamen – wer seltener Auftritte hat, zu dem kann man auch weniger eine Beziehung aufbauen. Mindestens genauso überzeugend ist die Handlung, die zum einen einige neue Informationen darüber mit sich bringt, was vor und während Robert Baratheons Revolution geschah. Zu Beipsiel: Was waren die Targaryen für Menschen, besonders Prinz Rhaegar? Es wird ein bisschen mehr über das Land an sich erzählt, seine Aufteilung, Verbindungen innerhalb der Familien, teilweise auch zu Wildlingen … durch Jaime erfährt man auch endlich mehr über den Tod des Königs. Das alles sind Dinge, die die Geschichte nicht zwangsläufig vorantreiben, dafür aber mehr über ihre Akteure verrät oder wenigstens wahnsinnig interessant sind. Ein schlüssiger Hintergrund ist immer von Nutzen! Zum anderen hält das Buch immer wieder Überraschungen bereit, teilweise dadurch, dass jetzt erst klar wird, welche Auswirkungen Geschehnisse aus Band 2 haben und es ist bei Weitem nicht alles davon positiv. Charaktere tauchen an unerwarteter Stelle auf und dass der Autor sich nicht scheut, seine „Kinder“ ans Messer zu liefern, ist uns ja nicht wirklich neu. Neue Erkenntnisse und Erfahrungen gehören genauso dazu, zu denen die Leser gleichermaßen wie die Charaktere gelangen. Das beinhaltet auch, dass der Fantasy-Anteil wieder ein bisschen steigt, auch wenn er noch immer nicht überwiegt. Aber es bringt natürlich ein paar neue Aspekte mit in die Geschichte und damit meine ich nicht die Riesen, für die wir endlich Gewissheit erhalten. Das macht die Ereignisse logischerweise weniger vorhersehbar – was sie ohnehin nicht sind – und was wäre besser für die Erhöhung von Spannung? Außerdem schien mir der Schreibstil des Autors wieder weniger ausufernd, zumindest hatte ich dieses Mal keine Probleme damit. Es gab keine Passagen, die ich gelangweilt überblättert habe, weil es mir der Beschreibung zu viel war. Womöglich lag es aber auch daran, dass dieses Mal nicht so viele Schiffe beschrieben wurden, für die sich mein Interesse nun wirklich in Grenzen hält. Trotz all des Lobes sollte eines aber nicht unerwähnt bleiben: „A Storm of Swords“ ist frustrierend. Die wenigen Momente, in denen ich mich wirklich freuen konnte, sind quasi nichts gegen die Wut, den Frust und die Trauer, die das Buch an mancher Stelle ausgelöst hat. Das klingt womöglich ein wenig dramatisch und übertrieben, aber genau so ist es: Wer also nicht bereit ist, auch mal schluchzend und mit dem fürchterlichen Wunsch, es sei doch alles anders, dazusitzen, sollte spätestens jetzt die Finger von den Bücher lassen. Gerechtigkeit auf Dauer bei George R. R. Martins Büchern? Ich gelange immer mehr zu der Meinung, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist. Ihr habt gedacht, es müsse doch endlich mal ein bisschen Gerechtigkeit in die Bücher einziehen? Denkt euch den Autor, wie er euch den Mittelfinger zeigt. „A Storm of Swords“ ist fast noch ein bisschen bösartiger als seine Vorgänger, definitiv aber spannender, auch wenn ich mir das nie zu träumen gewagt hätte. Wer eine Vorliebe für viele parallel laufende Handlungsstränge und einen hohen Schmerzpegel hat, für den ist dieses Buch ein gefundenes Fressen!

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  • Rezension zu "A Storm of Swords Complete Edition (Two in One): Book 3 of A Song of Ice and Fire" von George R. R. Martin

    A Storm of Swords
    Shiku

    Shiku

    23. November 2011 um 18:59

    Noch immer ist es zu keiner Entscheidung in der Königsfrage gekommen: Der Norden wird mittlerweile von Balon Greyjoy regiert, während der eigentliche König des Nordens seinen Sitz nunmehr in Riverrun, in der Mitte des Landes, hat. Und auch wenn er in seinen Vorhaben bisher immer erfolgreich war, bringt er keine guten Neuigkeiten mit sich, werden sie doch besonders einen Mann erzürnen, auf dessen Hilfe er nicht verzichten kann. Dass seine Mutter in der Zwischenzeit Jaime Lannister freigelassen hat, um ihn gegen ihre Töchter einzutauschen, ist auch nicht unbedingt hilfreich, sorgt es doch für Unmut in den eigenen Reihen. König Joffrey geht es dagegen seit "seinem" Sieg über Stannis Baratheon bestens. Er ist nun mit Margaery Tyrell, der Witwe von Renly, verlobt, was Sansa Stark immerhin davor rettet, mit dem Mörder ihres Vaters das Bett zu teilen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es ihr von nun an gut ergeht, geschweige denn, dass die Lannisters sie nach Hause schicken. Doch da ist noch immer ihr Ritter, der ihr zu helfen gedenkt – was sich nur ziemlich in die Länge zieht … Tyrion Lannister hat derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Wurde er zuvor schon wegen seiner Kleinwüchsigkeit verachtet, tut man es aufgrund seines entstellten Gesichtes noch mehr. Da sein Vater nun das Amt als Hand des Königs angenommen hat, ist ihm auch diese Macht genommen und viele seiner vorherigen Kämpfer sind fort oder von Königin Cersei bezahlt worden. Bei Stannis ist genauso wenig zum Feiern gegeben, doch die Hexe Melisandre beharrt darauf, dass sie ihn noch immer zum Sieg führen kann. Alles, was sie dafür tun müsse, sei, den unehelichen Sohn des verstorbenen Königs und Stannis' Neffen dem Feuer zu opfern. Die Stimme der Vernunft in diesen Zeiten: der ehemalige Schmuggler Davos, was ihm wenig Freunde in den Kreisen Melisandres einbringt, andere aber auch zu schätzen wissen. Unabhängig von all dem versucht Arya Stark zusammen mit ihren Freunden Hot Pie und Gendry zu ihrer Mutter zu gelangen, was sich als wesentlich schwieriger herausstellt, als gedacht. Sie gelangen in die Hände Gesetzloser, die zwar für das Recht der einfachen Leute kämpfen, in Arya aber mehr einen Pfand sehen, das man gegen Geld einlösen kann, statt eines jungen Mädchens, das einfach zu seiner Familie will. Im Gegensatz dazu bewegt sich Bran Stark in eine vollkommen andere Richtung: Er such einen Weg hinter die Mauer, um dort der dreiäugigen Krähe zu begegnen, die er schon oft in seinen Träumen sah, auf dass sie ihm das Fliegen lehre. Jon Snow befindet sich derweil bereits jenseits der Mauer, nicht aber in Begleitung seiner Brüder, was womöglich sein Leben gerettet hat. Er befindet sich im Gefolge von Mance Rayder, um zu erfahren, was genau die Wildlinge vorhaben und die Menschen hinter der Mauer warnen zu können. All das spielt auch für Daenerys Targaryen keine Rolle, ist sie doch noch immer nicht in Richtung Westeros gesegelt. Stattdessen zieht sie durch die Lande, auf der Suche nach einem Heer, das ihr bei der Eroberung Westeros' hilft. Ehe sie das tun kann, scheint es allerdings noch ein paar andere Dinge zu geben, die ihre Aufmerksamkeit benötigen. An der erschreckend langen, inhaltlich aber trotzdem noch recht knappen Inhaltsangabe lässt sich sicherlich leicht erkennen, dass "A Storm of Swords" wieder eine Menge Handlungsstränge bereit hält, die mal mehr und mal weniger intensiv verfolgt werden. Es könnten sogar noch mehr sein, wenn der Autor wirklich alle Ereignisse der vorangegangenen Bücher weiter verfolgen würde: So erfährt man alles aus dem Norden rund um die Greyjoys nur vom Hörensagen, was mit Theon geschah, kann weiterhin nicht ganz mit Sicherheit gesagt werden. Und auch wenn Brans Reise geschildert wird, verliert das Buch darüber, wie es seinem kleinen Bruder Rickon mit Osha ergeht, kein Wort. Dass die Erlebnisse von Robb nur durch seine Mutter Catelyn in Erfahrung gebracht werden können, ist dabei nicht Neues. Und trotz dieser "fehlenden" Erzählungen sind es unglaublich viele, es sind sogar noch welche hinzu gekommen. Aus dem ersten Band verbleiben nach wie vor Catelyn, Jon, Tyrion, Sansa, Arya, Bran und Daenerys, aus Band zwei begleitet uns noch immer Davos. Nun kommen auch Jaime Lannister und Samwell Tarly zu den Erzählern hinzu und es hat dem Buch ganz gewiss nicht geschadet. So frustrierend es auch sein kann, wenn die ohnehin eher kurzen Kapitel gerade dann enden, wenn es so richtig spannend wird, es sorgt auch für ordentlich Spannung. Selbst wenn man – wie ich – beinahe verzweifelt zum nächsten Kapitel der Figur blättert, um herauszufinden, wie lange es noch dauert, ehe man erfährt, wie es weitergeht, ist alles dazwischen alles andere als langweilig. Jede Sicht bringt neue, interessante Aspekte mit sich, Wendungen, die mal erfreulich und mal erschreckend sein können. Wie sehr man diese letztlich genießen kann, hängt ganz davon ab, wie sympathisch einem der Charakter ist – da gibt es natürlich ganz individuelle Vorlieben. Das Miteinander der Charaktere ist dabei auch sehr sehenswert wie eigentlich immer bisher. Man könnte fast meinen, sie wären George R. R. Martins eigentliches Steckenpferd. Denn auch wenn manche Charaktere gewissermaßen schwierig sind, sind ihre Parts interessant und genauso, wie sie anderen begegnen. So ist Jaime Lannister zum Beispiel nicht der sympathischste Charakter, stieß er doch Bran einen Turm hinab, nur damit er die inzestuöse Verbindung zu seiner Zwillingsschwester verbergen kann. Und auch wenn im Laufe des Buches einige neue Aspekte seines Charakters enthüllt werden, die klarmachen, dass er nicht das reine Monster ist, wie es bisher schien, ist er eigentlich kein netter Kerl – auch wenn manche Leser etwas anderes meinen, aber was er getan hat, hat er getan. Er hat einen Siebenjährigen einen Turm hinab gestoßen, in Kauf genommen – gehofft – dass dieser stirbt. Wer weiß, was er noch so getan hat? Solche Dinge im Hinterkopf behaltend, ist es trotzdem wahnsinnig unterhaltsam, wie seine Reise mit Brienne Tarth verläuft, die nun ausgerechnet das absolute Gegenteil von ihm ist. Genauso verhält es sich mit den anderen Charakteren: Wie bereits erwähnt, jeder wird jemand anders mögen oder auch nicht; was aber für alle gilt: Sie sind lebendig – sie entwickeln sich und das ist eigentlich das Wichtigste! –, gehen in irgendeiner Weise nahe, auch wenn es auch in dieser Hinsicht Unterschiede gibt. Die hängen zum Teil davon ab, wie oft die Charaktere vorkommen beziehungsweise bisher vorkamen – wer seltener Auftritte hat, zu dem kann man auch weniger eine Beziehung aufbauen. Mindestens genauso überzeugend ist die Handlung, die zum einen einige neue Informationen darüber mit sich bringt, was vor und während Robert Baratheons Revolution geschah. Zu Beipsiel: Was waren die Targaryen für Menschen, besonders Prinz Rhaegar? Es wird ein bisschen mehr über das Land an sich erzählt, seine Aufteilung, Verbindungen innerhalb der Familien, teilweise auch zu Wildlingen … durch Jaime erfährt man auch endlich mehr über den Tod des Königs. Das alles sind Dinge, die die Geschichte nicht zwangsläufig vorantreiben, dafür aber mehr über ihre Akteure verrät oder wenigstens wahnsinnig interessant sind. Ein schlüssiger Hintergrund ist immer von Nutzen! Zum anderen hält das Buch immer wieder Überraschungen bereit, teilweise dadurch, dass jetzt erst klar wird, welche Auswirkungen Geschehnisse aus Band 2 haben und es ist bei Weitem nicht alles davon positiv. Charaktere tauchen an unerwarteter Stelle auf und dass der Autor sich nicht scheut, seine "Kinder" ans Messer zu liefern, ist uns ja nicht wirklich neu. Neue Erkenntnisse und Erfahrungen gehören genauso dazu, zu denen die Leser gleichermaßen wie die Charaktere gelangen. Das beinhaltet auch, dass der Fantasy-Anteil wieder ein bisschen steigt, auch wenn er noch immer nicht überwiegt. Aber es bringt natürlich ein paar neue Aspekte mit in die Geschichte und damit meine ich nicht die Riesen, für die wir endlich Gewissheit erhalten. Das macht die Ereignisse logischerweise weniger vorhersehbar – was sie ohnehin nicht sind – und was wäre besser für die Erhöhung von Spannung? Außerdem schien mir der Schreibstil des Autors wieder weniger ausufernd, zumindest hatte ich dieses Mal keine Probleme damit. Es gab keine Passagen, die ich gelangweilt überblättert habe, weil es mir der Beschreibung zu viel war. Womöglich lag es aber auch daran, dass dieses Mal nicht so viele Schiffe beschrieben wurden, für die sich mein Interesse nun wirklich in Grenzen hält. Trotz all des Lobes sollte eines aber nicht unerwähnt bleiben: "A Storm of Swords" ist frustrierend. Die wenigen Momente, in denen ich mich wirklich freuen konnte, sind quasi nichts gegen die Wut, den Frust und die Trauer, die das Buch an mancher Stelle ausgelöst hat. Das klingt womöglich ein wenig dramatisch und übertrieben, aber genau so ist es: Wer also nicht bereit ist, auch mal schluchzend und mit dem fürchterlichen Wunsch, es sei doch alles anders, dazusitzen, sollte spätestens jetzt die Finger von den Bücher lassen. Gerechtigkeit auf Dauer bei George R. R. Martins Büchern? Ich gelange immer mehr zu der Meinung, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist. Ihr habt gedacht, es müsse doch endlich mal ein bisschen Gerechtigkeit in die Bücher einziehen? Denkt euch den Autor, wie er euch den Mittelfinger zeigt. "A Storm of Swords" ist fast noch ein bisschen bösartiger als seine Vorgänger, definitiv aber spannender, auch wenn ich mir das nie zu träumen gewagt hätte. Wer eine Vorliebe für viele parallel laufende Handlungsstränge und einen hohen Schmerzpegel hat, für den ist dieses Buch ein gefundenes Fressen!

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